Podcasts mit James Carse

Meine Sammlung von Notizen aus verschiedenen Podcasts im Zeitraum 2018-2020, in denen James Carse interviewt wurde – auch und vor allem zu seinem Klassiker „Finite and Infinite Games“.

JC hat an sich nichts gegen finite games. Finite vs. infinite games ist an sich keine Wertung! Er hat sein Leben lang mit großer Freude infinite games gespielt. 

  • Sie sind challenging und fun. 
  • Die meisten finite games sind harmlos, viele von ihnen sogar gut!

Aus seiner Sicht sind aber bei finite games zwei Punkte zu beachten:

  • Aufpassen, dass die Nicht-Gewinner nicht unter die Räder geraten. 
  • Eine gewisse playfulness behalten; nicht zu ernst nehmen. 

boundaries vs. horizons

  • Infinite games haben keine Begrenzungen, nur Horizonte. Sobald man den Horizont erreicht, verschiebt sich der Horizont. 
  • Boundaries sind nur so stark, wie es gegen sie Widerstand gibt. Eine Grenze, die nicht überwacht wird… in wie weit ist das noch eine Grenze?
  • Vgl. Die Neue BWL: Es geht nicht darum, die alte BWL zu entsorgen. Es geht darum, dass ich den Horizont der BWL in meine Richtung erweitere. (vgl. Bibel: Jesus betont auch immer wieder, dass das NT das AT nicht ablöst, sondern erweitert.)

JC hat College Football gespielt. Er meint, er hat es in erster Linie für eine „audience of one“ gespielt: „to impress my father“. 

  • Die meisten Spiele spielen wir gegen uns selbst. 

In finite games ist eine der wichtigsten Motivationen: „I‘m gonna prove to you that I‘m not the loser I think you think I am.“

  • Wir sind einfach sehr, sehr damit beschäftigt, wie wir den Applaus anderer bekommen und erhalten können. 
  • Wir wollen den „Titel“ gewinnen. Und ein Titel kann nur verliehen werden von Menschen, die bei dem Spiel zusehen. Titel kommen immer von außen. 
  • Warum willst du diesen Titel? Wenn dieses Bedürfnis nicht so stark ist, gibt es auch nicht so viel Grund, in finite games mitzuspielen. 
  • => Viele Menschen spielen in Wirklichkeit „against themselves“. Sie fühlen sich als Loser in den Augen anderer – aber das ist möglicherweise eine reine Illusion!

„Evil is with us pretty permanently. The persistence of evil in the world is shocking to me.“

  • Seine interessante Definition: „Evil is a finite game that swallows infinite games into itself.“
  • „Ultimately evil is ineradicable. We will not do away with it.“
  • Sehr viel Böses entsteht durch Menschen, die glauben, Gutes zu tun.

„We are in the ignorance business.“

  • Don‘t develop your knowledge. Develop how ignorant you are. 
  • Wir kämpfen gegen unsere eigene ignorance. Es ist ein infinite game, natürlich. Wir können dieses Spiel nicht gewinnen. Gerade deswegen ist es so wichtig, dass wir das Spielen an sich genießen. 
  • Intellektuelle Auseinandersetzungen sind eine Form von playfulness – oder können es zumindest sein. 
  • vgl. „Sell your wisdom and buy bewilderment“ 

Es gibt nur ein infinite game. Weil wenn es zwei gäbe, dann wäre es kein infinite game. 

  • Aber: Es gibt Spiele, die eher infinite sind als finite. Z.B. die großen Religionen. 
  • Es gibt also nur das infinite game. 
  • Das wird so im Buch nicht eindeutig klar. Das gibt JC auch zu. 

Nach seinem Studium kam JC direkt an die NYU: „I really only had one job my whole life. I think of it as having lived a life without ever being gainfully employed. All I did was read books and talk with very smart young [?].“

Sein „teaching style“ war sehr ähnlich zu JBP: Er hat sich unheimlich umfassend auf seine Themen vorbereitet. Dann hat er nur Stichworte auf die Tafel geschrieben. Diese Stichworte hat der dann in Anwesenheit seiner Studenten „entwickelt“ und durchgedacht. Er hat sie gemeinsam mit seinen Studenten entwickelt, allerdings eher in der Art einer Vorlesung. Er wollte seinen Studenten die Grenzen ihres Wissens aufzeigen und ihnen Fragen mitgeben – eine Frage, die sie nicht überfordert, sondern eine, die sie gerade so weit herausfordert, dass sie weiter darüber nachdenken. 

„No matter what you read, read critically!“

www.jamescarse.com