13. Oktober 2020 – Thema: Offline
âEinzelcoaching online ist sicher die Königsdisziplinâ, weil man ĂŒber den online-Kanal eine Beziehung herstellen will/soll.
- Das ist eine groĂe Herausforderung – und eine reife Leistung, wenn es gelingt.
Die Beratungskund*innen sind unterschiedlich technisch ausgestattet. Das ist nicht immer einfach – weil unsere Kund*innen keine Online-Profis sind. Da geht es auch darum, dass die technischen Voraussetzungen oft gar nicht gegeben sind. Unter diesen UmstĂ€nden ist das Telefon das beste technische Mittel – weil es am einfachsten ist. Geschweige denn kennen sie sich mit optimalen LichtverhĂ€ltnissen etc. aus.
Halo-Effekt
- Ein Merkmal ĂŒberstrahlt alle weiteren.
- âWenn jemand besonders höflich, nett und freundlich istâ, wird ihm vieles positiv ausgelegt.
- Gegenteil: âTeufelshörer-Effektâ: Ein negatives Merkmal ĂŒberstrahlt alles andere (z.B. wenn jemand schlecht riecht – alles, was mit dieser Person zu tun hat, âwird negativ gefĂ€rbt seinâ).
âIm Endeffekt geht es darum, dass wir unsere Ziele erreichen.â -> Wir sollten uns dabei unsere Arbeit so leicht wie möglich machen. Dabei kann unser Auftreten helfen.
- Einen negativen ersten Eindruck kann man korrigieren, das geht schon – aber es dauert sehr lange.
- Unser Auftreten ist âeine UnterstĂŒtzungsleistungâ fĂŒr unsere eigentliche Arbeit.
- Der erste Eindruck beeinflusst nun mal den weiteren Kontaktverlauf.
Die Stimme ist fĂŒr den ersten Eindruck viel wichtiger als der Inhalt. Wie ich etwas sage, hat viel mehr Wirkung als das, was ich konkret sage.
Idealsituation eines perfekten Business-Auftrittes: Die Werte, die wir in unserer Arbeit reprÀsentieren möchten, mit unserem Auftreten, mit unserem Aussehen vermitteln.
- Mit jedem Auftritt reprÀsentieren wir Werte. Aber: Wie bewusst tun wir das?
- Es gibt Dresscodes, die besser oder schlechter zur Rolle passen.
- âUnterschĂ€tze niemals den Branchen-Dresscode.”
Das Auftreten soll nicht von der Kompetenz ablenken. Deswegen ist der klassische Business-Dresscode auf dunkel und eintönig.
- Ein guter Dresscode wirkt authentisch. GlaubwĂŒrdig. Zur Rolle passend. Werte reprĂ€sentierend.
âFrau Merkel hat es hervorragend geschafft, sich eine Uniform zu schaffen, die aber auf den ersten Blick nicht wie eine Uniform aussieht.â
- Immer das gleiche KleidungsstĂŒck, aber in immer wechselnden (auch sehr krĂ€ftigen) Farben.
- AuffÀllig, aber trotzdem bestÀndig. Man sieht im Gruppenfoto immer sofort, wo Angela Merkel steht.
- Uniform sagt auch: Ich habe Wichtigeres zu tun, als mich jeden Tag mit meiner Kleidung zu beschÀftigen.
- Hat es geschafft, eine Marke damit zu schaffen.
Gruppenarbeit: WofĂŒr möchte ICH stehen im Job? WofĂŒr will ĂSB stehen?
- Werte im UGP: WertschĂ€tzung, Kompetenz, ProfessionalitĂ€t, Offenheit, ein bisschen KreativitĂ€t, ein bisschen SpaĂ.
Alte Grundregel âBesser overdressed als underdressedâ gilt im AMS-Kontext oft gerade nicht!
- Overdressed wirkt dann oft âvon oben herabâ und verbaut den Zugang zu den Kund*innen.
4 Goldene Regeln im Business Dresscode:
- Gepflegte Ă€uĂere Erscheinung legt die Basis. Wenn das nicht passt, âkann ich machen, was ich willâ.
- WertschĂ€tzung signalisieren durch angemessenes (!) Auftreten. Bedeutet auch, WertschĂ€tzung gegenĂŒber dem eigenen Unternehmen auszudrĂŒcken durch angemessene Kleidung.
- Vertrauen schaffen durch authentisches Auftreten. Die Kleidung muss auch zu mir und fĂŒr mich passen.
- Professionell wirken durch das Beherrschen der Dresscode-Basics – âauch wenn sich hier in den letzten fĂŒnf, zehn Jahren vieles gelockert und verĂ€ndert hatâ.
ad 1) Accessoires sind wichtig!
- Schuhe sind schon abgetragen und stellenweise offen; GĂŒrtel ist brĂŒchig; HandyhĂŒlle ist abgewetzt etc.
- Diese Dinge waren irgendwann schon mal gute QualitĂ€t, aber sie nĂŒtzen sich einfach mit der Zeit ab.
- Kleinigkeiten wirken! âGerade Accessoires können das komplette Outfit aufwerten oder eben auch abwerten.”
- âWenn ich mit mir selbst schon nicht sorgsam umgehe – wie gehe ich dann mit den Dingen um, die mir mein GegenĂŒber anvertraut?”
ad 2) Angemessenes Auftreten
- âEs passt nicht alles immer gleich.â = dem Kontext angemessen auftreten: Beruf, Familie, Freizeit (Oper vs. Flex)
- âOptische Kompetenzâ: Wie kompetent werde ich von anderen wahrgenommen – aufgrund meiner optischen Erscheinung?
Business Dresscode – Basics
- Passform: Die Kleidung, die ich trage, soll mir gut passen (nicht zu groĂ, nicht zu klein).
- âAchtenâs vor allem auf die ĂrmellĂ€ngenâ beim Sakko, beim Hemd – âdes is ned viel Aufwandâ und âkostet kein Vermögenâ, das Ă€ndern zu lassen.
- âMind the gapâ: Wirklich schauen, dass das Hemd nicht aufklafft: âDas ist wie ein Vampir, der die Blicke anzieht.â Das fĂ€llt einfach auf.
No-Gos bei der Kleidung im UGP (Gruppenarbeit):
- Kurze Hosen, abgetragene Kleidung und Schuhe, ungepflegte Haare und Bart, offene Schuhe, Freizeitlook, ungepflegte NĂ€gel, nicht sauberes Equipment (Laptop, Maus, Handy etc.), Mundgeruch, Kleidung mit Botschaften.
- âLieber ein gebĂŒgeltes Poloshirt als ein ungebĂŒgeltes Hemd.”
- âUngebĂŒgelt hör i gar ned gern.â Zumindest der Bereich, den man im Online-Training sieht, sollte gebĂŒgelt sein.
- âMein Tipp fĂŒr die Herren: Nie ein Shirt ohne Kragen.â Wirkt einfach eine Spur professioneller als ein runder Kragen. Augenhöhe ja, aber wir leiten unsere Kund*innen dennoch an.
- âJe mehr Ton in Ton, desto lieber, weicher, netter, sympathischer wirke ich.”
20. Oktober 2020 – Thema: Online
Am Wichtigsten ist immer, dass man sich wohl fĂŒhlt. Sonst wirkt es immer gekĂŒnstelt.
Auch bei der Online-Beratung ist nicht der ideale Hintergrund das Wichtigste, sondern dass man sich wohl fĂŒhlt.
- âWir alle haben kein Fernsehstudio zuhauseâ – und das ist auch gut so. Weil eine gewisse persönliche Note Bezug und Beziehung zum GegenĂŒber schafft. Viel mehr, als wenn alles steril wie in einem Studio ist.
- Und: Wenn man lĂ€nger in Online-Beratung sitzt, soll man sich auch wohlfĂŒhlen.
- Manches ist auch einfach âden Aufwand nicht wertâ. Nicht alles muss 100%ig sein.
- âSie brauchen nicht vor jedem Meeting ihr ganzes BĂŒro umbauen.â Aber: BlickfĂ€nge im Hintergrund, die stark ablenken, wenn möglich entfernen.
Hintergrund
- Hintergrund sollte hell sein, nicht dunkel.
- Immer bedenken: Auch der Hintergrund hat eine Ausstrahlung.
- Hintergrund muss nicht immer komplett leergerĂ€umt sein – aber er soll aufgerĂ€umt sein. Ein aufgerĂ€umtes BĂŒcherregal kann sehr gut aussehen.
- Durchdesignt statt unaufgerÀumt, ist das Motto.
- Ordnung und Struktur wirken professionell.
âDer ideale Bildausschnitt geht ungefĂ€hr bis zu den Achseln.â
- âEinfach selber ausprobieren, selber Screenshots machen.”
- Privatfotos im Hintergrund weggeben.
- Bereich ĂŒber dem Kopf (Headroom) sollte nicht zu groĂ sein, sonst verschwindet man im Hintergrund. Aber er sollte vorhanden sein.
- Zu nah an der Kamera: Wirkt bedrohlich; verzerrt das Gesicht (wie im Horrorfilm).
- WÀhrend die Kamera lÀuft, nichts Anderes machen: Tippen, essen, aufs Handy schauen, etc.
Stehen bei der Online-Beratung hat viele Vorteile:
- Man lĂŒmmelt nicht so.
- Man fĂŒhlt sich dabei auch wohler.
- Das Stimmvolumen ist gröĂer.
- Man wirkt prÀsenter, allein durch die Körperhaltung.
Ein F2F-Coaching kann natĂŒrlich ein bisschen legerer sein als ein formales Webinar. Beim Coaching kann man auch mal lĂŒmmeln und sich zurĂŒcklehnen, das wirkt trotzdem okay weil authentisch.
Kamera
- Sollte Full HD (1080 p) können.
- Laptop-Kameras haben oft sehr schlechte QualitÀt (NTSC 480p).
- Full HD oder besser (4K, 2160p) schafft aber die Bandbreite oft nicht.
- HD ready (720p) ist ein guter Mittelwert.
- Wirklich sehr gute Webcam bekommt man um 250 Euro.
- Kamera sollte unbedingt auf Augenhöhe platziert sein.
- âDer ungĂŒnstigste Winkel ist der Winkel von unten.”
- Kamera auf Augenhöhe stellen: Wirkt dann nicht so âvon oben herabâ.
- Laptop âaufbockenâ mit Kopierpapier o.Ă.
- Gute Kameras haben auch ein rauschunterdrĂŒckendes Mikro eingebaut.
- Aber: Je besser die Kamera ist, desto mehr sieht man vom Gesicht (ordentlich rasiert? glÀnzende Stirn? -> Stirn abwischen)
- Kamera macht grundsÀtzlich blass.
Licht
- Echte Studiobeleuchtung ist âDreipunktbeleuchtungâ: Man steht in der Mitte eines Dreiecks. Das Licht kommt nie direkt von vorne – auĂer es ist Tageslicht.
- Das beste Licht ist immer Tageslicht. Aber gerade im Winter gibtâs halt wenig davon. Da macht eine kĂŒnstliche Lichtumgebung Sinn, die funktioniert, egal wie es drauĂen ist.
- KĂŒnstliches Licht kommt idealerweise von beiden Seiten schrĂ€g.
- Licht sollte eher diffus sein. Zur Not etwas vor die Lampe hÀngen, damit es nicht spiegelt und reflektiert.
- Allzu viel Licht nimmt jegliche Kontur im Gesicht und wirkt dann sehr unnatĂŒrlich.
- Die meisten haben aber eher zu wenig Licht.
- Hintergrund sollte nicht besser ausgeleuchtet sein als das Gesicht.
Ideal wĂ€re natĂŒrlich den Augenkontakt zu halten. Das verstĂ€rkt die Beziehung zum GegenĂŒber.
- Direkt in die Kamera schauen vs. der Person am Bildschirm ins Gesicht schauen – wo wir automatisch hinschauen wĂŒrden.
- Das muss man ein bisschen ĂŒben.
- Es hilft, die Kacheln in Zoom in eine Linie mit der Kamera zu schieben. Oder die externe Kamera ein bisschen rechts der Mitte aufstecken und darunter die TN-Kacheln.
Outfit
- So, wie ich ins BĂŒro gehen wĂŒrde, auch in die Online-Beratung gehen.
- Kamera verstÀrkt Kontraste und verschluckt Farben => dunkle Farben sind nicht ideal (verschwimmen mit dem Hintergrund), einfÀrbig ist besser als gemustert, gerne auch krÀftige Farben.
- Kleidung sollte sich vom Hintergrund abheben.
- Nichts tragen, das LĂ€rm verursacht.
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