đź“™ Verena Friederike Hasel: Der tanzende Direktor (2019)

Verena Friederike Hasel schreibt in dem Buch über ihre persönlichen Erfahrungen mit Schulen in Neuseeland. Der Kontrast mit dem, was sie aus Deutschland kennt, ließ in mir die Sehnsucht aufkommen, bald mal wieder eine Zeit in Neuseeland zu verbringen.

Meine Notizen

Fehler helfen meinem Gehirn zu wachsen.

Kapitel 17: Ein happy end fĂĽr SchĂĽler und Lehrer

Dieses kurze Kapitel ist fantastisch! Allein dafĂĽr lohnt sich das Buch. Diese sechs Seiten sind Gold wert!

Die Beziehung zwischen Lehrern und SchĂĽlern ist oft wie bei einem Shakespeare-StĂĽck:

“In den StĂĽcken von William Shakespeare ist es fĂĽr Liebende meist ziemlich kompliziert, zueinander zu finden. Ständig kommt es zu Missverständnissen, Menschen werden getäuscht und es passieren die aberwitzigsten Verwechslungen. Neuseelands Forscher haben herausgefunden, dass es Lehrern und SchĂĽlern miteinander ganz ähnlich geht. Wie in einer Liebesbeziehung scheint ihr Verhältnis von unausgesprochenen Annahmen geprägt, die oftmals falsch sind. Ăśber die wahren Erwartungen des anderen wissen Lehrer und SchĂĽler oft ĂĽberraschend wenig.” (S. 170)

→ Das zu lesen erzeugt in mir den großen Wunsch, diesen “wahren Erwartungen” auf die Spur zu kommen!

Der erste Schritt zur Lösung dieses Dilemmas: Transparenz. = SchĂĽlern Antworten geben auf die wichtigste Frage: Was tun wir hier eigentlich und warum?

Meine Reflection Reports (Verdauungsfeedback) machen Sinn — nämlich nicht zuletzt für mich selbst!

“Besonders viel bringt es, wenn Lehrer von den Schülern Rückmeldung darüber bekamen, wie diese den Unterricht erlebten. Anders ausgedrückt: Ein Lehrer wird dann zum guten Lehrer, wenn er weiß, wie es seinen Schülern geht. “Wer unterrichtet, muss sich der Wirkung, die er hat, stets bewusst sein”, sagt John Hattie.” (S. 172)

In NZ werden die Schüler sehr gefordert. “Zu sehr, denke ich anfangs sogar. Doch als ich feststelle, wie gut gelaunt und selbstbewusst die Schüler sind, denke ich: Eigentlich toll, dass man ihnen so viel zutraut.” (S. 173)

Den Weltbild-erschĂĽtternden Perspektivwechsel, der passiert, wenn sie ihren eigenen SchĂĽlern in Zukunft mehr zutraut, beschreibt eine neuseeländische Lehrerin so:

“Ich habe viel zu niedrige Erwartungen an meine SchĂĽler gehabt. Ich dachte, sie seien zu klein und können eben nur Ein-Satz-Texte schreiben. Aber nachdem ich an dieser Schule war und die Kinder da so lange Geschichten geschrieben haben, denke ich: Das können meine auch.” (S. 174)

“Und noch etwas hat die Lehrerin gesagt. Nämlich, dass sie seit dieser Erfahrung viel zufriedener in ihrem Beruf sei.” (S. 174)

Kapitel 18: Allein im Wald

Wir leben im Zeitalter der Wicked problems: “Gekennzeichnet sind solche Probleme dadurch, dass viele Personen betroffen sind und unvereinbare BedĂĽrfnisse und unklare Wechselwirkungen existieren. Das fĂĽhrt bei manchen Menschen zu einer solchen Ăśberforderung, dass sie sich auf einfache Lösungen zurĂĽckziehen.” (S. 178)

FĂĽr Wicked problems gibt es nur Clumsy solutions: “[…] bei denen man die Sichtweisen aller Beteiligten einbezieht, nicht stur ist und die Antwort auf das Problem ständig weiterentwickelt.” (S. 178f)

⇒ Eine GrĂĽndung und ein Lifestyle Business sind wicked problems, und das beste, was wir tun können, sind clumsy solutions zu finden und diese ständig weiterzuentwickeln.

Eine Frage zum Nachdenken

Wie könntest du die Prinzipien des „tanzenden Direktors“ in deinem eigenen Solopreneur-Business als GrĂĽndungsberater anwenden?

Und wie noch?


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