Worum geht’s hier?

Dieser Blog ist mein persönliches Lerntagebuch.

Ich nehme mir hier jeden Tag etwas Zeit nachzudenken und festzuhalten, was ich heute gelernt habe bei meiner Arbeit als Gründungsberater, BWL-Trainer, Fachhochschul-Lektor und Lifestyle Entrepreneur.

Dieses Lerntagebuch ist ein ganz persönliches Projekt von mir, das keine kommerziellen Interessen hat und sich auch an kein bestimmtes Publikum richtet. Deswegen gibt es hier auch keine Kommentarfunktion.

Ich freue mich aber über Kontakte, Rückmeldungen oder ein kurzes Hallo bei LinkedIn.

Günter

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Erfolgsfall

Wir gehen davon aus, dass es eine Zeit dauern wird, bis wir mit unserem Business Erfolg haben. Und das ist grundsätzlich auch eine vernünftige Annahme, weil meistens dauert es tatsächlich seine Zeit.

Aber: Wir sollten auch darauf vorbereitet sein, dass wir vom Start weg Erfolg haben. Für die kleine, aber nicht ausgeschlossene Chance, dass wir viral gehen. Zumindest ein bisschen vorbereitet.

Wenn dich heute wer fragen würde: „Und, was kann ich bei dir kaufen?“ – Hättest du eine ganz konkrete Antwort?

Selbststudium

Der Großteil der Menschen will nicht alleine im stillen Kämmerlein lernen – selbst wenn das ganze Wissen frei verfügbar wäre.

Der Großteil will ein bisschen an die Hand genommen werden, damit er die Sicherheit hat, dass er das, was er macht, auch richtig macht. 

Stärken und Schwächen

Es gibt drei Stufen von unternehmerischen Kompetenzen:

Schwächen: Jene vernachlässigten Bereiche deines Unternehmens, die potenziell dafür sorgen können, dass dein Unternehmen untergeht. Die kritischen Erfolgsfaktoren des Unternehmertums, die du einfach nicht gut genug drauf hast, um auf deinem Markt Erfolg zu haben.

Gut genug: Jene (vielen) Bereiche deines Unternehmens, die nicht perfekt laufen, aber immerhin so gut, dass sie dich und deinen Erfolg nicht behindern.

Stärken: Jene (wenigen) Bereiche, in denen du wirklich besser (und zwar viel besser) bist als andere Anbieter am Markt. Das, was dich besonders macht. Das, warum deine Kund*innen wirklich bei dir kaufen.

Schwere Übung

Empfohlen von Derek Sivers:

1. Versuche das Gegenteil dessen zu finden, was du für gut und richtig hältst.

2. Denk wirklich darüber nach. Könnte das stimmen? Was davon stimmt – und warum?

Beispiel: Lifestyle Entrepreneure sind keine richtigen Unternehmer.

Mach das 20 Minuten lang. Und dann schau, was dabei raus kommt.

Der Zauber von Konzepten

Gute Konzepte – zur richtigen Zeit am richtigen Ort – erklären uns die Welt.

Sie bringen Licht in Situationen, wo Dunkel herrschte. Sie verändern den Blickwinkel in Richtung Klarsicht. Sie lösen Aha-Erlebnisse aus und wirken verlässlich gegen Verwirrung.

Gute Konzepte wirken Wunder.

Das ist die Zauberkraft von guten Konzepten.

Abstieg

Mein Lieblings-Fußballverein, Admira Wacker, muss in die 2. Liga absteigen. Der Trainer, Andreas Herzog, fand nach dem entscheidenden letzten Spiel folgende selbstkritische Worte:

Wir waren in der ersten Halbzeit einfach nicht präsent genug und das ist eigentlich das Traurige an der ganzen Geschichte. Wenn du in so einem wichtigen Spiel nach 30 Minuten im Endeffekt keine entscheidenden Zweikämpfe gewonnen hast, da kannst vorher und nachher immer reden, dich hinstellen und auf schlau tun. Aber am Platz werden die richtigen Entscheidungen getroffen oder eben die falschen und die haben wir in den letzten fünf Wochen zu viel gemacht. Jetzt sind wir dafür bestraft worden.“

Die Wahrheit liegt auf dem Platz, heißt eine alte Fußball-Weisheit.

Und das trifft auch für uns Lifestyle Entrepreneure zu: Wir können reden, was wir wollen. Entscheidend ist, was wir (nicht) entscheiden und was wir (nicht) tun.

Fade Gesichter

Mick Jagger und seine Kollegen von den Rolling Stones sind Millionäre. Und trotzdem verlangen sie horrende Preise für ihre Konzerttickets.

Da lässt sich mit einigem Recht die Frage stellen: Menschen, die so reich sind, die mit ihren Fans so viel verdient haben… Sollten die nicht inzwischen gratis spielen? Haben die nicht längst genug?

Ja, das haben sie wahrscheinlich. Aber: Mick Jagger will beim Konzert nicht in lauter fade Gesichter schauen. Deswegen spielt er nicht gratis. Er will, dass nur echte Fans kommen.

Der Enthusiasmus würde einfach fehlen, wenn die Tickets gratis wären. Was nichts kostet, ist nichts wert.

Wenn die Tickets teuer sind, ist die Stimmung einfach besser. 

Wir dürfen nicht, was wir sollen

Wir leben in einer paradoxen Welt.

Wir sollen konsumieren, denn darauf beruht unser Wirtschaftssystem. Das sichert Arbeitsplätze. 

Wir dürfen aber nicht (mehr) so viel konsumieren, denn das ruiniert das Klima und das ist nicht nachhaltig. 

Marianne Gronemeyer sagt, das ist ein Kennzeichen von Absurdistan – der Welt des unbegrenzten Wachstums. 

Gehalt des Papas

Unlängst habe ich meine Studierenden gefragt, wer von ihnen weiß, wie viel ihr Papa verdient.

Die Hälfte der Studierenden hat nicht aufgezeigt.

Über Geld spricht man (in Österreich) nicht. Nicht mal innerhalb der Familie.

Ko-Abhängigkeit

Es gibt Menschen, die involvieren dich in ihre Probleme allein schon durch ihr Verhalten. Du hast gar nicht die Wahl, dich rauszuhalten, du wirst durch das, was sie tun automatisch reingezogen. 

Das ist eine schwierige und meist sehr belastende Situation.

Zu wissen, dass man ko-abhängig ist, ist allerdings schon der erste Schritt zur Lösung. 

Wirklich helfen

Viele Lifestyle Entrepreneure sind von dem Wunsch beseelt, anderen Menschen mit ihrem Lifestyle Business wirklich zu helfen. Davon, einen echten Unterschied zu machen im Leben anderer und ein Stückchen dazu beizutragen, dass die Welt insgesamt besser wird.

Dabei haben wir meist eine sehr klare Vorstellung davon, welche Probleme wir zu lösen imstande sind und um welche Probleme wir uns kümmern wollen.

Manchmal kommen wir allerdings drauf, dass die Probleme der Menschen, denen wir helfen wollen, sich deutlich von den Problemen unterscheiden, die wir glauben, dass sie haben. Deren Probleme sind gar nicht unsere Probleme!

Dann stehen wir einer schwierigen Entscheidung: Bleiben wir bei unserem Problemlösungsangebot und warten wir darauf, dass die Menschen mit den richtigen Problemen zu uns kommen? Oder tun wir, was für eine wirkliche Hilfe notwendig ist und lösen die tatsächlichen Probleme unserer Kund*innen – auch wenn wir dafür aus unserer Komfortzone raus müssen?

Wirklich zu helfen bedeutet, dass wir dort anpacken, wo unsere Hilfe gerade gebraucht wird – und nicht dort, wo es uns am besten passen würde.

Interessant genug?

Ist deine Idee interessant genug, dass andere Menschen angeregt mit dir darüber reden?

Oder ist deine Idee sogar so interessant, dass andere Menschen dafür Geld ausgeben?

Blöde Idee

Wenn du eine gute Idee hast, und dann kommt jemand anderer und sagt: „Das ist eine blöde Idee!“ – Wie reagierst du?

Sagst du: „Okay, dann lassen wir’s“, und lässt dir den Nipf nehmen?

Oder sagst du: „Ich will es aber trotzdem probieren, weil es mir wichtig ist.“

Wichtig machen

Wenn wir sagen, „etwas ist wichtig“, dann stimmt das meistens nicht ganz.

Was wir wirklich meinen, ist „Ich mache mir etwas wichtig.“

Nichts ist per se wichtig, und alles, was einmal wichtig war, kann wieder unwichtig gemacht werden.

Dein Markt

Damit dein Marketing greifen kann und Effekte erzielt, musst du deinen Markt definiert haben.

Viele definieren ihren Markt entweder gar nicht, und wenn dann zu unpräzise und vor allem zu groß.

Wir müssen unseren Markt so eng fassen, dass wir die Chance haben, ihn mit unseren Marketing-Signalen innerhalb kürzester Zeit nicht nur zu erreichen, sondern zu durchdringen.

Erst wenn wir das geschafft haben, können wir daran denken, unseren Markt Schritt für Schritt zu erweitern.

[Danke Philipp Maderthaner für den Hinweis.]

Zum Abgewöhnen

Wer niemanden in seinem familiären Umfeld hat, der selbständig ist, für den ist der Weg in die Selbständigkeit oft keine naheliegende Option. Klar, wenn man keine entsprechenden Vorbilder hat.

Aber es kann auch anders herum sein. Kinder von Eltern, die selbständig waren, steigen mitunter ins Berufsleben ein und sagen: Nie im Leben will ich selbständig sein. Diese Sorgen, dieser Stress, die wenige Zeit… das tue ich mir sicher nicht an.

Das nur als Hinweis, wenn du ein First Generation Entrepreneur bist und glaubst, dass du dadurch einen Startnachteil hättest.

Viel hilft viel?

Ein neues Bildungs-Angebot der Wirtschaftskammer Österreich für Gründer*innen rühmt sich damit, dass es Zugang zu über 16.000 Kursen ermöglicht.

Grundsätzlich ist jedes Angebot willkommen, das Gründer*innen unterstützen soll.

Aber 16.000 Kurse? Im Ernst?

So viel Angebot ist in Wirklichkeit gar kein Angebot. Das Problem für Gründer*innen ist ja nicht, an Wissen und Information zu kommen. Das Problem ist, Orientierung zu finden in der Informationsflut. Zu wissen, was relevant ist und was nicht. Zu unterscheiden, was für den Start essenziell ist und was nur Ablenkung.

Es käme also nicht auf den Umfang an, sondern auf die Auswahl. Dafür bräuchten Gründer*innen Unterstützung – nicht für noch mehr ungefilterte Information.

Entlastungsgespräch

Eine Kollegin in der Gründungsberatung meinte unlängst, unsere Beratungsgespräche seien auch „Entlastungsgespräche“.

Unsere Gründer*innen haben häufig niemanden, mit dem sie über den “life-changing process” des Selbständigmachens sprechen könnten.

Wir Gründungsberater*innen sind daher nicht nur Unternehmensberater, sondern auch Wegbegleiter.

Der Mann an ihrer Seite

Fußballspieler Georg Teigl sagt über seine Frau, die ein eigenes Business hat:

„Sie ist ein ‚Doer‘ und ich bin eher ein ‚Thinker‘. Sie ist eine riesige Bereicherung für mein Leben und sie berührt die Leute mit dem, was sie tut. Momentan ist es auch sehr spannend, mehr dabei zu sein und involviert zu sein mit den Angestellten. Ich bin der Co-trainer und sie ist der Trainer. Sie hat ihr eigenes Geld verdient. Ich bin unglaublich stolz, sie an meiner Seite zu haben.

Georg Teigl

Die Unterstützung des Ehepartners ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein funktionierendes Unternehmen.

Georg Teigl ist ein Musterbeispiel dafür.

Niemand zum Reden

Ein Problem, das viele Gründer*innen haben: Sie haben in ihrem Umfeld niemanden, mit dem sie über ihr Business reden können.

Sie haben niemanden, mit dem sie über ihre Sorgen sprechen könnten, weil es in ihrem Familien- und Freundeskreis keine anderen Selbständigen gibt, die diese Sorgen auch nachvollziehen können.

Aber: Sie haben auch niemanden, mit dem sie ihre Erfolge teilen könnten. Sie freuen sich vielleicht gerade riesig, dass sie einen wichtigen Kunden gewonnen oder einen großen Auftrag gelandet haben. Aber aus Angst vor Neid erzählen sie lieber niemandem davon.

Selbständig zu sein bedeutet häufig auch, viel allein zu sein.

Schweigen im Walde

Es ist mitunter schon frustrierend, wenn man tut und tut und tut – und es kommt einfach nichts zurück.

Aber: Die Leute haben einfach den Kopf voll.

Es ist deine Aufgabe, das Heft in der Hand zu haben und immer wieder Akzente zu setzen.

Wichtig oder interessant?

Wir müssen unterscheiden können, ob etwas wichtig ist oder ob es interessant ist.

Diese Unterscheidung ist besonders wichtig für Menschen mit einem starken Growth Mindset, z.B. Sensitive Strivers.

Wir glauben nämlich oft, dass alles, was wir interessant finden, auch wichtig ist. Aber das ist ein Aberglaube. Das Wenigste (im Leben, im Business) ist tatsächlich wichtig.

Das Interessante übt aber eine große Faszination auf uns aus. Und gleichzeitig ist es gut möglich, dass wir das wirklich Wichtige gar nicht soooo interessant finden.

Mut zum Risiko

Echte Differenzierung braucht Mut.

Viele Content Marketer nehmen zu wenig Risiko. Sie trauen sich nicht, eine kontroverse Position einzunehmen. Sie trauen sich nicht, Stellung zu beziehen. Sie trauen sich nicht, auch mal jemanden zu provozieren.

Viele Content Marketer hätten die Chance, durch Differenzierung einen echten Unterschied zu machen – und ziehen den Schwanz ein, wenn sich die Möglichkeit dafür bietet.

In memoriam Ivica Osim

Über Ivica Osim, den legendären Trainer des SK Sturm, wird folgende Legende erzählt:

Als 1969 der FC Santos mit Pele in Sarajevo gastierte, um gegen eine dortige Stadtauswahl zu spielen, war Osim verletzt. Als Pele davon Wind bekam, soll er gesagt haben: „Wenn Osim nicht spielt, spiele auch ich nicht.“ Osim wurde fit gespritzt und bekam nach dem 1:1 Peles Trikot. Nicht er, sondern Brasiliens Fußballkönig soll Osim nach dem Tausch gefragt haben.

Quelle: orf.at

Sei auf deine eigene Art besonders. Sei ein echter Profi und ein guter Mensch. Dann werden sogar die Superstars nach dir fragen. 

Das ist Pull-Marketing mit Herz. 

Manpower

Ein Gedanke zum „Tag der Arbeit“:

Wo kriegen wir die Manpower her, um all die Probleme zu lösen auf dieser Welt?

Beispiel Energiewende und Solaranlagen: All die privaten Haushalte, die mit Solaranlagen ausgestattet werden könnten und das auch wollen… Wo sollen so kurzfristig die vielen Facharbeiter*innen herkommen, die diese Anlagen konstruieren und installieren?

Geld wäre genug da, aber Geld allein wird dieses Problem nicht lösen.

Wer beherrscht hier wen?

Wenn du an einem großen Projekt arbeitest, in das du viel Zeit und Energie investiert hast, dann kann es passieren, dass dieses Projekt ein Eigenleben entwickelt.

Projekte haben nämlich die Tendenz zu wachsen. Sie dehnen sich aus, und irgendwann wachsen sie dir über den Kopf. Es scheint, als ob Projekte einen eigenen Willen hätten – den Willen, immer weiter zu wachsen und niemals abgeschlossen zu werden.

Wenn du dich mit so einem Projekt konfrontiert siehst, dann stell dir die Frage: Dient das Projekt noch dir, oder dienst mittlerweile du dem Projekt?

Und wenn du Letzteres nicht ausschließen kannst, dann wird es höchste Zeit, dem Projekt ein paar seiner grässlichen Köpfe abzuschlagen und ihm wieder zu zeigen, wer hier das Sagen hat.

Missverständnisse

Es gibt Beratungsgespräche, die sind eine einzige Aneinanderreihung von Missverständnissen zwischen Berater und Kunden.

Als Berater fällt dir das meistens nicht auf. Klar, sonst würdest du ja versuchen, die Missverständnisse auszuräumen.

Aber als neutraler Zuhörer ist das echt schwer zu ertragen.