Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Drei Schnaps-Metaphern

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Wenn man alle Atout auf der Hand hat, ist es schwer, zu verlieren.

Es hilft ungemein, wenn man gleich am Anfang einen Vierziger hat.

Aber: Zur Not kannst du immer auf den letzten Stich spielen.

Je später der Abend

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… desto besser das Networking.

Bei Events, wo es sich echt für dich “lohnt”, Menschen wirklich kennenzulernen, da bleib bis zum Schluss.

Am Ende, wenn nur mehr wenige Leute da sind und die Stimmung gelöst ist, wird die größte Networking-Ernte eingefahren.

Daher: Wenn du dir schon die Arbeit des Networkings machst, dann bleib auch bis zum Schluss. Gib nicht auf halber Strecke w.o. und vergib dir damit nicht den größten Lohn.

Unterhalten vs. instruieren

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Authentisch. Unperfekt. Mit Schmäh. Es könnte jederzeit was Überraschendes passieren. -> So funktionieren Videos, die unterhalten sollen.

Straight. Ein bisschen steril. Berechenbar. Ohne Ecken und Kanten. -> So funktionieren Videos, die instruieren sollen.

Ja, die wirklich tollen Lernvideos instruieren und unterhalten. Aber für den Anfang reicht es wahrscheinlich, zu entscheiden, was dir wichtiger ist und dich dann an die jeweiligen Spielregeln zu halten.

Erklärvideos

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Unlängst habe ich ein Raster kennengelernt, anhand dessen man die Qualität von Erklärvideos bewerten kann.

Die Wissenschaftler dahinter haben sich sehr viel Arbeit gemacht und 20 verschiedene Qualitätskriterien identifiziert. Diese Kriterien haben sie in vier Bereiche gegliedert, und sie geben auch Hinweise, die man bei der Erstellung von Erklärvideos beachten kann. Sehr hilfreich, könnte man meinen.

Was bei mir als jemand, der ab und zu quick-and-dirty-Erklärvideos macht, aber tatsächlich angekommen ist: Wow! Zwanzig Sachen, die ich falsch machen kann.

Mehr Produkte!

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Es ist mir in der Hochschullehre aufgefallen, aber es gilt auch für ganz viele Solopreneure:

Wir versuchen, ein Marketing-Problem mit mehr Produkten, Content oder Angeboten zu lösen.

Wenn das Problem in deinem Marketing liegt, wird ein neues Produkt dieses Problem nicht lösen.

Wetten?

Echt nicht leicht

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Es ist so unglaublich schwierig (geworden), die Aufmerksamkeit und die Zeit von Menschen zu bekommen.

Wenn du auch mal wieder darunter leidest, dann vergiss nicht: Das gilt selbst für die allerbesten Events und die wertvollsten Angebote. Es gilt in allen Branchen und für alle Unternehmen.

Es ist für niemanden leicht.

Unverbindlichkeit

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Die Leute melden sich an, aber sie kommen einfach nicht.

Das ist ein Rieseproblem, weil unnötig Ressourcen vorgehalten werden und damit auch viel Energie verschwendet wird.

Kostenbeiträge, Pönalen, Strafen etc. helfen, aber vielen ist sogar das (verlorene) Geld wurscht.

Idealisten

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In jeder Profession gibt es Menschen, die (viel) mehr tun als notwendig. Weil sie wollen. Weil sie können. Aus Idealismus.

Aber viele sind es nicht.

Fall erledigt

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Ich habe den Vortrag gehört. Ist der Fall damit erledigt?

Ich habe den Vortrag gehört und sogar Fotos gemacht und die Powerpoint abgespeichert. Ist jetzt der Fall erledigt?

Ich habe den Vortrag gehört und mir sogar Notizen gemacht und die Notizen in Notion abgespeichert. Ist der Fall jetzt endlich erledigt?

Keine Ahnung. Wann dein Lernen beginnt und wann es endet, entscheidest du.

Grundsätzlich: Als Zuhörer ist dein Part um nichts weniger aktiv als der des Vortragenden.

Und als Faustregel gilt: Je weniger du dich angestrengt hast, desto weniger wirst du wahrscheinlich gelernt haben.

Und noch ein Tool

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Bevor du dir mal wieder ein neues Software-Tool überlegst, das dir ein Podcaster empfohlen hat oder das dir in einem LinkedIn-Beitrag angepriesen wurde…

Überleg dir eindringlich und ersthaft, ob du das, was du mit dem neuen Tool machen willst, nicht auch mit einem deiner vielen Tools erledigen kannst, die du schon hast.

Denn: Wenn du ein neues Tool kaufst, dann kaufst du nur das Potenzial, dieses Tool zu nutzen. Ein neues Tool heißt noch lange nicht, dass du es kompetent nutzen kannst und dass du damit wirklich den Mehrwert erzielen kannst, den es dir in diesem Moment verspricht.

Abgesehen davon: Deine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung wird es dir danken.

Die zweite Strophe

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Wer kennt die zweite Strophe der Bundeshymne? Wer kennt die zweite Strophe von Stille Nacht, heilige Nacht? Wer kennt die zweite Strophe von Ein Männlein steht im Walde?

Die erste Strophe kennen die meisten, das ist keine große Kunst. Der wirkliche Kenner, der Profi kennt auch die zweite Strophe.

So ist es auch in der Gründungsberatung: Die erste Strophe kennt bald wer. Die Guten erkennst du daran, dass sie auch die zweite Strophe in- und auswendig können.

Und die wirklich, wirklich Guten können auch die dritte.

Zum Haareraufen

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Es gibt Menschen, die wollen nicht effizienter arbeiten. Es gibt Menschen, die wollen ihre miese Situation nicht verbessern. Es gibt Menschen, die fühlen sich in ihrem Unglück scheinbar wohl.

Diese Menschen sagen zwar (immer und immer wieder), dass sie etwas ändern möchten. Und sie nehmen auch immer wieder Anlauf und posaunen Absichtserklärungen raus. Aber wenn es dann ernst wird, dann ziehen sie ihren Schwanz ein.

Das ist natürlich ihr gutes Recht. Aber für jeden Berater sind solche Kunden zum Haareraufen. Weil man als Berater etwas weiterbringen und verändern möchte, aber der Kunde steht auf der Bremse.

Wenn der Berater motivierter ist als der Kunde – das kann nicht gut gehen.

Social Media auslagern?

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Das Killer-Argument laut Philipp Maderthaner, warum du dein Social-Media-Marketing nicht an eine Agentur auslagern solltest:

Die Qualität und die Quantität an Content, die du für ein Social-Media-Marketing mit Wumms benötigst, wirst du dir bei einer Agentur schlicht nicht leisten können!

Selbst mit einem Budget von 5.000 Euro im Monat (was für ein EPU eh schon ein Wahnsinn wäre!) kommt man bei einer Agentur nicht weit. Das bringt dir bei einer kleinen Agentur 5-10 Stunden der Woche. Das reicht nicht, um tatsächlich einen Impact zu erzielen.

Daher gilt die Faustregel: Wenn du dich auf das Social-Media-Spiel einlässt, dann nimm dir viel Zeit und mach es selber.

Das Plateau lieben

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Unlängst habe ich im Buch Stroh im Kopf? von Vera F. Birkenbihl gestöbert. Hier ein Gedanke daraus:

In jedem Lernprozess machen wir am Anfang große Fortschritte. Wir können uns erstaunlich viel in kurzer Zeit aneignen. Mit der richtigen Motivation schaffen wir in relativ kurzer Zeit eine ansehnliche Grundkompetenz in jedem Thema und bei jeder Fähigkeit.

Aber dann kommt unweigerlich ein Plateau. Wir üben und lernen zwar weiter, aber wir kommen scheinbar nicht von der Stelle. Die Zeit der schnellen Fortschritte ist vorbei, jetzt ist jeder kleine Kompetenzgewinn mühsam erkämpft.

Bis das Plateau wieder vorüber ist und wir zum nächsten Quantensprung in unserer Kompetenzentwicklung ansetzen.

Birkenbihls Idee ist deshalb, dass wir uns von diesen Lernplateaus nicht frustrieren lassen, sondern im Gegenteil, dass wir die Plateaus lieben lernen.

Denn dass ein Lernplateau auftritt, ist ein sicheres Zeichen, dass Lernen stattfindet. Und wenn wir es schaffen dranzubleiben, werden wir jedes Plateau irgendwann überwinden und zu neuen Höhenflügen ansetzen.

Was ein Seminar bringt

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Unlängst habe ich im Buch Stroh im Kopf? von Vera F. Birkenbihl gestöbert. Hier ein Learning daraus:

Birkenbihl stellt sich darin (in einem Exkurs) die Frage, ob ein Seminar “etwas bringen” kann und kommt zu folgender Antwort:

Je höher der Punkt an Ihrer Lern-Kurve zum Seminar-Thema bereits ist, desto mehr werden Sie profitieren.

Vera F. Birkenbihl: Stroh im Kopf?, S. 79

Und es stimmt: In so vielen Formen der Lehre und Weiterbildung gilt das Matthäus-Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben. Wer schon was weiß, der wird mehr erfahren. Wer zu Beginn des Seminars mit leeren Händen da steht, wird auch am Ende nicht viel mehr haben.

Leichtigkeit

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Leichtigkeit bei der Arbeit ist nicht nur ein nice to have, mit dem sich die Arbeit vielleicht nicer anfühlt.

Leichtigkeit ist die Grundlage des Erfolges für die wirklich guten Lehrer*innen und Berater*innen! Auch meine Hochschullehre und meine Gründungsberatung fußen auf dieser Leichtigkeit. Es ist genau diese Leichtigkeit, die mich in meinen besten Momenten ausmacht und die bei meinen Studierenden und Kund*innen so besonders resoniert.

Leichtigkeit ist daher eine strategische Stärke. Sie ist eine USP. Sie ist ein asset.

Das Eigene

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Herauszufinden, was das Eigene ist (der eigene Weg, die eigene Strategie, die eigenen Produktivitäts-Hacks), ist anstrengend.

Da wäre es doch viel leichter, einfach Stephen Kings Bleistift zu verwenden.

Nur: Stephen King führt dich in die Irre. Das Eigene führt dich zum Erfolg.

Meckerverbot

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Zu Beginn der Fastenzeit eine nützliche Faustregel für alle Problemdenker wie mich:

Entweder du hast was Nützliches beizutragen, oder du hältst deinen Mund.

Optionenschlau

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Ich glaube, eine der wichtigsten Fähigkeiten, die wir als Lifestyle Entrepreneure entwickeln können, ist es, clever beim Erkennen und Einschätzen unserer Möglichkeiten zu werden.

Optionenschlau nenne ich das. Denn unser Leben bietet uns immer viel mehr Gelegenheiten, als wir nützen können. Welche dieser Gelegenheiten wir annehmen und welche wir vorbeiziehen lassen – bei dieser Auswahl heißt es, schlau zu sein.

Optionenschlau, eben.

Hässliches Entlein

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Wenn man eine kleine Ente erwartet, ist ein Schwan-Küken sehr schiach.

Aber an sich ist ein Schwanenbaby ein sehr schönes Tier.