????‍♂️ Wolf Lotter: Warum Selbstständigkeit und Zivilkapitalismus jetzt wichtig ist

Webinar der Kontist Stiftung, 8. Mai 2020

https://www.youtube.com/watch?v=lHvXsHP_3Yg

Netzwerkgesellschaft

  • Wir sind eine Gesellschaft von Experten. Das ist das Ergebnis der Arbeitsteilung des Kapitalismus.
  • In der Netzwerkgesellschaft sind wir gefordert, dass wir mit Unbekannten zusammenarbeiten, weil wir sie brauchen, weil wir in vielen Bereichen einfach nicht gut (genug) sind.
  • Gerade darin haben viele Selbständige ein Defizit: Sie können sich nicht erklären.
  • Sie können anderen nicht vermitteln, was sie in das Netzwerk einbringen können bzw. was sie genau von anderen brauchen würden.
    • = eine Kernkompetenz für eine funktionierende Gift Economy!
    • = eine Kernkompetenz, um in einem unendlichen Spiel mitspielen zu können
    • = ein Auftrag an mich, immer und immer wieder so klar wie möglich zu sein: „Sell your wisdom and buy bewilderment“.
  • Ziel wäre: „Was man versteht, auch erklären können”, nennt das Konrad Paul Lissmann
  • „Selbstmarketing” also auch hier als eine Lehrer-Aufgabe: Wer gut erklären kann, kann ins Netzwerk viel einbringen und ist gleichzeitig anschlussfähig.
  • Netzwerkmärkte funktionieren ganz anders als klassische Märkte. Hier besteht die Gefahr, als Selbständiger wirklich nur zum Dienstleister und zum „Scheinselbständigen“ zu werden.
  • Genossenschaften werden wichtiger werden: Risiken teilen, Talente ergänzen, Austausch, gemeinsam vermarkten
  • Rat für alle Berater und Coaches: „Schließt euch in Netzwerken zusammen, kommuniziert gemeinsam, gründet Plattformen, lernt voneinander intensiv und zeigt den anderen, wie es besser geht.“

Zivilkapitalismus

  • Wir haben nicht gelernt, mit unserer eigenen Ökonomie zurande zu kommen.
  • Die Forderung: Selbst so viel von Wirtschaft zu verstehen, dass man ein selbstbestimmtes und selbstbewusstes Leben führen kann als Bürgerin und Bürger. = „Zivilkapitalismus” nach Wolf Lotter

Selbständigkeit ist mehr als eine Form der Existenzsicherung. „Selbständigkeit ist eine Bewusstseinsform.”

  • vgl. Citizen Entrepreneurship von Günther Faltin

Die Menschen müssen sich bewusst werden, dass SIE es sind, die die Arbeit machen.

  • Das ist der erste Schritt zur Selbständigkeit.
  • Peter Drucker sagt: Ein Wissensarbeiter ist jemand, der über seine Arbeit mehr weiß als sein Chef.
  • Die meisten Menschen wissen zwar, dass das so ist, halten aber dennoch ihre Chefs für allmächtig.
  • „Selbständigkeit heißt selber denken können, selbst entscheiden können, selbst entscheidensfähig zu werden.“

Viele, die wir als Unternehmer bezeichnen, sind in Wahrheit Pseudo-Unternehmer.

  • Manager, Vorstände, „Chefs” sind oft gar keine wirkliche Unternehmer.
  • Die geben „Unternehmern” a bad name.
  • Die gehen (gerade in der Corona-Krise) von einer Prämie, von einer Subvention, von einer Förderung, von einer politischen Lösung in die nächste.
  • Unternehmer sind Problemlöser, Freiheitskämpfer – und überhaupt nicht per se egoistisch oder unsolidarisch!

Unternehmer zu sein heißt immer, „systematisch ein Angebot zu unterbreiten”.

  • Systematisch (!) geben in der Gift Economy, nicht nur, wenn einem gerade der Sinn danach steht.

Entdecke mehr von schmatzberger.com

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.