Worum geht’s hier?

Dieser Blog ist mein persönliches Lerntagebuch.

Ich nehme mir hier jeden Tag etwas Zeit nachzudenken und festzuhalten, was ich heute gelernt habe bei meiner Arbeit als Gründungsberater, BWL-Trainer, Fachhochschul-Lektor und Lifestyle Entrepreneur.

Dieses Lerntagebuch ist ein ganz persönliches Projekt von mir, das keine kommerziellen Interessen hat und sich auch an kein bestimmtes Publikum richtet. Deswegen gibt es hier auch keine Kommentarfunktion. Vielleicht ist dennoch die eine oder andere Inspiration für dich dabei.

Viel Freude!


Nicht einmal geschenkt

Es ist längst nicht mehr so, dass die Leute da draußen dankbar alles nehmen, was sie gratis von dir bekommen könnten.

Der Engpassfaktor ist heute vielfach nicht Geld, sondern Zeit. Das stimmt insbesondere für Info-Produkte wie Blogs, Podcasts, Newsletter, Kurse, Webinare und so weiter.

Viele wollen deine kostenlosen Produkte nicht mal geschenkt. Nicht, weil die Qualität schlecht wäre, sondern weil die Leute keine Zeit haben, deine Angebote zu konsumieren.

Und weil du ihnen nicht klar genug machen konntest, was sie davon hätten, wenn sie sich die Zeit nähmen.

Dumpingpreise

Es hat noch nie ein Kunde jemals einen Preis gekauft.

Kunden kaufen immer eine Leistung und bewerten diese mit einem Preis.

Daher: Nicht die Kunden machen den Preis, sondern die Anbieter.

Wenn jemand den Markt kaputt macht, dann sind es die Anbieter, die ihre eigenen Kosten nicht kennen und nicht kalkulieren können.

Dankbare und undankbare Themen

Auch Amateur-Trainer*innen können z.B. Marketing-Themen so unterrichten, dass sie anschaulich sind. Das liegt daran, dass das Thema an sich spannend ist. Marketing ist ein dankbares Thema.

Aber es braucht echte Profi-Trainer*innen, um Themen wie Buchhaltung anschaulich und unterhaltsam zu vermitteln. Buchhaltung ist ein undankbares Thema.

Undankbares Thema + Profi-Trainer = dankbares Publikum

Rückdelegation

Manchmal erledigt wer seine Arbeit nicht. Oder nur schlecht. Oder viel zu spät.

Diese Fälle kommen dann gerne zu Menschen, die dafür bekannt sind, dass sie verlässliche und gute Problemlöser sind. Die den Ruf haben, Retter in der Not zu sein.

Wenn du so ein Retter-Typ bist, darfst du dir aber auch erlauben, das Problem an die Person zurückzudelegieren, die es verursacht hat. Du kannst und du musst dich nicht um alles kümmern. Und schon gar nicht musst du den Kopf hinhalten für Fehler, die du gar nicht begangen hast.

Nimm den Menschen nicht ihre Verantwortung weg.

Überraschungserfolg

Vor fünf Monaten habe ich für meine Studierenden ein Erklärvideo zum Thema „Cash Flow Rechnung“ aufgenommen. Pandemiebedingt war damals kein Präsenzunterricht möglich, also waren Erklärvideos das zweitbeste Mittel der Wahl für meine Studierenden.

Weil das Video sowieso schon aufgenommen war, dachte ich mir: Ist ja egal, stellst du es halt auf YouTube, vielleicht kann es ja auch sonst noch jemand brauchen.

Gestern wurde das Video zum tausendsten Mal aufgerufen. 1000 Views in fünf Monaten, das hätte ich mir nie gedacht. Ganz ohne Werbung, komplett ohne Promotion. Rein organisch.

Für mich wieder mal ein Beweis dafür, wie schlecht ich darin bin, den Erfolg oder Misserfolg meines Contents vorauszusagen. Meine besten Blog-Artikel verpuffen im Nichts, dafür werden vermeintlich unscheinbare Videos wie dieses zum Renner.

Als ob ich dafür noch einen Beweis gebraucht hätte.

Neid

Neid ist ein guter Indikator dafür, was uns wirklich wichtig ist im Leben. Unsere Werte sind entscheidend dafür, worauf wir neidisch sind.

Da, wo wir Neid verspüren, dort finden wir auch Sinn.

„No Bullshit“-Beratung

Die Idee: Ich berate dich offen und ehrlich, ohne versteckte Agenda. Ich sage, was ich mir denke, auch wenn es für dich vielleicht unbequem ist. Ich habe einzig dein Bestes im Blick und halte nicht zurück.

„No Bullshit“-Beratung ist nicht selbstverständlich, auch wenn sie es sein sollte.

Vater

Mein Vater wird heute 70 Jahre alt.

Unter all meinen Helden, denen ich mein Leben lang dankbar sein werde, sind meine Eltern wahrscheinlich die größten. Und mein Vater ist mir mit seiner Bescheidenheit, seiner Ruhe, seiner Großzügigkeit ein großes Vorbild. Er sich nie unterkriegen hat lassen, und dafür hat er meinen höchsten Respekt.

Vielen Dank für alles, Vati!

Positionierung

Die richtige Positionierung am Markt zu finden, ist für viele Gründer*innen eine große Herausforderung.

Dabei ist es ganz einfach.

Ein Gründer hat es unlängst so auf den Punkt gebracht:

„Positionierung heißt, dass ich endlich weiß, was ich will.“

Selbsternannte Experten

Selbsternannte „Experten“ sind oft diejenigen, die noch am meisten zu lernen haben. Die Meinung mit Wissen verwechseln. Die sich ihrer Wissenslücken gar nicht bewusst sind.

Also keine Angst davor, diese selbsternannten Experten zu beraten oder zu unterrichten.

Sie werden von dir mehr lernen, als sie dachten.

Blinde Flecken

Auch sehr gute Unternehmensberater*innen können sich nicht selbst zu ihrem Business beraten.

Weil sie ihre blinden Flecken nicht sehen. Sie sehen das wahre Problem gar nicht, deswegen können sie es auch nicht selbst lösen.

Jeder gute Berater braucht daher selbst gute Berater, um weiterhin gut zu bleiben.

Müde

Setz keine Termine am Ende des Tages an, in denen Aufgaben verteilt und Zuständigkeiten festgelegt werden.

Wenn du müde bist, lässt du dich zu leicht breitschlagen.

Wie viel BWL?

Und? Wie viel BWL, glaubst du, braucht denn dein Unternehmen?

10 Deka?
Drei Viertel?
Die Mindestsicherung?
Matura-Level?

Oder so viel wie möglich?

So viel wie nötig? Wie viel ist denn nötig?

Wie viel ist genug?

Wie viel ist zu wenig?

Erfolgsfaktoren

Es ist nie diese eine Sache, die ein Lifestyle Business erfolgreich macht.

Es ist immer ein Gesamtkonzept.

Ein Gesamtkunstwerk. 

Wenn’s uns angeht

Die Schwester meiner Oma hat mit zunehmendem Alter immer schlechter gehört. Im Stillen vertraute sie meiner Oma eines Tages an:

Ich höre nichts mehr von dem, was die alle reden.
Aber wenn es mich angeht, werden sie’s mir schon sagen.

Ich denke, das gilt auch für uns in der „always on“-Welt von Social Media, Livetickern und Breaking News. Wir brauchen nicht alles hören, was da draußen gesagt wird.

Und wenn es uns wirklich angeht, werden wir es auch auf anderem Weg erfahren.

Glück ist…

Eine Arbeit zu machen, die du für sinnvoll hältst.

Diese Arbeit aus einer ehrlich guten Absicht heraus machen.

Die Arbeit so gut zu machen, wie es dir eben gerade möglich ist.

Mit dieser Arbeit anderen Menschen zu helfen.

Für diese Arbeit einen gerechten Lohn zu bekommen.

Das ist Glück.

Qualität

Betriebswirtschaftlich gesprochen, ist Qualität nichts anderes als die optimale Befriedigung der Bedürfnisse der Kunden. Nicht mehr, und nicht weniger.

Nur: Die Kundenbedürfnisse sind halt sehr, sehr unterschiedlich.

Um Qualität liefern zu können, muss man deshalb zuerst die Bedürfnisse der Kunden wirklich gut kennen.

Ihre Lehrveranstaltung

Es ist ein hilfreicher Gedanke, den sich FH-Lehrende immer wieder vergegenwärtigen sollten:

Es ist die Lehrveranstaltung der Studierenden, nicht meine.

Und es schadet auch nicht, die Studierenden immer wieder mal daran zu erinnern.

Verstellen

Manchmal glauben wir, dass wir uns verstellen oder Teile unserer Persönlichkeit verstecken müssen, um bei unseren potenziellen Kund*innen besser anzukommen. Um bestimmte Vorurteile nicht zu bedienen, um bestimmte Angriffsflächen nicht zu bieten.

Aber das ist ein Vorhaben, mit dem wir nie fertig würden. Wie viel von uns können wir denn verstecken, ohne dass wir aalglatt werden? Denn: Wer will denn überhaupt mit Menschen zu tun haben, die gar keine Ecken und Kanten haben?

Und: Was sind das denn für Menschen, die uns wegen bestimmter Merkmale oder Eigenschaften ablehnen? Wollen wir so jemanden denn überhaupt als Kunden haben?

Wer nicht mag, wer wir sind, möge weiterziehen. Es gibt bestimmt auch für ihn ein passendes Angebot da draußen.

Aber uns bis zur Unkenntlichkeit zu verstellen, ist keine Lösung. Für niemanden, schon gar nicht für uns selbst.

Wir trauen uns nicht

Weil das finanzielle Risiko zu groß ist.

Weil unsere Kinder unter der Selbständigkeit leiden würden.

Weil ein eigenes Unternehmen zu viel Stress bedeuten würde.

Weil ich noch so viel lernen muss.

Weil ich nicht weiß, ob ich in drei Monaten genügend Kunden haben werde.

Es ist okay. Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen für die Entscheidung, doch kein eigenes Unternehmen zu gründen.

Die Hauptsache ist, dass du eine Entscheidung triffst. Mit der Entscheidung ist dieses Kapitel für dich abgeschlossen, und es wird Platz für neue Möglichkeiten in deinem Leben.

Teil der Lösung sein

Selbst der kleinste Beitrag kann am Ende einen enormen Unterschied machen, wenn es um eine clevere, faire und nachhaltige Lösung geht.

„Ich möchte Teil der Lösung sein“ darf nicht nur ein Lippenbekenntnis sein.

Es ist ein Aufruf zum Handeln.

Wahrhaftigkeit

Die Menschen haben es satt, oberflächliche, aalglatte Werbetexte zu hören und zu lesen.

Die Menschen haben es satt, für dumm verkauft zu werden.

Die Menschen haben es satt, systematisch belogen zu werden.

Die Menschen sehnen sich nach Ehrlichkeit, nach echtem Interesse und nach echten Begegnungen mit wahrhaftigen Menschen.

Kann dein Lifestyle Business das bieten?

Großzügigkeit

Großzügig zu sein, macht ungeheuer attraktiv.

Eine der besten Investitionen in das eigene Lifestyle Business ist es, großzügig sein Wissen mit anderen zu teilen, ohne sofort den eigenen Vorteil im Auge zu haben.

Der ROI davon ist unvergleichlich.

Kurzfristig vs. langfristig

Es ist ein Trade-off, der viele Solopreneure ihr ganzes Unternehmerleben lang begleitet:

Einerseits ist es notwendig, Aufträge anzunehmen, die kurzfristig Geld bringen. Ein positiver Cash Flow ist notwendig, sonst geht das Unternehmen unter – eher früher als später.

Andererseits gäbe es da dieses wichtige Projekt oder Produkt, das zwar kurzfristig nichts einbringt, aber das langfristig enorm großes Potenzial hätte. Aber im Moment verlangt es Entwicklungszeit von uns, die wir leider (noch) nicht bezahlt bekommen.

Worum sollen wir uns eher kümmern? Um den kurzfristigen Umsatz oder um die langfristige Investition? Wie halten wir beides in Balance?

Es bleibt unsere Aufgabe als Unternehmer*innen, täglich von Neuem eine weise Entscheidung zu treffen.

Der Schmerz ist echt

Ich habe einige Künstler*innen unter meinen Kunden in der Gründungsberatung.

Besonders sie tun sich schwer mit Ablehnung und Misserfolgen. Weil in ihren Kunstwerken so viel von ihrer eigenen Persönlichkeit, von ihrem Herzblut und ihrer Weltsicht drinnen steckt, nehmen sie jede Form von Ablehnung sehr persönlich. Natürlich.

Es nützt wenig, ihnen zu versichern, dass nicht sie als Künstler*in per se oder gar sie als Mensch abgelehnt werden. Das wissen sie eh selber. Zumindest theoretisch, im Kopf.

Der Schmerz, den sie spüren, ist echt. Er lässt sich nicht wegargumentieren. Er bleibt „part of the game“, wenn man seine Kunst zum Business machen möchte.

Künstler*innen können vielleicht lernen, mit dem Schmerz der Ablehnung umzugehen. Ganz weggehen wird er jedoch nie.

Das größte Problem

Ein spannender Gedanke von Silvia Breier:

„Was ist aus der Sicht eines Klienten eine Beratung wert? Ist es der Betrag, den die Stunden in Summe kosten? Oder ist es das Ergebnis, das im Idealfall eine Verbesserung seiner Situation ist? Wenn Sie Ihr größtes Problem gelöst bekämen, was wäre Ihnen das wert?“

Silvia Breier: Geld Macht Gefühle (2017), S. 121

Was es mir wert wäre, wenn ich mein größtes Problem gelöst bekäme? Dafür müsste ich zuerst mal wissen, was mein größtes Problem ist.

Vielleicht ist ja genau das mein größtes Problem…

Projekt-Schulden

Ein spannendes Konzept von Seth Godin:

Jedes Mal, wenn wir zu einem neuen Projekt „ja“ sagen, machen wir Schulden. Projekt-Schulden, die unser zukünftiges Ich abbezahlen muss.

  • Es mag unser Ego schmeicheln, wenn wir in den Vorstand eines Vereins gewählt werden. Aber die viele Vereinsarbeit, die damit auf uns wartet!
  • Es ist leicht, sich eine Gitarre, Inline Skates oder Jonglierbälle zu kaufen. Aber die Zeit zum Üben, bis man damit umgehen kann!
  • Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr!

Daher müssen wir gut darin werden, „nein“ zu. sagen. Denn jedes Mal, wenn wir „ja“ sagen, riskieren wir, uns noch weiter zu verschulden.

„Be careful who you owe, because who you owe decides who you will become.“ (Seth Godin)

Plötzlich

Dinge gehen nie plötzlich schief. Ehen zerbrechen nicht plötzlich, Businesses gehen nicht plötzlich in Konkurs.

Meistens gibt es mehr als genug Warnzeichen.

Wir scheitern, weil wir diese Warnzeichen nicht wahrnehmen. Wir scheitern, weil wir rechtzeitig wahrnehmen (wollen), was wirklich Sache ist.

Wir scheitern, weil wir nicht ernst nehmen, wie ernst es ist.