Gerd Gerken: Management by Love (1990)

Genialer Titel, spannender Grundgedanke, und dann 400 Seiten Geschwurbel. Die Nuggets habe ich hier zusammengefasst.

Das Dilemma der BWL

  • „Und das ist das Dilemma der Betriebswirtschaftslehre. Sie beschreibt Phänomene und objektive Prozesse. Sie beschreibt aber nicht die Welt hinter diesen Prozessen. Sie negiert die unsichtbaren Kräfte hinter sichtbaren Prozessen. Langfristig gesehen, wird das für die Betriebswirtschaftslehre […] viele Probleme bringen.“ (S. 16)

Es kann keine Urheberschaft für Ideen geben

  • „Zu wünschen, dass bekannt würde, dass ich der Autor bin, ist der Gedanke des Menschen, der noch nicht erwachsen ist. Es kann keine Urheberschaft für Ideen geben, sondern nur ein Vorzeigen. Und dabei ist es unwesentlich, ob von einem oder mehreren Köpfen.“ (S. 24)

Die Menschen folgen dem, der das Tao hat

  • Aus dem Tao: „Für ihn [den Weisen des Tao] besteht keine Notwendigkeit, Einfluss auszuüben. Er zieht die Menschen auf ganz natürliche Weise an. Die Menschen folgen dem, der das Tao hat, wie die Hungrigen der Nahrung folgen, die sie vor sich sehen.“ (S. 25f)

Liebe zum Markt

  • „Das ist die Liebe zu den Markt-Partnern und zu den Bedürfnissen, die sich im Markt strukturieren.“ (S. 37)

Kreativer Altruismus (Sorokin)

  • „Der kreative Altruismus ist das Gegenteil von privater Kreativität. Es ist nichts, was man für sich selbst braucht, um sich zu entfalten, sondern es ist ein Verlangen, etwas für das Ganze zu tun.“ (S. 70)
  • „Es ist ein Altruismus, der engagiert ist, der dynamisch-aggressiv ist und der ausgesprochen konstruktiv eingesetzt wird.“ (S. 70)
    • auch Erfolgs-orientiert

New-Age-Unternehmer

  • eine Gruppe neuer, optimistischer Unternehmer
  • „Die neuen Optimismus-Unternehmer sehen sich voll „im Dienst an der Gesellschaft“ und definieren damit eine gesellschafts-ethische Selbstverpflichtung, aus der heraus sie jedoch auch wesentlich mehr Einfluss und Autorität ableiten. Sei verstehen sich als „weise Mitgestalter“ einer besseren Gesellschaft und nicht etwa wie der Entrepreneur als Gestalter einer neuen Wirtschaft.“ (S. 96)

Organisationen, die Energien produzieren

  • „So geht man beispielsweise davon aus, dass Organisationen immer dann gut sind, wenn sie Energien produzieren, dass positive Energien selbst in großen Unternehmen über viele Etagen und über viele tausend Kilometer transportiert werden.“ (S. 115)

Sehnsucht

  • „Sie [die alternativen Manager] haben eine Sehnsucht nach einer Entrepreneur-Kultur.“ (S. 145)
  • Wonach haben meine Nächsten Sehnsucht?

Sinn befeuert Leistung

  • „Ein Aussteigen aus der Leistung findet nicht statt. Im Gegenteil. Langfristig wird die Formel gelten: Je mehr Sinn-Orientierung, desto mehr Leistungs-Bereitschaft.“ (S. 145)

Man kann auch geistig in den roten Zahlen sein

  • „Der Gewinn ist oft als Belohnung für die Übernahme von Geschäfts-Risiken bezeichnet worden. Er ist ein Prüfstein für die wirtschaftliche Leistung. Aber er ist mehr als das. Es genügt nicht, lediglich einen finanziellen Gewinn zu erzielen. Wir müssen auch einen geistigen Gewinn erzielen. Wenn wir sagen können, dass wir mehr von uns selbst gegeben haben, als wir von anderen genommen haben […], dann haben wir einen geistigen Gewinn erzielt. […] Auf lange Sicht kann kein Unternehmen wachsen, das geistig in den roten Zahlen operiert.“ (nach Agha Hasan Adebi, S. 267)
  • Ein stimmiges Konzept für alle Edupreneure
  • vgl. Kombination von Erfolgsorientierung und Wachstumsorientierung

Für den Mitmenschen leben

  • „Solange wir nicht vom Mitmenschen, sondern für den Mitmenschen leben, sobald wir nicht vom, sondern für den Mitschaffenden leben, […] werden wir die Menschen, die uns in unserer Gesellschaft anvertraut sind, lieben und verstehen lernen. Reich ist, wer gibt. Glücklich nur, wer sich selbst hingeben kann.“ (nach Schläpfer, S. 286)

Die entscheidenden Vorteile kommen aus dem Markt-Dialog

  • „Man wird immer mehr zu der Erkenntnis kommen, dass die entscheidenden relativen Vorteile (die die Konkurrenz-Überlegenheit ausmachen) durch die Verbesserung der Markt-Dialoge erzeugt wird. [sic]“ (S. 344)

Prestige blockiert das Lernen

  • Pehr G. Gyllenhammar: „hausgemachte Aspekte der Dummheit“: „Es ist ein Problem der Leitenden, dass sie nicht zugeben, wenn sie etwas nicht verstanden haben.“ (S. 395f)

Unternehmer brauchen Selbstliebe

  • „Nur diejenigen Manager und Unternehmer, die über ein hohes Maß an Selbstentfaltung und Selbst-Liebe verfügen, sind in der Lage, persönliche Integrität und Liebe in die soziale Dynamik der Unternehmen einzubringen.“ (S. 444)
  • und in die Märkte!

Das Produkt ist immer der Mensch

  • „Wie der SAS-Chef Carlzon in seinem Buch „Alles für den Kunden“ geschrieben hat, haben die meisten Unternehmer und Manager immer noch nicht begriffen, dass „zu wenig aufs Produkt hingearbeitet wird“. Das Produkt sei aber immer der Mensch.“ (S. 446)
  • vgl. Josh Kaufman: Im Business geht es immer um die Menschen.
  • vgl. Humanistischer, europäischer Wertekanon