schmatzberger.com – Die Website von Günter Schmatzberger

Bittere Pillen

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Es gibt immer mehrere Optionen auf dem weiteren Weg zum erfolgreichen Lifestyle Business.

Die zentrale Frage ist dabei immer nur: Welche bittere Pille willst du schlucken?

Es ist deine Wahl.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

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Wie sollen wir wissen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um ein Projekt zu starten? Oder der richtige Zeitpunkt, um ein Projekt wieder zu beenden?

Esther Perel meint, dass es die „story of our lives” ist, dass wir unser Leben lang mit dem „richtigen Zeitpunkt“ hadern. Dass wir uns manchmal wünschten, wir hätten uns früher getrennt, und dass wir uns ein anderes mal wünschten, wir wären länger dabei geblieben.

Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir unser Leben lang von den Zweifeln begleitet werden, ob der Zeitpunkt richtig war. Das wird uns nicht erspart bleiben.

„Life is a series of hellos and goodbyes”, singt Billy Joel. Das beste, was wir tun können, ist bewusste Entscheidungen zu treffen und Vertrauen in den gewählten Zeitpunkt zu haben.

[Mein Podcast über selbst-initiierte Trennungsprojekte]

Begeisterung

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Es gibt kaum etwas Schöneres, als einen Lifestyle Entrepreneur zuzuhören, wenn er voll Begeisterung von seinem Unternehmen erzählt. Von der Herzensangelegenheit, die er damit voranbringen möchte. Von der Freiheit und Selbstbestimmtheit, die er sich damit schafft. Von der Herausforderung, die ihn jeden Tag motiviert aus dem Bett springen lässt.

Diese Begeisterung ist ansteckend. Deswegen sollten wir Lifestyle Entrepreneure immer wieder Zeit mit anderen Lifestyle Entrepreneuren verbringen, damit wir uns von deren Begeisterung anstecken lassen oder damit wir unser eigenes Feuer an andere übertragen können.

Lachen können

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Ein Gründer hat unlängst in einem Beratungsgespräch gesagt: „Wir wollen mit unseren Kunden nicht nur Geschäfte machen, sondern auch mit ihnen lachen können.“

Mit einem Menschen gemeinsam lachen zu können, ist wahrscheinlich einer der größten Vertrauensbeweise, die man überhaupt bekommen kann.

Die Kunden, die mit uns lachen, haben wir nicht nur als Kunden gewonnen, sondern auch als Menschen.

Mühsames Feedback

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Das Feedback auf deinen Vorschlag, das du gestern bekommen hast… Empfindest du es deswegen als mühsam, weil es sachlich nicht gerechtfertigt ist?

Oder behagt es dir eher deswegen nicht, weil es für dich zusätzliche Arbeit bedeutet? Weil es dir nicht in den Kram passt? Weil du nochmal zurück an den Start musst?

Es ist völlig in Ordnung, Feedback zu ignorieren. Wir müssen nicht jede Meinung über unsere Arbeit für bare Münze nehmen. Aber unsere Arbeit nur deswegen nicht besser zu machen, weil es mühsam wäre…

Ist das wirklich Grund genug?

Sollbruchstellen

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An Übergängen gehen Informationen verloren – das war immer schon so. In Krisenzeiten gilt das jedoch ganz besonders: Da fallen auch wichtige Informationen unter den Tisch. Nicht aus böser Absicht, sondern deswegen, weil so viel los ist, dass man einfach nicht alles unter Kontrolle haben kann. In Krisenzeiten ist das Leben schwer zu managen.

Darüber kann man sich ärgern, dafür kann man sich und andere geißeln und mit Kleinlichkeit quälen. Oder man kann zu sich und anderen großzügig sein und anerkennen, wenn sich jemand bemüht, in herausfordernden Zeiten trotzdem sein/ihr Bestes zu geben.

BWL ist für die Fische

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Wenn ich behaupte, dass Lifestyle Entrepreneure (wie generell alle Ein-Personen-Unternehmen/Solopreneure) keine BWL brauchen, meine ich nicht, dass sie ohne wirtschaftliches Wissen auskommen werden – im Gegenteil. Das Wissen, wie sie im Haifischbecken der Marktwirtschaft reüssieren können, brauchen sie wie einen Bissen Brot. 

Ich behaupte allerdings, dass die klassische BWL für Lifestyle Entrepreneure schlicht und einfach nicht taugt. Die klassische BWL hat sich stets an Großunternehmen orientiert und ist heute großteils mit sich selbst beschäftigt. 

Für Lifestyle Entrepreneure bräuchte es eine „Neue BWL“, die echte Antworten liefert für die unternehmerischen Herausforderungen, die sie tagtäglich zu meistern haben. 

Instruktor und Facilitator

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Ein Instruktor ist jemand, der Wissen hat und es an andere weitergibt. Eine Instrukturin bemüht sich, das, was sie weiß, bestmöglich zu erklären, um Aha-Momente bei seinen Schülerinnen und Schülern auszulösen.

Ein Facilitator ist jemand, der davon überzeugt ist, dass alles notwendige Wissen schon bei seinen Schülerinnen und Schülern vorhanden ist. Ihr geht es vor allem darum, die Stolpersteine und Blockaden aus dem Weg räumen zu helfen, die verhindern, dass ihre Schülerinnen und Schüler ihre besten Leistungen abrufen können.

Als Lehrer/in bist du immer beides, Instruktor und Facilitator. Aber du bist nicht immer beides zu gleichen Teilen: Mal bist du vor allem Instruktor, mal bist du vor allem Facilitator.

Wähle weise, in welchem Format du welche Rolle einnehmen willst – und dann bleib dabei!

Wir leiden an uns selbst

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Wir schauen weg, wo wir hinschauen sollten.

Wir zaudern, wo wir mutig voranschreiten sollten.

Wir sind stolz, wo wir um Verzeihung bitten sollten.

Wir werden geschäftig, wo wir innehalten sollten.

Wir machen uns unser Leben wirklich nicht leicht. Wir schaffen uns unseren eigenen privaten Kreuzweg jeden Tag selbst.

Kreuzweg

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Wolfgang Kirchmayer sagt: Jeder will die Auferstehung, aber niemand will den Kreuzweg.

Der Schmerz gehört zur Freude, genau wie der Tod zum Leben gehört. Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir nur die „positiven Seiten“ in unserem Leben wahrnehmen wollen. Wir ignorieren dadurch, dass der Keim des Neuen in der Vergänglichkeit des Alten liegt.

Zu Ostern hätten wir die Chance, innezuhalten und uns daran zu erinnern.

Die neuen Selbstlerner

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Wir leben in einer Zeit, in der die traditionelle Bildungsinstitutionen wie Schulen, Hochschulen, Erwachsenenbildungszentren an ihre Grenzen stoßen.

Wir Lifestyle Entrepreneure spüren das besonders deutlich: An welcher Schule kann man lernen, wie man ein Lifestyle Business entwirft? An welcher Hochschule kann man Lifestyle Entrepreneurship studieren? Wo kann ich einen Abendkurs finden, der mir beibringt, wie ich ein passendes Geschäftsmodell für mein Lifestyle Business entwickle?

Nirgends. Wir Lifestyle Entrepreneure sind eine große Gruppe von Selbstlernern, die sich ihre Informationen aus verschiedensten Quellen selbst zusammenstellen. Jeder von uns entwickelt sein/ihr eigenes Curriculum. Das Internet bietet dafür auch die besten Voraussetzungen: Wir können uns unser Wissen von den besten Experten auf der ganzen Welt holen. Es war nie leichter, sich sein ideales Studium selbst zusammenzubasteln.

Und doch würden wir uns mitunter wünschen, uns nicht ganz allein auf diesem Weg zu fühlen. Von den Erfahrungen anderer Lifestyle Entrepreneure lernen zu können. Im Austausch mit anderen Lifestyle Entrepreneuren bessere Ideen entwickeln zu können.

Vielleicht ist die Zeit reif für eine „Universität für Lifestyle Business und Lifestyle Entrepreneurship“?

Du hast immer eine Wahl

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Auch wenn es dir in einem Personal Project so scheint, als hättest du keine Wahl: Einen gewissen Handlungsspielraum gibt es immer – und wenn dieser Handlungsspielraum „nur“ darin liegt, wie du über dieses Projekt denkst.

Unterschätze nicht, wie viel Autorität du über dein Leben hast, wenn du deine Autorität über deine Gedanken wahrnimmst.

Eines Tages sagt jemand: „Du bist!“

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„We’re all accidents at birth, you know. We don’t get to choose what we look like, we don’t get to choose how gifted we’re gonna be, how tall, how strong, how… we don’t get to choose anything about what we’re gonna be.

One day somebody says „You are“.

At some point or another we have a choice – if we’re sane enough by that point – as to how much we’re gonna apply ourselves. And a lot of that is influenced by the people who nurture us.“

RIP Bill Withers

Wo sind die europäischen Denker und Gurus?

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Wenn wir uns umsehen, wo die Trends herkommen, wo die „Opinion Leader“ herkommen, die Influencer und die Gurus, die meistgehörten Podcasts, die meistgelesenen Blogs… Die Chancen stehen gut, dass es aus den USA kommt.

Das liegt meiner Meinung nach nicht nur an der Tatsache, dass englische Blogs, Podcasts oder Tweets von mehr Menschen verstanden werden können als deutsche, italienische oder französische.

Es hat meiner Meinung nach sehr viel mit dem Selbstverständnis und dem Selbstvertrauen von uns Europäern zu tun. Obwohl wir auf eine jahrhundertelange und reichhaltige Geschichte von einflussreichen Denkern zurückblicken können, scheint alles derzeit Relevante aus dem angloamerikanischen Raum zu kommen.

Wie oft lese ich, dass wir in Europa „zwei bis drei Jahre“ hinter den Amerikanern wären – gerade im Bereich Online-Business, Start-ups und dergleichen. Als ob es unhinterfragt erstrebenswert wäre, den amerikanischen Vorbildern hinterherzuhecheln.

Wo ist der genuin europäische Weg? Wo sind die europäischen Antworten auf die Fragen unserer Zeit? Warum sind die europäischen Denker so leise, während die amerikanischen so laut sind?

Was unsere europäische Denktradition immer schon ausgezeichnet hat, ist, dass sie mit Komplexität umgehen konnte, wo der amerikanische Ansatz die Vereinfachung zum Ziel hatte.

Es sind komplexe Zeiten, und deswegen wäre die Stimme der europäischen Denkerinnen und Denker heute wichtiger denn je – sofern sie sich auf ihre europäischen Stärken rückbesinnen und nicht billige Kopie des Amerikanischen sein wollen.

Projekte, die wir hassen

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Ja, es gibt sie, die Projekte, die wir hassen. Projekte, die uns zum Hals raus hängen, bei denen uns die Grausbirn aufsteigt, wo sich dieses Gefühl der Übelkeit im Bauch breitmacht, wenn wir auch nur an sie denken.

Jeder von uns hat solche Projekte, wahrscheinlich zu unterschiedlichen Zeiten im Leben unterschiedlich viele. Welche Projekte das genau sind, das ist natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Aber es gibt Muster für solche Projekte. Der Hass hat sozusagen ein paar Voraussetzungen, die universell sind, die sich durch alle Hassprojekte durchziehen, egal wie unterschiedlich sie auch im Konkreten sein mögen.

Wenn wir wissen, warum wir Projekte hassen, dann wissen wir auch, warum wir andere Projekte lieben.

[Zum Podcast über Projekte, die wir hassen]

Der Lackmustest

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In Zeiten der Unsicherheit, wenn Dinge in Bewegung kommen und Altbewährtes in Frage gestellt wird, zeigt sich auch, was „echt“ ist und was nicht.

Coaches, denen es mehr um ihr Business geht als um ihre Klienten, werden entlarvt. Bei Unternehmensgründern, die von Anfang an unsicher waren, ob sie den Schritt in die Selbständigkeit wagen sollen, wird diese Unsicherheit verstärkt. Wer zuvor sein Business auf sandigem Boden gebaut hat, kann die Risse nun nicht mehr übersehen.

Krisen lösen oft die Dinge nicht aus, sondern sie verstärken sie, wirken als Katalysator für Prozesse, die längst im Gang sind.

Insofern ist eine Krise immer auch die Chance wahrzunehmen, welche unserer Projekte in ihren Grundfesten erschüttert werden, aber auch welche Projekte wie ein Fels in der Brandung bestehen bleiben.

Der unbelehrbare Lehrer

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Wer sind die schwierigsten Schüler? Die Lehrer. Wer sind die beratungsresistentesten Kunden? Die Berater. Wer sind die schwierigsten Patienten? Die Ärzte.

Wer kennt aus seinem eigenen Umfeld nicht Geschichten wie die dieses Bekannten, der Zahnarzt ist und der immer, wenn er auf Besuch kommt, den Kindern Unmengen an Süßigkeiten mitnimmt?

Aus welchem Grund auch immer tun wir uns in unserem Leben genau mit den Dingen schwer, für die wir für andere Menschen die besten Ratschläge und Verhaltenstipps haben.

Jordan Peterson sagt: Set your house in perfect order before you criticise the world.

Eigentlich keine schlechte Idee, gerade für uns Lifestyle Entrepreneure.

Tun, ohne zu fragen

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Es geschieht oft aus den besten Absichten: Wir tun etwas, weil wir glauben, dass wir dem Anderen damit helfen.

Dabei wäre die beste Hilfe zu fragen: „Wie kann ich dir helfen?“, statt einfach davon auszugehen, dass wir die Antwort eh schon kennen.

Das würde uns auch davor bewahren, dass wir beleidigt sind, wenn unsere ungefragte Hilfe nicht den Dank erhält, den wir selbstgerechter Weise erwartet hätten.

Sokrates

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In die größten Katastrophen als Unternehmer schlittern wir nicht aus völligem Unwissen, sondern weil wir glauben, wir machen eh alles richtig.

Wir glauben zu wissen, was wir tun. Dabei verstehen wir Dinge falsch, kürzen Prozesse eigenmächtig ab, gehen unhinterfragt von falschen Annahmen aus, glauben, es auch irgendwie mit weniger Anstrengung zu schaffen.

„Ich weiß, dass ich nichts weiß“, sagte Sokrates. Weißt du das auch?