Worum geht’s hier?

Dieser Blog ist das persönliche Lerntagebuch von mir, Günter Schmatzberger.

Ich nehme mir hier jeden Tag etwas Zeit nachzudenken und festzuhalten, was ich gelernt habe bei meiner Arbeit als Gründungsberater, BWL-Trainer, FH-Lektor und Lifestyle-Entrepreneurship-Experte.

Dieses Lerntagebuch ist ein ganz persönliches Projekt von mir, das keine kommerziellen Interessen hat und sich auch an kein bestimmtes Publikum richtet. Deswegen gibt es hier auch keine Kommentarfunktion. Vielleicht ist dennoch die eine oder andere Inspiration für dich dabei.

Viel Freude!


Gefährliches Halbwissen

Betriebswirtschaft ist nicht Rocket Science. Das ist gut, aber das ist auch ein Problem: Es führt dazu, dass man u.U. sehr bald sagt: Passt, habe ich verstanden, kann ich mir erklären, macht für mich Sinn.

Und so entsteht das „gefährliche Halbwissen“: Ich habe etwas verstanden, aber das, was ich verstanden habe, stimmt nicht.

Das kommt daher, dass ich das Konzept, das Problem nicht durchdrungen habe. Ich habe es nicht zu Ende gedacht. Ich bin bei der erstbesten Gelegenheit ausgestiegen und habe damit aufgehört, mich damit auseinanderzusetzen. Weil es anstrengend ist. Weil wir uns nicht mehr anstrengen wollen als unbedingt nötig. Weil das Weiterdenken unter Umständen auch zu kognitiven Dissonanzen führen würde. Weil wir es lieber einfacher haben.

Das ist, wie wenn man Gebrauchsanweisungen oder Rezepte nur oberflächlich und nicht zu Ende liest. Man glaubt, man weiß schon, was man tut, aber in Wirklichkeit reimt man sich etwas zusammen, das nur sehr oberflächlich etwas mit der ursprünglichen Idee zu tun hat.

Und so passiert es, dass wir Lifestyle Entrepreneure betriebswirtschaftliche Konzepte nicht richtig verstehen und dann jahrelang glauben, wir machen das richtige.

Als Berater beraten werden

Es ist immer wieder gewöhnungsbedürftig, wenn ich als Berater mich von einem anderen Berater beraten lasse. Allein schon deswegen, weil ich es nicht gewohnt bin, der Lernende und nicht der Lehrende zu sein.

Es lohnt allemal, sich öfter in diese ungewohnte Situation zu begeben und als Berater immer wieder zum Lernenden zu werden.

Diese Erfahrung ist im besten Sinn des Wortes demütigend.

Spiel-Art

Wer Kinder im Kindergartenalter beobachtet, wird feststellen, dass jedes Kind eine ganz individuelle Art hat zu spielen. Nicht nur, welche Spiele den Kindern Spaß machen ist unterschiedlich, sondern auch die Aspekte des Spiels, die sie besonders interessant finden oder besonders gut können oder die sie immer und immer wieder spielen wollen.

Für uns Lifestyle Entrepreneure ist es nützlich sich zu vergegenwärtigen, dass wir auch nichts anderes sind als Kinder, die größer geworden sind. Wir haben immer noch unsere eigene Spiel-Art – nur unsere Spiele haben sich geändert.

Aber es ist immer noch so, dass wir bestimmte Aspekte unseres Spieles (das wir jetzt „Business“ nennen) besonders interessant finden – und andere nicht. Deswegen macht es Sinn, dass wir uns als „Spielgefährten“ jene Kooperationspartner, Kunden, Lieferanten suchen, deren Spiel-Art mit unserer Art zu spielen besonders gut harmoniert.

Nicht anders, als wir es im Kindergarten getan haben.

Menschen

Eines dürfen wir im Business nie vergessen:

Wir sind Menschen, die etwas für Menschen machen mit Hilfe anderer Menschen.

Im Business geht es immer um Menschen.

Vorbilder

Egal, wen du dir als Vorbild gewählt hast: Er/Sie hatte damals keine besseren Voraussetzungen als du heute. Er/Sie hatte es nicht leichter, du hast es nicht schwerer.

Er/Sie hat einfach getan, was zu tun war und ein paar der Möglichkeiten genützt, die sich am Weg aufgetan haben. Auch er/sie hatte Schwierigkeiten, auch er/sie hatte Zweifel, auch ihm/ihr war der Erfolg nicht garantiert.

Wir sehen bei unseren Vorbildern meist nur das Blumenbeet, nicht den Spaten.

Profi oder Amateur? (7)

Ein Profi holt sich die Werkzeuge, die er benötigt, um das optimale Ergebnis zu erreichen und sich die Arbeit nicht schwerer zu machen als notwendig.

Ein Amateur nimmt sich keine Zeit, um seine Säge zu schärfen.

Bist du ein Profi, oder bist du ein Amateur?

Profi oder Amateur? (6)

Ein Profi hat den Mut und ist sich nicht zu schade, Hilfe von Experten zu erfragen.

Ein Amateur glaubt, dass er alles selber am besten weiß und kann.

Bist du ein Profi, oder bist du ein Amateur?

Profi oder Amateur? (5)

Ein Profi erledigt auch die unangenehmen oder mühsamen Aufgaben zum ehestmöglichen Zeitpunkt.

Ein Amateur verschiebt und verschiebt und verschiebt.

Bist du ein Profi, oder bist du ein Amateur?

Profi oder Amateur? (4)

Ein Profi nutzt sein Smartphone als Werkzeug und legt es weg, wenn es ihm nicht dient.

Ein Amateur ist Sklave seines Handys.

Bist du ein Profi, oder bist du ein Amateur?

Profi oder Amateur? (3)

Ein Profi ist da, wo er ist, voll und ganz – egal, ob Beruf oder Familie.

Ein Amateur ist in der Arbeit im Gedanken bei der Familie, und wenn er bei der Familie ist, ist er im Gedanken bei der Arbeit.

Bist du ein Profi, oder bist du ein Amateur?

Profi oder Amateur? (1)

Bist du ein Profi, oder bist du ein Amateur?

Ein Profi entscheidet – auch auf die Gefahr hin, dass er sich irrt. Weil er weiß, dass jede Entscheidung besser ist als keine Entscheidung.

Ein Amateur zögert und zaudert und wartet auf irgendeine Eingebung oder auf bessere Zeiten oder dass jemand anderer für ihn entscheidet.

Entscheidung

Viele deiner Probleme lassen sich dadurch lösen, dass du endlich eine Entscheidung triffst.

Welche Entscheidung, ist völlig zweitrangig. Jede Entscheidung ist besser als das Zögern und das Grübeln fortzusetzen.

Gönn dir das Gefühl der Befreiung, das dir eine Entscheidung schenkt. Nur Mut! Du kannst deine Entscheidung bei Bedarf jederzeit korrigieren, aber entscheide dich endlich!

Warum nicht gleich, jetzt, sofort?

Die Verantwortung eines Hits

Joe Elliott, der Sänger von Def Leppard, sagt: Wenn du die Verantwortung nicht aushältst, die ein Hit mit sich bringt, dann schreib keinen!

Soll heißen: Wenn du nicht damit klar kommst, dass die Menschen deinen Hit immer und immer wieder hören werden wollen (auch 30 oder 40 Jahre später), wenn du nicht damit klar kommst, dass du deinen Hit immer und immer wieder spielen wirst müssen (auch zum tausendsten Mal), wenn du nicht damit klar kommst, dass du immer wieder an deinem Hit gemessen werden wirst (auch wenn dir deine neuen Songs viel besser gefallen)…

… dann überleg dir gut, ob du überhaupt einen Hit schreiben willst. Denn: Ein Hit ist nicht nur ein Privileg, er ist auch eine Verpflichtung den Menschen gegenüber, die deinen Song zum Hit gemacht haben.

Feig

Das Angebot, das du auf deiner Website präsentierst…

Die Art und Weise, wie du beschreibst, was du tust…

Die Kompromisse im Design, die du eingehst…

Warum ist das alles so, wie es ist? Ist es deswegen, weil du auf diese Art und Weise deinen Kund*innen am besten helfen kannst? Weil sie auf diese Art am besten verstehen, worum es dir geht und was deine Angebote für sie leisten können?

Oder ist es doch eher so, dass du versuchst, möglichst vielen zu gefallen, möglichst niemanden zu verstören – und du im Grunde zu feige bis auf den Punkt zu bringen, wofür du stehen würdest, wenn du keine Angst hättest.

Keine Angst

Heute sagte ein Gründer zu mir, als wir die finanzielle Seite seiner Geschäftsidee diskutierten: „Es ist überhaupt keine Angst dabei!“

Kann man sich mehr wünschen?

Transferkompetenz

Fachwissen bedeutet, dass sich jemand Wissen über ein bestimmtes Gebiet angeeignet hat und dieses Wissen (im besten Fall) so weit verinnerlicht hat, dass er/sie es in einfachen Worten an einen Dritten weitergeben könnte.

Fachwissen garantiert aber noch nicht, dass dieser Jemand sein Wissen auf einen neuartigen Kontext umgelegen kann. Der Transfer von Wissen von einem Fachgebiet auf ein anderes ist eine ganz eigene, sehr anspruchsvolle Kompetenz.

Gemeinhin wird angenommen, dass jemand, der Faktenwissen hat, auch Transferkompetenz hat. Meine Erfahrung: Mitnichten ist das der Fall.

Dabei wäre Transferkompetenz die viel nützlichere Fähigkeit. Fachwissen, das sich jemand anderer angeeignet und aufbereitet hat, auf die eigene Situation umzulegen und die richtigen Schlüsse ziehen zu können…

Was könnte in der Wissensökonomie des 21. Jahrhunderts wichtiger sein?

Gibt es einen Bericht?

Wo steht das in der Richtlinie?

Kommt das zum Test?

Was sagt der Abteilungsleiter dazu?

Alles keine nützlichen Fragen für Lifestyle Businesses. Aber wenn wir es mit Bürokratien zu tun haben, dann kommt es genau auf diese Fragen an.

Qualitätsvolle Arbeit bedeutet, die tatsächlichen Bedürfnisse eines Kunden zu erfüllen – und nicht das, was wir selbst für wichtig halten.

Kaiser

Jedes Unternehmen hat ein Problem, das es einfach nicht gelöst bekommt.

Wenn du daher kommst und dieses Problem lösen kannst, dann bist du der Kaiser.

Alles schon da

Du kannst davon ausgehen, dass alles, was du für den nächsten Schritt brauchst, schon jetzt in Überfluss vorhanden ist.

Vielleicht noch nicht für den übernächsten, aber für den nächsten Schritt ist jetzt schon alles da.

Worauf wartest du noch?

Werte sind Entscheidungen

Für welchen Wert entscheidest du dich, wenn du nicht mehr komplett freie Wahl hast?

Für welchen Wert entscheidest du dich unter Druck?

Für welchen Wert entscheidest du dich in der Versuchung?

Für welchen Wert entscheidest du dich im Mangel?

Für welchen Wert entscheidest du dich, wenn keiner hinschaut?

Welchem Gott

Wir alle dienen einem Gott. Welchem Gott dienst du?

Dem Gott des Geldes?

Dem Gott des Prestige?

Dem Gott des Lobes?

Dem Gott der Bequemlichkeit?

Leistung

Wir in der Leistungsgesellschaft glauben, dass wir uns sogar unsere Schicksalsschläge verdient haben müssen.

Wir-Gefühl

Ein Gründer, geläutert von jahrzehntelanger Arbeit in einem dysfunktionalen Unternehmen, hat die Misere vieler Betriebe heute auf den Punkt gebracht:

Am Anfang gibt’s ein Wir-Gefühl – wenn’s um’s Geld geht, dann nicht mehr.

Sobald Geld ins Spiel kommt, ändern sich die Spielregeln. Caveat emptor.

Großzügig Fehler zulassen

Ich kann Gründer*innen nicht vor ihren Fehlern bewahren, wenn sie nicht verstehen (wollen oder können), was ich sage bzw. was ich von ihnen will.

Ich kann aber der großzügige Lehrer sein, der auch schmerzhafte Fehler gütig zulässt.

Durchhalten

Bob Lefsetz sagt: „It takes longer than ever to make it. If you are not in it for the long haul, don’t even start.“

Er meint damit Künstler*innen, besonders Musiker*innen. Aber wir Lifestyle Entrepreneure dürfen uns durchaus mitgemeint fühlen.

Wie immer

Kleine Kinder folgen der Regel: Wenn etwas nicht ist wie immer, dann ist es falsch.

Leider tun das auch noch viele Erwachsene.

Können und tun

„Ich kann’s nicht, ich mach‘s halt“ ist kein schlechtes Motto.

Es ist oft der einzige Weg, um überhaupt etwas Neues in die Welt zu bringen.

Überforderung

Es passiert ganz leicht, dass wir Berater unsere Kund*innen mit unserem Input überfordern.

Nicht alles, was gesagt werden könnte, muss auch gesagt werden.

Nicht alles, was gesagt werden kann, muss sofort gesagt werden.

Timing matters.