Worum geht’s hier?

Dieser Blog ist das persönliche Lerntagebuch von mir, Günter Schmatzberger.

Ich nehme mir hier jeden Tag etwas Zeit dafür nachzudenken und festzuhalten, was ich gelernt habe beim meinen Versuchen, anderen Menschen zu helfen – als Gründungsberater, BWL-Trainer, FH-Lektor und Lifestyle-Entrepreneurship-Experte.

Es ist ein ganz persönliches Personal Project von mir, das keine kommerziellen Interessen hat und eigentlich auch kein Publikum sucht. Deswegen gibt es auf diesem Blog auch keine Kommentarfunktion. Gleichzeitig würde es mich aber freuen, wenn du in meinen Gedanken die eine oder andere Inspiration für dich selbst findest.

Herzlich willkommen und viel Spaß beim Lesen!


Solopreneur (2)

„Ein Solopreneur ist eine Person, die systematisch Probleme löst – mit Gewinnabsicht.“

Ein Solopreneur ist kein klassisches Unternehmen. Ein Solo-Business ist ganz stark verwoben mit der Persönlichkeit des Solopreneurs. Ja, oft kommt aus der Biographie des Solopreneurs überhaupt erst die Motivation und die Idee für das Business.

Um ein Solo-Business zu verstehen, braucht man mehr Wissen über Psychologie als über BWL.

Solopreneur (1)

Ich habe heute eine Arbeitsdefinition für das Konzept des „Solopreneur“ gefunden:

„Ein Solopreneur ist eine Person, die systematisch Probleme löst – mit Gewinnabsicht.“

Was Beratung kann

Gute Beratung ist keine Garantie für den Erfolg als Lifestyle Entrepreneur, aber sie erhöht die Chance darauf.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Beschleunigen und bremsen

Es gibt Gründer*innen, die könnten einen Turbo gebrauchen. Die unterschätzen, wie viel Arbeit und Zeit es kostet, ein Unternehmen professionell wettbewerbsfähig aufzustellen.

Und dann gibt es Gründer*innen, denen würde ein bisschen weniger Geschwindigkeit gut tun. Ein bisschen verschnaufen, ein bisschen links und rechts schauen.

Gute Gründngsberater*innen haben ein Gespür dafür, ob Bremsen oder Beschleunigen angesagt ist und können wie ein Dirigent den passenden Takt vorgeben.

Aus Leidenschaft wird Kundschaft

Philipp Maderthaner hat eine für uns Lifestyle Entrepreneure spannende Formel entwickelt:

„Leidenschaft schafft Anziehungskraft
Anziehungskraft schafft Anhängerschaft,
und aus Anhängerschaft wird Kundschaft.”

Er sagt, dass Menschen auf Basis von Überzeugungen impulsiv entscheiden, ob sie sich zu unserem „Business“, zu unserem Anliegen zugehörig fühlen oder nicht. Und diese Zugehörigkeit führt dann dazu, dass sie aktiv etwas tun wollen – oder bei uns kaufen wollen.

Wenn unsere Kund*innen das glauben, was wir glauben, warum sollten sie dann nicht auch bei uns kaufen?

Berichte

Ich habe heute einen ganzen Tag damit verbracht, Berichte zu schreiben. Das wäre an sich nicht schlimm, wenn ich nicht den hartnäckigen Verdacht hätte, dass diese Berichte niemand lesen wird.

Ich akzeptiere das Berichteschreiben als Teil meiner Arbeit. Wie jeder Profi erledige ich auch die Aspekte professionell, die mir eigentlich wenig Spaß machen, aber die eben „dazugehören“.

Aber man fragt sich halt schon…

Stolz

Wir Lifestyle Entrepreneure müssen wirklich aufpassen, wenn unser Stolz ins Spiel kommt.

Einerseits ist Stolz ein wichtiger Motivator, gerade in Krisenzeiten. Wer will schon von sich sagen lassen, dass er zu früh aufgegeben hat?

Andererseits führt Stolz auch zu Tunnelblick. Wir verlaufen uns, und wir können nicht mehr klar erkennen, was eigentlich das Beste für wäre.

Ja, wir wollen unser Gesicht nicht verlieren, aber genauso wenig ist es gut für uns, wenn uns unser Stolz im Weg steht.

Erledigt

Es gibt wohl kaum etwas Schöneres als das Gefühl, etwas Unangenehmes erledigt zu haben.

Aber wenn dieses Gefühl so toll ist, warum schieben wir dann diese unangenehmen Dinge so lange vor uns her – und bringen uns damit Tag für Tag, Stunde um Stunde um dieses Erfolgserlebnis?

Weil das Gefühl erst dann entsteht, wenn die Arbeit erledigt ist. Und es ist immer kurzfristig attraktiver, die Arbeit lieber nicht zu tun – zumindest nicht gleich.

Profis erledigen die Arbeit – und zwar auch dann, wenn sie lieber faul sein würden.

Hochkomplex

Wir leben in einer hochkomplexen Welt. Es ist alles andere als leicht, den Überblick zu behalten und das Relevante vom Lärm zu unterscheiden.

Und dennoch: Wahrscheinlich ist gerade die Fähigkeit zu erkennen, was wirklich Sache ist, ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für uns Lifestyle Entrepreneure.

Je besser wir diese Welt verstehen, desto besser ist es für uns.

Echte Experten

Ein Gedanke vom Entrepreneurship Summit 2020 in Berlin. Wolf Lotter sagt: Man muss nicht nur was wissen, sondern man muss dieses Wissen auch teilen können.

Wissen ist die einzige Ressource, die sich vermehrt, wenn man sie teilt. Die Zeiten, wo Expertenwissen wie ein Staatsgeheimnis gehütet wurde, sind in unserer Netzwerkgesellschaft vorbei. Wissen hat nur dann Wert, wenn es auch zugänglich gemacht wird.

Experten sind nur dann echte Experten, wenn sie sich nicht nur „Experte“ nennen, sondern ihr Expertenwissen auch meisterhaft vermitteln können.

Besseres Wirtschaften

Ein Gedanke vom Entrepreneurship Summit 2020 in Berlin: Ist die Art und Weise, wie wir im Jahr 2020 Wirtschaft gestalten, wie wir Produkte schaffen und verkaufen und wie wir mit den Ressourcen der Erde umgehen, wirklich schon der Weisheit letzter Schluss?

Wann fangen wir an, Wirtschaft neu zu denken? Wann fangen wir an, für faire Produkte faire Preise zu bezahlen? Wann hören wir auf, den riesigen „Marketing-Rucksack“ von so vielen Produkten zu finanzieren? Wann hören wir auf, auf Kosten anderer zu leben?

„Wir alle können Ökonomie besser. Tun wir es auch!“, sagt Günter Faltin. Wenn das mal kein Aufruf an uns Lifestyle Entrepreneure ist!

Immer mehr

Wie gehst du als Lifestyle Entrepreneur eigentlich damit um, wenn du einen Tag oder zwei mal aus der Spur bist? Wenn nichts weiter geht, wenn alles dreimal so anstrengend ist wie sonst, wenn einfach die Lust und die Leichtigkeit verloren gegangen sind?

Zwingst du dich trotzdem, dein normales Arbeitspensum zu leisten, oder gönnst du dir die Ruhe und den Abstand, die in diesen Momenten wahrscheinlich am hilfreichsten wären?

Wie (un)barmherzig bist du das Chef eigentlich zu dir als deinen wichtigsten Mitarbeiter?

Rechtfertigung

Eines der unproduktivsten Dinge überhaupt ist es, sich zu rechtfertigen – für Fehler, für Versäumnisse, für Entscheidungen, für Handlungen, für egal was.

Rechtfertigungen kommen immer aus einer Position der Schwäche. Man versucht, sich gegenüber anderen zu verteidigen, und legitimiert damit überhaupt erst den Angriff. Indem man mit einer Rechtfertigung reagiert, gibt man anderen Menschen ja überhaupt erst die Erlaubnis, über einen zu urteilen.

Sich nicht zu rechtfertigen wirkt souverän, sich zu rechtfertigen wirkt hilflos. Ich weiß das – und doch tappe ich immer und immer wieder in die Rechtfertigungs-Falle.

Vertrauensbruch

Wenn Vertrauen missbraucht wird, wenn man sich hintergangen und getäuscht fühlt, dann ist das in der Regel nicht mehr zu kitten.

Vertrauen ist ein wertvolles Gut. Es dauert lange, bis es aufgebaut ist, aber es kann innerhalb weniger Minuten, mit wenigen Sätzen oder mit wenigen Handlungen komplett und irreparabel zerstört werden.

Wir können uns nicht davor schützen, dass das Vertrauen, das wir schenken, missbraucht wird. Aber wir können, ja wir müssen verantwortungsvoll mit dem Vertrauen umgehen, das wir geschenkt bekommen. Dafür tragen wir Verantwortung.

Lehren und unterhalten

Ein*e wirklich gute*r Lehrer*in kann beides: Wissen vermitteln und seine Lerner*innen unterhalten – idealerweise sogar beides zur gleichen Zeit.

Was aber, wenn eines fehlt? Was ist dann besser: Der Lehrer, der inhaltlich profund, aber langweilig lehrt, oder die Lehrerin, welche die Aufmerksamkeit fesselt, aber inhaltlich nicht aufregend viel vermittelt?

Ich tendiere zu zweitem, aber ich bin mir nicht sicher.

Keine Meinung

Es ist okay, zu einigen Dingen keine Meinung zu haben.

Nämlich dann, wenn wir nicht einmal einen Rahmen haben, der uns ermöglichen würde, uns eine Meinung zu bilden. „Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept“, wie Marius Müller-Westernhagen singt.

In diesen Fällen ist es besser, ehrlich zu sagen, dass man keine Ahnung hat, als so zu tun, als wüsste man, wovon man spricht.

Unternehmertraum

Jedes Lifestyle Business beginnt mit dem Traum der Unternehmerin, des Unternehmers: Wir wollen etwas schaffen, das sinnvoll, wertvoll und befriedigend ist. Wir wollen unseren Traum vom eigenen Unternehmen wahr werden lassen.

Später merken wir: Wenn wir es nach viel Mühe und Arbeit tatsächlich schaffen, wenn der Traum erreicht ist, dann kann es passieren, dass wir draufkommen: „Moment, das ist doch gar nicht so toll, wie ich dachte!?!“

Diese Erkenntnis ist schmerzvoll. Aber wir müssen wissen: Wir trauern nicht dem Traum an sich nach, sondern der Romantik, die wir mit dem Traum verknüpft haben.

Wir dürfen unsere Träume auch loslassen, wenn sie uns nicht mehr glücklich machen.

[PS: Dieser Tage ist die letzte Folge meines Podcasts [Projekt: Leben] online gegangen. Passt zum Thema.]

Wenn alle das Gleiche machen

Wenn alle das Gleiche machen, dann nimmt jeder den anderen als Konkurrenten wahr.

Wenn jeder ein bisschen etwas Anderes macht, wenn der eine etwas anbietet, was der andere nicht anbietet – und umgekehrt -, dann wird das Angebot insgesamt breiter, und das ist besser für alle Beteiligten – nicht zuletzt für die Kunden.

Von deiner Kreativität in deiner Angebotsentwicklung profitieren alle.

Trend-Guide EPU

Public Service Announcement: Die WKO hat eine Neuauflage des Trendguide EPU herausgebracht.

Ich halte diesen Guide für jeden Lifestyle Entrepreneur interessant genug, sich diesen zumindest anzusehen und idealerweise strategisch darüber nachzudenken, um das eigene Business darauf auszurichten, was gerade abgeht in unserer Welt.

Aber Achtung: Das ist mit Arbeit verbunden. Mir ist bewusst, dass die meisten EPU hier keinen Finger rühren werden.

[PS: Hier meine Vortrags-Notizen vom Webinar zur Präsentation des Trend-Guide EPU mit Tristan Horx.]

Aufhören

Es ist keine kleine Leistung zu erkennen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um mit einem Projekt aufzuhören.

Es wird viel darüber gesprochen und geschrieben, wie wichtig es ist, anzufangen, vom Denken ins Handeln kommen. Das hat natürlich seine Berechtigung, aber es bedarf der Ergänzung: Genauso wichtig wie das couragierte Anfangen ist das rechtzeitige Aufhören.

Mit etwas aufzuhören, in das man viel Zeit, Energie und auch Geld investiert hat, das aber nicht mehr funktioniert, verdient immer unseren Respekt.

Konzert

Ein Freud von mir war kürzlich bei einem Konzert von Wolfgang Ambros. Auf meine Frage, wie es ihm gefallen hat, war seine Antwort: „Naja, er ist ein alter, gebrechlicher Mann, der sein Bestes versucht.“

Ich denke, das ist das positivste Feedback, das ein Künstler – und auch jeder Lifestyle Entrepreneur – bekommen kann: Im Rahmen seiner begrenzten Möglichkeiten – und für seine Fans erkennbar – das Beste gegeben zu haben.

Mehr kann man nicht verlangen. Denn: Mehr ist gar nicht möglich.

Erlaubnis

Manchmal merke ich, wie meine Gründer*innen sich indirekt meine „Erlaubnis“ abholen wollen für eine Entscheidung, die Sie getroffen haben.

Dabei habe ich hier nichts zu erlauben. Genauso wenig, wie ich etwas zu verbieten, zu fordern oder zu vergeben hätte. Es ist nicht mein Projekt, um das es hier geht, sondern um das Projekt meiner Gründer*innen.

Eh klar. Trotzdem bedarf es immer wieder einer Erinnerung.

Lernen

Erfolgreiche Unternehmer*innen sind auch und besonders jene, die gelernt haben zu lernen. Die sich systematisch und kontinuierlich Lerngelegenheiten schaffen.

Wir glauben oft, dass jene Menschen erfolgreich sind, die viel wissen. Dabei sind es in Wahrheit jene, die ein Leben lang bereit sind, Neues zu lernen.

Wie wir lernen ist viel wichtiger als was wir wissen.

Querdenken

Ja, wir wollen querdenken, wir wollen kreativ und innovativ sein. Aber wenn es dann darauf ankommt, dann kommt oft nur Querdenken mit angezogener Handbremse raus.

Wir wollen querdenken, aber es ist anstrengend und schwierig. Wir wollen neue Wege einschlagen, aber wir scheuen uns vor dem rauen Wind, der uns dann entgegen bläst. Wir wollen etwas Innovatives versuchen, aber wirklich Zeit und Geld dafür aufwenden? Nein, das wollen wir eher nicht.

Das ist ja auch in Ordnung so. Das kann man so machen. Nur dürfen wir uns dann eben nicht wundern, wenn wir doch nur so mittelmäßig kreativ und innovativ sind wie alle anderen.

Umfeld

Dein Umfeld wird auf das, was du tust, reagieren.

Mitunter stehen da Beziehungen auf dem Spiel. Mitunter müssen wir zuerst Beziehungen beenden, um das zu tun, was wir eigentlich wirklich tun wollen.

Alles im Leben hat seinen Preis.

Steuern sparen

Peter Drucker sagt: „Nichts motiviert den modernen Menschen mehr, als eine Chance, Steuern zu sparen.“

Es erstaunt mich immer wieder, wie viel kreative (und mitunter auch kriminelle) Energie Unternehmer*innen entwickeln, wenn sie die Chance wittern, ein paar Euro an steuern zu sparen.

Es ist, als würde unser Hausverstand aussetzen. Wir sollten da wirklich auf der Hut sein.

Respekt

Es ist hart, Unternehmer*in zu werden, es ist hart, Unternehmer*in zu sein, und es ist hart, Unternehmer*in zu bleiben.

Jede Unternehmerin und jeder Unternehmer, die ein Unternehmen über mehrere Jahre führen oder geführt haben, verdienen unseren Respekt für diese Leistung.

Es ist nämlich nicht so einfach, wie es vielleicht aussieht.

Berater reden gerne

Wir Berater reden gerne. Das ist auch gut so, denn schließlich ist es unsere Aufgabe, unseren Kund*innen mit unserem Wissen neue Blickwinkel zu eröffnen.

Es ist allerdings heilsam, sich ab und zu zu vergegenwärtigen, dass es auch Kund*innen gibt, die uns einfach reden lassen, sich ihren Teil denken und den Herrgott einen guten Mann sein lassen.

Nicht alles, was wir sagen, wird auch Gehör finden.

Wachstum

Heute habe ich begriffen: Du brauchst in deinem Lifestyle Business nur dann Steuerungsinstumente (Ziele, Kennzahlen, KPI etc.), wenn du wachsen willst.

Wenn du mit dem Status Quo zufrieden bist, brauchst du keine Minute auf diese Steuerungsinstrumente verschwenden.

Andererseits: Ein Lifestyle Business, das nicht mehr wächst, das sich nicht weiterentwickelt und sich nicht verändert… Wer würde denn so ein Unternehmen haben wollen?

Weiterlernen

Es ist ein Drama: Sobald sie die Schule verlassen haben, hören die meisten Menschen auf zu lernen.

Jetzt, wo sie nicht mehr müssen, entscheiden sie sich dafür, sich lieber nichts mehr Neues anzueignen. Schließlich haben sie lange genug gelernt.

Das ist wirklich schade, denn gerade als Erwachsene hätten wir noch so viel Spannendes zu entdecken.