Sven Ripsas: Businessplan – Für und Wider

Vortrag am Entrepreneurship Summit Berlin, 10. Oktober 2020 

Für die erste Phase einer Gründungsidee braucht man noch keinen Businessplan. Man arbeitet mit dem eigenen Kapital, um überhaupt mal das Interesse und den Kundennutzen herauszufinden.

Aber: Die Kapitalgeber brauchen einen Businessplan, weil ein Businessplan primär die Bedürfnisse der Kapitalgeber repräsentiert!

  • Wollen wissen, was mit dem Geld passiert.
  • Einschätzung über Produkt, Team, Markt, Unternehmen & Organisation etc.

Businesspläne „sammeln Wissen der Vergangenheit und kombinieren es mit Annahmen über die Zukunft.”

  • Das Problem ist jedoch: „Am Anfang regiert das Chaos.”
  • Zuerst wird mal versucht, den Kundennutzen herauszuarbeiten. Erst später wird überlegt, was das beste Geschäftsmodell dafür wäre.
  • => Annahmen des Businessplans verifizieren bzw. falsifizieren sich mit der Zeit.

„Businesspläne waren schon immer eine Momentaufnahme.”

  • Dient der „Kommunikation von Annahmen zu einem gewissen Zeitpunkt”.
  • Es kann nicht das Ziel sein, den Businessplan 1:1 umzusetzen. 

In der frühen Phase sind andere Instrumente besser geeignet als ein Businessplan:

  • Canvas: Überblick über ein Geschäftsmodell auf einer Seite
  • Pitch Deck: Powerpoint-Präsentation mit 8-9 Folien (problem-solution-fit, erste Marktresonanz etc.)

Die Solopreneure in der Diskussion gehen im Prinzip davon aus, dass sie keinen Businessplan brauchen, weil sie klein sind bzw. weil sie eh kein Kapital brauchen.
Kritische Fragen zum Businessplan können unangenehm sein, weil man Angst hat, dass die wunden Punkte angesprochen werden.

  • Aber das ist natürlich eine Angst, die nicht hilfreich ist.

Was ist mit der Idee, den Businessplan für die eigene Orientierung zu nutzen?

  • Die eigenen Gedanken zu sortieren, ist für Gründer*innen wirklich hilfreich.
  • Aber: Dafür gibt es geeignetere Methoden, z.B. das Pitch Deck.
  • Die Punkte eines Businessplans und eines Pitch Decks sind ohnehin ähnlich. Nur ist es nicht notwendig, einen langen Prosatext zu schreiben. Das Erstellen eines Pitch Decks braucht aber genauso viel Gedankenarbeit – vielleicht aufgrund der Kürze sogar mehr!
  • Weiterer Vorteil: Pitch Deck lässt sich viel leichter aktualisieren als ein Businessplan.