Ehrenfried und Brigitte Conta Gromberg: Die Zeit der Smarten Experten (2018)

Wie jedes Buch der Conta Grombergs ist auch dieses Pflichtlektüre für alle Solo-Berater, Coaches, Trainer, Edupreneure und jene, die es (erfolgreich) werden wollen.

Gelesen: März – April 2020

1. Die Zeit der Smarten Experten

Der Wandel hin zu smarter Technik hat auch Nachteile:

  • Fast jeder kann nun produzieren.
  • Die Quantität nimmt zu, nicht immer die Qualität. (S. 23)

Deutungsrahmen fehlen

  • „Fakten können nicht mehr greifen, weil Deutungsrahmen fehlen. Ohne Verarbeitungsstrategie trifft man Entscheidungen auf einer vagen Gefühlsbasis oder stützt sich auf wenige Meinungen oder Details.” (S. 29)
  • „Solopreneur” ist so ein wertvoller Deutungsrahmen; auch „Lifestyle Entrepreneur” oder „Lifestyle Business“
  • Das ist auch die große Stärke von Konzepten, v.a. grafischen Konzepten: Sie geben uns einen Deutungsrahmen, der uns hilft, einzuordnen, zu verstehen und Zusammenhänge zu erkennen.

Experten-Aufgabe = Angst nehmen + Wissen organisieren

  • „Wir mögen aber angstmachende Begriffe wie Wissensexplosion oder Informationsflut nicht. […] Experten-Aufgabe ist es, Angst zu nehmen und Orientierung, neue Ergebnisse und Entscheidungen möglich zu machen.” (S. 30)
  • „Gutes Wissen steht bereit. Ihre Experten-Aufgabe: Wissen organisieren, selbst weiterlernen und Wissen so aufarbeiten, dass es andere gerne aufnehmen.” (S. 30)

Zugang für Smarte Experten: „Lebensnah und vertrauenswert sein”. (S. 33)

Die Zeit der neuen Selbstlerner:

  • „Menschen wollen Antworten auf die (für sie jetzt) dringenden Fragen – sofort und möglichst von dem Vorbild, Lehrer, Experten, dem sie vertrauen.” (S. 36)
  • „Ein Grund für die Selbstlernkultur ist, dass große Systeme nicht mehr das Vertrauen haben. Ein anderer Grund ist aber schlicht, dass man nicht die Zeit hat, für jedes Thema in die Schule zu gehen.” (S. 36)
  • „Der kostenlose Informationshappen kommt aber schnell an Grenzen. Was folgt dann? Die strukturierten Angebote. Das ist das Feld der Smarten Experten. Sie geben mehr als zwei Sätze Information. Sie inspirieren, verknüpfen, strukturieren und begleiten.” (S. 36)
  • „Für individuelle Selbstlerner geht es nicht mehr um Zertifikate, es geht um das persönliche Weiterkommen. Oft kreuzen sich Lifestyle und Fachwissen.” (S. 37)

2. Wissen, das smart ist

Kein einzelnes Buch, sondern Serien schreiben!

  • „Ein einzelnes Buch zu schreiben, bringt Sie im seltensten Fall weiter, es ernährt Sie nicht. Aus diesem Grund bauen Smarte Experten Geschäftsmodelle, in denen Serien möglich sind.” (S. 69)
  • „Lernen Sie, Publikationen strategisch zu planen.” (S. 69)
  • „Gleich ob Bücher oder andere Medien: Denken Sie in einem Portfolio.” (S. 69)
  • vgl. S. 113: Verschiedene Formen von Buchreihen

Wie Vera F. Birkenbihl arbeitete

  • „Sie bereitete monatelang ihre Seminare und Vorträge bis ins letzte Detail vor, übte sie oft und lebte Edutainment.” (S. 71)

Kreation und Kuration

  • „Das von Ihnen weitergegebene Wissen kann von Ihnen selbst stammen (Kreation) oder Sie arbeiten das Wissen von anderen auf (Kuration). In der Regel ist es eine Kombination.
    • Sie verarbeiten Wissen von anderen.
    • Sie reichern es mit eigenen Erfahrungen, Erkenntnissen etc. an.” (S. 72)
  • „Harmonie kommt durch Ordnung.” (S. 72)

Smarte Verlage, smarte Akademien

  • „Damit das Ganze smart wird, brauchen Sie smarte Produkte. Diese werden häufig online angeboten. Das ist aber nicht zwingend, wichtig ist die Skalierbarkeit (die Möglichkeit der Vervielfältigung).” (S. 72)

Klassisch und smart mischen (S. 73)

  • Idee: UGP und FH ist überwiegend klassisch und nur ausnahmsweise smart.
  • Daher mache ich SILBE überwiegend smart und nur ausnahmsweise klassisch (z.B. für Speaking Gigs).
  • Das klingt für mich doch voll einleuchtend!
  • Wenn ich UGP/FH aufgebe, habe ich mehr Platz für klassische Elemente in SILBE:

3. Finden Sie Ihr Experten-Thema

Die Experten-Biografie -> Experten-Spirale

  • Super visuelles Konzept
    • Ich will auch viele dieser super visuellen Konzepte schaffen, vgl. Beratungs-Skizze
  • „Gleich, von wo Sie einsteigen, Sie entfalten ab dem Einstieg in eine Experten-Biografie, in die Sie sich tiefer einarbeiten und dabei auf Zusammenhänge stoßen, die es wert sind, für andere dargestellt zu werden. Sie lehren Ihr Wissen, arbeiten mit immer mehr Menschen, erhalten Rückmeldungen, bilden sich weiter, wachsen im Thema, werden kompetenter. Sie setzen damit eine Experten-Spirale in Gang, die Sie und Ihre Kunden vorantreibt.” (S. 83)

Herz oder Taxi (S. 86f)

  • „Das Herz steht für Leidenschaft. Das Taxi für die Nachfrage.“
  • Herz mit Taxi: Das Thema bewegt Sie stark, Sie sind darin gut und haben dafür eine Leidenschaft. Es bringt Menschen weiter und diese honorieren das.
    • Die beste Lösung; nicht immer sofort möglich
  • Taxi mit Herz: Das Thema ist sehr gefragt und sehr gut bezahlt. Sie haben dafür eine grundlegende Begeisterung. 
    • Gut geeignet; oft wird hier gestartet.
  • Taxi ohne Herz: Das Thema ist sehr gefragt und gut bezahlt. Aber es berührt Sie nicht wirklich. Das ist seelenlos.
    • Nur als Notlösung.
  • Herz ohne Taxi: Es ist Ihre Leidenschaft, aber niemand will damit etwas zu tun haben oder dafür bezahlen.
    • Selbstausbeutung

Thema ≠ Geschäftsmodell

  • „Zu wissen, was man tun will (sein Thema zu kennen), und davon leben zu können, sind zwei Paar Schuhe. Wenn Sie als Smarter Experte einen Vollerwerb anstreben, brauchen Sie nicht nur ein Publikum, Sie brauchen ein Publikum, das bereit ist, für Ihre Angebote zu zahlen.” (S. 88)
  • „Der Aufbau eines Experten-Geschäftsmodells ist daher keine einsame Entscheidung, sondern ein Prozess mit Prototyping, Testen oder der Bereitschaft, selbst zu lernen und sich zu verändern.” (S. 88)
  • „Jede Themen-Idee ist zunächst eine These.” (S. 88)
    • vgl. Faltin: Businessplan = eine Sammlung von Annahmen

Der Mythos von der Nische

  • „Eine Nische ist nicht per se stark. Randschärfer ist: Nische ist möglich, aber nicht Pflicht.” (S. 93)
  • „Oft sind breitere Themen der bessere Weg zum Ziel. […] Warum gehen sie nicht einfach in einen Bedarf, den viele haben? […] Tun es aber so, dass Sie es anders, besser, gesünder, direkter vermitteln.” (S. 93)
  • „Faustformel: Gehen Sie lieber in ein Feld, in dem Sie ein Publikum haben, als in ein Feld, in dem noch niemand ist. Bedarf geht vor Nische.” (S. 93)

Nischen-Strategien

  • „Trotzdem: Gut gebaute Nischen-Strategien sind stark und attraktiv!” (S. 94)
  • „Die Leitfrage für Nischenkonzepte lautet: Um welchen Bedarf kümmert sich noch niemand oder niemand gut genug? Eine Nische entdeckt zu haben, bedeutet noch nicht, dass Kunden auch für das Nischenprodukt Geld ausgeben und es genug Kunden für die Nische gibt.” (S. 94)
  • „Ziel ist, der bekannteste / beste Anbieter in der Nische zu sein.” (S. 95)

Der Suchpfad der Kunden

  • „Es geht nicht um Ihr Wissen, es geht um den Suchpfad ihrer Kunden! Gute Experten folgen dem inneren Dialog ihrer Kunden. Was suchen die Kunden? Was wollen sie wissen, um sich entscheiden zu können?” (S. 96)
  • vgl. So funktioniert auch gute SEO.

Die Lernschicht-Pyramide

  • „Jedes Thema hat verschiedene Lernschichten. Welche behandeln Sie?” (S. 99)
  • „In der Regel interessieren sich die meisten Personen für die Einführung und das Basiswissen. Sie halten nicht bis zur Meisterschaft durch. Dafür wird weiter oben mehr gezahlt.” (S. 99)
  • Grafik S. 99
  • „Nehmen Sie Ihre Stichworte (Inhalte) und verteilen Sie diese auf die Lernschichten. Wann und wo würden Sie welche Inhalte vermitteln?” (S. 101)
    • Das ist auch ein sinnvoller Ansatz für B41: Nicht alles ist Basiswissen; nicht alles muss in das erste Produkt rein, manches ist auf höheren Ebenen = Erweiterungsprodukten angesiedelt.
    • Das ist ur erleichternd!
    • Wie das gemacht werden kann, dafür gibt es eine super Anleitung auf S. 101!

Signature Systems = „Frameworks”

  • ein Framework ist „ein (neuer) Lösungs- oder Vermittlungsansatz mit einem stark reduzierten Regelwerk […], eine bestimmte Didaktik, oft kombiniert mit Infografiken und Typologien.” (S. 104)
  •  „Ein Framework hilft Ihnen und Ihren Kunden!” (S. 104)
  • „Das Framework schafft Sicherheit.” (S. 105)
  • „Aber Vorsicht: Gute Frameworks entstehen nicht allein durch simple Blog-Headlines wie „5 Schritte zum erfolgreichen ______”.” (S. 105)

4. Die 5 Experten-Typen

Experten-Typ „Programm-Anbieter”

  • Das bin ich im Kern!
  • Das andere bin ich nicht oder nur am Rand!
  • = Der Trick für Mischtypen: „Die Typen kennen, sie gezielt nach eigenem Bedarf mischen, aber niemals alles auf einmal wollen.” (S. 111)

Was machen wir in Europa (nicht) richtig?

  • In Europa herrscht der „oft langweilige euroakademiesche Stil. Hier können sich viele „Lehrer” eine Scheibe abschneiden [von den USA]. Begeisterung als Grundhaltung beim Lernen, persönliche Erfahrungen, die unter die Haut gehen, das wäre doch mal was.” (S. 111)
  • Dafür sind in Europa Werte und Qualität stärker ausgeprägt und wichtiger.

Programm-Anbieter

  • „Ein Programm ist strukturiert und hat einen Lehrplan.” (S. 132)
  • „Oft erfolgt die Auslieferung des Programms unten auf der Treppe rein medial, weiter oben steigt der Präsenzanteil (blended learning bis reines Seminar).” (S. 132)
  • Mit B41 bin ich Programm-Anbieter. Was hier gesagt wird und die Beispiele können mir sehr nützlich sein als Inspiration und Guidelines!

sein wollen vs. sein können (S. 144)

  • Was Sie sein wollen: Was wünschen Sie sich?
  • Was Sie sein können: Ihre Möglichkeiten (Potenzial)
  • Ja, ich habe große Pläne. Aber habe ich auch die Möglichkeiten/das Potenzial dafür (z.B. Zeit)?

In welchem Typ trauen Sie sich Kontinuität zu?

  • „Überschätzen Sie sich nicht. Zu viele Typen = Bauchladen” (S. 145)
  • „Was ist Ihre zentrale Stärke (Buch, Sender, Rede, Kurse, Community)? (S. 145)
  • „Haben Sie den Mut, Ihren Experten-Typ festzulegen.” (S. 145)
    • Mein Thema LE/LB kann jeder der 5 Typen behandeln! Ich habe auch Ideen für jeden der 5 Typen!
    • Ich muss nicht alles abdecken, was möglich wäre. Zumindest nicht alles gleichzeitig.
    • Ich darf wählen. Ich darf Kontinuität wählen.

5. Die 5 Marken-Typen

Die 5 Marken-Typen (S. 149)

  • SILBE ist eine Themenmarke? (Topic Brand)
    • Benennt Thema; benennt Lösungsansatz (z.B. Learn Scrivener Fast) 
  • Aber: „Eine Marke ist mehr als ein Name.” (S. 149)

Firma ≠ Markenname

  • „Viele machen den Denkfehler, dass der Name ihrer Firma schon der Markenname sei. Entkoppen Sie die Firma und Ihre Marken! Jedes Ihrer Konzepte kann ein eigenständiges Branding haben. […] Viele Smarte Experten arbeiten mit mehr als einer Marke (auch wir).” (S. 150)
  • Wichtig für SILBE: SILBE = Firma, aber z.B. [Projekt: Leben] ist eine Marke.
    • SILBE = „Dachmarke”, für mich intern
    • Produkte = Produktmarken = außen, Promotion, eigene Domains/Landing Pages

Sperrigkeit versperrt

  • „Nicht nur der Inhalt allein überzeugt, ohne Eingängigkeit sperren Sie sich aus.” (S. 155)

Vorsicht bei Bezeichnungen wie „Universität” (S. 157)

  • „Sie können eine Onlineakademie zwar „Institut” nennen, aber wir raten dazu nur, wenn Sie auch einen passenden Anspruch haben. […] Möglich sind Namen wie: Akademie, Camp, Center, Class, Conference, Dock, Schule, School, Werksatt – alles, bei dem andere verstehen, welche Größe und Reputation Sie real haben.” (S. 157)

Themenmarken

  • „Eine Themenmarke gut zu setzen, ist anspruchsvoll.” (S. 158)
  • Vorteil: Wenn das Keyword, nach dem die Kunden sowieso suchen, in der Marke enthalten ist…
  • Aber: „Denken Sie nicht ausschließlich an Google.” (S. 159)

Markenverantwortung (S. 164)

  • Ich habe Verantwortung für die Marken, die ich bilde/schaffe/verwende, z.B. SILBE, B41, [Projekt: Leben] etc.
  • Ich muss mit diesen Marken sorgsam und sorglich umgehen!

Meine Kreativität = ich schaffe ein eigenes Framework!

  • Framework = „selbständig geordneter Lösungsweg mit Regelwerk” (S. 165)
  • „Dieses Framework macht das Lernen im Thema leichter als sonst.” (S. 165)

„Hören Sie auf zu basteln!” (S. 167)

  • „Denken Sie Ihre Expertenmarke strategisch, nicht nur aus dem Bauch. Setzen Sie auf Qualität im Produkt, wie in der Kommunikation.” (S. 167)
  • Buch-Tipp: Bernd M. Samland: Unverwechselbar (2006)

7. Als Experte smart starten

Es dauert drei Jahre.

  • „Ein Experten-Start ist aber keine klassische Existenz-Gründung. Wir raten davon ab, es wie eine Ladeneröffnung zu sehen. Alles einrichten und dann die Türen öffnen… Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie zur Etablierung brauchen. Wir sprechen immer pauschal von drei Jahren. […] Achten Sie auf ein Sicherungs-System.” (S. 204)

Es ist Arbeit!

  • „Lassen Sie sich nicht täuschen: Der eigene Weg zum smarten Expertentum ist oft steinig. Es ist Arbeit, eigene Produkte aufzusetzen, darüber Einkommen zu etablieren und stabil zu halten. Es ist oft bequemer, jeden Morgen um 6 Uhr aufzustehen und um 8 Uhr in irgendeinem Betrieb seinen Arbeitsplatz einzunehmen.” (S. 204)

8. Sich als Experte smart wandeln

Mischen Sie klassisch und smart!

  • „Mischen Sie klassisch und smart. Werfen Sie nur die Dinge raus, die nicht mehr passen.” (S. 211)

SILBE gehört ab jetzt an erste Stelle!

  • „Ihr eigenes Konzept gehört ab jetzt an erste Stelle. Die alten Kunden für eine Übergangszeit noch weiter zu halten und gut zu betreuen, bedeutet nicht, dass sie Ihre beste Zeit bekommen. Ihre besten Arbeitszeiten gehören ab der Entscheidung, smart zu werden, Ihnen! In dieser Zeit arbeiten Sie für sich selbst!” (S. 218)

9. Eine Expertenbiographie leben

SILBE ist mein Lebenswerk!

  • „Was wünschen Sie sich als Lebenswerk?
    • Welche Impulse sollen bleiben?
    • Welche Menschen hätten Sie gerne bewegt?
    • Was soll von Ihnen erinnert werden?” (S. 238)

Wir glauben an Sie!

  • „Wir glauben: Immer mehr werden lernen wollen, ohne Ideologien und ohne den Staub von alten, vermufften Systemen. Menschen wollen dabei Spaß haben, nicht an der Nase herumgeführt werden, wollen entdecken, sich entfalten und vorankommen. All das können Sie liefern. Wir glauben an Sie.” (S. 241)