ūüďô Wolf Lotter: Zivilkapitalismus (2013)

Ein ganz wichtiges und wertvolles Buch, das mir geholfen hat, zu verstehen, was Kapitalismus ist und will Рund dass wir Lifestyle Entrepreneure den Kapitalismus in den Dienst unserer guten Sache stellen können.

Gelesen: November – Dezember 2020

Teil 1: Systemfragen

Mythen sind gefährlich

  • „Der gr√∂√üte Feind der Wahrheit ist sehr h√§ufig nicht die L√ľge – wohl bedacht, erfunden und unehrlich -, sondern der Mythos – hartn√§ckig, √ľberzeugend und unrealistisch.“ (John F. Kennedy, S. 12)
  • Mythos – oder Halbwissen: Es klingt plausibel, aber es ist einfach nicht wahr!

Wollen wir nur spielen?

  • „Wollen wir nur spielen? Oder zeigen wir endlich mal, was wir k√∂nnen?“

Die intellektuellen rechenschwachen Antikapitalisten

  • „Wer auf einer Party den rechenschwachen Antikapitalisten gibt, hat die Sympathien auf seiner Seite. Dabei vergessen viele, dass ein kritischer Blick ohne Sachverstand nichts weiter ist als eine Behauptung, eine √úberheblichkeit. Ohne Ahnung von √Ėkonomie ist der kritische Blick vieler westlicher Intellektueller nichts weiter als eine Attit√ľde.“ (S. 18)

Das letzte, fehlende Glied der Aufklärung

  • „Wir sind wohlhabend und frei genug, um uns das letzte, fehlende Glied der Aufkl√§rung anzueignen: das Wissen um √Ėkonomie. Wer von Wirtschaft nichts versteht, bleibt immer unm√ľndig […].“ (S. 20)

Kapitalismus ist ein Werkzeug!

  • „Der Kapitalismus ist ein Instrument, ein Werkzeug, kein Mythos. Wir  k√∂nnen mit ihm machen, was wir wollen. Wenn uns beim Versuch, ein Bild aufzuh√§ngen, der Hammer auf die F√ľ√üe f√§llt, war das die Schuld des Hammers? Was kann das Werkzeug daf√ľr, dass wir zwei linke H√§nde haben?“ (S. 21)
  • „Ein Werkzeug zum S√ľndenbock zu machen, ist die unausbleibliche Folge aller Ahnungslosigkeit […].“ (S. 21)
  • „Kapitalismus ist ein Werkzeug – was sonst? Keine Religion, keine Ideologie. Und deshalb braucht man auch nichts davon, um ihn zu z√§hmen – sondern man n√ľtzt ganz selbstverst√§ndlich seine M√∂glichkeiten, um die Welt besser zu machen.“ (S. 98)

Wissen verständlich anbieten

  • „Die wichtigste Eigenschaft im 21. Jahrhundert besteht darin, detailliertes Wissen und Know-how verst√§ndlich anzubieten. Zug√§nge und Zugriffe sind die Schl√ľsselbegriffe dieser Zeit.“ (S. 22)

Warum so wenige √ľber Kapitalismus bescheid wissen

  • „Selbst keineswegs systemkritische Intellektuelle drehen z√ľgig ab, wenn man ihnen ein Grundverst√§ndnis kaufm√§nnischer Angelegenheiten abverlangt. Die einen halten Kapitalismus f√ľr eine Bedrohung, die anderen f√ľr zu kompliziert und langweilig, andere wiederum haben keine Lust, ihr Geheimwissen mit dem Volk zu teilen.“ (S. 23)

Offene Gesellschaft + freie √Ėkonomie

  • „Doch eine offene Gesellschaft und eine freie √Ėkonomie geh√∂ren zusammen.“ (S. 26)

Was Kapitalismus (nicht) ist

  • Kapitalismus ist „eine Summe von Kniffen, Verfahren, Gewohnheiten und Leistungen“. (Fernand Braudel, S. 31)
  • „Womit wir es eben nicht zu tun haben: Mit einem fertigen, kompakten Konzept […].“ (S. 31)
  • „Der gemeinsame Nenner aller Kapitalismen ist das Unternehmerische.“ (S. 36)
  • Der Kapitalismus „erfindet sich immer wieder neu, er entwickelt st√§ndig neue Varianten.“ (S. 35)

Soziale Marktwirtschaft vs. Zivilkapitalismus

  • Die Soziale Marktwirtschaft ist „eine der 750 Varianten des Kapitalismus“. (S. 33)
  • „Die breite Teilhabe der Menschen an den Ertr√§gen der freien Marktwirtschaft machte sie zu einer sozialen Marktwirtschaft. Zu einem Zivilkapitalismus, der dazu auch noch die pers√∂nliche Unabh√§ngigkeit und Freiheit, die √∂konomische Autonomie, bringt, wird dieser Kapitalismus dann, wenn m√∂glichst viele in ihm eigenst√§ndig unternehmerisch denken und handeln – wenn also dem Prinzip der Teilhabe auch das Prinzip der Teilnahme folgt.
  • In der Sozialen Marktwirtschaft sind alle gut versorgt. Im Zivilkapitalismus agieren unternehmerische Menschen.

Die Krise des Kapitalismus

  • „Was uns als Krise des Kapitalismus erscheint, ist blo√ü eine Krise des zentralistischen, industriekapitalistischen Komplexes, der eng an die Geschicke der Finanzindustrie gebunden ist. 
  • Sp√§ter sagt WL dann: Die Krise des Kapitalismus ist in Wirklichkeit eine Krise der Kapitalisten.

Menschliche Schwächen

  • „In den „Kapitalismus“ lassen sich alle menschlichen Tugenden reinpacken, die sich eben auch zeigen, wo Menschen einander begegnen: Neid, Eifersucht, Misstrauen, Herrschsucht und L√ľge. All die Dinge, die heute in jedem Fernsehbericht √ľber Banken, die Wall Street und Konzerne als vermeintlich „original kapitalistische Spezialit√§t“ ausgewiesen werden, beziehen sich auf recht allgemeine menschliche Schw√§chen.“ (S. 36)
  • Der Kapitalismus ist eben ein Werkzeug der Menschen, die ihn f√ľr Gutes und f√ľr Schlechtes verwenden k√∂nnen – und das auch tun.

Der moderne Kapitalist

  • „Der Kapitalist ist gleichbedeutend mit dem modernen Menschen, der sich nicht zum Spielball der G√∂tter macht, sondern sein Leben selbst in die Hand nimmt. Kapitalismus besteht aus kalkuliertem Risiko, auch aus Experiment, das nicht in Haudegentum besteht, sondern in ma√üvollem Abw√§gen bei der Innovation. Der Kapitalismus zockt nicht.“ (S. 39)

Untertan sein

  • „Es ist eben auch bequem, Untertan zu sein […].“ (S. 43)
  • „Viele haben das Untertanentum immer der Unberechenbarkeit vorgezogen.“ (S. 45)

Der Kapitalismus ist ein Stehaufmännchen

  • „Der Kapitalismus sch√ľttelt sich, steht auf – und macht weiter, wobei er mehr Gewinne generiert und Wohlstand schafft als in der Periode davor.“ (S. 46)
  • „Der n√ľchterne Kapitalismus lernt aus seinen Fehlern. Er reduziert die Anzahl gef√§hrlicher Fehler. er ist nicht unfehlbar, aber er verbessert sich.“ (S. 46)

Schwarzarbeiter

  • „Die Schattenwirtschaft ist ein klarer Indikator f√ľr die √úberb√ľrokratisierung von Gemeinschaften. Ein Untergrund-Kapitalismus entsteht. Ob es uns moralisch passt oder nicht: Das ist auch Notwehr. Die Schwarzarbeiter sind Wirtschaftsfl√ľchtlinge im eigenen Land.“ (S. 48)

Nicht schreiben k√∂nnen vs. keine Ahnung von √Ėkonomie haben

  • „Wer nicht lesen und schreiben kann, verdient unser Mitleid, wer nicht rechnen will oder sich √∂konomisches Wissen nicht aneignen mag, kann ohne weiteres in den Reihen der gesellschaftlichen Elite ganz nach oben geraten.“ (S. 49)

Industriekapitalismus -> Wissensgesellschaft

  • „Eines der Probleme bei der sachlichen Entwicklung eines neuen Kapitalismus besteht ohne Zweifel darin, dass die meisten Leute schon den alten nicht verstanden haben. Sonst w√ľrden sie bemerken, dass der Industriekapitalismus sich √ľberlebt hat. Seit den 1970er Jahren haben die wissensbasierten Dienstleistungen den Industriekapitalismus auch in Deutschland wertm√§√üig √ľberholt. Wir erarbeiten eine Wissensgesellschaft, in der sich die Zivilgesellschaft und die Individualit√§t entfalten. Wissen ist aber etwas grundlegend anderes als Kohle, Stahl oder Dampfmaschinen. Doch an der industriekapitalistischen Logik von gestern klammern viele, Vertreter und Kritiker der alten Ordnung […].“ (S. 49f)

Freiheit

  • „Immer mehr gut Ausgebildete, Informierte, Selbstbewusste entscheiden sich gegen die F√ľrsorglichkeit, gegen das Leben in einer Erziehergesellschaft. Sie verteidigen ihre Freiheit.“ (S. 54)
  • „Solange ein Mensch materiell abh√§ngig ist, kann er sich das Gerede von der Freiheit an den Hut stecken.“ (S. 55)
  • „Um [die Menschen] heute zur R√§son zu bringen, werden sie mit Pseudofreir√§umen versorgt. Echte Freiheit wird nicht gew√§hrt.“ (S. 55)
  • „Man kann sich das ruhig mal merken: Freiheit wird nicht gegeben, Freiheit wird nicht gew√§hrt. Freiheit nimmt man sich. Sie ist die Folge einer Entscheidung, nicht eines Gnadenaktes.“ (S. 55)

Kapitalismus und Sozialstaat

  • „Der Sozialstaat ist ohne Kapitalismus nicht vorstellbar. Das war so, das ist so und das wird sich auch k√ľnftig nicht √§ndern. Denn jede Wohltat, jede Erweiterung und Sicherung der sozialen Infrastruktur ist unmittelbar von der erfolgreichen Weiterentwicklung des kapitalistischen Modells abh√§ngig.“ (S. 58)

Kapitalismus ist eine Vernunftehe

  • „Der Kapitalismus ist keine Liebesheirat, er ist eine Vernunftehe. Eine solche Ehe schlie√üt man, um seine Verh√§ltnisse zu verbessern. Den Rest muss man selber erledigen.“ (S. 59f)

Märkte sind Gespräche

  • Das sagt das Cluetrain Manifesto von 1999. Das ist ein sch√∂nes Bild, gerade f√ľr die Zugangs√∂konomie: Gespr√§che f√ľhren zu Zug√§ngen und erm√∂glichen Zugriffe.
  • „Vergessen wir aber nicht: Um Gespr√§che f√ľhren zu k√∂nnen, muss man erst einmal wissen, dass ein solcher Markt existiert. Und man muss eine gemeinsame Sprache sprechen, sich verst√§ndigen wollen.“ (S. 65)

Vielfalt

  • „In der Wissensgesellschaft des Zivilkapitalismus ist Vielfalt die zentrale Ressource.“ (S. 68)

Nichtwissen ist politisch gewollt!

  • „√Ėkonomischer Analphabetismus macht nicht nur nichts, er ist auch politisch gewollt.“ (S. 81)
  • Interessant dabei: Wenn Interessensvertretungen (WKO, IV) propagieren, dass mehr Wirtschaft in die Schulen soll, dann ist das nur ein scheinbarer¬† Widerspruch. Sie treten die Flucht nach vorne an, indem sie die Themenf√ľhrerschaft √ľbernehmen und so diktieren, was in diesem Wirtschaftsunterricht vorkommen soll. Und das sind sicher die Themen, welche die Sch√ľler zu besseren Konsumenten machen, von mir aus noch zu funktionierenden Einzelunternehmern, aber nicht zu m√ľndigen Zivilkapitalisten. Die Frage lautet immer:¬†Cui bono?
  • Vgl. neue¬†Stiftung f√ľr Wirtschaftsbildung¬†(2020): Was sind da die Interessen der Player? K√∂nnen die sich √ľberhaupt auf gemeinsame Interessen einigen, oder sind die Agenden viel zu unterschiedlich? Cui bono – und wie?

Nichtwissen ist nicht folgenfrei

  • „Wissen ist Macht – aber Nichtwissen macht nichts. […] Doch es ist nicht egal. Nichtwissen ist nicht folgenfrei. […] Statt zu unternehmen und zu gestalten halten wir uns raus. Es fehlt an Aufkl√§rung.“ (S. 82)

Teil 2: Die Krise des Kapitalismus ist die Krise der Kapitalisten

Die eigentliche Krise

  • „Man behauptet so lange das Falsche, bis es zur Wahrheit wird. Das ist die eigentliche Krise des Systems, mit dem wir es zu tun haben.“ (S. 93)

Generation Praktikum

  • „[…] die sich lieber mit der vagen Aussicht auf eine Festanstellung ausbeuten lie√ü als sich selbst√§ndig zu machen, also zivilkapitalistisch zu agieren. Niemand hat den jungen Leuten beigebracht, auf seinen eigenen F√ľ√üen zu stehen. Eltern und Schule, Medien und Kultur, Politik und Verb√§nde arbeiten unabl√§ssig am Gegenteil. Aber wer frei sein will, der muss sein eigener Chef sein. Sonst bestimmt ein anderer.“ (S. 99)

Selbständige sind Fremdkörper

  • „Jeder Selbst√§ndige wei√ü, dass er im System der unselbst√§ndig Erwerbst√§tigen ein Fremdk√∂rper ist, und wer es nicht wei√ü, hat noch nie mit Finanz√§mtern, Beh√∂rden, Ordnungs√§mtern, Krankenkassen und Sozialeinrichtungen aller Art zu tun gehabt.“ (S. 103f)
    • Auch: AMS, WKO, … Selbst im UGP sind Teilzeit-Mitarbeiter*innen, die auch selbst√§ndig sind, Ausnahmen und Fremdk√∂rper.
  • „Die herrschende Klasse im Sozialstaat ist der Angestellte, der leitende Angestellte. Das gesamte System ist auf unselbst√§ndige Erwerbst√§tigkeit abgestellt, das ist das Ziel der Politik.“ (S. 104)
    • Das √§u√üert sich u.a. darin, wie wenig Verst√§ndnis f√ľr EPU herrscht. Wie wenig diese Unternehmensform und deren Unternehmer*innen verstanden werden.

Teil 3: Moral und Kapitalismus: Die Guten und die Bösen

Geld verdirbt den Charakter?

  • „Das tut es nicht. Geld ist nicht gut oder b√∂se. Geld verwenden wir, weil wir Bed√ľrfnisse aller Art auf diese Weise erf√ľllen k√∂nnen, wenn wir es wollen. Das ist ein zivilisatorischer Fortschritt von hohem Wert. Damit steigen unsere Freiheitsgrade. Geld ist und bleibt ein Mittel zum Zweck, ein Repr√§sentant dessen, was wir wollen. Was durch das Geld zutage tritt, ist das, was wir wollen.“ (S. 123)
  • „Auch das geh√∂rt zum Wesen des Geldes: Wir versagen, weil wir keine Ziele mehr haben, nicht das Geld. Wir sind das Geld. Was wir wollen, will es auch. Es folgt uns, im Guten wie im Schlechten.“ (S. 147)

Homo oeconomicus

Kapitalismus ist wie Fußball

  • „Dieses Grundmodell moderner Marktwirtschaften, also des entwickelten Kapitalismus, ist weitgehend unstrittig. Wie beim Fu√üball gibt es Fouls – aber sie sind als solche klar erkennbar und bewertbar. Sie sind nicht, wie der Mythos des „an sich schlechten Kapitalismus“ uns wei√ü machen will, „systemimmanent“. Unanst√§ndigkeit ist keine Voraussetzung, um am Spiel teilnehmen zu k√∂nnen, sondern, wie in allen Bereichen des Lebens auch, die Ausnahme von der Regel – und bedarf strenger und klarer Sanktionen. Der Sinn von Fu√üball ist nicht das Foul. Der Sinn von Wirtschaft ist nicht der Betrug.“ (S. 127)

vgl. Neue BWL

  • „Der neue Kapitalismus aber, der auf das Individuum und sein Wissen als wichtigsten Rohstoff setzt, sieht sich einer gewaltigen Erbmasse von alten Methoden, Lehren, […] gegen√ľber […].“ (S. 139)
  • „Cui bono – wem n√ľtzt’s – das ist die entscheidende Frage, die man sich […] stellen muss […].“ (S. 139)
    • Cui bono die Alte BWL und die Opposition gegen die Neue?

Der Wohlstandskuchen ist noch nicht gebacken!

  • “ „Die meisten Menschen gehen davon aus, dass der Wohlstandskuchen bereits gebacken ist“, sagt der K√∂lner √Ėkonom Detlef Fetchenhauer in einer Arbeit, in der er sich mit popul√§ren Irrt√ľmern √∂konomischer Laien besch√§ftigt. „Wenn jemand etwas kriegt, dann muss er es einem anderen weggenommen haben.“ So kommt es zu Vorstellungen wie jenen, die uns √ľber Massenmedien und Wohlfahrtsverb√§nde, Parteien und Lobbying-Organisationen st√§ndig erreichen: „Wir leben auf Kosten der Dritten Welt“ (im Fall der Globalisierung denkt man sich das halt umgekehrt); „Wir verschwenden Lebensmittel – w√§hrend Afrika hungert“, – ein besonders sprechendes Bild, in dem suggeriert wird, dass wir die Rationen unserer Br√ľder und Schwestern im S√ľden verspachteln. „Wir leben auf Kosten k√ľnftiger Generationen“ ist ein weiteres Argument […].“ (S. 157)

Stattdessen: Ein neuer Aufbruch

  • „Statt des vielen bierernsten Geredes √ľber Nachhaltigkeit und unsere dr√ľckende Verpflichtung f√ľr k√ľnftige Generationen w√§re es an der Zeit, ein neues Denken zu beginnen, das mit der strafenden und statischen Moralgeschichte bricht – und einen Anfang wagt, der eines aufgekl√§rten, gut gebildeten Menschen w√ľrdig ist: Ein Aufbruch in Optimismus, furchtlos und gerade, konstruktiv und an dem orientiert was wir wirklich wollen.“ (S. 159)

Teil 4: Die Entdeckung des Zivilkapitalismus

Es ist alles schon da

  • „Die Zukunft besteht meisten nicht aus dem Neuen und Fremden, sondern aus dem Vorhandenen, dessen Wert wir noch nicht entdeckt haben.“ (S. 163)

Was man EPU sagt

  • „Du kannst es nicht allein schaffen. Du bist allein zu schwach. Du brauchst uns. Hast du gar keine Angst so ganz alleine? Sollen wir dir welche machen?“ (S. 163)
  • „Dennoch wird das 21. Jahrhundert zum Zeitalter des Selbstbewusstseins und der Selbstverwirklichung werden. Alle, die von der pers√∂nlichen Unsicherheit der anderen gut gelebt haben, rufen deshalb laut „Ego!“.“ (S. 163)

Individualisierung als wirtschaftliches Prinzip

  • „Individualisierung ist auch als wirtschaftliches Prinzip unschlagbar. Denn personalisierte, individuelle Bed√ľrfnisse gehen nie aus, solange es Menschen gibt.“ (S. 169)

Die Doktrin des Zivilkapitalismus

  • „Die Doktrin des Zivilkapitalismus ist √ľberschaubar: Die Gesellschaft, der Staat, die Gemeinschaft haben die Aufgabe, alles Denk- und Menschenm√∂gliche zu tun, um ihre B√ľrger so selbstst√§ndig wie m√∂glich handeln zu lassen.“ (S. 171)

Zugänge

  • „Zug√§nge sind das neue Kapital.“ (S. 175)
  • „Die Waffe gegen Unterdr√ľckung und Gleichmacher hei√üt: Zugang. Zugang zu Wissen, Technologie, zu Werkzeugen, zu n√ľtzlichen Ideen, die unabh√§ngig machen.“ (S. 179)
    • z.B. Zugang zur Neuen BWL
    • Zugang = Zug√§nglichkeit = Usability
    • Es ist meine Pflicht als Zivilkapitalist, meine Neue BWL zug√§nglich zu machen!
  • „Ein Zugang bedeutet, dass man ein Angebot erh√§lt, eine Chance, eine M√∂glichkeit, keine Gewissheit […]. Zug√§nge schaffen Selbst√§ndigkeit, sie dienen der Selbstentwicklung.“ (S. 180)

Zugangsökonomie

  • „Genau das braucht der Zivilkapitalismus. √Ėkonomie, die man verstehen kann.“ (S. 182)
  • „Die Zugangs√∂konomie ist Grundlage f√ľr den Zivilkapitalismus.“ (S. 182)
  • Mein „Business“ (nach Drucker) = die Zugangs√∂konomie, Teilbereich BWL?

Zugänge sind Gaben

  • „Zug√§nge besitzt man nicht, man verf√ľgt √ľber sie. Sie sind niemandes Eigentum – im Unterschied zu dem, was durch diese Zug√§nge geschaffen wird.“ (S. 187)

Shareholderkapitalismus ist ein Ph√§nomen der „kleinen Leute“

  • „Zur Wahrheit geh√∂rt, dass der Shareholderkapitalismus nicht das Ergebnis gieriger Heuschrecken ist, sondern das Resultat einer weitgehenden Demokratisierung des Wohlstands.“ (S. 187)
  • vgl. Hauptversammlungen von Telekom Austria und EVN: Die „Heuschrecken“ waren die Kleinanleger; ganz normale Pensionisten.

Zugriff > Eigentum

  • „Der Kapitalismus […] braucht das Eigentum nicht. Er kommt auch so gut zurecht.“ (S. 188)
  • „Wissen und pers√∂nliches Know-how sind das wichtigste Kapital unserer Zeit.“ (S. 188)
    • Er meint wohl Verm√∂gen, oder?
  • Es besteht ein „Primat des Zugriffs √ľber jenem des Eigentums“. (S. 189)
  • „Wir entschlacken uns, ohne dass wir uns eine frustrierende Di√§t auferlegen. „Access trumps ownership“.“ (S. 189)
  • „Die so genannte Share Economy erweitert die M√∂glichkeiten des Marktes. Sie erweitert den Kapitalismus.“ (S. 189)

Die vornehmste Form der Entlastung

  • „Die vornehmste Form der Entlastung ist die, an den Staat keine Anspr√ľche zu richten, die man selber erf√ľllen kann.“ (Birger Priddat, S. 198)

Information = kostenlosWissen = verwertbarangewandtes Wissen = erst recht!

Zivilkapitalismus – Die Essenz

7. Zivilkapitalismus ist Interesse am Anderen

  • Aus Verbrauchern werden Gesch√§ftspartner
  • „Aus dem Verbraucher wird ein Mit-Gestalter und Mit-Unternehmer, ein Zivilgesellschafter, der seine W√ľnsche und Vorstellungen einbringt.“
  • „Die Frage lautet nicht mehr: Was kann ich Ihnen verkaufen? Sondern: Was kann ich f√ľr Sie tun? Nun meinen wir es ernst.“

10. Was zu tun ist

  • √úberlassen wir den Kapitalismus nicht den Versagern!
  • „√úberlassen wir den Kapitalismus nicht den Leuten, die ihn zum Inbegriff des Versagens und der Ungerechtigkeit gemacht haben. Nehmen wir das Werkzeug auf. Beschaffen wir uns Wissen, Strukturen und Methoden zur Selbst√§ndigkeit.“
  • Ja!

Weiterf√ľhrende Literatur:

  • Matthias Horx: Smart Capitalism (2001)
  • Ronald Inglehart: Die Stille Revolution (1977)
  • Jeremy Rifkin: Access – The New Culture Of Hypercapitalism (2000)