Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Das Offensichtliche sagen

D

Ich habe bereits darüber geschrieben, wie wertvoll Berater sein können, wenn Sie das Offensichtliche sehen.

Genauso wichtig ist es mitunter, das Offensichtliche zu sagen. Das anzusprechen, von dem du glaubst, es wäre so banal, dass du dich damit peinlich machst. Das zu sagen, von dem du glaubst, dass es dein Gegenüber ohnehin schon längst weiß. Das zu sagen, was ja eigentlich längst klar sein sollte.

Trau dich und probier’s aus. Du wirst staunen, welche Aha-Erlebnisse du bei deinem Gegenüber auslösen wirst.

Stolz sein

S

Etwas schaffen, worauf man stolz ist…

Wäre das nicht ein schönes Ziel für dein Lifestyle Business – und für den Start in jeden einzelnen Tag deines Unternehmerlebens?

Zweckoptimismus

Z

Manche Situationen sind herausfordern. Manche Herausforderungen sind schwierig. Manche Schwierigkeiten scheinen unüberwindbar.

Oft bleibt dann nichts übrig als Zweckoptimismus.

Aber Zweckoptimismus ist ein nützliches Tool. Zweckoptimismus bedeutet nämlich, dass wir uns, obwohl wir nicht wissen, wie es ausgehen wird, für den Erfolg und gegen das Scheitern entscheiden. Wir gehen davon aus, dass wir es schaffen werden. Wir tun so, als ob wir es schaffen werden.

Und das ist wahrscheinlich schon der wichtigste Schritt zum Erfolg: Dass wir davon ausgehen, dass Erfolg möglich ist.

Funkdisziplin

F

Während meines Studenten-Jobs im Aufsichtsdienst des Kunsthistorischen Museums in Wien habe ich das Konzept der “Funkdisziplin” kennengelernt.

Es geht um Folgendes: Wenn du mit einem Funkgerät ausgestattet bist, dann ist es nicht egal, wie du über dieses Medium kommunizierst.

Zum einen ist es wichtig, dass du dich verständlich und präzise ausdrückst, damit die Empfänger deiner Nachricht dich gut verstehen und wissen, was zu tun ist.

Zum anderen ist es wichtig, auf deine Kommunikation zu achten, weil deine Funksprüche ja nicht nur von den Menschen gehört werden, für die sie gedacht sind, sondern auch von zufälligen Zuhörern, die gerade in der Nähe eines Funkgerätes sind. Also zum Bespiel die Museumsbesucher. Und auch gegenüber diesen ist es nicht egal, wie du dich am Funkgerät ausdrückst.

Ich denke, etwas mehr Funkdisziplin würde – bei aller Authentizität – auch vielen Solopreneuren auf Social Media gut tun.

Warmes Brot

W

Brot, das ein bisschen aufgewärmt wurde, schmeckt viel besser. Unvergleichbar viel besser. Noch dazu, wenn das Brot an sich schon von sehr guter Qualität ist.

Kleiner Effekt, große Wirkung.

Wie so vieles im Leben. Und im Business.

Zwei Alternativen

Z

Manchmal steckt ein Projekt fest, weil man keine Entscheidung trifft.

In dem Fall ist es hilfreich, die Komplexität zu reduzieren, indem man sich auf zwei Alternativen festlegt: Soll ich A machen, oder soll ich B machen?

Wenn man nur zwei Alternativen vor sich hat, fällt die Auswahl zwischen diesen beiden Möglichkeiten meistens ziemlich leicht.

Und wenn nicht, kann man ja immer noch eine Münze werfen.

Konkurrenzkampf

K

Der Konkurrenzkampf tobt meist am heftigsten innerhalb einer Gruppe von Gleichartigen.

Ganz typisch: Solopreneure sehen andere Solopreneure als ihre Konkurrenten. Und verkennen dabei, dass die wahren Konkurrenten, die ihnen das Leben wirklich schwer machen, ganz andere Kaliber wären.

Buchhändler haben auch lange andere Buchhändler für ihre Konkurrenz gehalten, bis sie begriffen haben, dass der wirklich gefährliche Konkurrent Amazon ist.

Wir Solopreneure sollten viel, viel mehr zusammenarbeiten, um gegen unsere gemeinsamen Feinde bestehen zu können.

Nein sagen (2)

N

Was Thomas Stipsits uns nach seinem Burn-out mitgeben möchte:

Zu sagen: Na, ich moch’s ned. Warum ned? Weil ich’s ned machen will. Und ich brauch aber jetzt a ka Erklärung dafür. Es is ja mei Lebn.

Thomas Stipsits, Ö3 Frühstück bei mir vom 2. Jänner 2022

Krypto-Flugblatt

K

Letztens habe ich folgenden Flyer in meinem Briefkasten gefunden:

Ich frage mich: Wer, um Himmels willen, kauft Kryptowährung aufgrund eines Flyers im Briefkasten? Wer, um alles in der Welt, trifft so seine Investitionsentscheidungen?

Andererseits: Es gibt die komischsten Leute.

Man kann’s dem Unternehmen nicht verübeln, es zu versuchen.

Zwei Wochen Pause

Z

Ich war jetzt zwei Wochen nicht laufen.

Es ist unglaublich, wie schnell es geht, dass man abbaut.

Und wie schwer es ist, bis man wieder in Schwung kommt.

Geschwurbel

G

Aus dem Jahresbericht irgendeines österreichischen Unternehmens:

Durch umfangreiche Analysen unserer Kernzielgruppe gelingt eine einzigartige Fusion aus Wissenschaft und Praxis – mit den Vorteilen, Erkenntnisse von der Praxis für die Praxis zu gewinnen und Innovationen anzutreiben. Damit sind wir am Puls einer sich ständig wandelnden Arbeitswelt.

Was für ein Schrott. Wie kann man in so vielen Worten praktisch nichts sagen? Lauter Gemeinplätze, praktisch keine Aussage. Ein einziges Buzzword-Bingo.

Liebe Unternehmen, verkauft eure Mitarbeiter*innen nicht für blöd. Diejenigen, die sich noch für euch interessieren und die ihr nicht schon längst mit solchen Unsinnigkeiten abgeturnt habt, interessieren sich dafür, was euch wirklich beschäftigt.

Redet doch Klartext. Sprecht von dem, was euch wirklich bewegt. Offen und ehrlich, ohne Selbstbeweihräucherung.

Lasst die Marketing-Sprache weg, und sprecht wie echte Menschen.

7 Jahre

7

Die Zahl 7 ist eine besondere Zahl, seit biblischen Zeiten.

Auch für Lifestyle Businesses scheint sich folgende Daumenregel herauszukristallisieren:

Es dauert sieben Jahre, bis sich echter Erfolg einstellt. Sieben Jahre konsequentes Dranbleiben. Sieben Jahre voller Einsatz. Sieben Jahre Glaube und Hoffnung.

In diesen sieben Jahren entsteht etwas – unsichtbar, wie ein Myzel unter der Erde. Und dann, nach sieben Jahren, poppen auf einmal die Schwammerl auf – scheinbar aus dem Nichts, an unerwarteten Stellen.

Nach sieben mageren Jahren kommt die Zeit der Ernte.

Der erste Job

D

Das Problem des ersten Jobs nach der Schule oder nach dem Studium:

So, wie es in diesem Unternehmen läuft, hält man für normal. Man lernt einen bestimmten Weg kennen, wie ein Unternehmen geführt wird, wie Kund*innen behandelt werden, welche Ansprüche an die Mitarbeiter*innen gestellt werden – und denkt, dass man das “eben so macht”.

Man kommt oft gar nicht drauf, dass es auch anders (und besser) gehen würde.

Leseliste: Bücher, die ich 2021 gelesen habe

L
  1. Seth Godin: The Practice (Meine Notizen)
  2. Ichiro Kishimi/Fumitake Koga: Du musst nicht von allen gemocht werden (Meine Notizen)
  3. Anders Indset: Quantenwirtschaft (Meine Notizen)
  4. Matthias Horx: Smart Capitalism (Meine Notizen)
  5. Seth Godin: The Bootstrapper’s Bible (Meine Notizen)
  6. Derek Sivers: Hell Yeah Or No
  7. Conta-Gromberg: Business Modell Produkt Treppe
  8. Vicki Robin: Your Money Or Your Life (Meine Notizen)
  9. E. F. Schumacher: Small is Beautiful (Meine Notizen)
  10. Tim Ferriss: Die 4-Stunden-Woche (Meine Notizen)
  11. Anne Scoular: Business Coaching (Meine Notizen)
  12. C. Otto Scharmer: The Essentials of Theory U (Meine Notizen)
  13. The School Of Life: On Being Nice (Meine Notizen)
  14. Jim Loehr, Tony Schwartz: The Power of Full Engagement (Meine Notizen)
  15. Lechner / Egger / Schauer: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre (Meine Notizen)
  16. Messner / Kreidl / Wala: Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre
  17. Josh Kaufman: The Personal MBA
  18. Greg McKeown: Effortless
  19. Rolf Dobelli: Die Kunst des digitalen Lebens
  20. Steven Pressfield: Nobody Wants to Read Your Sh*t
  21. David Spangler: New Age – die Geburt eines neuen Zeitalters (Meine Notizen)
  22. George Trevelyan: Eine Vision des Wassermann-Zeitalters (Meine Notizen)
  23. Marilyn Ferguson: Die sanfte Verschwörung
  24. Fritjof Capra: Wendezeit (Meine Notizen)
  25. Melody Wilding: Trust Yourself (Meine Notizen)
  26. Zoi Georgie: Ignite Your Inner Power (Meine Notizen)
  27. Agatha Christie: Das Böse unter der Sonne
  28. Paolo Coelho: The Alchemist (Meine Notizen)
  29. Lemony Snicket: A Series Of Unfortunate Events: The Bad Beginning (I)
  30. Dirk Stermann: Sechs Österreicher unter den ersten fünf
  31. Don Miguel Ruiz: Die vier Versprechen (Meine Notizen)
  32. Alois Brandstätter: Zu Lasten der Briefträger (Meine Notizen)
  33. Silvia Breier: Geld Macht Gefühle (Meine Notizen)
  34. Gerd Gerken: Management by Love (Meine Notizen)
  35. William Lyon Phelps: The Excitement of Teaching (Meine Notizen)
  36. Stefan Mekiffer: Warum eigentlich genug Geld für alle da ist (Meine Notizen)
  37. Jeremy Rifkin: Die empathische Gesellschaft (Meine Notizen)
  38. Gerald Hörhan: Der stille Raub (Meine Notizen)
  39. Vera Rosenauer: Kinder stark machen (Meine Notizen)
  40. Gerald Hörhan: Investment Punk (Meine Notizen)
  41. Hannes Androsch: Digitalisierung versehen
  42. Jana Lucas: Die geheimen Pionierinnen der Wirtschaft
  43. Angelika Overath: Krautwelten

Mein Jahr 2021 in Zahlen

M

Ich habe insgesamt 2.800 Stunden geschlafen. Das sind fast 117 Tage, und damit um zwei mehr als 2020.

Ich war 2021 auf einem einzigen Konzert: Rainhard Fendrich in der Wiener Stadthalle. Immerhin eines mehr als 2020.

Ich habe 43 Bücher gelesen. Mein Lieblingsbuch 2021: Josh Kaufman: The Personal MBA

Ich bin 85 mal gelaufen. 100 mal wäre mein Ziel gewesen.

Ich hatte mit meiner Frau 51 Business Breakfasts, 45 Filmabende und 11 Dates.

Ich war auf keiner Hochzeit, keiner Taufe und keinem Begräbnis.

Ich habe 876 Liter schwarzen oder grünen Tee getrunken. Der durchschnittliche Österreicher trinkt 33 Liter Tee pro Jahr (allerdings vorwiegend Früchtetee).

Ich habe 752 Podcasts gehört. Durchschnittlich 2 pro Tag.

Ich habe (leider) mehr Geld für mein Auto ausgegeben als für Weiterbildung.

Meine Fische haben mich 36,55 Euro gekostet.

Song des Jahres: John Reilly: LALALA (Bulletproof)

[Mein Jahr 2020 in Zahlen]

Echte Expert*innen

E

Das großartige an Expert*innen ist, dass Sie Muster erkennen, die Laien einfach nicht sehen.

Unlängst habe ich mit einer echten Expertin gesprochen. Sie hatte keine anderen Informationen vorliegen als ich, aber sie hat es geschafft, aus diesen Informationen so viel mehr herauszulesen, als ich es jemals gekonnt hätte.

Nachdem sie mir die Muster erklärt hat, waren sie auch für mich offensichtlich. Eh klar. Aber gesehen hätte ich sie ohne ihre Hilfe trotzdem nie.

Echte Expert*innen tun nichts anderes, als das (für sie) Offensichtliche auszusprechen. Und genau darin liegt der Wert von Gesprächen mit echten Expert*innen.

Schulden

S

Fast jede dritte Person, die in Österreich eine Schuldnerberatungsstelle aufsucht, hatte vorher ein eigenes Unternehmen.

Ein eigenes Unternehmen zu gründen, bedeutet, Risiko einzugehen. Auch finanziell.

Diese Tatsache soll uns nicht ängstigen. Aber wir sollten sie auch nicht ignorieren.

Erfolgsmöglichkeit

E

Wenn man seinen Job gut und gerne macht, dann ist Erfolg sehr ermöglicht.