Nahes und fernes Klauen

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Es ist nichts dagegen zu sagen, dass wir uns gute Ideen von anderen „ausborgen“. Ich meine damit nicht ein plumpes Stehlen von Ideen, sondern sich inspirieren zu lassen und seine eigene Version daraus zu machen – die dann wiederum andere zum Ausborgen anregen kann.

Dabei gibt es aber Folgendes zu beachten: Wenn wir uns Ideen ausborgen von Menschen, die sehr nah an dem sind, was wir selbst auch machen (kurz: von unseren Mitbewerbern), dann werden Menschen, die auch in unserer Nische unterwegs sind, kommen und sagen: „Ah, da schau her, jetzt macht er/sie es genau so wie XY!“

Viel besser ist es, sich seine Ideen von weit weg zu holen. Zum Beispiel aus Branchen, die mit der eigenen überhaupt nichts zu tun haben. Oder von AutorInnen, die gerade nicht besonders en vogue sind. Oder von den alten Klassikern, die eh keiner mehr kennt.

Wer „zu nah“ klaut, steht als Imitator da. Wer von „weit weg“ klaut, bringt Innovationen in die Nische und ist ein Held.