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Hybride Unternehmen (1)

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Ein „Hybrides Unternehmen“ ist ein Konzept, in dem du als Selbständiger gleichzeitig eine Anstellung hast. Du versuchst, die Vorteile beider Welten zu nutzen und eine optimale Balance zwischen Selbständigkeit und traditioneller Beschäftigung zu finden. 

Hybride Unternehmen haben einen ganz klaren Vorteil: Sie ermöglichen es, die finanzielle Stabilität einer Anstellung mit der Freiheit und den Wachstumschancen der Selbständigkeit zu kombinieren.

Aber aus meiner Erfahrung als Gründungsberater weiß ich auch, dass sie wahrscheinlich die herausforderndste Form der Gründung überhaupt sind. Denn wir kombinieren nicht nur die Vorteile der beiden Welten, sondern auch deren Nachteile.

Deshalb: Wenn du ein Hybrides Unternehmen vor hast: Bitte, in Gottes Namen, lass dir dabei helfen!

EM-Finale

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Was kannst du aus dem Finale einer Fußball-EM für dein Lifestyle Business lernen?

Wenig. Wahrscheinlich gar nichts.

Versuch nicht, krampfhaft Dinge zusammenzubringen, die nicht zusammengehören. Sonst kann es sein, dass du den Schlusspfiff des Schiedsrichters überhörst.

Das eigene Wasser trinken

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Unlängst hat mich ein guter Freund gefragt, ob ich eigentlich selbst auch das Wasser trinke, das ich in meinem Podcast predige.

Völlig berechtigte Frage. Meine ehrliche Antwort konnte nur lauten: Manchmal ja, manchmal nein.

Es ist das Eine zu wissen, was zu tun ist. Und es ist etwas völlig Anderes, es tatsächlich auch zu tun.

Das gilt natürlich auch für Gründungsberater, und das gilt ganz sicher auch für mich.

Einfach nur da sein

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Ich brauche einfach nur da sein.

Ich muss nichts leisten.

Ich brauche einfach nur offen sein, aufmerksam sein, präsent sein.

Dann werde ich erkennen, was zu tun ist. 

Ich muss keine Erwartungen erfüllen. Es gibt keine Erwartungen an mich. Das kommt nur aus meinem Ego.

Setze das Ego auf Pause und lass das Herz die Führung übernehmen.

Nur jetzt, nur für diesen einen Tag.

Vielleicht hat sie recht

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Unlängst hat mir eine gute Freundin Konter gegeben.

Wir haben in einer kleineren Gruppe über die Herausforderungen von Beziehungen mit Kindern gesprochen. Ich habe meine Meinung, so dachte ich, überlegt und ausgewogen dargelegt. Und dann sagte diese Freundin etwas, das mich ziemlich dumm da stehen hat lassen. Nicht gemein, aber treffsicher.

Im ersten Augenblick fühlte ich mich furchtbar ungerecht behandelt. Wie kann sie nur so vollkommen missverstehen, was ich eigentlich meine?

Aber einen Augenblick später hatte ich die Demut zu sagen: Stimmt. Vielleicht hast du recht. Ich habe das noch nie so gesehen, darüber muss ich nachdenken.

Ich bin stolz auf mich. Weil ich den Mut hatte, mein Ego hintanzustellen und die Botschaft tatsächlich zu hören.

Und weil ich mir relativ sachlich eingestanden habe: Vielleicht bist du doch nicht so der moralische Musterschüler, wie du immer glaubst..

EPU und WKO

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Ja, es stimmt, dass die WKO die Interessen von EPU nur sehr dürftig vertritt. Das, was die WKO für EPU unternimmt, halte ich großteils für Ablenkungsmanöver und Inszenierungen, um von den eigentlichen Themen abzulenken. Die WKO könnte viel, viel mehr tun für EPU – und tut es (aus unterschiedlichen Gründen) halt nicht.

Gleichzeitig ist es aber auch so, dass es praktisch unmöglich ist, DIE Interessen von DEN EPU zu vertreten. Ich war selber mal bei einem Meinungsbildungsprozess unter EPU dabei, und ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Unter zehn EPU gab es zehn verschiedene Meinungen, was denn die wichtigsten und dringendsten Themen für EPU wären. EPU sind so wahnsinnig inhomogen.

Was einerseits schön ist, macht eine politische Arbeit (und nichts Anderes ist die Interessensvertretung) unmöglich. Wir EPU stehen uns selber im Weg, weil wir uns nicht einig werden.

Da sind „die Großen“ (Unternehmen, Konzerne) viel geschickter. Die sind sich zwar auch nicht immer einig, aber sie haben verstanden, dass ein Kompromiss die Interessen aller weiter bringt als gar keine Einigung.

Kein Wunder, dass der Eindruck entsteht: Die kümmern sich eh nicht wirklich um die Kleinen, sondern hauptsächlich um die Mächtigen.

Gründungs-Liebe

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Unlängst gehört bei Frühstück bei mir:

Man muss die Menschen lieben, für die man kocht,
dann wird man auch ein besserer Koch sein.

Manuel Rubey, Ö3 Frühstück bei mir, 26. Mai 2024

Nach vielen Jahren Gründungsberatung kann ich das nur bestätigen: Die besten Gründungsberater:innen sind diejenigen, die ihre Gründer:innen gern haben.

Solche Gründungsberater:innen sind (durch die Bank!) leiwand.

Ehrgeizige Tagesetappen

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Ein guter Freund von mir war unlängst einige Tage wandern.

Danach hat er mir erzählt, dass er bei diesem Wanderurlaub gelernt hat, die Tagesetappen nicht zu ehrgeizig zu planen. Selbst, wenn der Wanderweg gut ausgeschildert ist – es passiert immer was, das Zeit kostet. Also: Nicht zu viel vornehmen.

Und jetzt wirf mal einen Blick auf deine To-Do-Liste für heute.

Wie ehrgeizig ist deine Tagesetappe?

Selbst Pumuckl

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Die Studierenden meiner Kostenrechnungs-Lehrveranstaltung an der FH St. Pölten hatten die Aufgabe, Erklärvideos zu Begriffen aus der Kostenrechnung zu produzieren.

In einem dieser Videos hat eine Studentin einen Satz gesagt, der mit Kostenrechnung direkt nichts zu tun hat, aber der das Dilemma vieler Lifestyle Entrepreneure im Marketing einfängt:

Selbst Pumuckl hat Hater!

Auch wenn wir die besten Absichten haben: Wir können es nicht allen Recht machen.

Das müssen wir endlich kapieren.

Geniale Strategie

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Wenn man keine Ziele hat, kann man auch nicht scheitern.

Ist ja eine geniale Strategie! /s

Überkorrektur

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Wenn wir vor etwas Angst haben – und Ängste sind bei der Gründung und in der Selbständigkeit ein ständiger Begleiter –, dann versuchen wir natürlich, alles zu unternehmen, damit diese Angstsituation nicht eintritt.

Mitunter passiert es dabei aber, dass wir damit überkorrigieren bzw. überkompensieren. In der Absicht, das Risiko zu minimieren, schießen wir über das Ziel hinaus und treffen Gegenmaßnahmen, die in keiner vernünftigen Relation mehr zur Bedrohung stehen: Ein übermäßig großer Sicherheitspolster, ein dreifach abgeschliffener Marketing-Text oder elf Feedbacks, wenn auch drei gereicht hätten.

Überkorrekturen bringen ihre eigenen Herausforderungen mit sich, nicht zuletzt deshalb, weil Überkorrektur sehr teuer ist. Oft tatsächlich im finanziellen Sinn, aber sicher in emotionaler Hinsicht.

Schau, dass du in deinem Risikomanagement Überkorrekturen aufdeckst und auf ein vernünftiges Maß reduzierst.

Das macht Ressourcen und Energie frei für das, worum es dir eigentlich geht.

Prinzip der minimalen Hilfe

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In einem Hochschuldidaktik-Workshop der FH St. Pölten habe ich das Prinzip der minimalen Hilfe kennengelernt.

Die Idee ist ziemlich einfach: Hilf deinen Studierenden nur so viel, wie sie zum Lernen unbedingt brauchen. Nicht mehr, Weil: Wir engagierte Lehrende (und Berater:innen) übertreiben es gerne mit unserer Hilfe.

Im Prinzip der minimalen Hilfe gibt es fünf Stufen:

  1. Motivationshilfe: Ermutigung, es weiter (nochmal) zu probieren.
  2. Rückmeldehilfe: Feedback auf die bisher geleistete Arbeit.
  3. Allgemeine strategische Hilfe: Hinweise, wo sie Inhalte/Hilfestellungen finden.
  4. Inhaltsorientierte strategische Hilfe: Inhaltliche Rückmeldung, Hinweise zur weiteren Vorgangsweise.
  5. Inhaltliche Hilfe: Intensive Auseinandersetzung mit der Arbeit, Korrekturen vorschlagen.

Die Kunst eines guten Lehrers (und effektiven Beraters) ist zu erkennen, welche Art von Hilfe gerade angebracht ist.

Wenn man das weiß, dann ist das Helfen gleich viel leichter.

Buchverkäufe

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Seth Godin hat unlängst eine spannende Grafik über den Buchmarkt in den USA geteilt:

In den USA erscheinen pro Jahr mehr als 450.000 Bücher. Davon verkaufen nur 163 Bücher mehr als 100.000 Stück. Mit anderen Worten: Nur 0,04 % aller Neuerscheinungen sind echte Bestseller.

Noch spannender ist die untere Hälfte der Grafik: 85 % aller Neuerscheinungen verkaufen weniger als 5.000 Stück. Und: Die allermeisten Neuerscheinungen würden heilfroh sein, wenn sie überhaupt dreistellige Verkaufszahlen erreichen könnten – oder überhaupt mehr als ein Exemplar verkaufen.

Als jemand, der schon mal ein Buch geschrieben hat, kann ich sagen: Das ist eine Mordshack’n. Aber es lohnt sich. Man lernt viel dabei.

Aber wenn du ein Buch schreiben willst in der Hoffnung, damit ein ordentliches Knedl zu machen oder weltberühmt zu werden, dann würde ich sagen: Träum weiter.

Jegliches Vertrauen verloren

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Wenn du dich lang genug mit einem Problem herumgeschlagen hast, ohne eine Lösung zu erreichen, kommt der Moment, wo du sagt: Ich mag nimmer!

In diesem Moment hast du jegliches Vertrauen verloren: Das Vertrauen in deine Fähigkeiten, das Problem zu lösen. Das Vertrauen, dass der nächste notwendige Schritt die Mühe wert ist. Das Vertrauen, dass du zeitnah zu einem zufriedenstellenden Ergebnis kommst.

Das ist natürlich, und das ist verständlich. Manchmal muss man einfach loslassen, wenn sich der Aufwand nicht mehr lohnt.

Schwierig ist diese Herangehensweise allerdings im Verkauf: Wie oft willst du es versuchen, bis du das Vertrauen verlierst – in dein Produkt, in deine Fähigkeiten, in deine Zielgruppe?

Wie viele Tiefschläge kannst du einstecken, bis du endgültig liegen bleibst?

Erfolg vs. Entwicklung

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Was ist dir in deinem Lifestyle Business gefühlt wichtiger:

Der Erfolg, also dass du mit deiner Selbständigkeit ein bestimmtes Ergebnis erreichst, z.B. Umsatz- oder Gewinnziele, eine bestimmte Anzahl von Kund:innen oder eine gewisse Größe oder Status?

Oder die Entwicklung, also die Erfahrungen, die du in deiner Selbständigkeit machst. Das Lernen, das Wachsen, die Schritte vorwärts und die Schritte zurück?

Eines schließt das andere nicht aus, aber jeder von uns hat eine intuitive Präferenz. Manche sind eher ergebnisorientiert, manche eher entwicklungsorientiert.

Wenn du herausgefunden hast, wozu du eher tendierst, hast du möglicherweise viel gelernt über deine intuitive Herangehensweise an dein Business – und darüber, was dich eigentlich motiviert.

[P.S: Ich habe mal einen recht leiwanden Podcast gemacht über den Unterschied zwischen Ergebnisprojekten und Beziehungsprojekten. Der schlägt in die gleiche Kerbe. Eine Hörempfehlung, wenn dich diese Frage näher interessiert.]

Rod Stewart

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Rod Stewart spielt heute ein Konzert in Wien. Vielleicht sein letztes hierzulande.

Ich habe in meinem Leben wahrscheinlich an die 1.000 Konzerte gesehen, von vielen verschiedenen Künstler:innen. Rod Stewart war nie dabei, und auch das heutige Konzert wird ohne mich über die Bühne gehen.

Ich bin sicher, dass das Publikum einen tollen Abend haben wird. Und wahrscheinlich könnte ich fast alle Lieder an diesem Abend mitsingen. Und trotzdem… Meine Beziehung zu Rod Stewart ist kompliziert.

Denn ich mag Rod Stewart irgendwie nicht. Und das ist eigenartig, denn Rod Stewart hat mir nie was getan. Ich kann nicht genau sagen, was ich an ihm nicht mag. Ich respektiere ihn und seinen Erfolg, aber er steht mir, wie man so sagt, einfach nicht zu Gesicht.

Das ist natürlich kein Problem, und auch Mr. Stewart wird’s wurscht sein.

Mich wundert nur, wie es sein kann, dass ich mir ganz sicher bin, dass mich was stört (ein Mensch, eine Situation, ein Kunstwerk, eine Beziehung, was auch immer) und ich gleichzeitig nicht sagen kann, warum das so ist.

Wir haben alle unsere Rod Stewarts im Leben, die uns vor solche Rätsel stellen.

Schein-plausibel

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20% aller Unfälle werden von alkoholisierten Lenkern verursacht.

80% der Unfalllenker sind nicht alkoholisiert. Man müsste also nur alle Lenker betrunken machen, dann hätten wir nur 20% der Unfälle. 

So ähnlich wird in ganz vielen Bereichen argumentiert. Was hier absurd klingt, erscheint in anderem Kontext vollkommen plausibel. Ein Blödsinn bleibt es trotzdem.

Caveat emptor!

Mutig Hilfe anbieten

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Es gibt zwei Varianten, wie du als Berater:in deine Hilfe anbieten kannst:

Variante 1: Wie kann ich Ihnen helfen?

Variante 2: So kann ich Ihnen helfen. Möchten Sie das haben?

Welche Variante erfordert von dir mehr Mut?

Und welche Variante, glaubst du, wird hilfreicher für deine Kund:innen sein?

[Danke Gabe Anderson für diesen Gedanken.]

Das entschleunigte Leben

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Sexualpädagogin Teresa Reitbauer beschrieb unlängst ihr Ziel als Selbständige:

„Ich möchte gerne das machen, was ich gerne tue — meine Arbeit —, und möcht auch die ganzen Projekte nebenbei machen, genauso aber Zeit haben für ein Kaffee-Tratscherl am Nachmittag mit Freunden und für Familienbesuche und auch einmal ausschlafen. Also das entschleunigte Leben verbinden mit der Selbständigkeit, in der ich ebenfalls ganz, ganz große Ambitionen habe.

Teresa Reitbauer

Das ist eine super lebensnahe Definition davon, worum es für mich im Lifestyle Entrepreneurship geht: Um nichts weniger als ein tolles Leben UND einer großartigen Selbständigkeit.

Viel Erfolg auf der Reise, Teresa!

In die Zukunft gedacht

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Matthias Horx sagt: Wenn wir über die Zukunft nachdenken, dann denken wir in Wirklichkeit in unserer Vergangenheit. Wir kramen in unseren Erinnerungen und schustern uns daraus eine vorstellbare Zukunft zusammen.

Wir können uns unsere Zukunft also nicht frei von der Vergangenheit vorstellen.

Denk mal, was in deiner Zukunft alles möglich wäre, wenn du deine Vergangenheit vollständig hinter dir lassen könntest!