🎙 Arno Geiger in “Frühstück bei mir”

Sendung vom 8. Jänner 2023

Link zur Sendung

Meine Notizen

Arno Geiger führt gerade sein Lieblingsleben, “was vor allem daran liegt, dass ich glücklich verheiratet bin.”

Das eigentliche Interessante kommt aus der Erfahrung, aus der unmittelbaren Lebenserfahrung, aus der eigenen Betroffenheit” — und nicht aus dem, was man sich “Kraft seiner Vorstellung zusammenreimt”.

  • Das gilt für das Schreiben von Romanen wohl genauso wie für die Lehre oder die Beratung — und speziell auch für die Gründungsberatung.
  • Das wäre ein weiteres Argument gegen success coaches, die selbst nicht selbständig sind.

Jemand, den man nicht beneiden kann, ist uninteressant.” Der wird gar nicht gesehen – und zwar im Wortsinn nicht. Wir nehmen Armut vor unseren Augen oft tatsächlich nicht wahr. Wir sehen sie nicht.

“Ich verdanke dem Abfall wirklich sehr, sehr viel.”

“Hart ist vor allem der Anfang.”

Wir sind alle Geflickte”, hat sein Vater gesagt. “Mir macht das Geflickte die Menschen auch sympathisch.”

Er hat 17 Jahre prekär als Schriftsteller gelebt, bis mit “Es geht uns gut” übernacht der Riesenerfolg gekommen ist — mit dem er auch nicht umgehen konnte.

Das Leben beschädigt uns. Das ist so schade, wie es gleichzeitig auch schön ist.”

Qualität setzt sich durch: “Qualität trägt weit. Das spricht sich herum. Wenn jemand wirklich gut ist — nämlich besser als die anderen — dann ist das ganz egal, wo der auftritt [als Buchautor, als Blogger etc.], weil das spricht sich herum: Das ist so toll, das ist so bereichernd, das ist so gut gemacht, das ist so eigenwillig, das öffnet so die Perspektive auf die Welt, hör dir das an oder lies das. Letztlich… Wir überschätzen Marketing. Wir überschätzen all das ganze Blablabla. Ich konzentriere mich darauf, dass ich etwas mache, von dem ich glaube, dass es innerhalb meines Vermögens das Bestmögliche ist, was ich zustande bringe. Und ich mach’s mir wirklich nicht leicht, wirklich nicht leicht. Und ich bin sehr fordernd. Ich bin fordernder gegen mich als gegen andere. Und ich habe gute Erfahrungen gemacht mit dieser Art, durch’s Leben zu gehen.”

Es ist das Allermeiste nur eine Frage des Willens. Was der Mensch aus dem Boden stampfen kann, wenn er will, von heute auf morgen, das hat er schon oft genug bewiesen. Es geht nämlich Vieles in relativ kurzer Zeit, wenn man nur bereit ist, die Kraftanstrengung jetzt einfach zu leisten. Das Allermeiste hat mit Bequemlichkeit zu tun, und die eigenen Bequemlichkeit geht einfach vor, im Großen wie im Kleinen — und drum stehen wir halt, wo wir stehen.”

Der Dachboden ist “in den seltensten Fällen eine Zwischenstation zur Wiederverwendung.” “Meistens ist der Dachboden eine Zwischenstation zum Wegwerfen. Die könnte man im besten Fall sozusagen auslassen.” Die nächste Generation spart sich dann diese Arbeit — und wird es dir danken.

Entsorgen heißt, eine Sorge weniger zu haben.

Ihm geht es momentan gut, “weil ich in meinem Leben Fuß gefasst habe. Weil ich irgendwann meinen Platz gefunden habe.”

Sein Erfolgsrezept: “Nie knausrig sein und nie furchtsam sein. Alles geben. Natürlich auch beim Schreiben. Immer… Verausgabe dich! So Halbherziges gibt’s bei mir nicht.”

Arno Geiger ist interessant, weil er quirky (= schrullig) ist. An ihm scheiden sich sicher die Geister, aber was man ihm sicher nicht vorwerfen kann: Dass er uninteressant und langweilig ist.