📙 Alois Prinz: Der erste Christ

Ein Buch über den Apostel Paulus. Interessant, weil er so wegweisend war für die Kultur des Abendlandes, in der wir heute leben.

Meine Notizen

Damaskus

  • vgl. „The Road To Damascus“ Experience
  • “Es war da plötzlich am helllichten Tag ein gleißendes Licht. Saulus wurde von dessen Glanz geblendet und stürzte vom Pferd. Dann hörte er eine Stimme, die zu ihm sprach: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Er fragte: Wer bist du, Herr? Die Stimme antwortete: Ich bin Jesus, den du verfolgst, und sie befahl ihm, nach Damaskus zu gehen und dort darauf zu warten, was weiter geschieht. Saulus aber war wie blind und musste von den anderen geführt werden.” (S. 26)
  • “Eigentlich könnte nur Paulus selbst sagen, was ihm vor Damaskus geschehen ist. Aber gerade er ist merkwürdig zurückhaltend, wenn es um dieses Erlebnis geht. In seinen Briefen kommt er nur an wenigen Stellen und dann auch nur mit kargen Bemerkungen darauf zu sprechen. Nur so viel ist ihm wichtig: Er hat eine Offenbarung erlebt, jener Jesus, dessen Anhänger er verfolgt hat, ist ihm erschienen.” (S. 27)
  • “Er ist von etwas erfüllt worden, das unvergleichlich größer war als er. Dadurch wurde er jedoch nicht erdrückt und vernichtet, im Gegenteil: Diese Überwältigung erlebte er als Befreiung.” (S. 27f)
  • “Damaskus, das ist aber auch ein nicht realer Ort, ein symbolischer Name für ein seelisches Erlebnis für die Erfahrung einer Lebenswende. “Das war sein Damaskus”, so sagt man heute noch, wenn ein Mensch an einem Punkt in seinem Leben plötzlich seine Ansichten und Einstellungen geändert hat und ein ganz anderer geworden ist.” (S. 31)
  • vgl. Theory U – Presencing

Wunder

  • “Jesus war aber kein Zauberer, das will Lukas mit seiner Geschichte sagen. Er hat zwar auch Wunder gewirkt, doch das war die Folge von einer inneren Verwandlung, die Menschen widerfahren ist, als sie Jesus begegnet sind.” (S.91)

Der Doppelcharakter christlicher Freiheit

  • “In diesem Sinne betonte später der Reformator Martin Luther den Doppelcharakter der christlichen Freiheit. ein “Christenmensch” sei, so Luther, “ein freier Herr über alle Ding und niemandem untertan.” Und gleichzeitig sei er “ein dienbarer Knecht aller Ding und jedermann untertan”. Die Einheit dieser Gegensätze ergibt sich für Luther daraus, dass ein Christ zwar ein “freies Königskind” ist, aber nicht allein auf der Welt lebt, sondern “unter anderen Menschen auf Erden”.” (S. 174f)