Seth Godin: Marktwirtschaft, Kapitalismus und Industrialismus

Akimbo Podcast, 1. September 2020

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Das Problem ist: Die meisten Menschen kennen nicht den Unterschied zwischen Marktwirtschaft, Kapitalismus und Industrialismus.

Märkte

  • Ein Markt ist ein „listening instrument“.
  • Märke gibt es, um herauszufinden, was die Menschen wollen und diese Wunscherfüllung zu priorisieren.
  • „In truly free markets slavery would be impossible. People would have the privilege, no, the right to charge for their labor and they would have choices to make about their labor.“

Kapitalismus

  • Im Kapitalismus geht es um Freiheit und Wahlmöglichkeiten – und Märkte.
  • Kapitalismus „works best when people take responsibility for what they do.“ Im Industrialismus hingegen fühlt sich keiner für die negativen Folgen verantwortlich.

Industrialismus

  • Das Ziel einer Industrie ist Produktivität: Etwas noch schneller, noch billiger, noch profitabler zu machen.
  • Dieses Streben führt(e) zu allen möglichen negativen Nebeneffekten: Sklaverei, Umweltverschmutzung, Verletzung von Arbeiterrechten, Korruption, Betrug, Überschreitung von moralischen Grenzen und Aufgabe der Menschlichkeit uvm.
  • Das hat nichts mit den Idealen des Kapitalismus zu tun: „Adam Smith didn’t approve of any of this.“
  • „Industrialism is in many cases a race to the bottom“: Wenn ich es nicht mache, macht es jemand anders.
  • Man kann Industrie als einen eigenständigen Organismus sehen, der uns Menschen nutzt, um sich selbst aufrechtzuerhalten und seine Ziele zu verfolgen (vgl. Kevin Kelly: What Technology Wants: Technologie hat eigene Ziele, für die es uns Menschen einsetzt).
  • „What industry wants is a perfect system of making things as efficient as possible, and it is willing to change the culture and to change us to get that.“
  • Industrialismus hat eine eigenen Regeln, und diese Regeln haben viel mit Macht zu tun: Macht über Menschen, Macht über Märkte.
  • Industrialismus hat (auch) Wohlstand gebracht, z.B. Gesundheitssystem, Lebensmittel für Milliarden Menschen. „That’s why good people permitted it to run through our culture.“
  • Industrialismus hat uns auch das Schulsystem beschert, wo es in erster Linie darum geht, Konformität und „compliance“ zu lernen und über Jahre einzuüben.
  • Industrien streben nach Monopolen. 
  • Industrien haben bewusstes Brainwashing betrieben: Heute glauben wir, dass Industrialismus an sich der Weg ist zum Fortschritt – nicht freie Märkte, nicht Wahlmöglichkeiten, nicht Würde.
  • Industrie braucht Grenzen: „Left to its own devices, it will cycle relentlessly toward monopoly and oligopoly, and it will do what it can to create lock-in – that we don’t get what we want but we serve industry.“