Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Raum für die Angst

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Unlängst habe ich eine Gründerin gefragt, worauf es im ersten Jahr der Selbständigkeit denn besonders ankommt.

Ihre Antwort:

Man muss an sich glauben. Das Problem ist die Angst – vor dem Scheitern. Man darf der Angst einfach nicht zu viel Raum geben.

Es bringt nichts, so zu tun, als wäre die Angst nicht da. Aber die Idee, der Angst zu sagen: Bis hier her – und nicht weiter! Das sollten wir hinbekommen.

Erlesen – Erlernen – Erproben

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Wir Edupreneure eignen uns ein neues Thema in drei Schritten an:

  1. Erlesen: Wir lesen uns in ein Thema ein. Wir versuchen, Informationen zu bekommen und verschiedene Blickwinkel auf das Thema zu gewinnen.
  2. Erlernen: Wir eignen uns das Thema an. Wir versuchen, es zu verstehen. Wir versuchen, uns unsere eigenen Fragen dazu zu beantworten und mögliche Widersprüche miteinander zu verbinden.
  3. Erproben: Wir versuchen, das Thema an andere weiterzugeben. Wir beginnen, es zu lehren. Wir spüren dabei, welche Aspekte wir doch noch nicht so ganz durchschaut haben oder welche Fragen unserer Schüler*innen wir noch nicht beantworten können.

Und dann beginnen wir wieder von vorne.

Mit Wasser

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Ein Gründer hatte zu Marktforschungszwecken bei einem Seminar eines Mitbewerbers teilgenommen. Seine Erkenntnis daraus:

Alle kochen nur mit Wasser. Und dieses Wasser ist zum Teil sehr dünn.

Wir brauchen uns wirklich nicht vor unseren Mitbewerbern fürchten. Sie haben keine besseren Voraussetzungen als wir. Sie haben auch nur begrenzte Zeit und begrenzte Mittel. Sie sind auch keine Wunderwuzzi.

Sehen wir unsere Mitbewerber also als Mitspieler in einem Spiel, in dem wir alle besser werden und voneinander lernen können – zum Wohle unserer Kund*innen.

Komfortzonen-Bürger

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Etwas zum Nachdenken von Wolf Lotter:

Es ist in unserer Gesellschaft schwer, nichts zu tun.

Aber es ist ganz, ganz leicht, intellektuell faul zu sein.

Langsam tippen

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Der IT-Trainer der heutigen Schulung wollte zu Demonstrationszwecken nur schnell mal irgendeinen Text eintippen. Dabei vertippte er sich mehrmals und äußerte anschließend eine große Wahrheit:

Manchmal ist langsam tippen doch schneller im Endeffekt.

Wenn du es eilig hast, dann gehe langsam. Bei den großen Dingen und bei den kleinen.

Nachhilfe-Kraftakte

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Bei der Mathematik-Nachhilfe mit meiner Nichte lässt sich immer wieder folgendes Phänomen beobachten:

Zwei Wochen vor der Schularbeit setzen wir uns zusammen und üben sehr fleißig die Themen und Beispiele, die zur Schularbeit kommen könnten. Weil meine Nichte schlau und fleißig ist, schaffen wir es meistens, sie gut auf den Tag X vorzubereiten und das Optimum herauszuholen. Eine gute Note ist meist der Lohn für unsere gemeinsame Mühe.

Aber – und da ist ein großes Aber: Nach der Schularbeit, sobald die Schlacht geschlagen ist, sinkt ihr Interesse an Mathematik schlagartig. Gerade an dem Moment, wo sie durch harte Arbeit ein Top-Level erreicht hätte, lässt sie schlagartig nach.

Statt auf diesem hohen Level kontinuierlich weiterzumachen und damit mit weniger Aufwand für die nächste Schularbeit ein noch besseres Ergebnis einzufahren, stellt sie die Arbeit ein – bis zwei Wochen vor der nächsten Schularbeit, wo der Kraftakt wieder von Neuem beginnt.

Mir ist schon klar, dass meine Nichte hier keine Ausnahme ist, sondern die Regel unter Teenagern. Und ich verstehe sie auch irgendwie.

Und trotzdem denke ich mir: Schade drum.

Stundensatz

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Wenn dich jemand fragt, wie viel eine Stunde bei dir kostet…

Kannst du deinen Stundensatz nennen, ohne komisch dabei drein zu schauen?

Kannst du deinen Stundensatz nennen, ohne im nächsten Moment zu sagen, dass aber alles verhandelbar ist und ihr euch preislich sicher einigen werdet?

Kannst du deinen Stundensatz nennen, ohne dass du innerlich ein schlechtes Gewissen bekommst, weil du so viel verlangst für eine Arbeit, die dir ehrlich gesagt sehr leicht fällt?

Wenn nicht, dann fang sofort an, das zu üben.

Eine echte Unternehmerin

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Ich gründe nicht nebenbei. Ich bin eine echte Unternehmerin!

Das sagte heute eine Gründerin zu mir.

Nicht, weil sie davon fest überzeugt ist.

Sondern, weil sie sich täglich selbst daran erinnert, dass es ihr ernst ist mit ihrer Selbständigkeit. Dass eine Unternehmensgründung kein Hobbyprojekt ist. Dass sie in Zukunft wie ein Profi auftreten und auch so behandelt werden will.

Wir müssen in unsere Rolle als Unternehmerin und Unternehmer hineinwachsen.

Jeden Tag auf’s Neue.

Gib dem Wichtigen Beine

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Bei Philipp Maderthaner gehört:

Gib dem Wichtigen Beine!

Bedeutet: Wenn du bei einem wichtigen Projekt nicht weiter kommst, dann such dir einen Menschen (mit zwei Beinen), der sich um diese wichtige Sache endlich kümmert, die du selbst nicht zuwege bringst.

Bring Schwung rein durch die Motivation und Expertise einer externen Person.

Logo

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Ein Logo ist nicht dazu da, dass es dein Unternehmen oder deine Produkte erklärt. Apple verkauft ja auch keine Äpfel.

Ein Logo ist dazu da, aufzufallen und wiedererkennbar zu sein.

Auch Seth Godin

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In seinem wunderbaren Podcast Akimbo beantwortet Seth Godin jede Woche die Fragen seiner Hörer*innen.

Fast jede Woche. Denn diese Woche ist es Seth Godin passiert, dass er keine Hörer*innen-Fragen bekommen hat.

Ich kenne das aus meinem eigenen Podcast [Projekt: Leben] gut, wo ich auf in jeder Folge dazu aufgerufen habe, mir Fragen zu schicken. Mir ist es, im Gegensatz zu Seth Godin, jedoch immer so gegangen, dass ich keine Hörer*innen-Fragen bekommen habe.

Immerhin ist es ein bisschen tröstlich, dass es auch dem großen Seth Godin manchmal so geht wie mir.

Warum melden Sie sich nicht?

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Als Gründungsberater stoße ich immer wieder auf folgendes Paradoxon:

Viele Gründer*innen fühlen sich in der Anfangsphase ihres Business überfordert. Sie fühlen sich alleine, haben Sorgen, Zweifel und Unsicherheiten, was ihr Unternehmen und ihre neue Rolle als Unternehmer*innen betrifft.

Aber: Sie scheuen sich, in dieser Situation Hilfe zu holen. Sie scheuen sich, mich zu kontaktieren und in einem Gespräch vielleicht ein bisschen mehr Klarheit zu schaffen und neue Motivation mitzubekommen.

Warum ist das so? Ich habe Vermutungen, aber ganz verstehe ich es nicht.

Geld macht nicht glücklich

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Folgendes schreibt uns Naval Ravikant in unser Stammbuch:

“One on the things you learn after you make money is that money doesn’t make you happier. It takes care of your money problems, but it’s not necessarily going to put you in a place where you are in some kind of bliss all the time. In fact, there’s nothing out there that will make you happy forever.”

Naval Ravikant

10x besser

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Wenn wir unsere Kreativität und Energie dafür aufwenden, ein neues Produkt zu erschaffen, dann sollten wir nicht nur irgendein Produkt erschaffen.

Es sollte ein Produkt sein, dass spürbar besser ist als alles, was es bereits gibt.

Ein Produkt, das 10x besser ist.

Sichtbar werden

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Wer sich sichtbar macht, der macht sich auch angreifbar. 

Und angegriffen wird niemand gerne. 

Deswegen machen sich viele erst gar nicht sichtbar. 

Freude am Teilen

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Es macht mir unglaubliche Freude, mein Wissen zu teilen.

Immer, wenn ich eine neue Buch-Notiz oder Podcast-Notiz veröffentliche, fühle ich mich danach irgendwie leichter – als wäre ich ein kleines Stück gewachsen. Als hätte sich mein Herz ein klein wenig weiter geöffnet. Schwer zu beschreiben.

Das, was ich gelernt habe, gehört nun nicht mehr nur mir, sondern steht auch allen anderen interessierten Menschen zur Verfügung, die sich auch dafür interessieren. Das gibt mir ein echt gutes Gefühl.

Klar, es kann sein, dass meine letzte Buch-Notiz niemals von jemand anderem aufgerufen wird. Dass sich kein Mensch dafür interessiert, was ich hier auf dieser Website blogge und poste.

Aber darum geht es nicht. Das Teilen an sich tut mir gut.

Was ich auf dieser Website teile, teile ich also nicht für Clicks, Applaus oder Anerkennung.

Ich teile aus purem Egoismus.

Internet-Vorbilder

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Es gibt so viele großartige Leute da draußen, die großartige Sachen im Internet machen: Blogger, YouTuber, Newsletter-Autoren, Podcaster und so weiter.

Immer, wenn ich einen neuen dieser großartigen Content-Künstler entdecke, denke ich mir einen Moment lang: “Oh nein. Das ist sooo gut, da reichen meine halbherzigen Versuche nie heran.” Oder: “So gut, wie die ist, werde ich nie im Leben werden.”

Es ist leicht, entmutigt zu werden angesichts der vielen tollen Vorbilder, die es da draußen gibt.

Aber nach den Momenten des Selbstzweifels versuche ich, diese Vorbilder als Ansporn zu sehen. Nicht, so zu werden, wie sie sind, sondern mein Bestes zu geben und mein eigenes Ding zu machen.

Und vielleicht, mit viel Glück, werde ich dann selbst für jemand anderen zu einem Internet-Vorbild.

Selbst-Mitgefühl

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Wir Lifestyle Entrepreneure sind sehr erfolgsorientiert. Wir wollen Erfolg haben, und wir legen uns für unser Lifestyle Business ins Zeug.

Aber manchmal ist das beste, was wir für unser Business tun können, anzuerkennen, dass wir nur Menschen sind. Wir geben unser Möglichstes, wir bleiben dran, aber wir sind fehlbar und umperfekt.

It’s not a bug, it’s a feature.

Einfache Antworten

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Natürlich sind wir alle auf der Suche nach einfachen Antworten. Das Leben ist kompliziert genug, und es wäre sehr hilfreich, wenn es zumindest da oder dort jemanden gäbe, der genau sagen könnte, was konkret zu tun ist.

Expert*innen erfüllten genau diese Aufgabe (oder sollten sie erfüllen). Sie können komplexe Sachverhalte vereinfacht darstellen und Handlungsanleitungen geben. Sie ermöglichen es, dass wir nicht alles wissen müssen, sondern uns auf das konzentrieren können, was gerade für uns wichtig ist.

Das Problem entsteht aber dann, wenn wir zwar einfache Antworten bekommen, aber auf die falschen Fragen.

Ganz einfach

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Wenn du etwas Neues anfangen möchtest – sagen wir einen Podcast -, dann bedenke Folgendes:

Du musst dir alles so organisieren, dass es möglichst einfach ist, den Podcast aufzunehmen. So einfach, dass es dir fast schon ein bisschen zu einfach vorkommt.

Nur, wenn es einfach ist, wenn es dir mühelos erscheint, ist sichergestellt, dass du den Podcast auch regelmäßig aufnehmen wirst.

Jede noch so kleine Hürde, jedes unnötige Hindernis senkt die Chance, dass du dran bleibst.

Es muss leicht gehen, oder es wird gar nicht gehen.