In jeder Profession gibt es Menschen, die (viel) mehr tun als notwendig. Weil sie wollen. Weil sie können. Aus Idealismus.
Aber viele sind es nicht.
In jeder Profession gibt es Menschen, die (viel) mehr tun als notwendig. Weil sie wollen. Weil sie können. Aus Idealismus.
Aber viele sind es nicht.
Ich habe den Vortrag gehört. Ist der Fall damit erledigt?
Ich habe den Vortrag gehört und sogar Fotos gemacht und die Powerpoint abgespeichert. Ist jetzt der Fall erledigt?
Ich habe den Vortrag gehört und mir sogar Notizen gemacht und die Notizen in Notion abgespeichert. Ist der Fall jetzt endlich erledigt?
Keine Ahnung. Wann dein Lernen beginnt und wann es endet, entscheidest du.
Grundsätzlich: Als Zuhörer ist dein Part um nichts weniger aktiv als der des Vortragenden.
Und als Faustregel gilt: Je weniger du dich angestrengt hast, desto weniger wirst du wahrscheinlich gelernt haben.
Bevor du dir mal wieder ein neues Software-Tool überlegst, das dir ein Podcaster empfohlen hat oder das dir in einem LinkedIn-Beitrag angepriesen wurde…
Überleg dir eindringlich und ersthaft, ob du das, was du mit dem neuen Tool machen willst, nicht auch mit einem deiner vielen Tools erledigen kannst, die du schon hast.
Denn: Wenn du ein neues Tool kaufst, dann kaufst du nur das Potenzial, dieses Tool zu nutzen. Ein neues Tool heißt noch lange nicht, dass du es kompetent nutzen kannst und dass du damit wirklich den Mehrwert erzielen kannst, den es dir in diesem Moment verspricht.
Abgesehen davon: Deine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung wird es dir danken.
Wer kennt die zweite Strophe der Bundeshymne? Wer kennt die zweite Strophe von Stille Nacht, heilige Nacht? Wer kennt die zweite Strophe von Ein Männlein steht im Walde?
Die erste Strophe kennen die meisten, das ist keine große Kunst. Der wirkliche Kenner, der Profi kennt auch die zweite Strophe.
So ist es auch in der Gründungsberatung: Die erste Strophe kennt bald wer. Die Guten erkennst du daran, dass sie auch die zweite Strophe in- und auswendig können.
Und die wirklich, wirklich Guten können auch die dritte.
Es gibt Menschen, die wollen nicht effizienter arbeiten. Es gibt Menschen, die wollen ihre miese Situation nicht verbessern. Es gibt Menschen, die fühlen sich in ihrem Unglück scheinbar wohl.
Diese Menschen sagen zwar (immer und immer wieder), dass sie etwas ändern möchten. Und sie nehmen auch immer wieder Anlauf und posaunen Absichtserklärungen raus. Aber wenn es dann ernst wird, dann ziehen sie ihren Schwanz ein.
Das ist natürlich ihr gutes Recht. Aber für jeden Berater sind solche Kunden zum Haareraufen. Weil man als Berater etwas weiterbringen und verändern möchte, aber der Kunde steht auf der Bremse.
Wenn der Berater motivierter ist als der Kunde – das kann nicht gut gehen.
Das Killer-Argument laut Philipp Maderthaner, warum du dein Social-Media-Marketing nicht an eine Agentur auslagern solltest:
Die Qualität und die Quantität an Content, die du für ein Social-Media-Marketing mit Wumms benötigst, wirst du dir bei einer Agentur schlicht nicht leisten können!
Selbst mit einem Budget von 5.000 Euro im Monat (was für ein EPU eh schon ein Wahnsinn wäre!) kommt man bei einer Agentur nicht weit. Das bringt dir bei einer kleinen Agentur 5-10 Stunden der Woche. Das reicht nicht, um tatsächlich einen Impact zu erzielen.
Daher gilt die Faustregel: Wenn du dich auf das Social-Media-Spiel einlässt, dann nimm dir viel Zeit und mach es selber.
Unlängst habe ich im Buch Stroh im Kopf? von Vera F. Birkenbihl gestöbert. Hier ein Gedanke daraus:
In jedem Lernprozess machen wir am Anfang große Fortschritte. Wir können uns erstaunlich viel in kurzer Zeit aneignen. Mit der richtigen Motivation schaffen wir in relativ kurzer Zeit eine ansehnliche Grundkompetenz in jedem Thema und bei jeder Fähigkeit.
Aber dann kommt unweigerlich ein Plateau. Wir üben und lernen zwar weiter, aber wir kommen scheinbar nicht von der Stelle. Die Zeit der schnellen Fortschritte ist vorbei, jetzt ist jeder kleine Kompetenzgewinn mühsam erkämpft.
Bis das Plateau wieder vorüber ist und wir zum nächsten Quantensprung in unserer Kompetenzentwicklung ansetzen.
Birkenbihls Idee ist deshalb, dass wir uns von diesen Lernplateaus nicht frustrieren lassen, sondern im Gegenteil, dass wir die Plateaus lieben lernen.
Denn dass ein Lernplateau auftritt, ist ein sicheres Zeichen, dass Lernen stattfindet. Und wenn wir es schaffen dranzubleiben, werden wir jedes Plateau irgendwann überwinden und zu neuen Höhenflügen ansetzen.
Unlängst habe ich im Buch Stroh im Kopf? von Vera F. Birkenbihl gestöbert. Hier ein Learning daraus:
Birkenbihl stellt sich darin (in einem Exkurs) die Frage, ob ein Seminar “etwas bringen” kann und kommt zu folgender Antwort:
Je höher der Punkt an Ihrer Lern-Kurve zum Seminar-Thema bereits ist, desto mehr werden Sie profitieren.
Vera F. Birkenbihl: Stroh im Kopf?, S. 79
Und es stimmt: In so vielen Formen der Lehre und Weiterbildung gilt das Matthäus-Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben. Wer schon was weiß, der wird mehr erfahren. Wer zu Beginn des Seminars mit leeren Händen da steht, wird auch am Ende nicht viel mehr haben.
Leichtigkeit bei der Arbeit ist nicht nur ein nice to have, mit dem sich die Arbeit vielleicht nicer anfühlt.
Leichtigkeit ist die Grundlage des Erfolges für die wirklich guten Lehrer*innen und Berater*innen! Auch meine Hochschullehre und meine Gründungsberatung fußen auf dieser Leichtigkeit. Es ist genau diese Leichtigkeit, die mich in meinen besten Momenten ausmacht und die bei meinen Studierenden und Kund*innen so besonders resoniert.
Leichtigkeit ist daher eine strategische Stärke. Sie ist eine USP. Sie ist ein asset.
Herauszufinden, was das Eigene ist (der eigene Weg, die eigene Strategie, die eigenen Produktivitäts-Hacks), ist anstrengend.
Da wäre es doch viel leichter, einfach Stephen Kings Bleistift zu verwenden.
Nur: Stephen King führt dich in die Irre. Das Eigene führt dich zum Erfolg.
Zu Beginn der Fastenzeit eine nützliche Faustregel für alle Problemdenker wie mich:
Entweder du hast was Nützliches beizutragen, oder du hältst deinen Mund.
Ich glaube, eine der wichtigsten Fähigkeiten, die wir als Lifestyle Entrepreneure entwickeln können, ist es, clever beim Erkennen und Einschätzen unserer Möglichkeiten zu werden.
Optionenschlau nenne ich das. Denn unser Leben bietet uns immer viel mehr Gelegenheiten, als wir nützen können. Welche dieser Gelegenheiten wir annehmen und welche wir vorbeiziehen lassen – bei dieser Auswahl heißt es, schlau zu sein.
Optionenschlau, eben.
Wenn man eine kleine Ente erwartet, ist ein Schwan-Küken sehr schiach.
Aber an sich ist ein Schwanenbaby ein sehr schönes Tier.
Wenn du am Ende deines Lebens Bilanz ziehst und zurückschaust, dann wird es völlig egal sein, ob du dieses Todo heute erledigt hast oder morgen oder gar nicht. Es wird wurscht sein, ob du dieses Projekt angegangen bist oder jenes oder keines davon. Es wird dich nicht interessieren, wie gut oder schlecht dein Umsatz im Februar 2024 war.
Was an diesem Tag für dich zählen wird, ist nicht was du getan hast, sondern wie du es getan hast. Mit welcher Intention du an die Dinge herangegangen bist, die du gemacht hast. Aus welchen Gründen du deine Entscheidungen getroffen hast. Wie du mit den Menschen, die dich auf deinem Lebensweg begleitet haben, umgegangen bist.
Es wird zählen, wie du deine Ideale, deine Werte und deine Fähigkeiten in deinem Leben zum Ausdruck gebracht hast. Nicht im Detail, denn Details sind irrelevant. Sondern im großen Bogen, der sich von deinem ersten Atemzug bis zu deinem letzten spannt.
Auf diesen Bogen wirst du zurückschauen. Und dieser Bogen wird aus Wie-Bausteinen, nicht aus Was-Bausteinen gebaut.
Vergiss das nicht, Günter.
Ein Freund hat mir unlängst von einem achtjährigen Mädchen erzählt. Auf die Frage, wer ihr größtes Vorbild sei, hat sie geantwortet:
Ich bin mir selbst genug. Ich bin mein eigenes Vorbild.
Mit diesem Zugang hat sie die besten Voraussetzungen, später mal erfolgreich selbständig zu werden.
Das ist eine weitverbreitete Meinung.
Ich sage: Gründen ist nicht so riskant, wie man vielleicht denkt.
Aber es ist nicht einfach.
Scott Galloway sagt: In hundert Jahren werden alle Menschen, die mir heute lieb und teuer sind, tot sein, und niemand wird sich an meine Erfolge und meine Fehler erinnern.
Das ist traurig, und gleichzeitig ist es befreiend.
Eine große Motivation für viele Selbständige ist es, dass wir uns unsere Zeit frei einteilen können. Dass wir auch mal an einem Montag Vormittag nicht arbeiten müssen, wenn wir nicht wollen.
Aber diese Zeit-Freiheit hat auch eine Schattenseite. Nämlich z.B. dann, wenn man kranke Kinder zu betreuen hat. Als Selbständiger mit freier Zeiteinteilung ist es viel einfacher, sich für die Betreuung “frei” zu nehmen als als Angestellter, der ja fixe Arbeitszeiten hat.
Natürlich ist es gut, wenn man für seine kranken Kinder da sein kann, ohne jemanden um Erlaubnis fragen zu müssen.
Und gleichzeitig nagt der Gedanke: Wenn ich nicht besser auf meine Zeit aufpasse, komme ich nie weiter.
Das ewige Dilemma der meisten Mum- und Dadpreneuren.
Manchmal geht alles glatt. Da läuft es rund, wir kommen weiter, wir feiern Erfolge, es läuft einfach.
Und machmal… nicht so sehr. Da ist jeder kleine Erfolg hart erkämpft. Da ringen wir uns jeden Fortschritt mühsam ab. Da haben wir das Gefühl, wir kommen nicht von der Stelle.
Für diese Momente, die jede*r Selbständige kennt, hat Khalil Gibran ein paar tröstende Worte parat:
Ihr seid gut, wenn ihr fest und mit kühnen Schritten auf euer Ziel zugeht. Doch ihr seid nicht böse, wenn ihr hinkend darauf zugeht. Selbst die Hinkenden gehen nicht rückwärts.
Khalil Gibran: Der Prophet
Konzepte und Modelle sind nützlich, keine Frage.
Aber wenn wir zu schnell sind beim “Einordnen” (vor allem bei Dingen, die wir noch gar nicht richtig verstanden haben), dann landen wir im falschen Ladl, und das Konzept erklärt in Wirklichkeit gar nichts. Und hilft auch niemandem weiter.
Ein bisschen länger neugierig sein, würde uns Michael Bungay Stanier raten.