📌 Worum geht’s hier?

Dieser Blog ist mein persönliches Lerntagebuch.

Ich nehme mir hier jeden Tag etwas Zeit nachzudenken und festzuhalten, was ich heute gelernt habe bei meiner Arbeit als Gründungsberater, Wirtschaftspädagoge, Fachhochschul-Lektor und Lifestyle Entrepreneur.

Außerdem findest du über 200 Buch-, Vortrags- und Podcast-Notizen in meiner Bibliothek.

Viel Freude und Inspiration beim Stöbern!

Günter

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5000 Folder

Unlängst hat mir eine Gründerin folgende Geschichte erzählt:

Ein Kollege hat ihr dringend geraten, nicht zu billig zu starten und von Anfang an einen angemessenen Preis für ihre Leistung zu verlangen.

Er selbst sei nämlich viel zu billig. Seinen Preis könne er aber leider nicht erhöhen, weil er vor Jahren 5000 Folder hat drucken lassen und in denen sein billiger Preis steht. Die muss er erst verbrauchen, bevor er einen neuen Folder mit neuen Preisen drucken lassen kann.

Ein besseres Beispiel für den Sunk-Cost-Effekt wird man kaum finden.

Zuschauer mit Popcorn

Die Zuschauer deines Lebens sitzen da oben auf der Tribüne, mit ihrem Popcorn, und schauen dir zu, wie du in der Arena stehst, kämpfst und dabei Fehler machst.

Und natürlich machst du mehr Fehler als die Zuschauer da oben. Sie haben ordentlich was zu lachen.

Deshalb brauchst du viel Mitgefühl mit dir selbst.

[Danke Veit Lindau für diesen Gedanken.]

Unerwartet

Es kann immer was dazwischen kommen.

Es ist wahrscheinlich gar keine schlechte Heuristik, davon auszugehen, dass etwas dazwischen kommen wird

Rolling Stones

Unlängst waren die Rolling Stones im Happel-Stadion in Wien zu Gast. Keith Richards wird heuer 79 Jahre alt, Mick Jagger ebenfalls. Der Jüngste, Ronnie Wood, ist 75 geworden.

Da kommt schon mal die Frage auf, warum sich die Herren nicht schon längst zur Ruhe gesetzt haben und sich das Touren immer noch antun.

Keith Richards gab darauf beim Konzert eine Antwort: „That’s what we do.“

Damit ist alles gesagt.

In der Schnellbahn sitzen bleiben

Ein Gedanke, den mein Freund Martin bei Oliver Burkeman aufgeschnappt hat:

Wenn du wirklich herausragenden Erfolg haben willst, musst du „im Bus sitzen bleiben“. Oder, auf das Wiener Schnellbahnnetz übertragen:

Die meisten Menschen sind auf der „Stammstrecke“ zwischen Meidling und Floridsdorf unterwegs. Wenn die Schnellbahn in Floridsdorf abfährt, sind die meisten Menschen bereits ausgestiegen.

Die wirklichen Durchbrüche entstehen aber, bildlich gesprochen, nicht zwischen Meidling und Floridsdorf, sondern zwischen, sagen wir, Niederkreuzstetten und Mistelbach – nämlich dort, wo fast niemand mehr in der Schnellbahn sitzt, weil es zu weit, zu langweilig oder zu mühsam wäre, bis dahin durchzuhalten.

Daher: Leg dich fest, wohin dich die Reise führen soll. Und dann bleib gefälligst sitzen, bis du dort bist.

Selbstverständlichkeiten

Wenn man Gründer*innen fragt, was sie denn besonders macht (Stichwort: USP), dann antworten sie häufig mit Selbstverständlichkeiten.

„Ich bin kundenorientiert“, „Ich bin verlässlich und reagiere prompt“ oder „Ich biete einen super Service“ ist im 21. Jahrhundert nichts Besonderes. Damit lassen sich Kund*innen nicht mehr beeindrucken. Das Service-Level ist in vielen Bereichen so hoch geworden, dass man damit nicht punkten kann, sondern im Gegenteil verliert, wenn man dieses Level nicht halten kann.

Dabei ist es schon eine wirklich gute Leistung, konstant und verlässlich diese Selbstverständlichkeiten zu erfüllen. Das ist wahrlich keine Kleinigkeit.

Und wer es dann noch schafft, mit einzelnen gezielten (!) Akzenten noch zusätzlich einen Wow-Effekt zu erzeugen, der ist der Kaiser.

Wo ist der Call to Action?

Unlängst spiele die junge britische Band The Lathums im Vorprogramm von The Killers in der Wiener Stadthalle.

Vorgruppen sind nicht immer das Gelbe vom Ei, aber The Lathums waren wirklich erfrischend und hatten das Publikum rasch auf ihrer Seite. Sie haben es geschafft, die Konzertbesucher eine Dreiviertelstunde lang gut zu unterhalten und wurden mit viel Applaus verabschiedet.

Ein paar tausend Menschen haben ihnen also ihre Aufmerksamkeit geschenkt. Aber wie haben sie diese Aufmerksamkeit genutzt? Schlecht, sage ich als Unternehmensberater. Am Ende der Show, als das Publikum dafür absolut bereit gewesen wäre, kam kein Call to Action. Kein „Bitte liked uns auf Instagram“ oder „Bitte kauft unser neues Album“ oder „Bitte erzählt euren Freunden von dem Konzert“ oder was auch immer. Es kam einfach… nichts.

Ja, sicher werden einige Besucher auch von selbst aktiv werden. Ich habe einige Songs der Band auf meine aktuelle Playlist geladen. Aber es wäre viel mehr möglich gewesen.

Insgesamt eine riesige vergebene Chance.

Unsere erste Aufgabe

Unsere erste und wichtigste Aufgabe als Unternehmer*innen ist es, uns um unsere Kund*innen zu kümmern.

Hinzuhören, was sich unsere Kund*innen wünschen. Und natürlich dafür zu sorgen, dass wir immer wieder neue Kund*innen gewinnen. Und das nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern mithilfe eines systematischen, durchdachten und für unser Unternehmen passenden Prozesses.

Bei vielen Solopreneuren gerät diese Aufgabe jedoch unter die Räder. Solange sie mit Aufträgen ausgelastet sind, sehen sie nicht die Notwendigkeit, sich regelmäßig (sprich: täglich!) um Kundengewinnung zu kümmern. Doch dann, wenn die Aufträge nachlassen und sie plötzlich nichts zu tun haben, sollen plötzlich „aus dem Stand“ neue Kund*innen daher kommen.

So funktioniert das natürlich nicht. Kundengewinnung ist eine regelmäßige strategische Aufgabe. Das Akquise-Werkl nur dann anzuwerfen, wenn die Kund*innen fehlen, ist nicht nur unglaublich anstrengend, sondern funktioniert auch nur mittelmäßig.

Es wäre viel besser, jeden Tag eine halbe Stunde dem Marketing, der Werbung und anderen Aufgaben der Kundengewinnung zu widmen. Jeden Tag eine halbe Stunde macht 2,5 Stunden in der Woche und 10 Stunden im Monat. Nicht die Welt, aber auch nicht nichts. Und wahrscheinlich 10 Stunden mehr als die meisten Solopreneure dafür investieren.

Und wenn wir schon dabei sind: Diese halbe Stunde am Tag findet natürlich nicht am Ende eines langen kräftezehrenden Arbeitstages statt. Nein, diese halbe Stunde ist die erste (weil wichtigste) Aufgabe des Tages. Deshalb wird sie auch gleich am Morgen erledigt, wenn das Energielevel bei 100 % liegt.

Unsere Kund*innen stehen an erster Stelle – und zwar nicht nur die bestehenden, sondern auch die zukünftigen.

Übervorsichtig

Ein Kollege berichtete unlängst von einer seiner Kundinnen, einer eher nervösen Person. „Sie möchte alles richtig machen – und genau deswegen macht sie alles falsch.“

Das ist das Paradox und das Schicksal der Übervorsichtigen auf den Punkt gebracht.

Drei Viertel

Ich habe die Evaluierungsergebnisse meiner Lehrveranstaltung an der FH St. Pölten bekommen. Die Studierenden haben mich und meinen Unterricht sehr positiv bewertet, und das freut mich wirklich sehr.

Bei genauerem Hinschauen muss man jedoch auch sagen, dass nur ein Viertel der Studierenden an der Evaluierung teilgenommen hat. Drei Viertel haben sich – aus welchem Grund auch immer – entschlossen, ihre Meinung nicht kundzutun.

Das muss nicht unbedingt etwas bedeuten. Die Ergebnisse können trotzdem repräsentativ sein. Oft schweigen gerade jene, die eh zufrieden sind, weil ja eh alles in Ordnung ist. Wer unzufrieden ist, meldet sich meist eh.

Und trotzdem will ich anerkennen, dass dieses Ergebnis von einer Minderheit der Studierenden hergestellt wurde.

Freuen tut es mich, wie gesagt, trotzdem riesig.

Edupreneurship Education in der Schule

In Österreich soll das Thema „Entrepreneurship Education“ in Zukunft als fächerübergreifende Kompetenz im Lehrplan verankert sein, und zwar bereits in Volksschule, Mittelschule und AHS-Unterstufe (Bericht).

Diese Initiative ist natürlich löblich.

Aber ich frage mich: Wie sollen Lehrer*innen Entrepreneurship Education glaubwürdig und begeisternd unterrichten?

Mein Eindruck ist nämlich, dass die meisten Lehrer*innen ihren Beruf deswegen gewählt haben, weil sie eher nicht der unternehmerische Typ sind. Sie mögen es gerne geordnet, vorhersehbar, berechenbar und regelgeleitet. 

Daran ist nichts Schlechtes, aber es ist das Gegenteil von Entrepreneurship. Daher ist wohl zu erwarten, dass viele Lehrer*innen mit der Aufgabe, Entrepreneurship Education zu unterrichten,  überfordert sein werden – zumal fächerübergreifend. 

Da wird nicht viel Unternehmergeist bei den Schüler*innen ankommen.

In echt

Als ich ein Kind war und wenn nicht wusste, ob etwas ernst gemeint ist oder nicht, habe ich gefragt: „In echt?“

Dabei ist es heute noch schwieriger als damals, das Ehrliche, Echte von der Täuschung zu unterscheiden. 

Deshalb sollten wir uns als Unternehmer bemühen, alles, was wir tun, „in echt“ zu tun: Echte Produkte, die unseren Kunden wirklich helfen. Eine echte Sprache, die erklärt und nicht vernebelt. Echte Beziehungen auf Augenhöhe und mit Respekt. 

In so einer Welt möchte ich leben. In echt. 

Luxus sichtbar machen

Gelesen im Freilichtmuseum Sumerauerhof, einem prächtigen Vierkanthof in Oberösterreich:

„Wohlstand wurde mit Luxus sichtbar gemacht, schließlich wollte und will man zeigen, was man hat.“

Das wird wohl bis heute stimmen. Was sch aber ändert, ist das, was wir als „Luxus“ empfinden und womit wir unsere Nachbarn beeindrucken wollen. 

Schlecht behandelt

Heute habe ich zweimal nicht gekauft, weil ich schlecht behandelt wurde. 

Beim einen Mal, in einer Bäckerei, hat die Verkäuferin mit meinen Kindern gemeckert. Beim anderen Mal, in einer Pizzeria, war das Team so damit beschäftigt, miteinander zu streiten, dass sie mich vollkommen ignoriert haben. 

Mit zunehmenden Alter wird mir immer wichtiger, dass nicht nur die Produkte gut sind, sondern wie Unternehmen mit ihren Kunden umgehen. 

Ich mag Unternehmen, die ehrlich sind und ihre Versprechen halten. Und ich mag Unternehmen, die mich als Mensch sehen und nicht nur als Umsatzbringer. 

Gitarre

Ich habe mir eine akustische Gitarre gekauft.

Ich möchte Gitarre spielen lernen. Das habe ich mir fest vorgenommen. Ich meine es ernst.

Sprich mich gerne darauf an.

Neugierig

Wenn du etwas Neues, etwas Ungewöhnliches in der Öffentlichkeit machst…

Manche belächeln es und nehmen es nicht ernst. Manche interessieren sich dafür und wollen mehr wissen. Manche reagieren skeptisch und schütteln den Kopf, weil sie nur die Probleme sehen.

Aber neugierig sind sie alle. Einen Moment lang sind alle Augen auf dich gerichtet.

Sommerloch (2)

Der Grund, warum das Sommerloch so schwer zu ertragen ist, ist meistens gar nicht der fehlende Umsatz.

Es ist das Gefühl, nicht gefragt zu sein. Nicht gebraucht zu werden. Sich nicht als wirkmächtig zu erleben.

Das muss man erst mal aushalten lernen.

Zahltag

Ein großes Problem unserer heutigen Zeit brachte ein Gründer mal folgendermaßen auf den Punkt:

Wenn alles so billig ist… irgendjemand zahlt drauf. Und wenn niemand zahlt, zahlt die nächste Generation.

Nicht so verbissen

Wenn du gerade sehr verbissen bist, wenn alles irgendwie verkrampft wirkt und dir die Leichtigkeit verloren gegangen ist, dann leg eine Pause ein.

Versuche, wieder mehr spielerisch an deine Arbeit heranzugehen.

Produktblätter

Ich finde es total hilfreich, von jedem seiner Angebote ein Produktblatt zu erstellen.

Eine Seite, auf der übersichtlich drauf steht, was in dem Angebot inkludiert ist (und was nicht), was der Kunde als Ergebnis erwarten kann und wie viel das kosten wird.

Produktblätter schaffen Struktur und Klarheit. Nicht für unsere Kunden, sondern in erster Linie für uns selbst.

Sommerloch (1)

In vielen Businesses ist im Sommer weniger los. Ein Sommerloch.

Weniger Kundenanfragen, weniger Aufträge, weniger Umsatz. Das beginnt im Juni und dauert bis September.

Für viele Gründer*innen im ersten Jahr ihrer Selbständigkeit ist dieses Sommerloch sehr verunsichernd. Sie fragen sich: Warum bleiben plötzlich die Aufträge aus? Liegt es an mir? Was habe ich falsch gemacht?

Und, vor allem auch: Werden jemals wieder Aufträge rein kommen? Wird dieses Sommerloch jemals wieder zu Ende gehen?

Im ersten Jahr tut’s noch weh, im zweiten Jahr nicht mehr so sehr. Man lernt, dass hektische Betriebsamkeit im Sommerloch nichts bringt. Dann lieber entspannen und sich selbst auch eine Sommerpause gönnen.

Der Herbst wird anstrengend genug.

Marktchancen

Im aktuellen EPU-Monitor 2021/22, den die KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer erstellt hat, wurden die Motive zum Selbständigmachen abgefragt:

82 Prozent nennen mehr Unabhängigkeit als Motiv, 78 Prozent wünschen sich mehr Selbstverwirklichung und 70 Prozent flexiblere Zeiteinteilung. Für rund die Hälfte war das Erkennen einer Marktchance entscheidend für den Schritt in die Selbständigkeit.

Letzteres finde ich besonders interessant. Das bedeutet nämlich auch, dass sich rund die Hälfte der Gründer*innen selbständig macht, ohne konkrete Chancen am Markt zu sehen.

Ich bin nicht sicher, ob das gut oder schlecht ist. Jedenfalls gibt es mir zu denken.

Vortragen

Ich liebe es, wenn ich meinen Studierenden etwas erklären kann, wenn ich vor einer Seminargruppe etwas vortragen kann.

Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen. Ich mag das theatralische Element, und ich mag die Aufmerksamkeit.

Aber ich darf mich trotzdem immer wieder fragen: Muss ich dieses Thema wirklich vortragen? Gibt es wirklich keine bessere didaktische Alternative?

Könnte ich das meine Lernenden nicht selbst erforschen lassen?

Klassenpersönlichkeit

Jede Seminargruppe, jeder Fachhochschul-Jahrgang, jede Schulklasse hat eine eigene „Persönlichkeit“.

Diese Klassenpersönlichkeit wird einerseits bestimmt durch die Persönlichkeiten der einzelnen Mitglieder der Gruppe, und andererseits dadurch, wie die Mitglieder miteinander umgehen und was sie gemeinsam erschaffen.

Dein didaktisches Design, das in dem einen Jahrgang so wunderbar funktioniert hat, kann im nächsten Jahrgang komplett auseinanderfallen – eben wegen der unterschiedlichen Persönlichkeiten der beiden Gruppen.

Das darfst du beachten, und das darfst du respektieren.

Pläne

Dein Plan wird niemals 1:1 so aufgehen wie gedacht.

Im besten Fall sind Pläne Sprungbretter für noch bessere Ideen.

Early Adopters

Man braucht Early Adopters nicht suchen. Sie suchen dich! Sie sind immer interessiert an Neuem, und wenn sie dich fragen „Was gibt’s Neues?“ und du hast was Neues – Bingo! Sie werden dir zuhören. 

Early Adopters braucht man auch nicht nachlaufen, weil sie sich nicht verstecken. Sie sind leicht zu finden – an Orten, wo es viel Neues zu entdecken gibt (z.B. auf Messen). 

Early Adopters wollen gefunden werden. Early Adopters finden dich!

Aufwendig wird es erst mit der nächsten Gruppe, der Majority. Die zu finden und zu überzeugen, das ist aufwendige Arbeit. 

Daher: Suche die Early Adopters, die gefunden werden möchten und von sich aus Interesse an etwas Neuem haben. Und dann leiste großartige Arbeit und sorge so dafür, dass die Early Adopters anderen von dir erzählen. 

So schaffst du dir Schritt für Schritt, einen Menschen nach dem anderen, Zugang zur Majority. 

[Danke Seth Godin für diesen Gedanken.]

Zeit für Auszeit

Ein sicheres Zeichen, dass du dringend eine Auszeit brauchst:

Du bekommst eine e-Mail von einem deiner größten Mentoren mit der Bitte um Hilfe. Doch anstatt, dass du dich freust, dass du auch mal was zurück geben kannst, denkst du dir nur: „Oh nein, noch mehr Arbeit. Wie soll ich denn das auch noch unterbringen?“

In dem Fall brauchst du dringend Abstand, weil sich deine Prioritäten komplett verschoben haben.

Es wird Zeit, dass du dich wieder mehr um die wirklich wichtigen Dinge im Leben kümmerst.

Nicht wahnsinnig viel gelernt

Der österreichische Unternehmer, Investor und Business Angel Hansi Hausmann (weltberühmt in Österreich) sagt über sein BWL-Studium:

„Der Titel war irgendwie wichtig, weißt eh, wennst aus Österreich kommst ist es halt wichtig, dass du das Wirtschaftsstudium gemacht hast. Ich persönlich habe nicht das Gefühl, dass ich dort so wahnsinnig viel gelernt habe. Ich habe einfach im ersten halben, dreiviertel Jahr [nach dem Studium im Job] sicher mehr gelernt als in den paar Jahren auf der Wirtschaftsuni – nämlich on the go, im Markt draußen, bei den Kunden. Man lernt vielleicht, ein bisschen diszipliniert zu lernen und zu denken im Studium. Da ist es relativ egal, was man studiert. […] Aber ein Studium insgesamt zu machen ist wahrscheinlich nicht schlecht. Ob der Inhalt jetzt so wahnsinnig wichtig war für das, was ich später gemacht habe… Da würde ich sagen, wahrscheinlich eher gar nicht. Das hätte ich alles so auch gelernt.

Hansi Hansmann in „Frühstück bei mir“, 26. Juni 2022

BWL studiert und nichts Nützliches gelernt. Beileibe kein Einzelfall, und doch bleibt die Frage:

Wie kann das sein?