Voreilig

Den ganzen Tag lang habe ich mich geärgert über die Unfähigkeit von jemandem, von dem ich eine ganz simple schriftliche Bestätigung gebraucht hätte und der nicht fähig war, diese eindeutig und unmissverständlich auszustellen.

Bis ich am Abend, als ich in Ruhe mein Kind zu Bett brachte, darauf gekommen bin: Diese Bestätigung war perfekt ausgestellt. Das vermeintliche Missverständnis war in Wirklichkeit eine sehr nützliche Klarstellung, was ich in meinem Ärger zunächst überhaupt nicht kapiert hatte.

Es ist eine nützliche Heuristik, im Zweifelsfall davon auszugehen, dass andere sehr wohl wissen, was sie tun.

Konsequenz

Talent ist rar. Begeisterung ist noch rater.

Aber am aller rarsten ist Konsequenz. Das Dranbleiben an einer Idee, ohne beim ersten Gegenwind die Segel zu streichen oder bei einer längeren Durststrecke einzuknicken.

Konsequenz ist vielleicht der entscheidende Erfolgsfaktor – nicht nur, aber besonders für Lifestyle Entrepreneure.

Er ist kein Kaufmann

Mit diesem Argument versuchte der Anwalt seinen Mandanten der Verurteilung zu bewahren. Der steirische Obstbauer hatte den Staat (mutmaßlich) um 8,5 Millionen Euro an Steuern geprellt (Hintergrund).

Natürlich frage ich mich: Was ist das bitte für ein Argument? Jeder, der unternehmerisch tätig ist, muss die Spielregeln kennen: Die Spielregeln der Marktwirtschaft genauso wie die Spielregeln des Steuerwesens. Ob er sich nun Kaufmann nennt oder nicht.

Wer die Spielregeln nicht kennt, wer sich hier nicht aufschlauen will, der handelt auf eigene Gefahr – und hat von mir wenig Mitleid zu erwarten.

Warten statt kaufen

In unsicheren Zeiten spüren wir den inneren Drang, irgendetwas zu unternehmen, um die Situation schnell wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Häufig reagieren wir mit dem Impuls, etwas zu kaufen. Wer was kauft, wer sich „ausrüstet“, hat etwas unternommen und damit nicht zuletzt auch sein Gewissen beruhigt.

Schwieriger ist es, auf Unsicherheit mit Ruhe zu reagieren. Nichts zu tun, sondern abzuwarten. Hätte aber den Vorteil, dass man kein Zeug anhäuft, das in Wirklichkeit nichts hilft.

Kunstwerk

Das Schöne, aber gleichzeitig das Schwierige und Frustrierende ist, dass die Gründung eines Unternehmens mehr Kunst als Wissenschaft ist.

Es gibt kein eindeutiges Regelwerk für den unternehmerischen Erfolg. Es gibt keine Patentrezepte. Es gibt kaum unternehmerische Tatsachen, von denen nicht auch das Gegenteil wahr wäre.

Der Prozess der Unternehmensgründung ist mitunter verwordagelt, aber das Ergebnis ist in jedem Fall ein Kunstwerk.

Förderungen

Eine der Fragen, die ich als Gründungsberater bekomme: „Gibt es irgendwelche Förderungen für mein Unternehmen?“

Die Frage ist legitim, schließlich gibt es tatsächlich allerhand Förderungen und Unterstützungen für alles Mögliche. Es ist nur konsequent sich zu erkundigen, ob da was Passendes für das eigene Gründungsprojekt dabei ist.

Die Frage ist nur: Welche Priorität hat diese Frage? Ist sie eine Frage unter vielen, oder ist sie die erste und wichtigste?

Tools

Es gibt ganz, ganz viele nützliche Tools da draußen, die wir Lifestyle Entrepreneure dafür verwenden können, unsere Lifestyle Businesses besser zu planen und systematischer zum Erfolg zu führen.

Nur eines wird keines dieser Tools jemals für uns tun können:

Keines wird uns das Denken abnehmen.

Stammkunden-Aufschlag

Ich wechsle gerade meinen Stromanbieter. Mein bestehender ist merklich teurer als das Angebot eines neuen Anbieters, das ich bekommen habe.

Auf einmal kommt heute ein e-Mail meines bisherigen Stromanbieters herein, in dem er mir ein günstigeres Angebot macht, wenn ich nicht wechsle.

Was mich daran ärgert: Wäre ich Stammkunde geblieben, hätte ich weiterhin den höheren Preis bezahlt. Ich bezweifle, dass mir mein Stromanbieter das günstigere Angebot auch gesendet hätte, wenn ich nicht wechseln würde. Dass man als Stammkunde keine Vorzugsbehandlung bekommt, sondern in der Regel draufzahlt, ist eine Unart.

Too little too late, lieber Stromanbieter!

Weglassen

Man glaubt es anfangs nicht: Je mehr man weglässt, je stärker man fokussiert, desto mehr geht weiter.

Man glaubt es nicht, weil man Angst hat, was zu verpassen, wenn man was weglässt.

Man glaubt es nicht… bis man es selbst erlebt hat.

I read the poets and the analysts…

singt Nick Cave und drückt damit auch aus, wie wir Lifestyle Entrepreneure zu unseren Ideen und Einsichten kommen.

Wir lassen uns von Büchern von Peter Drucker ebenso inspirieren wie von Büchern von Nick Hornby. Ein Song von Bob Dylan kann uns ebenso erleuchten wie eine Blogartikel von Seth Godin.

Die richtigen Ideen finden uns auf unterschiedlichste Weise. Wichtig ist nur, dass wir uns einen offenen Geist und ein offenes Herz bewahren.

Auf Entzug

Von Zeit zu Zeit tut es gut, sich unternehmerisch „auf Entzug“ zu setzen: Alles wird hinterfragt, Vieles wird rausgeworfen.

Der Gedanke dahinter: Mit der Zeit sammelt sich, wie von selbst, in jedem Business viel „Zeug“ an: Prozesse, die keinen Sinn mehr haben. Abos, die kein Mensch mehr braucht. Produkte, die längst Staub angesetzt haben.

Sich von „Zeug“ zu trennen, macht nicht nur Platz für das Neue, sondern gibt auch den unternehmerischen Raum zum Atmen.

Dahinter sein

Ein Gründer sagte heute zu mir:

Wenn man dahinter ist, dann geht schon was.

Er hat das auf sein Fachgebiet der PR bezogen, aber ich glaube, er spricht damit eine größere Wahrheit in unserer Wirtschaftswelt an:

Von nichts kommt nichts, aber ein bisschen „dahinter sein“, ein bisschen „dran bleiben“ und ein bisschen „bemüht sein“ zahlen sich immer aus.

Kapitalismus

Ganz ehrlich: Wie viel weißt über den Kapitalismus? Weißt du, wie er funktioniert? Wie gut kennst du seine Spielregeln, seine Usancen und Fallstricke?

Und, die vielleicht wichtigste Frage: Warum stört es dich nicht, dass du so wenig weißt?

Der Innere Kritiker

Der Innere Kritiker hat eine gewichtige Stimme. Er ist ein ständiger Begleiter im Gründungsprozess.

Der Innere Kritiker hat eine wichtige Aufgabe, und er hat seine Zeit und seinen Raum.

Aber wenn es darum geht, von der Unternehmensvision zu träumen, von den Potenzialen und Möglichkeiten, die das eigene Lifestyle Business eröffnen können… Da hat der Innere Kritiker Pause, so schwer ihm das wahrscheinlich fällt.

Bücher

Ich habe mir um 20 Euro ein Buch gekauft.

Auf Seite 175 bin ich auf eine Idee gestoßen, die viele tausend Euro wert ist.

Was für ein Schnäppchen!

Plan B

Indem wir uns Optionen offenhalten, errichten wir uns auch Verstecke.

Natürlich klingt es vernünftig, einen „Plan B“ zu haben. Aber damit schaffen wir uns gleichzeitig auch unsere Ausrede: Ich hätte ja gerne „Plan A“ umgesetzt, aber leider, leider, leider… Es hat nicht geklappt, und deswegen mach eich jetzt „Plan B“.

Wenn du dir einen „Plan B“ erzeugst, dann lass ihn mehr sein als ein geschäftig wirkendes Versteck, eine aufwendig formulierte Ausrede.

Zu viel des Guten

Berater und Verkäufer haben eines gemeinsam: Sie bringen sich oft um den Erfolg ihrer Arbeit, weil sie nicht aufhören zu reden.

Auch wenn der Kunde längst überzeugt ist, hören sie nicht auf, ihn überzeugen zu wollen – und machen die Sache dadurch nur schlimmer.

Es ist immer besser aufzuhören, bevor man den Erfolg wieder zerredet.

Üben

Natürlich müssen wir üben, wenn wir uns verbessern wollen. Aber keiner will üben!

Natürlich müssen wir uns anstrengen, wenn wir etwas Neues lernen wollen. Aber keiner will sich anstrengen!

Natürlich müssen wir nachdenken, wenn wir kreative Lösungen für unsere Probleme finden wollen. Aber keiner will lange nachdenken!

Aber: Von nichts kommt nichts. Wunder geschehen schon, aber nicht ohne Anstrengung.

Gute Karten

Wer gute Karten hat, hat das Spiel noch lange nicht gewonnen.

Wer schlechte Karten hat, hat das Spiel noch lange nicht verloren.

Entscheidend ist, wie kompetent wir unser Spiel spielen.

Das kann ich mir nicht vorstellen

Dieser Satz eines Kunden ist wahrscheinlich die der größte Herausforderung für Berater*innen und Lehrer*innen.

Solange das Neue, das Andere, das Bessere nicht vorstellbar ist, kann sich auch nichts in diese Richtung bewegen.

Den Blick für das Unvorstellbare zu öffnen, ist daher schon eine große Leistung.

Wie es gelernt ist

Viele der Strategien, mit denen wir neue Herausforderungen angehen, verwenden wir schon seit unserer Kindheit. Unverändert.

Was wir in unserer Kindheit als erfolgreiche Strategie erfahren haben, das wenden wir auch als Erwachsene noch gerne an. Womit wir als Kind wiederholt gescheitert sind, davor scheuen wir auch als Erwachsene noch zurück.

Das Problem dabei: Wir sind keine Kinder mehr. Zeit für ein Strategie-Update!

Die erstbeste Idee

Viele Unternehmer*innen geben sich mit ihrer erstbesten Idee zufrieden: Sie haben einen Einfall und setzen diesen um.

Dabei ist die erste Idee gerade mal der Startpunkt für das weitere Nachdenken. Auf die erste Idee folgt die zweite Idee, auf die zweite dann die dritte, darauf die vierte, die fünfte… und die achte ist dann vielleicht die Idee, die wirklich spannend ist, die wirklich nützlich ist, die wirklich merkbar anders ist als das, was die Mitberwerber*innen zigfach schon machen.

Es lohnt sich, zwei- oder dreimal um die Ecke zu denken, um nicht das Naheliegende mit dem Nonplusultra zu verwechseln.

Ernstfall

Wenn der Ernstfall eingetreten ist, müssen schnelle Lösungen her.

Kaiser ist der, der diese schnellen Lösungen liefern (oder mitunter auch nur versprechen) kann.

Es lohnt daher, deinen Kunden einen Schritt voraus zu denken.

Anschlussfähig

Es ist eine gute Idee, hervorragende Produkte zu schaffen, welche die hervorragenden Produkte Anderer hervorragend ergänzen.

So wird das eigene Produkt zur logischen Fortsetzung der Produkte eines Anderen. Beide Angebote werden dadurch aufgewertet. Win-Win.

Wer anschlussfähige Produkte entwickeln kann, tut sich leicht beim Vermarkten.

Risiko

Landläufig besteht die Meinung, als Unternehmer müsse man großen Mut zum Risiko haben.

Meiner Beobachtung nach ist das Gegenteil der Fall: Erfolgreiche Unternehmer*innen sind sehr risikoscheu. Sie versuchen, durch sorgfältiges Nachdenken, umsichtige Planung und frühzeitiges Testen jedes unnötige Risiko zu vermeiden.

Risiko ist für Amateure.

Das beste Marketing

Das beste Marketing überhaupt ist, konsequent und wahrnehmbar nützlich für andere zu sein.

Mehr braucht es nicht.

Aber das ist eh anspruchsvoll genug.

Digitalisierung

Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass sich viele Lifestyle Entrepreneure daran gemacht haben, ihre Angebote zu „digitalisieren“: Trainer*innen haben Online-Kurse und Webinare entwickelt, Berater*innen bieten nun Online-Beratung an etc.

Roman Kmenta hat dazu einen spannenden Gedanken: Das Problem in der Corona-Krise ist nicht die Digitalisierung von Angeboten, die bisher face-to-face stattgefunden haben. Das Problem ist die Verschiebung in den Prioritäten der Kund*innen.

Es nützt nichts, Produkte zu digitalisieren, die momentan einfach keine Priorität bei den Kund*innen haben. Wenn’s eng wird, beschränken sie sich auf das Notwendige.

Die Herausforderung ist also in erster Linie, zum Notwendigen zu gehören – und erst in zweiter Linie die Digitalisierung.

Offene Türen

Eine Gründerin hat mir erzählt, dass sie vor ein paar Wochen ihre Arbeitszimmertür aufgemacht hat – und seither offen gelassen hat.

Sie hat damit symbolisch die Tür zu ihrem Business geöffnet. Die Tür ist nun offen, und die Gelegenheiten, Ideen und Kunden können nun hereinkommen.

Gehört werden

Eines wird mir mit jeder Beratung klarer:

Es kommt gar nicht so sehr darauf an, was ich meinen Kund*innen sage.

Es geht immer zuerst darum, wie sehr sich meine Kund*innen von mir gehört und gesehen fühlen.

Mut

Man bewundert gerne die Menschen, die den Mut haben, sich mit ihrer Gründungsidee selbständig zu machen.

Häufig übersehen wird der Mut jener Menschen, die ihre Gründungsidee wieder aufgeben, weil sie erkannt haben, dass sie nicht wie geplant funktioniert. Der Mut des Loslassens.

Ich verneige mich vor beiden.