Worum geht’s hier?

Dieser Blog ist das persönliche Lerntagebuch von mir, Günter Schmatzberger.

Ich nehme mir hier jeden Tag etwas Zeit nachzudenken und festzuhalten, was ich heute gelernt habe bei meiner Arbeit als Gründungsberater, BWL-Trainer, Fachhochschul-Lektor und Lifestyle-Entrepreneurship-Experte.

Dieses Lerntagebuch ist ein ganz persönliches Projekt von mir, das keine kommerziellen Interessen hat und sich auch an kein bestimmtes Publikum richtet. Deswegen gibt es hier auch keine Kommentarfunktion. Vielleicht ist dennoch die eine oder andere Inspiration für dich dabei.

Viel Freude!


Niedrige Erwartungen

Wir Lifestyle Entrepreneure legen uns häufig die Latte zu hoch. Wir überfordern uns mit unseren Ansprüchen an unser Business und unseren Erfolg. Wir haben viel höhere Erwartungen an uns selbst als sonst irgendjemand in unserem Umfeld.

Aber manchmal passiert es, dass wir uns die Latte zu niedrig legen. Dass wir uns aus Angst zu kleine Ziele.

Dann ist es Gold wert, jemanden zu haben, der sagt: „Moment mal, da geht doch noch mehr! Da erwarte ich viel, viel mehr von dir!“

Kundenbeschaffung

Ein Gründer formulierte unlängst: „Meine größte Herausforderung ist die Kundenbeschaffung.“

Das stimmt, von der Sache her, natürlich hundertprozentig. Die richtigen Kunden zu finden ist die Herausforderung für die allermeisten Selbständigen, Freelancer und Lifestyle Entrepreneure.

Aber: Die Formulierung passt für mich nicht. Kunden lassen sich nicht „beschaffen“. Wir müssen sie für uns gewinnen. Wir müssen sie von uns überzeugen, weil wir sie besser verstehen als sie sich selbst. Wir müssen uns unseren Kunden mit Kompetenz, Freude und Demut nähern, die ansteckend sind.

Niemand kann uns Kunden beschaffen, aber wir haben es in der Hand, dass sie wie von selbst zu uns kommen.

Pain Point Liste

Wir alle haben Ängste, Sorgen und Nöte. Wir sind alle nur Menschen.

Sich diesen „pain points“ zu stellen, sich diese einzugestehen und alle mal auf Papier zu bringen, ist eine heroische Leistung.

So eine „Pain Point Liste“ kann im ersten Moment demoralisierend wirken. Wie soll man mit so vielen Sorgen nur klar kommen, erst recht als Unternehmer?

Andererseits zeigt die Pain Point Liste auch schwarz auf weiß, wo die wichtigsten Aufgaben liegen. Da, wo der Schmerz am größten ist, gilt es zuerst zu handeln. Risikomanagement bedeutet nichts anderes, als wohl überlegt und planvoll dafür zu sorgen, dass die Pain Points möglichst wenig Schmerzen bereiten.

Und übrigens: Auch unsere Kunden haben Pain Points. Wenn wir dabei helfen können, die Schmerzen unserer Kunden zu lindern, werden sie uns dafür lieben.

Gespannt

Vor dem Start in die Selbständigkeit gespannt zu sein, ist völlig normal und okay.

Nervös zu sein, ist hingegen nicht nützlich. Nervosität führt zu nichts, zu keiner schlauen Erkenntnis und zu keinem produktiven Ergebnis. Nervös zu sein bringt nichts.

Der Unterschied zwischen Spannung und Nervosität ist der gleiche wie zwischen Nachdenken und Grübeln.

Schwache Bindungen

Interessanterweise sind es nicht die besten Freunde, sondern die weitschichtigeren und flüchtigeren Bekannten (weak ties, schwache Bindungen), die in der Selbständigkeit ausgesprochen wichtig sind.

Dein bester Freund wird immer auf deiner Seite sein, aber es wäre reiner Zufall, wenn dein bester Freund auch dein bester Kunde wäre.

Der Studienkollege hingegen, den du seit Jahren nicht mehr gesehen hast und jetzt bei dieser Firma arbeitet… Für genau den könnte dein Angebot interessant sein.

Alles, was du tun musst, ist deine schwachen Bindungen regelmäßig und in klaren Worten darüber zu informieren, was du in deiner Selbständigkeit eigentlich tust und wie du helfen kannst.

Und dann werden sich Möglichkeiten aus Richtungen ergeben, mit denen du nie gerechnet hättest.

Aktuell

Wann hast du dir das letzte Mal deine Website angesehen?

Passen eigentlich die Angebote noch, die du präsentierst? Willst du die Versprechen, die du gibst, immer noch halten? Sagt deine „Über mich“-Seite das, was du einem Fremden über dich erzählen würdest, wenn du ihn heute zum ersten Mal triffst?

Deine Website ist deine Visitenkarte in World Wide Web. Sie hat regelmäßige Pflege und ein bisschen Liebe verdient.

Grenzen

Südmähren und das nördliche Weinviertel waren bis 1945 ein Kulturkreis: die Bauernhöfe waren sich ähnlich, die Lebensweise dieselbe, sogar die gleiche Mundart wurde hier und dort gesprochen.

Grenzen entstehen zuallererst im Kopf, und dort müssen auch zuerst wieder abgetragen werden.

Keine Pfuscher

Egal, wo Menschen erfolgreich sind, kann man davon ausgehen, dass diese Menschen genau wissen, was sie tun. Dass sie hart arbeitende Profis sind, keine Pfuscher, die Glück haben.

Egal ob Sportler, Musiker, Politiker, Influencer, Schauspieler, Autoren – oder Unternehmer.

Erfolg bekommt niemand geschenkt.

Scheitern

Manchmal läuft ein Gründungsprojekt nicht wie geplant. Manchmal fällt es sogar komplett in sich zusammen. Nach all der Zeit, der Energie und dem Geld, das man investiert hat, steht man mit leeren Händen da.

Was bleibt sind Enttäuschung, Frust und Scham.

Und der schwache Trost, dass diese schmerzliche Erfahrung viele Gründer machen mussten. Auch solche, die später sehr erfolgreich geworden sind.

Mississippi

Stick with me baby, stick with me anyhow

Things should start to get interesting right about now

„Mississippi“ von Bob Dylan

Bob Dylan beschreibt damit auch sehr treffen all jene Blogger, Podcaster, Youtuber und sonstige Content Creator, die im Grunde nichts (mehr) zu sagen haben und trotzdem unsere Aufmerksamkeit stehlen wollen.

Und von denen gibt es gar nicht wenige.

Erfolg

Nichts ist so motivierend wie Erfolg – besonders für deine Kunden.

Die beste Kundenbindungsstrategie ist, wenn deine Kunden merken, das das, was sie von dir bekommen, wirkt. Dass sie damit Erfolg haben. Dass dadurch ein Return-on-Investment entsteht.

Kunden, die deinetwegen erfolgreich sind, werden immer wieder zu dir kommen. Denn: Wer würde schon gerne freiwillig auf etwas verzichten, das Erfolg bringt?

Caring Companies

Die Zukunft gehört den „Caring Companies“, aber nicht in dem Sinn, wie „Caring Companies“ in Harvard definiert werden. Sondern in dem Sinn, dass in Zukunft nur jene Unternehmen Erfolg haben werden, die sich wirklich um das kümmern, was sie tun.

Unternehmen, die sich wirklich um ihre Mitarbeiter kümmern. Die sie sich wirklich für ihre Mitarbeiter als Menschen interessieren und wirklich zuhören, was sie zu sagen haben.

Unternehmen, die sich wirklich um ihre Kunden kümmern. Die sie nicht nur als Umsatzbringer sehen, sondern die einzig und allein das Beste für Kunden im Blick haben, auch wenn sie dadurch (kurzfristig) auf Umsatz verzichten.

Unternehmen, die sich wirklich kümmern, was ihre Produkte der Gesundheit der Menschen und unseres Planeten antun. Die ihre Kunden nicht belügen, indem sie sich ein grünes Mäntelchen anziehen oder auf die Gesundheitsmasche setzen.

Die Zeiten, wo Unternehmen mit „Corporate Wurstigkeit“ durchkommen, sind vorbei.

Gemeinsamkeit

Meine Gründer*innen sind sehr unterschiedlich. Background, Alter, Geschäftsidee, Charakter, Stärken, Schwächen… alles sehr individuell.

Und doch gibt es eines, das die allermeisten gemeinsam haben: Angst. Angst vor dem Misserfolg. Existenzangst. Angst vor dem Versagen.

Niemand braucht sich für seine Angst zu schämen, weil sie alle Unternehmer*innen in der einen oder anderen Form teilen.

Immer mehr

Es ist typisch für uns Unternehmer, dass wir immer mehr wollen. Dass wir nicht leicht zufrieden sind und stets die Chancen sehen, um noch etwas zu verbessern oder beitragen zu können.

Es ist gut und wichtig, dass es Menschen wie uns gibt. Wir bewegen was.

Gleichzeitig müssen wir immer wieder innehalten und uns fragen: Wo kommt dieser Ehrgeiz genau her? Warum genau will ich dieses neue Projekt eigentlich vorantreiben?

Nicht jeder Ehrgeiz ist gesund.

Inszenierung

Ich habe gestern eine der besten Pizzas meines Lebens gegessen.

Ich wäre in die Pizzeria aber fast nicht hineingegangen. Ich war nicht sicher, ob sie überhaupt geöffnet hatte, und das Interieur war eher aus- als einladend.

Es hilft nicht, nur ein gutes Produkt zu haben. Die Inszenierung ist mindestens genauso wichtig.

Schwerer

Es ist eine berechtige Hypothese zu behaupten: Du machst dir das Leben wahrscheinlich gerade schwerer als nötig.

What would it look like if it were easy?

Zurückblicken

Es ist leicht, angesichts einer langen To-Do-List zu verzweifeln und zu sagen: Hat ja alles keinen Sinn, ich werde ja sowieso nie fertig.

In so einem Moment hilft es zurückzublicken und sich zu vergegenwärtigen, wie weit man schon gekommen ist.

Es geht immer nur darum, jeden Tag einen Schritt weiter zu gehen. Jeden Tag ein Prozent besser zu sein als am Tag davor. Jeden Tag sein Bestes zu geben.

Mehr kann man gar nicht verlangen.

Mehr ist gar nicht möglich.

Falsifizieren

Oft halten wir Dinge für Wahrheiten, die in Wahrheit nur Behauptungen sind.

Wir sind so felsenfest davon überzeugt, dass etwas wahr ist, dass wir uns gar nicht die Mühe machen zu recherchieren, ob das, was wir die ganze Zeit behaupten, auch wirklich stimmt. Wir nehmen uns keine zehn Minuten Zeit für eine Google-Recherche. Wir behaupten es einfach immer weiter.

Besonders bei wichtigen (Geschäfts-)Entscheidungen sollten wir uns unsere Behauptungen aber genauer ansehen. Wir sollten den Mut haben, unsere gefühlten Wahrheiten als reine Behauptungen zu enttarnen. Und wenn dann noch ein bisschen Mut übrig ist, sollten wir recherchieren, ob wir nicht einem Aberglauben aufgesessen sind. So eine Recherche kann uns vor teuren Fehlern bewahren.

Es hilft manchmal, jemanden mit der Recherche zu beauftragen. Jemanden, die einen neutralen Blick auf die Sache hat. Eine VA zum Beispiel.

Habe ich heute getan.

Beim Kaufen helfen

Niemand lässt sich gerne was aufschwatzen. Niemand lässt sich gerne zu was überreden. Niemand möchte sich übervorteilt fühlen.

Deswegen sagen Menschen zu Angeboten instinktiv mal eher „nein“. Persuasion Resistance ist ein großes Hindernis beim Verkaufen.

Die Lösung, nach Zig Ziglar: Verkaufen anders framen, nämlich: Dem Kunden beim Kaufen helfen!

Josh Kaufman formuliert das so:

„Your job is not to sell the prospect a bill of goods: it’s to help them make an informed decision about what’s best for them. You’re not pressuring them to give you their money; you’re helping to ensure they invest their resources wisely.“

Josh Kaufman, The Personal MBA, S. 135

Markteintrittspunkte

Es braucht bestimmte Auslöser, damit Menschen auf einen Markt kommen. Damit sie sich nach Lösungen umschauen und kaufen wollen.

Ohne Problem, kein Markteintritt.

Die Markeneintrittspunkte unserer Kunden können sehr unterschiedlich und individuell sein. Nicht immer sind sie transparent, nicht immer ist es so, wie es aussieht.

Es lohnt sich aber, möglichst viel über diese Marteintrittspunkte zu erfahren. Wer seine Kunden an genau diesen Punkten optimal ansprechen kann (z.B. durch Keyword-Optimierung auf genau die Fragen, die sie am Eintrittspunkt typischerweise in die Suchmaschine eintippen), der hat einen verlässlichen Zugang zu immer neuen Kunden.

Keine Angst

Wir hätten oft gute Ideen, die man nur umsetzten müsste, doch Angst lässt es nicht zu. Wenn man diese Gefühle besiegt, verändert sich alles. Denn sie manifestieren sich nur in unseren Köpfen. Es ist wichtig, diese Angst nicht gewinnen zu lassen.

Cecilia Havmöller

Return on Luck

Spannende Einsicht von Jim Collins:

Erfolgreiche Unternehmen haben nicht mehr Glück als erfolglose. Oder öfter Glück. Oder besseres Glück.

Erfolgreiche Unternehmen verstehen es aber viel besser, aus ihren Glücksmomenten nachhaltig Kapital zu schlagen.

Entscheidend ist also nicht das Glück an sich, sondern wie der „Return on Luck“ maximiert wird.

Andere Branchen

Wir Lifestyle Entrepreneure können sehr viel lernen, wenn wir über den Tellerrand in andere Branchen hineinschauen.

In der eigenen Branche gibt es oft Traditionen, die niemand mehr hinterfragt. Diese Traditionen waren irgendwann mal sinnvoll und nützlich, aber sind sie es auch im 21. Jahrhundert, in der Netzwerk- und Zugangsökonomie noch?

Kreative Lösungen aus anderen Branchen in die eigene zu übertragen, ist der smarteste Weg zu Innovation und Desruption.

Wir brauchen Spezialisten

Rick Beato auf die Frage, was in der heutigen Musik anders ist als früher:

With the advent of Pro Tools, Logic, all the different home recording systems that there are, people make records on their own without the aid of professionals typically. And what you get is some incredibly creative things and some not so creative things. And I think that the lack of experts involved in some ways diminishes some of the results.

Rick Beato im Bob Lefsetz Podcast vom 8. Juli 2021

Wie gut könnte das sein, was du allein vor dich hin produzierst, wenn du dir die Hilfe von echten Experten holen würdest?

Lieblingsangebote

Was sind deine drei Lieblingsangebote aus deinem Portfolio?

Und warum sind das deine Lieblingsangebote?

  • Weil sie dir Spaß machen?
  • Weil sie deinen Kunden Spaß machen?
  • Weil du so am leichtesten Geld verdienst?
  • Weil du so am aufwendigsten Geld verdienst?
  • Weil das Angebot so ausgeklügelt ist?
  • Weil du es immer schon gemacht hast?
  • Weil es bequem ist?

Aberglaube

Aberglaube ist weit verbreitet, auch im Business.

Aberglaube ist zum Bespiel: „Ich muss nur ein gutes Produkt entwickeln, dann werde ich auch Erfolg haben.“ Oder, eine Variante davon: „Qualität setzt sich früher oder später durch.“

Das gefährliche am Aberglauben und warum er so schwer zu erkennen ist: Es ist nicht so, als würden diese Aussagen nie stimmen. Natürlich gibt es Bespiele dafür, wie jemand ein Produkt entwickelt hat, das ihm quasi aus den Händen gerissen wurde und das ihn blitzartig reich gemacht hat.

Der Aberglaube ist zu glauben, dass das immer so ist.

Einlassen

Als Gründungsberater kann ich niemanden vor den Folgen bewahren, die das eigene Unternehmen mit sich bringt. Nicht vor den guten, und nicht vor den schlechten.

Aber ich kann dazu beitragen, dass meine Gründer*innen ein bisschen besser erkennen, worauf sie sich einlassen.

Bequem

Wir Menschen sind unglaublich bequem.

Viele Produkte ließen sich mit wenigen Zutaten, ohne viel Know-How und in kurzer Zeit selbst herstellen. Aber auch dieser geringe Aufwand ist uns schon zu viel. Dann doch lieber kaufen.

Wir Menschen sind unglaublich bequem. Denk daran, wenn du dein Lifestyle Business designst.

Edupreneure

Sind Menschen, deren Business es ist zu lehren: Psychologen, Pädagogen, Philosophen, Psychotherapeuten und so weiter.

Was müssen sie wissen?

Die meisten Menschen lernen nicht gerne.