Wenn du Solopreneur bist, vergiss nicht:
Es geht nicht darum, seinen eigenen Schrebergarten schöner zu machen.
Wenn du Solopreneur bist, vergiss nicht:
Es geht nicht darum, seinen eigenen Schrebergarten schöner zu machen.
Natürlich werden sich nicht alle meine Studierenden nach dem Studium selbständig machen.
Aber manchen kann ich einen Floh ins Ohr setzen, und sie sagen dann später mal: Jetzt mach ich’s!
Der Chef in dir will immer mehr, als du leisten kannst.
Der Chef in dir ist nie zufrieden. Er sieht immer das, was noch nicht passt.
Der Chef in dir hat kein Gefühl dafür, was realistisch ist. Seine Aufgabe ist es, immer neue Visionen und Ideen zu produzieren. Und dann noch mehr.
Trotzdem: Es ist gut, dass du den Chef in dir hast. Auch wenn er manchmal sehr anstrengend sein kann.
Wenn ein Gründerpaar auch privat zusammen ist, dann gibt es zwei Ebenen, wo was schief gehen kann.
[Danke Michael Hähnle für diesen Gedanken.]
David Sigos beschreibt einen Wandel in seiner Praxis als Schulleiter: Früher wollte er Eltern nach Informationsabenden informierter nach Hause schicken. Heute will er, dass sie sich sicherer in der Beziehung fühlen.
Das Konzept „informierter vs. sicherer” lässt sich auch wunderbar auf die Gespräche mit meinen Gründer:innen umlegen. Es wäre total lohnenswert, wenn ich mich vor jeder meiner Beratung fragen würde: Worum geht’s denn heute? Was ist das eigentliche Bedürfnis, mit dem die Person heute zu mir kommt? Will sie meine Expertise, oder braucht sie mich als Mensch?
Meine Gründer:innen kommen nicht nur mit Informationsbedürfnis, sondern auch mit einem Sicherheitsbedürfnis. Dieser Gedanke ist besonders bei Erstgesprächen immens nützlich. Weil ich nämlich vermute, dass das Sicherheitsbedürfnis meist überwiegt.
Aber da beraten wir Expert:innen oft gnadenlos drüber.
Ja, ich könnte die Bezahlschranke am Bahnhofsklo überlisten und gratis reinkommen.
Es wäre gar nicht so schwer, und wahrscheinlich würde es auch überhaupt niemandem auffallen.
Aber ich finde, es ist ein wunderbares Gefühl, wenn ich sagen kann: Diese 50 Cent kann ich mir auch noch leisten.
Und dann lächelnd meine Münze einwerfe.
Wenn Gründer:innen in den Beratungsterminen keine Fragen haben, dann kann das zwei Gründe haben:
Drei Mal darfst du raten, was mir öfter unterkommt.
Teams scheitern an fehlender Ehrlichkeit, nicht an fehlendem Können. Wenn niemand ausspricht, was wirklich Sache ist, funktioniert ein Team nicht.
„Sobald alle kommunizieren und an einem Strang ziehen, bewegt sich das Boot extrem leicht voran,” sagt Vicki Schwarz.
[Gilt, glaube ich, genauso gut für Innere Teams.]
Gründer:innen bauen oft Strukturen auf, die ihr eigenes Wachstum bremsen – ohne es zu merken.
Sie fangen einfach falsch an – weil sie es nicht besser wissen. So entstehen sehr früh dysfunktionale Systeme, und das oft vollkommen unbewusst.
Wenn sie dann mit ihrem Business scheitern, ist es nicht ihr persönlicher Fehler, sondern ein „Fehler im System“: Die Konsequenz dessen, dass sie völlig verkehrt angefangen haben.
Genau darin, diese Konstruktionsfehler frühzeitig aufzudecken, kann der Wert guter Gründungsberatung liegen.
Wir Solopreneure investieren tendenziell zu wenig in unser Business.
Es gibt Ausnahmen, aber die meisten von uns geben für ihr Business zu wenig Geld aus.
Weil uns der Mut und das Vertrauen fehlen.
Jede Person, die bei mir einen Gründungs-Checkup bucht, schenkt mir viel Vertrauen.
Sie macht sich verletzlich und setzt sich meiner Experten-Meinung aus. Sie riskiert, dass das, was ich über ihre Gründungsidee zu sagen habe, ungemütlich werden könnte. Und über sich selbst und seine Idee zu reden, ist ganz allgemein keine einfache Aufgabe.
Und sie bucht mich trotzdem!
Das ist erstaunlich! Und etwas, das ich nie für selbstverständlich halten will.
Unlängst habe ich von einer Geschäftsführerin eine sehr leiwande Definition von “Qualität” gehört:
“Qualität heißt: Wir machen keine halben Sachen.”
Das dürfen wir Solopreneure sehr gerne für uns übernehmen. Die Folgen wären erstaunlich!
Unlängst, bei einem Workshop, wurde ich gefragt: Welche Fähigkeit hättest du gerne?
Ich: Richtig gut verkaufen können.
Franziska Ambacher sagt in einer sehr spannenden Podcast-Folge: Wir Solopreneure überfrachten unsere Angebote. Wir packen immer noch etwas drauf. Und noch was.
Dadurch überfordern wir uns zweifach:
Franziska Ambacher sagt, dass hier ein „doppelter Flaschenhals“ entsteht, der uns Solopreneure blockiert. Ihre Lösung: „Kleinere Brötchen backen“, d.h. kleinteiligere Angebote entlang der Produkt Treppe zu entwickeln.
„Wenn dein Geschäft gerade nicht läuft, ist es wahrscheinlich deine Treppe“, sagt Franziska Ambacher. Und damit hat sie ziemlich sicher recht.
Stefanie Kneisz sagt: Es sind immer drei Dinge, die entscheidend sind, ob jemand kauft:
Deine Kunden entscheiden sich für dich, nicht für dein “Produkt” – weil sie dir vertrauen (oder auch nicht).
Das erste Schweinchen baut sein Haus aus Stroh — schnell und billig. Das zweite baut sein Häuschen aus Holz — etwas solider, aber auch nicht viel mehr. Das dritte legt Ziegel auf Ziegel, unermüdlich, während die anderen beiden längst die Füße hochgelagert haben.
Bis der Wolf kommt.
Viele (vielleicht die meisten) Solopreneur:innen bauen ihr Business wie das erste Schweinchen. Nicht aus Faulheit, sondern weil sie schnell zu sichtbaren Ergebnissen kommen wollen. Strohhäuser wirken auch auf Instagram nicht schlecht. Bis der erste Sturm kommt. Dann rächen sich die Baumängel.
Langsamer bauen war nie das Problem. Das Problem war nur, dass es von außen wie ein Rückstand aussieht.
Ja, durch KI sind jetzt Ideen umsetzbar, die früher niemals umsetzbar gewesen wären.
Aber: Dadurch entsteht auch viel Stress, weil keine Idee mehr „automatisch“ ausscheidet.
[Danke Jonas Tietgen für diesen Gedanken.]
Der Rechnungshof kritisiert die Bezüge von Funktionären und Spitzenpersonal in der WKO.
Der Rechnungshof sagt, das Gehalt eines WKO-Generalsekretärs ist höher als das eines Wirtschaftsministers. Und das ist unangemessen.
Die WKO sagt, das Gehalt eines WKO-Generalsekretärs entspricht dem eines Managers in der Privatwirtschaft. Deshalb ist es angemessen.
Es ist halt immer die Frage, mit wem du dich vergleichst: In welches Ladl ordnest du dich ein, und ich welches Ladl ordnet dich der Rest der Welt ein?
Und das kann mitunter schon zu Spannungen führen.
[Ein kleiner Hinweis zur richtigen Einordnung: Die WKO ist kein Unternehmen der Privatwirtschaft. Das merkt man allein schon daran, dass ein privatwirtschaftliches Unternehmen um Umsatz kämpfen muss, während die WKO in den Genuss von Pflichtmitgliedsbeiträgen kommt.]
Ja, als Solopreneur kannst du mithilfe von KI jetzt ein ganzes Team haben, ohne ein Team zahlen zu müssen.
Das wäre früher nicht möglich gewesen.
Aber so ein KI-Team aufzubauen und zu führen… Das ist noch ein Skill mehr, das du als Selbständige:r lernen musst.
Einfacher wird es nicht.
[Danke Jonas Tietgen für diesen Gedanken.]
Wir müssen einen Nutzen stiften und ein Problem lösen – für jemanden, der Geld hat. Das ist er Kern des Business.
Es hat keinen Sinn, auf einem Thema draufzubleiben, für das kein Geld ausgegeben wird.