???? Christina Berndt: Resilienz (2013)

Meine Notizen aus dem Jahr 2016. Ich fand das Buch damals okay, aber nicht weltbewegend.

Hier ist Stärke gefragt

  • Friedrich Lösel: „Seine Prioritäten zu kennen, nach ihnen zu leben und sich nicht von anderen verrückt machen zu lassen, sollte die Devise sein.“ (S. 21)
  • „Was ganz normale Menschen heute von sich verlangen, ist oft nicht zu schaffen. Sie wollen den kritischen Blicken von Nachbarn und Kollegen standhalten und zugleich die Anforderungen ihres Arbeitsgebers, ihrer Partner, Kinder und womöglich auch noch ihrer alten Eltern erfüllen. Und das nicht irgendwie, sondern so perfekt wie im Hollywoodfilm. Der Leistungsdruck hat zugenommen – und viele […] merken davon nicht einmal etwas, bevor der Körper den Dienst verweigert und so in letzter Sekunde die Notbremse zieht.“ (S. 22)
  • Gegen Stress hilft: gesundes Essen, Sport, Entspannungstraining und neues Zeitmanagement. (S. 27)
  • Den größten Stress bedeuten nämlich nicht die selbstauferlegten Termine, sondern das Gefühl, nur noch der Getriebene zu sein. So leidet der am meisten, der am wenigsten zu sagen hat.“ (S. 31)
  • Man muss die Bereitschaft haben, eine Krise gut zu überstehen → Glücklich sein zu wollen (irgendwann) ist auch (!) eine bewusste Entscheidung. (vgl. Herbert Grönemeyer) (S. 42)
  • Beziehungen helfen sehr. So baut sich ein Netzwerk von Unterstützern auf, die in schwierigen Situationen helfen können.

Was zeichnet die Widerständigen im Alltag aus?

  • „Der Schlüssel zur Stärke ist Bindung.“ -> ein Kind braucht zumindest eine enge Bezugsperson. (S. 67)
    • „Beziehungen machen stark — und Stärke schafft Beziehungen.“ (S. 69)
  • „Resiliente Menschen sehen sich nicht als Opfer, sondern nehmen ihr Leben selbst in die Hand.“ (S. 72)
  • „Wer stark ist, kennt sich oft selbst besonders gut.“ (S. 74)
  • Bob der Baumeister: Yes we can! → Kinder lernen Selbstwirksamkeit. Sie können auf die Welt Einfluss nehmen und ein Problem lösen.
    • vgl. Ivan Diego: Selbstwirksamkeitserwartung = Grundvoraussetzung für arbeitssuchende Jugendliche. Kann ich durch mein eigenes Tun etwas verändern?
  • Ich HABE, ich BIN, ich KANN (S. 81)
    • Ich HABE Menschen, die mich gern haben und mir helfen.
    • Ich BIN eine liebenswerte Person und respektvoll mir und anderen gegenüber.
    • Ich KANN Wege finden, Probleme zu lösen und mich selbst zu steuern.
  • Resilienz bedeutet nicht, dass man dauernd gut drauf ist. Auch starke Seelen sind verletzlich. Aber: Resiliente Menschen zerbrechen nicht an Schicksalsschlägen. Sie stehen wieder auf. Sie sehen Krisen als Anlass zur Entwicklung: Verwundbar, aber unbesiegbar. (S. 85 f)
  • „Resilienz ist keine einmal erworbene und dauerhaft anhaltende Eigenschaft.“ (S. 109)
  • „Scheitern ist normal!“ — auch wenn wir es oft nicht gerne hören. (S. 115)

Die harten Fakten zu den starken Menschen: Woher kommt die Widerstandskraft?

  • Ein Kind wählt und formt sich seine Umwelt nach den eigenen Bedürfnissen. (S. 139f)
    • Dagegen: Sabina Pauen: „Wir müssen für unsere Kinder eine stimulierende Umgebung schaffen.“ (S. 176)

Wie man Kinder stark macht

  • Die vor allem in Deutschland verbreiteten Vorbehalte gegenüber einer frühen Außerhausbetreuung beruhen auf Ideologie und nicht auf Fakten. Kinder, deren Mütter schon bald nach der Geburt wieder arbeiten gehen, entwickeln nicht häufiger Verhaltensprobleme, Ängste oder psychosomatisches Bauchweh und sind nicht weniger fröhlich als Kinder von Vollzeit-Hausfrauen. Im Gegenteil: Die Kleinen sammeln gerade in Krippen und Kindergärten wichtige Erfahrungen, die sie zu starken Persönlichkeiten werden lassen. (S. 158)
  • Eltern von heute sind vor allem besorgt.“ (S. 159)
  • Friedrich Lösel. „Man darf dem Kind nicht alles abnehmen. Schwierigkeiten gehören zum Leben dazu. Das muss man sich immer wieder klar machen. Man kann Schwierigkeiten auch einfach mal akzeptieren und trotzdem glücklich sein.“ (S. 160)
  • Ein Kind muss Enttäuschungen und Niederlagen erfahren dürfen. Überall da, wo ein Kind nicht unbedingt Hilfe braucht, sollte man es gewähren lassen. ⇒ So wenig wie möglich, so viel wie nötig.
  • Friedrich Lösel: „Es gibt überhaupt keinen Zusammenhang zwischen Verhaltensproblemen und mütterlicher Berufstätigkeit.“ → Es ist kein Problem, Kinder früh in den Kindergarten zu geben und dass die Mutter bald wieder arbeiten geht. (S. 173)
  • „Es kommt nicht darauf an, dass Eltern und Kinder möglichst viel Zeit beisammen sind, sondern wie sie das Miteinander gestalten.“ (S. 174)
  • Übermutterung ist nichts Gutes. Nach dem ersten Lebensjahr sind erweiterte Sozialkontakte der Entwicklung förderlich. (S. 177)
  • Vor allem für Erstgeborene sind Krippen vorteilhaft, um soziale Fähigkeiten zu trainieren. Allerdings reagiert nicht jedes Kind gleich auf eine Krippe. (S. 178)
  • Alexander Grob: „Kinder sind unglaublich fehlertolerant.“ → Eltern müssen nicht perfekt sein, müssen nicht alles richtig machen. Eltern, entspannt euch! (S. 179)

Lehren für den Alltag

  • Temperament und Charaktereigenschaften sind in gewissem Maße von Geburt an festgelegt, aber sie sind auch im Erwachsenenalter noch veränderbar. (S. 185)
  • Seligman: „Build what’s strong“ statt „fix what’s wrong.“ (S. 199)
  • Willibald Reich: „Charakterstärken trainieren macht glücklich.“ (S. 201)
  • Sich auf seine Neugier, Dankbarkeit, Optimismus, Humor und Enthusiasmus zu konzentrieren hat den größten Effekt. (S. 201)
  • „Werden Sie spirituell!“ → Resiliente Menschen sind häufig sprituell (≠ religiös) (S. 203)
  • Jens Asendorpf: „Duckt euch nicht weg!“ (S. 206)
  • Krisen machen resilient. In großen Krisen werden Kräfte mobilisiert, denen man sich vorher gar nicht bewusst war. Gilt auch für Paare. Gesammelte Krisen ergeben „bunten Strauß an Bewältigungsstrategien.“ (S. 209)
  • Man kann Resilienz also erwerben. Das Dumme ist nur: Man kann sie auch jederzeit wieder verlieren.“ (S. 211) → Man kann nicht in jeder Situation stark sein.
  • „Muße muss sein!“ (S. 226)
    • „Ohne einen gewissen Abstand, ohne ein Innehalten erlangen wir keinen neuen Blick auf alte Herausforderungen.“ (S. 226)
    • „Raum für Kreativität ergibt sich nur durch Nichtstun.“ (S. 226)
  • Soziologe Robert Merton: Serendipity → Prinzip, dass „Der Zufall begünstigt einen wachen Geist.“ (S. 228)

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