Gerald Hörhan: Der stille Raub (2017)

Ich mag den Stil des „Investment Punk“, auch in diesem Buch. Kein Blatt vor dem Mund, ein bisschen dramatisch – und mit vielen Wahrheiten.

Durch Digitalisierung entsteht Nachfrage

  • „Durch Digitalisierung entsteht Nachfrage. Das sollten Sie verstehen, und dann fangen Sie an. Fangen Sie einfach an.“ (S. 29)

Luxus und Statussymbole sind Zeitverschwendung

  • „Ich verstand auch diese Lektion: Die Menschen hier haben ein klares Ziel vor Augen. Sie wollten die Welt verändern. Luxus und Statussymbole waren für sie Zeitverschwendung.“ (S. 37)

Die Qualität meines digitalen Auftritts

  • Wie erfolgreich du in der digitalen Revolution bist, hängt von der Qualität deines digitalen Auftritts ab. (S. 39)

Matthäus-Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben

  • „Je mehr ich mich mit der digitalen Revolution befasste, desto klarer wurde mir, dass sich die Welt tatsächlich gerade teilte: in wenige, die viel haben werden, und in viele, die wenig haben werden.“ (S. 50)
  • Die digitale Revolution fördert „winner-take-all“-Spiele; wegen des Netzwerk-Effekts.
    • Wer wenige Nutzer hat, wird auch noch die wenigen verlieren.
  • „Der Installateur mit dem besten digitalen Auftritt kann die höchsten Preise verlangen und bekommt trotzdem die meisten Kunden. Der ganze Rest muss sich teilen, was übrigbleibt, und kann dann nur noch über die Ungerechtigkeit der Welt jammern.“ (S. 85)

Wer erfolgreich sein will

  • „Wer erfolgreich sein will, muss Probleme und Herausforderungen offensiv angehen. Aus Feigheit, Trägheit, Gleichgültigkeit oder einfach Dummheit verhalten sich aber die meisten Menschen genau umgekehrt. Selbst dann noch, wenn ihre Existenz massiv und unmittelbar bedroht ist.“ (S. 90)

Das Olympia-Prinzip

  • „Wer gut ist, gewinnt, wer nicht gut ist, verliert.“ (S. 93)
  • „Es ist das gleiche Prinzip wie bei den Olympiaden. Es zählt die Goldmedaille. Silber und Bronze haben noch Bedeutung. Doch der Rest geht leer aus.“ (S. 94)
  • vgl. Matthäus-Prinzip

Mit der Digitalisierung entstehen regionale Oligopole und Monopole

  • „Denn während viele Anwälte, Ärzte, Notare, Steuerberater, Hoteliers, Installateure oder Einzelhändler noch auf ihrem hohen Ross sitzen und keinen Grund für Veränderungen sehen, haben einzelne ihrer Kollegen bereits erkannt, was abläuft. Die haben schöne Webseiten, Blogs und Videokanäle, Social-Media-Profile, auf denen sie sich als Experten präsentieren und auf denen sie interessante und wertvolle Informationen und Services anbieten. Diese wenigen Menschen, die schon jetzt den Trend wahrnehmen, werden nur noch schwer zu überholen sein. Sie sind es, die sich viele der regionalen Monopole sichern oder den regionalen Oligopolen angehören werden.“
  • gilt auch für Lehrer, Trainer, Unternehmer, Gründungsberater etc.

Die große Verblödung

  • „Genauso wie das Internet selbst werden die meisten Menschen die virtuelle Realität vor allem für Schwachsinn nutzen.“ (S. 140)

Der Weg zum digitalen Unternehmer ist „arbeitsreich“

  • „Es ist nicht so einfach, wie es vielleicht gerade geklungen hat, und es braucht etwas Zeit. Als ich verstanden hatte, worum es bei der Digitalisierung der Wirtschaft geht, musste ich mich selbst disziplinieren, um mir trotz aller anderen Belastungen diese Welt zu erschließen. Ich musste mich mit der Materie auseinandersetzen, mich einlesen, mich im Internet informieren, Experten treffen und viele leere Kilometer in Kauf nehmen. Den Weg vom digitalen Nichtwisser zum Internetunternehmer als arbeitsrech zu beschreiben, wäre noch untertrieben.“ (S. 184)

Wer in der digitalen Wirtschaft scheitert

  • „Es geht um eine gute Mischung aus Vision und Pragmatismus. Denn zwei Typen von Menschen, die mir in der digitalen Wirtschaft immer wieder begegnen, werden dort scheitern: Absolventen von Eliteuniversitäten, die früher vielleicht Investmentbanker geworden wären und jetzt in der digitalen Wirtschaft das große Geld machen wollen, darüber hinaus aber keine unternehmerische Vision mitbringen. Und Idealisten mit rosaroter Brille, die den Kapitalismus ablehnen, nur die Welt verbessern wollen und nichts außer einer meist unausgegorenen Vision mitbringen.“ (S. 185f)
  • Es scheitert das reine Performance-Mindset genauso wie das reine Growth-Mindset.

Jetzt gleich anfangen.

  • „Wer mit der digitalen Revolution aufsteigen will, hat umso bessere Chancen, je früher er sich damit professionell [!] befasst. Zumindest im deutschsprachigen Raum sind die meisten Menschen in Sachen digitale Revolution noch ziemlich am Anfang. Wer jetzt zu den Leuten gehört, die damit beginnen, wird sich eine starke Marktposition verschaffen können.“ (S. 187)

Corporate Entrepreneurship

  • „Menschen, die wissen, wie sich neue Geschäftsmodelle in einer klassischen Konzernstruktur umsetzen und etablieren lassen, werden eine glänzende Zukunft haben.“ (S. 196)

Jedes digitale Geschäft steigert den Marktwert seines Betreibers

  • „Selbst wenn sie ihre Idee nicht durchsetzen können, erwerben sie sich bei dem Versuch Fähigkeiten, die am Arbeitsmarkt dringend gebraucht werden.“ (S. 203)

In der digitalen Wirtschaft herrscht Goldgräberstimmung

  • „Jeder kann gewinnen. Die einzige Voraussetzung ist es, mitzuspielen, und dann geht es um Ehrgeiz, Fleiß, Disziplin, Engagement und Kreativität, alles Tugenden, die sich wie von selbst einstellen, wenn etwas Spaß macht. Wer motiviert ist, sich anzustrengen, wer Spaß daran hat, bestehende bürokratische Strukturen zu durchbrechen und bestehende Märkte, Industrien und ganze Geschäftszweige umzugestalten, wer eine Vision hat, durch seine unternehmerische Tätigkeit etwas Positives zu bewirken, dem stehen goldene Zeiten bevor.“ (S. 204)