Wolf Lotter: Kontextkompetenz: Wie wir lernen, die Welt neu zu verstehen

Vortrag am Entrepreneurship Summit Berlin, 10. Oktober 2020 

Wolf Lotter macht seit 35 Jahren nichts anders als sich zu überlegen, wie Transformation von der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft verläuft – und was das eigentlich ist.
Wir sollten heute in einer „Vielfaltsgesellschaft” leben – aber der Meinungspluralismus geht eher zurück.

„Wie denken wir? Haben wir verstanden, was wir eigentlich tun können?”
Kontextkompetenz „ist eigentlich nix Großartiges”: Man muss nicht nur was wissen, sondern man muss dieses Wissen auch teilen können.

  • Wissen ist die einzige Ressource, die durch Teilen vermehrt wird.
  • Der Experte darf sich nicht nur Experte nennen, sondern er muss sein Wissen auch vermitteln können.

Komplexität ist nicht sehr en vogue. Es ist heute besser, eine Antwort zu geben, auch wenn sie komplett falsch ist, als nuanciert und differenziert zu antworten. 
Es geht nicht darum, Komplexität zu reduzieren. Es geht darum, „Komplexität zu erschließen”.

  • Neugierde ist die Ressource, um die Probleme von morgen lösen zu können. Und das Wissen dann weitergeben.
  • Dabei geht es um Methodik, nicht um Feeling. Das ist eine sehr nüchterne Arbeit, Komplexität methodisch zu erfassen.
  • Wir haben das nie gelernt.

„Wir müssen besser lernen, Ängste auszuhalten und Widersprüche auszuhalten.”

  • Wir leiden unter der „schlechten kulturellen Angewohnheit”, dass wir Konflikte nicht aushalten.
  • Das ist eine Anforderung der Vielfaltsgesellschaft.
  • Vielfalt zuzulassen ist Humanismus im 21. Jahrhundert.

„Es gibt viel zu viele Bescheidwisser und viel zu viele Alternativlose heutzutage.”

  • „Selber denken und selbstbestimmt reden” wäre die Lösung.