Bevor du den “Jetzt kaufen”-Button drückst, vergiss nicht:
Wir kaufen, was wir sein wollen.
Bevor du den “Jetzt kaufen”-Button drückst, vergiss nicht:
Wir kaufen, was wir sein wollen.
Heute wird in den USA Thanksgiving gefeiert.
Auch für mich jedes Jahr ein Anlass, heute besonders dankbar zu sein.
Ich bin diesem Mal besonders dankbar für alle jene Menschen, die mir zuhören und die ich lehren darf. Meine Studierenden an der FH des BFI Wien, an der FH St. Pölten, meinen Unternehmensgründer*innen und alle Menschen, die meinen Blog lesen oder meinen Podcast hören.
Und nicht zuletzt für meine Kinder, die mich in meiner Rolle als ihr Lehrer zur Aufrichtigkeit, Konsistenz und Menschlichkeit herausfordern.
Dieses Vorläufige. Dieses Unvollständige. Dieses Iterative. Dieses Unfertige. Dieses Improvisierte. Dieses Unausgegorene…
Das ist kein Defizit, sondern das ist die Art und Weise, wie Lehre praktiziert wird. Das ist die Art und Weise, wie Lerninhalte, Lernformate, Lehrveranstaltungen etc. entwickelt werden.
Gewöhn dich dran. Nein, vielmehr: Hab Spaß daran!
Das ist die ultimative Frage, die unsere Kunden (für sich und sehr schnell!) beantworten können müssen.
Wenn sie das nicht können, dann:
Wenn du wieder mal wach liegst und grübelst, ob du so tun sollst oder anders…
Dann wende dich den Menschen zu, denen du helfen willst. Raus aus deinem eigenen Kopf und rein in die Probleme, die du für diese Menschen lösen willst. Hör in dein Herz hinein, und dann nimm deine zwei gesunden Hände, um die Dinge zum Besseren zu verändern.
Weniger Kopf, mehr Herz und mehr Hand. Das hilft fast immer.
Es ist eine große Leistung es zu schaffen, jemandem die Angst zu nehmen. Zum Beispiel vor der BWL. Zum Beispiel vor einer Gründung.
Das ist ein großer Nutzen. Das ist wertvoll!
Oft tun wir die falschen Dinge, weil wir das Problem gar nicht richtig verstanden haben.
Wir tun, ohne nachzudenken. Wir nehmen die nächstbeste Scheinlösung. Wir wollen das Problem so schnell wie möglich aus der Welt haben.
Dabei gilt: Je besser du das Problem verstanden hast, desto wahrscheinlicher ist es, dass deine Lösung das Problem tatsächlich löst.
Würdest du deine eigenen Produkte kaufen?
Könntest du deinen Freunden guten Gewissens deine eigenen Angebote empfehlen?
Würde es dir taugen, dir selbst auf LinkedIn zu folgen?
[Danke Julian Heck für diese Gedanken.]
„Lieblose Produkte können Sie an vielen Stellen beobachten”, sagen Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg.
Was natürlich sehr schade ist. Aber es stimmt.
Trag du dazu bei, das mehr Liebe in die Welt kommt. Auch und besonders mit deinen Produkten und Angeboten.
Ich habe auf diesem Blog hunderte von Buch- und Podcast-Notizen veröffentlicht.
Warum? Weil ich glaube, dass sie von tausenden Menschen gelesen werden?
Nein. Natürlich würde ich mich freuen, wenn das so wäre. Aber aus meiner Sicht erfüllen diese Notizen mindestens eine wichtige Nebenfunktion: Sie schaffen Vertrauen.
Auch wenn ein Besucher meiner Website nie eine einzige meiner Buchnotizen lesen wird, ist es nützlich für ihn zu wissen, dass ich die Bücher gelesen habe.
Denn dann muss er sie nicht mehr lesen und kann direkt auf das Wissen zugreifen, wenn er mit mir arbeitet.
Wir Lifestyle Entrepreneure sind gute Menschen, aber schlechte Unternehmer. Wir kümmern uns zu wenig um unser Business.
Das ist eine Norm in dieser Community, die sich irgendwie eingebürgert hat und die wir teilen. Kein Gesetz, schon gar kein Naturgesetz, sondern etwas, das wir auch wieder verändern können.
Ich trete an, um diese Norm zu ändern. Zum Wohle aller, weil diese Norm nicht gut für uns Lifestyle Entrepreneure ist.
In Wirklichkeit nützt sie nämlich nur unseren Gegnern, die auch alles dafür tun, dass das möglichst lange so bleibt.
Es ging immer um das Lehren und um die Gemeinschaft.
Jesus ging es darum, in jedem Gottesdienst geht es darum, an den ersten Universitäten ging es darum, an den Volkshochschulen ging es von Anfang an darum.
Weil es einfach funktioniert.
Dan Sullivan sagt: Der Wert für unsere Kund*innen entsteht nur und ausschließlich und exklusiv in der user experience!
Anders formuliert: In jedem Moment, bei jeder Gelegenheit, wo meine (potenziellen) Kund*innen mich und meine Produkte erleben, habe ich die Chance, an dieser Stelle Wert für den Kund*innen zu erzeugen.
Nochmal anders formuliert: Wert entsteht, wenn meine Kund*innen bei möglichst vielen Gelegenheiten in der Interaktion mit mir so laut wie möglich „wow“ sagen. Die Summe der Wows ist der gefühlte Gesamtwert meiner Angebote für meine Kund*innen.
Daher: Mein Denken und Tun sollte sich darauf konzentrieren, die customer experience immer weiter zu optimieren, um den Wert meiner Angebote immer weiter zu erhöhen.
Das ist ein Konzept von Seth Godin.
Alle Menschen haben Angst davor, sich in die Auslage zu stellen und zu sagen: Schau her, das habe ich gemacht. Was sagst du dazu? Willst du es kaufen?
Das heißt: Andere Menschen haben genau das gleiche Problem wie du. Das ist kein Defizit von dir persönlich. Sogar Seth Godin selbst hat dieses Problem.
Nur: Es ist deine Verantwortung, dieses Problem zu lösen. Das Problem ist also nicht, dass du das Problem hast, sondern dass du es nicht löst!
(Manche) Menschen suchen nach Abkürzungen.
Sie haben so viel anderes zu tun, deshalb wollen sie genau gesagt bekommen, was sie tun sollen. Für diese klaren “Vorschriften” (Handlungsanleitungen) sind sie auch bereit, Geld zu zahlen, weil es für sie eine Abkürzung zum Ziel ist.
Für Berater*innen kann daher gelten: Nicht labern, sondern zum Punkt kommen. Konkrete Hilfe geben hin zur Problemlösung. Und das Ganze in verständlichen, klaren Worten kommunizieren.
Das ist eine Form von value creation.
(siehe auch dieser Blog)
Vor vielen Jahren habe ich mal bei einer Gehmeditation teilgenommen.
Die Idee dabei ist, dass man achtsam einen Schritt vor den anderen setzt, ganz langsam und bewusst. Im besten Fall wird dadurch eine so alltägliche Tätigkeit wie das Gehen zu einer unkomplizierten Achtsamkeitsübung.
So zumindest die Theorie. Wenn da der monkey mind, der Affe im Kopf, nicht wäre.
Es war nämlich so: Diese Gehmeditation fand in einer Gruppe statt. Wir sind im Kreis gegangen, einer hinter der anderen. Und während der gesamten Gehmeditation war ich ständig in der Sorge, ob ich eh nicht zu langsam gehe und damit alle hinter mir aufhalte. Soll ich lieber ein bisschen schneller gehen, damit ich die anderen bei ihrer Meditation nicht behindere? Was, wenn mir jemand auf die Ferse steigt, weil ich so langsam dahinschleiche? Und so weiter, und so weiter. Die ganze Zeit lang.
Und damit war natürlich sämtliche Achtsamkeit beim Teufel. Weil mein Kopf wieder mal mit einem Problem beschäftigt war, das es ausschließlich in meinem Kopf gegeben hat. Denn meine Mit-Meditierenden hätten leicht an mir vorbei gehen können, wenn sie das gewollt hätten. Hat niemand gemacht. Alles nur in meinem Kopf.
Und, in welcher “Gehmeditation” bist du jetzt gerade wieder unterwegs?
Unlängst habe ich mit meinem Sohn (7) und einem gleichaltrigen Freund ein Brettspiel gespielt.
Der Freund kannte das Spiel bereits, wir nicht. Also hat er uns die Spielregeln erklärt — zumindest seine Version davon. Er kannte die Regeln ungefähr, aber nicht gut. Aber das wäre nicht das Problem gewesen.
Unlustig wurde es, als er begann, die Regeln während des Spiels zu ändern — nämlich so, wie er sie brauchte.
Es macht keinen Spaß, mit so jemandem zu spielen.
PS: Natürlich geht es hier längst nicht nur um Brettspiele und Kinder.
Die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern ist oft wie bei einem Shakespeare-Stück:
“In den Stücken von William Shakespeare ist es für Liebende meist ziemlich kompliziert, zueinander zu finden. Ständig kommt es zu Missverständnissen, Menschen werden getäuscht und es passieren die aberwitzigsten Verwechslungen. Neuseelands Forscher haben herausgefunden, dass es Lehrern und Schülern miteinander ganz ähnlich geht. Wie in einer Liebesbeziehung scheint ihr Verhältnis von unausgesprochenen Annahmen geprägt, die oftmals falsch sind. Über die wahren Erwartungen des anderen wissen Lehrer und Schüler oft überraschend wenig.”
Verena Friederike Hasel: Der tanzende Direktor, S. 170
Dieses wunderbare Bild im Buch “Der tanzende Direktor” von Verena Friederike Hasel resoniert sehr in mir und erzeugt den großen Wunsch, diesen “wahren Erwartungen” auf die Spur zu kommen.
Darauf möchte ich mich bei meinen (Hochschul-)didaktischen Bemühungen in der nächsten Zeit konzentrieren.
Unlängst erzählte mir ein Freund von einer herausfordernden Denkaufgabe und sagte: “Wir sind natürlich gescheitert, aber wir sind zumindest erfolgreich gescheitert.”
Ja, es gibt sie: Erfolg-reiches Scheitern und erfolg-reiche Fehler.
Gewöhn dich an diesen Gedanken. Es wird dir und deinem Business gut tun.
Es ist nicht einfach, auf die Herausforderungen der Zukunft Antworten zu finden. Und es ist noch schwieriger, andere Menschen von diesen Antworten zu überzeugen und im besten Fall zu begeistern.
Was es dafür bräuchte, hat ein sehr schlauer Freund von mir unlängst so beschrieben: Wir brauchen eine neue gesellschaftliche Erzählung. Wir brauchen ein “Narrativ der ständigen Entscheidungsfreude”, ein “Narrativ der Möglichkeiten.”
Wir müssen die Vorläufigkeit all unseres Tuns akzeptieren, ja zu einem feature unseres Tuns machen. Und wir müssen uns damit abfinden, dass wir mehr denn je gefordert sein werden, Entscheidungen zu treffen. Lauter vorläufige Entscheidungen, und wir müssen mutig um-entscheiden, sobald wir schlauer geworden sind.
Das erinnert mich an den Zugang zum Leben, den Unternehmer*innen haben. Und das könnte bedeuten, dass wir gesellschaftliches Entrepreneurship brauchen, um tragfähige Antworten für die Herausforderungen unserer Zeit zu finden.
Simple Lösungsvorschläge, die lange gelten, haben ausgedient.