Melody Wilding: Succeed If You’re Empathic and Driven

Modern Wisdom Podcast #315, 1. Mai 2021

Sensitive Strivers: „A Sensitive Striver is a person who combines the two aspects of someone who is highly sensitive, meaning that they think and feel everything more deeply, but they are also high achieving. So they are driven, they reach great hights in their career. They may not necessarily aspire to be top of the pack and CEO but they have a strong drive to be the best version of themselves.“

Die Kombination von Ehrgeiz und Empathie ist eine Superpower. Es ist vielleicht kontra-intuitiv, diese Kombination als Fundament für z.B. erfolgreiche Businesses zu sehen, aber aus der Research weiß man, dass diese Kombination zu besserer Performance, besseren Teams, mehr Umsatz etc. führt. (vgl. Myers Briggs: INFJ)

15-20% der Bevölkerung sind Sensitive Strivers.

Wie erkennt man Sensitive Strivers?

  • We are highly attuned to their own emotions…
  • … as well as those of other people.
  • We are deeply caring. We give our 100% to our work.
  • We process information more deeply than the average person.
  • We are more affected by our surroundings: more observant, more perceptive, anticipate eventualities, spot opportunities, highlight gaps.

Sensitive Strivers haben, als Ergebnis dieser Superpower, auch ganz spezielle Herausforderungen:

  • Processing information so deeply can lead to stress, overwhelm, overthinking – „especially if you don’t have the right set of tools“.
  • „It’s very overwhelming to be a sensitive person. You can feel like there is so much you want to improve or change about yourself or be different but you don’t know where to start.“

STRIVE-Framework

= ein Framework, das dabei hilft zu priorisieren, wo die „biggest opportunities“ sind.

UpsidesDownsides
S – SensitivityHigh-end nervous system
attuned, attentive, perceptiveeasily overstimulated, easily stressed
T – ThoughtfulnessCreative, reflective, contemplative, intuitiveoverthinking, imposter syndrome, self doubt, indecisionWe are the hardest person on ourselves because we are so aware of our own behavior.
R – ResponsibilityDependable, we follow through, commitment, dedicationOver-function, people-pleasing, overly responsible
I – Inner DriveExceed expectations, get A+, we set goals and usually achieve themover-burden ourselves, over-work, fall into perfectionismWe sometimes set unrealistically high bars for success.
V – VigilanceVery attuned to subtleties and nuances in our environmentVery good at reading peopleDrainingWe read danger into situations
E – EmotionalityBig complex feelings about a lot of thingsWe get stuck in emotional spirals

High sensitivity ist ein evolutionärer Trait, der sich entwickelt hat, weil es für die Gruppe nützlich war, wenn es Menschen gab, die aufmerksam, überlegt und mit kühlem Kopf agiert haben. Menschen mit high sensitivity haben eine ganz eigene Gehirnstruktur.

Chris Williamson fasst es so zusammen: „Everything you do, turned up to 11.“

Es ist immer ein Spektrum, kein entweder-oder!

  • so wie Introversion – Extraversion

Sind Frauen eher Sensitive Strivers als Männer?

  • Nein. Die Forschung zeigt, dass es gleich viele Männer wie Frauen gibt.
  • Aber: Sozialisation spielt eine Rolle. Junge Frauen werden besonders zur Perfektion (striving) erzogen. Männer hingegen kämpfen gegen ihre Sensitivity an.

Chris Williamson: Sensitive Strivers sind von Natur aus gute Podcaster/Interviewer (und gute Berater!).

  • JBP: The difference between looking and watching.
  • Der Unterschied zwischen hören und zuhören.

Was Sensitive Striver oft brauchen: The strategy of giving up goals.

  • Welche Ziele sind gar nicht deine eigenen? Was machst du aus deinem sense of obligation? Was sind die muss/soll/müsste/sollte-Ziele?
  • Ein Ziel aufgeben, wenn es dir mehr distress bringt als benefit. Wenn dich ein Ziel so weit außerhalb deiner comfort zone bringt, dass es deine Gesundheit angreift, dann ist es nicht gut für dich.
  • Bist du rein fixiert auf das Ergebnis, nicht auf den Weg zum Ziel? Wenn du den Weg zu diesem Ziel eigentlich gar nicht gehen willst, dann ist es kein gutes Ziel für dich. Beispiel: Du willst 1 Mio. Follower auf Youtube, aber du willst eigentlich gar nicht mehr Content produzieren, kein Team leiten etc.

Was sollten sich Sensitive Striver erlauben?

  • Permission to succeed. Sensitive Strivers haben oft Angst vor Erfolg, weil sie nicht der Grashalm sein möchten, der heraussticht und der abgemäht werden könnte.
  • Permission to be who they are.
  • Den Glaubenssatz aufgeben, dass es nur einen richtigen Weg gibt, etwas zu erreichen.
  • Starting before you feel ready.

Emotionale Intelligenz bedeutet auch, dass man sich „emotional regulieren“ kann.

  • Sowohl andere Menschen als auch sich selbst.
  • Business is people. Menschen, die mit ihren eigenen Emotionen und den Emotionen anderer adäquat umgehen können, werden immer gerne gesehen sein. Mit solchen Menschen will man arbeiten.
  • vgl. guat und liab

Sensitive Strivers müssen erkennen (lernen), wann sie overthinking machen.

  • z.B. dem Inneren Kritiker einen Namen geben.
  • Wahrnehmen, zuhören, einordnen: Will ich ihm glauben? Ist es hilfreich?
  • Learning to trust your gut. Wir neigen dazu, die Meinungen anderer mehr zu schätzen als unsere eigenen. [Deswegen lesen wir auch lieber noch ein Buch, als selbst was zu machen, weil wir glauben, dass der Autor mehr weiß als wir. Aber dessen Sicht ist auch nicht automatisch besser als unsere. Er weiß auch nicht so viel mehr als wir. Er hatte nur den Mut, das, was er weiß, in ein Buch zu schreiben. Wir haben diesen Mut nicht, weil wir unser eigenes Wissen als nicht würdig (genug) einschätzen.]

Sensitive Strivers trauen oft ihrer Intuition nicht.

  • Sie halten das, was ihnen ihre Innere Stimme sagt, nicht für gut genug.
  • Dabei sind Sensitive Strivers „great synthesizers“. Sie verknüpfen im Hintergrund ganz viele Informationen zu einzigartigen Einsichten.

Melody Wilding hat, als sie ihr eigenes Buch geschrieben hat, aufgehört, andere Selbsthilfe-Bücher zu lesen.

  • Obwohl sie die für ihr Leben gern liest!
  • Sie musste sich den Raum geben, ihre eigene Stimme zu finden und auf ihr eigenes Wissen zu hören.
  • Nicht: „Maybe I should read another book and try to incorporate this or make my book look like that.“
  • „That was something I did to create space to allow my intuition to come through and to trust myself that I would synthesize all of my education and learning and background into this book and not cloud it with very worthwhile information, but it would prevent me from hearing myself.“

Boundaries wären für Sensitive Strivers so wichtig, aber in der heutigen Zeit sind sie schwerer denn je zu errichten, weil die „natural boundaries“ alle wegfallen (vgl. Home Office).

Selbstvertrauen entsteht dadurch, dass ich mich selbst darauf verlassen kann, dass ich tatsächlich mache, was ich ankündige und mir vornehme. Jedes Mal, wo ich verschiebe, wo ich mich rausrede, wo ich dann doch nicht… verliere ich ein Stück Glaubwürdigkeit bei mir selbst.

  • Naval Ravikant: Self esteem is the reputation with yourself. You‘ll always know.

Siehe auch: Melody Wilding: Sensitive Strivers