AutorGünter Schmatzberger

The Zutons: The Big Decider (2024)

T

Album der Woche: KW 24 // Juni 2025

Kontext: Die Zutons sind eine Band aus den frühen 2000ern, die mich durch meine Studentenzeit begleitet haben. Ich bin älter geworden, die Zutons auch. Aber sind sie auch gut gealtert?

Playlist-Tipps: Creeping On The Dancefloor // Rise // In Your Arms // Pauline

Fazit: Ja, die Zutons sind gut gealtert. Das Album hat mich überzeugt. Nicht jedes Lied, aber der Ansatz. Ich habe mich von ersten Song an gut unterhalten, und bei jedem Durchhören habe ich ein weiteres Lied entdeckt, das mir taugt. Das Album passt super zum Sommerbeginn, und einige der Songs werden mich sicher durch den ganzen Sommer begleiten.

Wertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️

Realistisch mit der Zeit

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“Be more rational about what you can actually accomplish”, sagt Laura Vanderkam.

Das bedeutet: Nimm dir nicht zu viel vor. Vor allem dann nicht, wenn dir eh schon klar ist, dass es unrealistisch ist.

Es bedeutet aber auch: Manchmal glauben wir, dass etwas irrsinnig viel Zeit braucht. In Wirklichkeit ist es dann aber ganz schnell erledigt — wenn wir nur endlich anfangen würden!

Nimm das Drama raus aus deinem Umgang mit der Zeit.

No hurry, no pause.

Schneckenrennen

S

Viele Solopreneure sind unzufrieden mit dem Tempo, mit dem ihr Business wächst.

Wenn du schneller vorankommen willst, dann musst du dir Hilfe holen von Leuten, die dir Arbeit abnehmen. Und dafür Geld in die Hand nehmen.

So einfach ist das.

Projekt-Ruinen

P

Ein Projekt wird begonnen, dann zurückgestellt, dann vergessen — ohne dass jemand je gesagt hat: “Das machen wir nicht mehr.” Das Projekt existiert noch, aber niemand arbeitet mehr daran. So entstehen “Projekt-Ruinen”.

Das Problematische ist der Gewöhnungseffekt. Die erste Ruine fühlt sich noch unangenehm an. Bei der fünften ist das Halbfertige zum Normalzustand geworden. Und genau das ist die eigentliche Gefahr: nicht das einzelne unfertige Projekt, sondern dass das Unfertige aufhört, aufzufallen. So entstehen fragmentierte Businesses.

Die Projekt-Ruinen verschwinden vielleicht aus deinem Arbeitsablauf, aber nie ganz aus deinem Bewusstsein. Sie binden weiterhin mentale Energie — unsichtbar, aber unablässig.

Das Gegenmittel ist wahrscheinlich nicht, Projekte konsequenter zu Ende zu bringen. Wir sind alle nur Menschen.

Das Gegenmittel wäre, weniger anzufangen. Oder verlorene Projekte bewusster zu Grabe tragen.

[Danke Monika Birkner für diesen Gedanken.]

Falsches Marketing

F

Viele Selbständige tun sich schwer mit Marketing.

Das hat viele Gründe. Einer davon ist, dass sich viel Marketing-Kommunikation irgendwie falsch anfühlt.

Zum Beispiel: Man folgt jemandem auf Instagram, weil der Content gut ist — und drei Minuten später kommt eine Automatik-DM: “Hey, danke fürs Folgen! Darf ich fragen, womit du gerade kämpfst?”

Deshalb suchen viele Solopreneure nach einem anderen Marketing. Ein Marketing, das “normal” ist. Nicht so künstlich. Auf Augenhöhe. Ohne diesen schalen Beigeschmack.

Das Problem ist nicht die DM oder die Formulierung. Das Grundübel ist die Haltung dahinter. Eine Haltung, die den anderen zuerst als Lead sieht und erst dann als Mensch (vielleicht).

“Menschliches Unternehmertum” bedeutet also auch, Marketing so zu betreiben, wie man es selber gerne – als Kund:in – erleben würde. Und das nicht ausnahmsweise, sondern grundsätzlich und immer.

Mit Haltung eben.

Mehr Haltung!

M

Daniel Friesenecker sagt: Jahrelang haben wir im Content Marketing gehört: “Sei nützlich! Mach Content, der bei deinen Kund:innen Nutzen stiftet!” 

Aber, sagt Daniel Friesenecker: Dieser Ansatz führt uns mittlerweile in die Irre, weil “nützlich ist ChatGPT auch”.

Inzwischen gehe es viel mehr darum, mit dem eigenen Content Haltung zu zeigen. Für etwas zu stehen. Zu sagen, wer man ist und was man denkt. Und auch mal gegen etwas zu sein.

Mit einem Wort: Viel schneller, deutlicher und direkter auf den Kern zu kommen.

Das Schwafeln können wir ruhig der KI überlassen. Die macht das schneller, besser und billiger.

Bleiben oder gehen

B

Beziehungsexpertin Elisabeth Rieder sagt: Du kannst dich erst trennen, wenn du wirklich in der Beziehung warst.

Ich glaube, das gilt auch für die Selbständigkeit.

Du kannst erst sagen, dass die Selbständigkeit nichts für dich ist, wenn du dich wirklich darauf eingelassen hast. Nicht so ein bisschen nebenbei, sondern mit vollem Engagement. Nicht mit einem Fuß draußen.

Natürlich darfst du aufhören. Aber nicht beim ersten Gegenwind. Nicht bevor du wirklich ausprobiert hast, was möglich gewesen wäre.

Wie bei allen wichtigen Dingen im Leben kommst du auch in der Selbständigkeit half-assed nicht weiter.

Anpfiff!

A

Das Rampenlicht einer Fußball-WM (alle vier Jahre, für kurze Zeit, meist nur einmal im Leben) ist für uns Lifestyle Entrepreneure ein realistischeres Ziel als die konstante jahrelange ungebrochene Prominenz eines Lionel Messi. 

Die Antwort ist schon da

D

Die meisten Solopreneure zögern nicht, weil sie die Antwort nicht wüssten. Sie zögern, weil sie ihrer Antwort nicht trauen.

Wir glauben nämlich: Irgendwo da draußen gibt es einen Experten mit dem perfekten Framework. Jemanden mit dem exakt richtigen Playbook. Den einen Gedanken, der alle Probleme löst. Man muss nur lange genug suchen.

Dabei ist es eher so: Selbst wenn man diesen Experten findet, muss man seine Antwort trotzdem auf die eigene Situation anpassen. Man muss trotzdem entscheiden, ohne zu wissen, ob es die richtige Entscheidung ist. Man muss es trotzdem selbst herausfinden.

Also könnte man gleich seiner eigenen Antwort vertrauen – und dabei eine Menge Zeit sparen.

Die vier Sprachen des Sinns

D

Wenn jemand sagt, er will sinnvolle Arbeit machen, klingt das klarer, als es vielleicht ist.

Denn “Sinn” ist kein einheitlicher Begriff. Dorie Clark meint, “Sinn” umfasst mindestens vier verschiedene Bedürfnisse:

  1. Das Gefühl, zu etwas Wichtigem beizutragen (Zweck).
  2. Die Wahrnehmung, angemessen gesehen zu werden (Status).
  3. Die alltägliche Erfahrung, dass die Arbeit Energie gibt statt nimmt (Freude).
  4. Das Gefühl, für das, was man tut, wirklich gewürdigt zu werden (Anerkennung).

Alle vier “Sinn-Formen” sind für uns Menschen wichtig. Und es ist legitim, dass wir diese “Sinne” auch in unserer Arbeit als Solopreneure suchen.

Aber je nachdem, welchen Sinn wir genau suchen, kommen wir zu sehr unterschiedlichen Antworten. Wer glaubt, er sucht Zweck – und in Wirklichkeit fehlt ihm Anerkennung –, wird zwangsläufig Enttäuschungen erfahren. Wer Status mit Freude verwechselt, gründet das falsche Business.

Die Diagnose bestimmt, welche Therapie die richtige ist.

Die Lefsetz-Regeln

D

Bob Lefsetz hat unlängst einige “rules” aufgestellt, die ich hier auf die Situation von Solopreneuren umgelegt habe:

  1. Jeder glaubt, eine Ausnahme zu sein. Du auch. Aber die Regeln – Verträge, Fristen, Abmachungen – gelten auch für dich.
  2. Kleine Vergehen summieren sich. Die eine Rechnung, die du etwas zu spät schickst. Der eine Termin, den du verschiebst. Das summiert sich – in der Wahrnehmung deiner Kunden.
  3. Wer das System austrickst, verdrängt jemanden, der ehrlich spielt. Wenn du Zertifikate, Auszeichnungen oder Referenzen aufblähst, nimmst du Platz weg für jemandem, der ehrlich spielt.
  4. Alle rationalisieren ihre Regelbrüche “Alle machen das so.” “Ist ja nur einmal.” “Der Markt zwingt mich dazu.” Das sind alles Ausreden.

Bob Lefsetz’ Blogpost endet nicht mit einem Appell, sondern mit Resignation. Unfairness im Markt wird nicht verschwinden, meint er.

Du kannst trotzdem entscheiden, wie du selbst spielst.

Schweigen ist Gold

S

Was ich bei meinem Frisör wahrscheinlich am meisten genieße: Dass ich nicht plaudern muss.

Endlich, nach Jahren der Suche, habe ich einen Salon gefunden, wo es angenehm ruhig ist. Alle schweigen: Die drei Frisöre und auch alle Kunden.

Trotzdem ist der Frisörsalon ein sehr freundlicher Ort. Denn: Ein freundlicher Frisör muss nicht mit jedermann den ganzen Tag plaudern. Freundlich zu sein auch bedeuten, dass man das tut, was für die Kunden am angenehmsten ist.

Brain Drain

B

Unlängst hatte ich ein spannendes Gespräch mit einem sehr smarten Gründer.

Dabei hat er mir von seiner Beobachtung erzählt, dass immer mehr middle-aged professionals (also Fachkräfte 35+) Österreich verlassen, um im Ausland zu arbeiten. Aus der Überlegung heraus, dass es in Österreich wahnsinnig schwer geworden ist, sich mit Erwerbsarbeit etwas aufzubauen. Man muss z.B. sehr lange arbeiten oder gewaltig viel verdienen, um sich ein Eigenheim leisten zu können. Im Ausland ist das Einkommen oft besser und wird v.a. nicht so hoch besteuert.

Bisher habe ich Brain Drain eher mit Ländern in Osteuropa in Verbindung gebracht, nicht mit Österreich.

Da war ich wohl ein bisschen naiv.

Chris Steger: Dahoam (2026)

C

Album der Woche: KW 23 // Mai 2026

Kontext: Manchmal muss man sich auch mal aus der Komfortzone hinaus wagen…

Playlist-Tipps: Hey Lena

Fazit: Musikalisch gefällt mir das gar nicht mal so schlecht. Da sind einige wirklich gute Melodien dabei, sauber gespielt und produziert. Aber die Texte… Das ist wirklich nicht meine Welt. Für mein Homeoffice außerdem völlig ungeeignet, weil mich deutsche Texte viel stärker von der Arbeit ablenken als englische.

Wertung: ⭐️⭐️

Gründen in Österreich

G

Wenn man z.B. versucht, ein ausländisches Unternehmen in Österreich anzusiedeln… Welche guten Argumente hat man da?

Ja, da ist die tolle Lebensqualität. Das Gesundheitssystem ist gut, das Bildungssystem ebenso. Aber sonst?

Im Vergleich zum Ausland gibt’s in Österreich einige gravierende Nachteile:

  • Österreich ist nicht gerade innovationsfreundlich (dieses Problem teilt sich aber eh die ganze EU).
  • Du hast – von Anfang an! – viele und strenge Auflagen von den verschiedensten Behörden und Ämtern zu befolgen.
  • Es kann in Österreich viele Monate dauern, bis eine Behörde eine Entscheidung trifft – z.B. bei der Erteilung eines Gewerbescheins oder bei der Betriebsanlagengenehmigung.
  • Ohne Deutsch geht kaum was, besonders nicht auf den Behördenwegen.
  • Die Steuerlast ist erheblich (auch im Vergleich mit anderen EU-Ländern).

Die Liste könnte noch fortgesetzt werden, aber man auch so schon relativ rasch zur Erkenntnis: Von außen betrachtet, spricht relativ wenig für eine Gründung in Österreich.

So ehrlich muss man sein.

Liquidität rules

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“Liquidität zu haben, verändert fast alles”, schreibt Ehrenfried Conta Gromberg.

Und: “Selbstständigkeit wird dann leicht, wenn Deine Kasse gut gefüllt ist.”

Liquidität bedeutet Freiheit. Oder: Keine Freiheit ohne Liquidität.

Ein Hoch auf die Liquidität!

Verwirklichung oder Wirkung?

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Wenn es dein Anspruch ist, dich in deinem Business selbst zu verwirklichen, dann ist das schön und gut. “Aber bitte verlang doch nicht von deinen Kundinnen und Kunden, dass sie das zahlen wollen!”, sagt Philipp Maderthaner.

Hand aufs Herz: Deine neue Idee… Dient die wirklich deinen Kunden, oder dient sie eher deinem Ego?

Lorde: Virgin (2025)

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Album der Woche: KW 22 // Mai 2026

Kontext: Ich kenne von Lorde nichts (außer dem Hit natürlich). Entsprechend war ich ohne große Erwartungen.

Playlist-Tipps: If She Could See Me Now // Clearblue

Fazit: Ich hatte keine Erwartungen, und die wurden erfüllt. Ja, eh okay, aber ich bin nie richtig reingekommen. Passt nicht sonderlich gut ins Homeoffice, bleibt nicht richtig im Gedächtnis, macht (auf mich) keinen großen Eindruck. Naja, einen Versuch war es wert.

Wertung: ⭐️⭐️