Fachkolleg*innen

Der Austausch mit Fachkolleg*innen ist unglaublich bereichernd und wertvoll.

Sie teilen ähnliche Interessen, Erfahrungen und Probleme. Sie verstehen, was man meint, ohne lange Erklärungen. Sie können Tipps geben, Perspektiven aufzeigen, Relationen herstellen.

Sich Zeit für einen Austausch unter Kolleg*innen zu nehmen, auch wenn das auf den ersten Blick nicht „produktiv“ scheint, ist ein Investment, das 10x-Return bringt.

Projektion

Ich kenne die Falle, und trotzdem tappe ich regelmäßig hinein:

Ich projiziere – viel öfter, als mir lieb ist – meine eigenen Erfahrungen auf die Gründer*innen, die ich berate.

Nicht nur die schlechten Erfahrungen, sondern auch die guten.

Das macht es allerdings nicht besser.

Warum > Wie

Es fehlt nicht an Informationen. Es fehlt nicht mal an Wissen. Es gibt mehr als genug Möglichkeiten zu lernen, wie man etwas machen kann.

Wovon es viel weniger gibt, ist Klarheit. Nämlich Klarheit darüber: Warum sollte ich das tun? Nicht wie etwas zu tun ist, sondern was man überhaupt tun soll – und warum!

Nicht alles, was man tun kann, ist auch sinnvoll.

Am Anfang

Einfach, einfach, einfach! 

Nicht zu kompliziert denken, keine zu hohen Ansprüche haben, die Latte am Anfang nicht zu hoch legen, nicht zu viel auf einmal wollen.

Wenn du etwas kompliziert angehst, dann summiert sich die Komplexität nicht nur über die Zeit, sie potenziert sich! Und dann verlierst du die Freude an deinem Lifestyle Business, weil es dir zu kompliziert geworden ist.

Das bringt gar nichts. 

Spannend

Es ist eine beachtliche Leistung, einen Blog, einen Podcast, einen YouTube-Kanal oder einen Newsletter zu starten. Das braucht Mut und Engagement.

Noch beachtlicher ist es, diesen Blog, Podcast, YouTube-Kanal oder Newsletter über eine lange Zeit regelmäßig zu bespielen. Das braucht Disziplin und Vertrauen.

Am aller beachtlichsten ist es, wenn man es schafft, diesen Blog, Podcast, YouTube-Kanal oder Newsletter über viele Jahre interessant und spannend zu halten. Auch langjährigen Followern immer wieder was Neues zu bieten, nicht nur more of the same.

Hut ab vor allen Kreativen da draußen, die das schaffen.

Erfolg = überleben

Viele Gründer*innen, die ein Lifestyle Business gründen, unterschätzen, wie lang es dauern kann, bis das Business Fahrt aufnimmt.

Es ist natürlich möglich, dass das Lifestyle Business ab dem ersten Tag erfolgreich ist und von Anfang an den gewünschten Cash Flow erzeugt. Aber sicher ist das nicht. Meine Erfahrung sagt: Es ist nicht mal sehr wahrscheinlich.

Viel wahrscheinlicher ist, dass es zwei bis drei Jahre dauert, bis aus einer guten Geschäftsidee auch ein erfolgreiches und lukratives Business geworden ist.

Während dieser Zeit gilt Seth Godin Merksatz für Bootstrapper: Surviving is succeeding.

Putzhilfe

93% der Österreicher*innen putzen selbst.

Einer der Hauptgründe, von 25% genannt: „Niemand putzt so gut wie ich.“

Ja, wenn es denn wenigstens so wäre!

Helfen

Als Berater hilft man nicht nur, wenn man auf jede Frage die richtige Auskunft parat hat.

Manchmal ist die beste Hilfe zu sagen, dass man die Antwort nicht weiß – aber dass man jemanden kennt, der viel besser helfen kann.

Und dass man gerne bereit ist, den Kontakt herzustellen.

Schicksalsgemeinschaft

Wir Lifestyle Entrepreneure sind nicht nur eine Wertegemeinschaft, wir sind auch eine Schicksalsgemeinschaft. Wir teilen nicht nur gemeinsame Werte, sondern wir teilen auch unsere Leiden.

Die Probleme von Lifestyle Businesses sind sich sehr ähnlich, egal wie unterschiedlich die Branchen oder Produkte auch sein mögen.

Es würde lohnen, wenn Lifestyle Businesses mehr zusammenarbeiten. Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Wirklich um Rat fragen

Wenn du jemanden um Rat fragst, musst du alle Schwachstellen deiner Idee offen legen, damit der Rat tatsächlich Wert für dich haben kann.

Wenn du jemanden um Rat fragst, aber in Wirklichkeit keine Kritik hören willst, sondern nur dessen Zustimmung oder Schulterklopfen haben willst, hältst du nicht nur dich selbst zum Narren, sondern auch den Menschen, der dir wertvolles Feedback geben würde, wenn du es ihm/ihr erlauben würdest.

Es braucht echten Mut, wahrhaftig um Rat zu fragen.

Lügenfasten

Wir sind gerade in der Fastenzeit. Wie wäre es mit folgender Idee:

Versuchen wir doch mal, bis Ostern ohne Lügen auszukommen. Die Wahrheit zu sagen. Auch kein Lügen durch Weglassen. Einfach immer die Wahrheit, auch wenn es unbequem ist.

Vielleicht kommen wir drauf, dass die Wahrheit zu sagen so befreiend ist, dass wir gar nicht mehr damit aufhören wollen.

Wertegemeinschaft

Lifestyle Business können die verschiedensten Formen annehmen. Auf den ersten Blick haben viele Lifestyle Business nichts miteinander zu tun, ja sie könnten oft konträrer nicht sein.

Und doch haben sie eines gemeinsam. Etwas, das alle Lifestyle Business und alle Lifestyle Entrepreneure miteinander verbindet.

Lifestyle Businesses teilen gemeinsame Werte. Sie sind eine Wertegemeinschaft.

Helfen

Zu helfen ist an und für sich lohnend, Hilfe zu geben ist an und für sich wertvoll.

Hilfsangebote, die tatsächlich hilfreich für Andere sind, werden immer belohnt werden – nicht ausschließlich, aber auch finanziell.

Wenn wir Lifestyle Entrepreneure lernen, echt und konsequent und überdurchschnittlich hilfreich zu sein, brauchen wir uns um den geschäftlichen Erfolg unserer Lifestyle Businesses nicht mehr groß sorgen.

Nützlich

Wie wäre es, wenn wir nicht mehr über richtig oder falsch diskutieren würden?

Sondern nur mehr darüber, ob es nützlich ist?

Wäre das für dich nützlich?

Angst vor der Haftung

Was ist, wenn ich was tue und dann schuld bin, wenn es nicht klappt?

Und diese Schuld haftet dann für immer an mir, die trage ich mit mir herum. 

Das lässt mich mitunter lieber gar nichts machen. Oder die Variante mit dem geringsten Risiko. 

Die Unwirtschaftlichkeit der Lüge

Wenn man alle Kosten berücksichtigt, dann ist Ehrlichkeit der einfachste und günstigste Weg. Lügen ist (langfristig) immer unwirtschaftlich.

Es sind besonders die Opportunitätskosten, welche die Lüge unwirtschaftlich machen: Wie viel mehr hätte dir Ehrlichkeit gebracht? Was versäumst du dadurch, dass du nicht ehrlich und offen warst? 

Das gilt für alle Bereiche des Lebens, im Business genauso wie in unseren intimsten Beziehungen.

Transaktionale Beziehungen

Wir. halten es schlecht aus, wenn wir von jemandem etwas bekommen, aber nicht wissen, was er/sie dafür von uns will.

Transaktionale Beziehungen (also Beziehungen, die auf Geben und Nehmen beruhen), verstehen wir. Mit denen können wir umgehen. Wir wissen z.B., dass wir jedes Geschenk, das wir von einem Händler bekommen, auf die eine oder andere Weise wieder bezahlen werden oder bereits bezahlt haben.

Womit wir uns schwer tun, sind Beziehungen, wo die Transaktionalität nicht so klar ist. Was will jemand von uns, von dem wir was bekommen, der aber nie etwas dafür verlangt? Wie gehen wir mit jemand um, die scheinbar selbstlos gibt und gibt und gibt? Können wir ihr wirklich vertrauen?

Beziehungen, die gar keine Form von Transaktion, keine Form von Leistung und Gegenleistung ermöglichen, halten wir schlecht aus. Das sollten gerade wir Lifestyle Entrepreneure uns vor Augen halten: Es ist sehr löblich, wenn wir unseren potenziellen Kund*innen großzügig geben. Aber wenn wir dafür nie irgend etwas als Gegenleistung verlangen, werden sie früher oder später misstrauisch werden.

Nichts zu verlangen hilft niemandem.

Beratung > Verkauf

In den Apple Stores finden keine Verkaufsgespräche statt, nur Beratungsgespräche. Die Kund*innen in den Apple Stores werden ganz bewusst nie zu einem Kauf, zu einem Zusatzkauf, zu einem Upgrade o. Ä. überredet oder gar gedrängt.

Apple Stores sind die profitabelsten Stores der Welt. (Quelle)

Unreiner Reim

Ein reiner Reim ist, wenn zwei Silben sich perfekt reimen: Hund – rund, Berg – Zwerg, Worte – Torte.

Ein unreiner Reim ist, wenn die Reimsilben nur annähernd übereinstimmen: Tür – vier, Größe – Getöse, reimen – scheinen.

Ein Lifestyle Business ist idealerweise „ein Gedicht, das sich leiwand reimt“, wie Wolfgang Ambros sagt.

Wie viele unreine Reime akzeptierst du in deinem Lifestyle Business?

Gute Sache

Man kann an einer guten Sache arbeiten, man kann ein lohnendes Ziel verfolgen und trotzdem was falsch machen. Selbst bei den besten Intentionen wird es sich nicht vermeiden lassen, dass etwas misslingt.

Aber das ist immer noch besser als die Alternative: Fehlerfrei am Falschen zu arbeiten.

Kernkompetenzen und Sekundärleistungen

Wir Lifestyle Entrepreneure haben in unserem Lifestyle Business meist eine Kernkompetenz, in der wir wirklich gut sind. Das ist in der Regel unser Produkt, unser Angebot, unsere ganz besondere Leistung. Unser Ziel ist es, mit dieser Kernkompetenz Geld zu machen.

Unsere Achillesferse sind aber die vielen Sekundärleistungen, die ein erfolgreiches Business ebenfalls leisten muss: Marketing, Vertrieb, Networking, Strategie, Entwicklung usw.

Dadurch, dass wir in den Sekundärleistungen so abfallen, bringen wir uns um die Früchte unserer Kernkompetenz.

[Danke an Daniel Wagner für das Konzept.]

Aushalten

Wir Menschen tun uns unglaublich schwer, Konflikte auszuhalten. Wir mögen es nicht, wenn uns jemand nicht mag.

Aber was wäre die Alternative?

Wenn wir uns selbst treu bleiben wollen, dann werden wir mitunter andere vor den Kopf stoßen.

Na und?

Märkte, Kapitalismus, Industrialismus

Ein großes Problem von uns Lifestyle Entrepreneuren ist, dass wir den Unterschied zwischen Märkten, Kapitalismus und Industrialismus nicht kennen. Dadurch schütten wir das Kind mit dem Bade aus.

Im Kapitalismus geht es um Freiheit und Wahlmöglichkeiten – und Märkte. Märkte kümmern sich darum, dass Bedürfnisse erkannt werden und so effektiv wie möglich befriedigt werden.

Im Industrialismus geht es um immer bessere Produktivität, um immer billigere Produkte, um die Macht über Märkte – mit allen negativen Nebeneffekten von Sklaverei über Umweltverschmutzung und Korruption bis Monopolstreben.

Wirklich freie Marktwirtschaften sind die größten Freunde von uns Lifestyle Entrepreneuren, weil sie Freiheit und Wahlmöglichkeiten ermöglichen. Aber weil wir Märkte ständig mit Industrien verwechseln, lehnen wir ab, was uns eigentlich helfen würde.

[Mehr dazu in Seth Godins brillanter Podcast-Folge]

Nicht wie gewünscht

Etwas funktioniert nicht wie gewünscht. Warum?

  1. Die Idee war schlecht.
  2. Die Idee war gut, aber die Umsetzung war schlecht.

Meistens liegt’s nicht an der Idee.

pain vs. gain

Pain-Kommunikation: Ich zeige dir, wie du etwas, das du hast, aber nicht willst, los wirst. Beispiel: Ich zeige dir, wie du miese Kund*innen los wirst. Unbelegte Hypothese: Besonders Frauen sprechen auf diese Art der Kommunikation an.

GainKommunikation: Ich zeige dir, wie du etwas bekommst, das du willst, aber nicht hast. Beispiel: Ich zeige dir, wie du nur noch mit deinen Wunschkund*innen arbeitest. Unbelegte Hypothese: Das passt besonders gut für Männer.

Wo anfangen?

Die meisten Content-Marketer fragen sich: Wo ist meine Zielgruppe? – und erstellen dann Content danach.

Das ist unter Umständen der falsche Zugang. Wahrscheinlich ist es am Anfang besser, dort zu starten, wo du dich am wohlsten fühlt. Wenn du gerne redest, dann nimm einen Podcast auf. Wenn du gerne schreibst, dann schreib einen Blog. Wenn du gerne auf der Bühne stehst, dann nimm Youtube-Videos auf.

Das ist der Lifestyle Entrepreneur-Zugang: Er ist „egoistisch“, nicht opportunistisch – auch nicht richtiger oder falscher. Es muss zuerst für dich passen, sonst kannst du es nicht durchhalten. Du kannst „the long game“ nur spielen, wenn das Spiel zu dir passt.

Was nicht heißt, dass du im Verlauf des Spieles nicht deine Kompetenzen erweitern und auch auf andere Spielfelder wechseln kannst. 

Sicherheit gesucht

Wir Lifestyle Entrepreneure sehnen uns immer wieder nach Experten, die uns sagen, ob eine bestimmte Idee gut ist oder nicht. Ob ein neues Produkt gute Erfolgschancen haben wird oder nicht. Ob unsere Marketingidee bei den Kund*innen gut ankommen wird oder nicht.

Die bittere Wahrheit ist: Niemand hat die Glaskugel, die diese Antworten liefern würde.

Es wird immer unser unternehmerisches Risiko bleiben, die Antworten selbst herausfinden zu müssen – indem wir es einfach versuchen und schauen, was passiert.

Und daraus lernen.

Teamwork

Es gibt immer Menschen in deinem Umfeld, die bereit sind anzupacken. Menschen, die mit dem Status Quo nicht zufrieden sind und gerne etwas verändern würden. Oft wissen sie aber nicht, wo sie anfangen sollen.

Diese Menschen brauchst du nur anzusprechen. Gut möglich, dass sie sich freuen, mit dir zusammenzuarbeiten und die Welt zu verändern.