Leistung muss sich lohnen!

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Das ist die neue Aktion meiner gesetzlichen Interessensvertretung.

(Dass ich Pflichtmitglied bin bei einer Lobby-Organisation, die sich mit meinem Geld für etwas einsetzt, das meinen Interessen als Lifestyle Entrepreneur gar nicht entspricht – und nicht nur in diesem Fall –, darüber werde ich ein anderes Mal wettern.)

Ich hab schon mal gesagt, dass sich meine Einstellung zum Thema Leistung und Leistungsgesellschaft in den letzten Jahren gewandelt hat. Dank schlauer Bücher von Wolf Lotter und Evi Hartmann habe ich eingesehen: Wenn es keine Menschen gibt, die sich einsetzen und die mehr tun, als unbedingt notwendig wäre, werden wir die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht lösen können.

Deshalb kann ich dem Gedanken durchaus was abgewinnen, diese Menschen dafür zu belohnen, dass sie etwas beitragen wollen, dass sie etwas leisten wollen. Wir brauchen ja schließlich mehr von diesen Menschen!

Mein Problem mit dieser Initiative: Leistung wird (wieder einmal) gleichgesetzt mit Einkommen. Oder, präziser formuliert: Die Leistung einer Person wird anhand seines Einkommens beurteilt. Und daher sind die Forderungen der WKO auch:

  • Steuersätze reduzieren
  • Steuerfreibetrag für Vollzeitarbeit einführen
  • Lohnnebenkosten radikal senken

Das alles hat bestenfalls mit einem Teilaspekt von Leistung zu tun, und auch nur dann, wenn die Prämisse stimmen würde: Wer viel leistet, bekommt auch viel bezahlt.

Aber das stimmt entweder nicht (Stichwort: Care-Arbeit) oder ignoriert die Tatsache, dass es genügend Menschen gibt, die viel Einkommen haben aber wenig gesellschaftlich Wünschenswertes leisten (Stichwort: Vorstand eines Glückspielkonzerns).

Ja, Leistung muss sich lohnen. Aber die Definition von Leistung müsste anders aussehen, und entsprechend anders müsste auch die Belohnung dafür aussehen.

Deshalb unterstütze ich diese Initiative „meiner“ Interessensvertretung aus vollem Herzen – NICHT.


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