Markus Gull: Warum du unbedingt Mentoren brauchst und selbst Mentor*in bist

No Story. No Glory. Podcast #8 vom 19. Mai 2020

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Figur des Mentors kommt in jeder guten Story vor. Daneben:

  • HeldIn
  • Antagonistische Kraft (oft als Person dargestellt)
  • Mentorische Kraft (oft als Person dargestellt)

LehrerInnen sind in erster Linie Influencer*innen und erst in zweiter Linie Wissensvermittler.

Lehrer müssen Mentoren sein, aber nicht jeder Mentor muss ein Lehrer sein. 

  • Ein Mentor ruft zur Reise, gibt Anstoß zum Aufbruch.
  • Mentoren zeigen hin, weisen hin, zeigen auf, geben einen Schubs, geben ein Hilfsmitteln an die Hand.
  • Mentoren helfen dabei, „wir selbster” zu werden.

Wir brauchen mehrere Mentoren. Einer reicht nicht.

  • Sowohl nacheinander, als auch gleichzeitig für unterschiedliche Aufgabenfelder.
  • Vgl. Harry Potter hatte immer mehrere MentorInnen.

Wir verwechseln manchmal Freunde mit Mentoren.

  • Freunde sind Helfer, sind den Helden gleichgestellt.
  • Mentoren stehen gefühlt meist hierarchisch über den Helden.
  • Ein Mentor hat Kompetenz in einem Thema, das für den Helden relevant ist.

Mentor = Coach

  • Mentor war meist selbst schon auf dieser Reise, die der Held noch vor sich hat.
  • „Ich habe daraus gelernt, und jetzt kann ich das Gelernte weitergeben, damit du diesen Fehler nicht machen musst.“
  • Zeigt dem Held die Lichtung, wenn er den Wald vor lauter Bäumen nicht zeigt.

Mentoren sind in den Geschichten oft Zauberer.

Mentoren können auch die schlechten Vorbilder sein.

  • Mentoren spiegeln die Dinge in uns, die wir an uns selber nicht mögen.
  • Mentoren als Schattenseiten von uns selbst.

Mentoren erledigen nicht die Arbeiten, aber geben die nötigen Hinweise. „Tun musst du schon selber.“

Mentoren gibt es in verschiedenen Gestalten:

  • Ein besonderes Buch
  • Ein bewegendes Lied
  • Eine Entdeckung
  • Ein Bild

Wir müssen unsere Mentoren nicht persönlich kennen.

  • Mentoren aus der Ferne = Vorbilder
  • „Mentoren, die nichts davon wissen“
  • Durch ihr Handeln beispielhaft
  • So unterschiedlich sind wir dann doch nicht…

Mentoren aus Fleisch und Blut unterstützen durch:

  1. Fragen und zuhören:
    • Menschen erzählen, weil sie gehört werden wollen, weil sie wahrgenommen werden wollen.
    • Menschen erklären sich die Welt beim Reden.
    • Das Zuhören allein schon ist eine ganz große Aufgabe und eine große Leistung des Mentors.
    • Ein Mentor fragt, damit sein Schützling sprechen kann – und hört auch zu: Nicht damit er antworten kann, sondern damit er versteht.
    • „Zwei Herzkammern” eines Mentors: Empathie + Kompetenz: Empathie beginnt mit Zuhören.
  2. Fehler des Helden rechtfertigen: „Ja, ich verstehe, dass du so gehandelt hast. Du hast ja nicht absichtlich schlecht gehandelt. Du wusstest es halt nicht besser.“
  3. Bestätigt den Verdacht des Mentees, aber zeigt auch den nächsten Schritt: „Ja, da hast du recht, aber wir können da was tun!“
  4. Nimmt Angst, macht Mut, verleitet aber nicht zum Leichtsinn.
  5. Gibt Träumen Aufwind, aber nährt nicht eine Illusion. 
  6. Hilft, Fehlschläge zu verhindern.
  7. Hilft, Gegner und Gegenkräfte zu besiegen, aber nimmt nicht den Kampf ab.

Ein Mentor ist kein Schutzengel:

  • Er rettet nicht.
  • Retter sind ganz andere Figuren.

Mentoren ermächtigen uns:

  • Helfen uns, indem sie uns selbstständig machen.
  • Mentoren haben großen Respekt vor ihren Mentees. Sie wollen sie erfolgreich sehen.
  • Mentoren sind unbequeme, kritische Partner.
  • Machen es dem Helden leichter, aber nicht leicht.
  • Ermöglichen den Blick aufs Ganze und aufs Wesentliche gleichermaßen.

Marken sollten nicht die Helden, sondern die Mentoren ihrer Kunden sein.

  • Im Kontakt mit den Kunden geht es darum, sie zu unterstützen. Apple hat das gut verstanden.
  • Marken sind auch „Lehrer”: Sie zeigen, sie inspirieren, sie stiften Unruhe.

Der Mentor lernt auch von seinem Mentee.

  • vgl. Nick Hornby: About A Boy
  • Kinder können hervorragende Mentoren sein.
  • „Der Lehrer lernt am meisten.”

Die ganz großen Profis unterrichten gerne. Gerade im Alter wollen sie gerne ihr Wissen weitergeben.

  • Es gibt kaum eine erfüllendere Tätigkeit, als Menschen in Bewegung zu bringen, Inspiration zu geben, Perspektiven zu geben, Orientierung und Fokus zu geben, ein Feuer anzuzünden.
  • Auch Markus Gull empfindet das so: „Das macht mich glücklich, ja, ich kann es gar nicht anders sagen.“
  • [Gerade ältere Menschen WOLLEN Mentoren sein. Ich darf auf sie zugehen und fragen, ob sie mir helfen können und wollen. Ich muss halt konkret sein mit meiner Bitte. Wenn nich nur den Mut habe und frage… Wer bittet, dem wird gegeben.]

Wir sind im Kern alle gleich: „Erfolgreiche Menschen werden von denselben Zweifeln beknabbert wie Anfänger.”

  • „Und das ist Story!”
  • Deswegen gibt es ja im Grunde nur eine Story, die in tausend verschiedenen Varianten daher kommt.

Wir sind alle selber Mentoren.

  • Es ist eine große Aufgabe von uns, selbst auch Mentoren zu sein auf vielfältige Art und Weise, auch wenn wir es gar nicht wissen.
  • Gerade Eltern sind ganz wichtige Mentoren für ihre Kinder. Das ist eine ganz wichtige Aufgabe.
  • Wir SOLLEN einander Mentoren sein. Wir sollen unsere Geschichten teilen – nämlich das, was dahinter steckt.

„Wenn der Schüler bereit ist, erscheint der Lehrer.”

  • Es gilt auch: Wenn der Lehrer bereit ist, erscheint der Schüler.
  • [Das ist eine Art Naturgesetz, auf das ich vertrauen kann. Vgl. UGP: Wir sind füreinander bereit.]

Mentoren sind nicht immer eindeutig gut.

  • Vgl. Club der toten Dichter: John Keating hat sein eigenes Trauma zu bewältigen, sucht Rache, hat eine Agenda.

Markus Gull empfindet, dass Online-Coaching eine „gläserne Wand” hat:

  • Irgendetwas kommt nicht rüber.
  • Diese „gläserne Wand” empfindet er „im Upload und im Download“
  • Wobei Video immer noch besser ist als Telefon, weil wir uns zumindest sehen.