Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Wertegemeinschaft

W

Lifestyle Business können die verschiedensten Formen annehmen. Auf den ersten Blick haben viele Lifestyle Business nichts miteinander zu tun, ja sie könnten oft konträrer nicht sein.

Und doch haben sie eines gemeinsam. Etwas, das alle Lifestyle Business und alle Lifestyle Entrepreneure miteinander verbindet.

Lifestyle Businesses teilen gemeinsame Werte. Sie sind eine Wertegemeinschaft.

Helfen lohnt

H

Zu helfen ist an und für sich lohnend, Hilfe zu geben ist an und für sich wertvoll.

Hilfsangebote, die tatsächlich hilfreich für Andere sind, werden immer belohnt werden – nicht ausschließlich, aber auch finanziell.

Wenn wir Lifestyle Entrepreneure lernen, echt und konsequent und überdurchschnittlich hilfreich zu sein, brauchen wir uns um den geschäftlichen Erfolg unserer Lifestyle Businesses nicht mehr groß sorgen.

Immer

I

Es gibt nichts, das immer funktioniert.

Punkt.

Nützlich

N

Wie wäre es, wenn wir nicht mehr über richtig oder falsch diskutieren würden?

Sondern nur mehr darüber, ob es nützlich ist?

Wäre das für dich nützlich?

Angst vor der Haftung

A

Was ist, wenn ich was tue und dann schuld bin, wenn es nicht klappt?

Und diese Schuld haftet dann für immer an mir, die trage ich mit mir herum. 

Das lässt mich mitunter lieber gar nichts machen. Oder die Variante mit dem geringsten Risiko. 

Die Unwirtschaftlichkeit der Lüge

D

Wenn man alle Kosten berücksichtigt, dann ist Ehrlichkeit der einfachste und günstigste Weg. Lügen ist (langfristig) immer unwirtschaftlich.

Es sind besonders die Opportunitätskosten, welche die Lüge unwirtschaftlich machen: Wie viel mehr hätte dir Ehrlichkeit gebracht? Was versäumst du dadurch, dass du nicht ehrlich und offen warst? 

Das gilt für alle Bereiche des Lebens, im Business genauso wie in unseren intimsten Beziehungen.

Transaktionale Beziehungen

T

Wir halten es schlecht aus, wenn wir von jemandem etwas bekommen, aber nicht wissen, was er/sie dafür von uns will.

Transaktionale Beziehungen (also Beziehungen, die auf Geben und Nehmen beruhen), verstehen wir. Mit denen können wir umgehen. Wir wissen z.B., dass wir jedes Geschenk, das wir von einem Händler bekommen, auf die eine oder andere Weise wieder bezahlen werden oder bereits bezahlt haben.

Womit wir uns schwer tun, sind Beziehungen, wo die Transaktionalität nicht so klar ist. Was will jemand von uns, von dem wir was bekommen, der aber nie etwas dafür verlangt? Wie gehen wir mit jemand um, die scheinbar selbstlos gibt und gibt und gibt? Können wir ihr wirklich vertrauen?

Beziehungen, die gar keine Form von Transaktion, keine Form von Leistung und Gegenleistung ermöglichen, halten wir schlecht aus. Das sollten gerade wir Lifestyle Entrepreneure uns vor Augen halten: Es ist sehr löblich, wenn wir unseren potenziellen Kund*innen großzügig geben. Aber wenn wir dafür nie irgend etwas als Gegenleistung verlangen, werden sie früher oder später misstrauisch werden.

Nichts zu verlangen hilft niemandem.

Beratung > Verkauf

B

In den Apple Stores finden keine Verkaufsgespräche statt, nur Beratungsgespräche. Die Kund*innen in den Apple Stores werden ganz bewusst nie zu einem Kauf, zu einem Zusatzkauf, zu einem Upgrade o. Ä. überredet oder gar gedrängt.

Apple Stores sind die profitabelsten Stores der Welt. (Quelle)

Unreiner Reim

U

Ein reiner Reim ist, wenn zwei Silben sich perfekt reimen: Hund – rund, Berg – Zwerg, Worte – Torte.

Ein unreiner Reim ist, wenn die Reimsilben nur annähernd übereinstimmen: Tür – vier, Größe – Getöse, reimen – scheinen.

Ein Lifestyle Business ist idealerweise „ein Gedicht, das sich leiwand reimt“, wie Wolfgang Ambros sagt.

Wie viele unreine Reime akzeptierst du in deinem Lifestyle Business?

Gute Sache

G

Man kann an einer guten Sache arbeiten, man kann ein lohnendes Ziel verfolgen und trotzdem was falsch machen. Selbst bei den besten Intentionen wird es sich nicht vermeiden lassen, dass etwas misslingt.

Aber das ist immer noch besser als die Alternative: Fehlerfrei am Falschen zu arbeiten.

Kernkompetenzen und Sekundärleistungen

K

Wir Lifestyle Entrepreneure haben in unserem Lifestyle Business meist eine Kernkompetenz, in der wir wirklich gut sind. Das ist in der Regel unser Produkt, unser Angebot, unsere ganz besondere Leistung. Unser Ziel ist es, mit dieser Kernkompetenz Geld zu machen.

Unsere Achillesferse sind aber die vielen Sekundärleistungen, die ein erfolgreiches Business ebenfalls leisten muss: Marketing, Vertrieb, Networking, Strategie, Entwicklung usw.

Dadurch, dass wir in den Sekundärleistungen so abfallen, bringen wir uns um die Früchte unserer Kernkompetenz.

[Danke an Daniel Wagner für das Konzept.]

Aushalten

A

Wir Menschen tun uns unglaublich schwer, Konflikte auszuhalten. Wir mögen es nicht, wenn uns jemand nicht mag.

Aber was wäre die Alternative?

Wenn wir uns selbst treu bleiben wollen, dann werden wir mitunter andere vor den Kopf stoßen.

Na und?

Märkte, Kapitalismus, Industrialismus

M

Ein großes Problem von uns Lifestyle Entrepreneuren ist, dass wir den Unterschied zwischen Märkten, Kapitalismus und Industrialismus nicht kennen. Dadurch schütten wir das Kind mit dem Bade aus.

Im Kapitalismus geht es um Freiheit und Wahlmöglichkeiten – und Märkte. Märkte kümmern sich darum, dass Bedürfnisse erkannt werden und so effektiv wie möglich befriedigt werden.

Im Industrialismus geht es um immer bessere Produktivität, um immer billigere Produkte, um die Macht über Märkte – mit allen negativen Nebeneffekten von Sklaverei über Umweltverschmutzung und Korruption bis Monopolstreben.

Wirklich freie Marktwirtschaften sind die größten Freunde von uns Lifestyle Entrepreneuren, weil sie Freiheit und Wahlmöglichkeiten ermöglichen. Aber weil wir Märkte ständig mit Industrien verwechseln, lehnen wir ab, was uns eigentlich helfen würde.

[Mehr dazu in Seth Godins brillanter Podcast-Folge]

Nicht wie gewünscht

N

Etwas funktioniert nicht wie gewünscht. Warum?

  1. Die Idee war schlecht.
  2. Die Idee war gut, aber die Umsetzung war schlecht.

Meistens liegt’s nicht an der Idee.

Pain vs. gain

P

Pain-Kommunikation: Ich zeige dir, wie du etwas, das du hast, aber nicht willst, los wirst. Beispiel: Ich zeige dir, wie du miese Kund*innen los wirst. Unbelegte Hypothese: Besonders Frauen sprechen auf diese Art der Kommunikation an.

GainKommunikation: Ich zeige dir, wie du etwas bekommst, das du willst, aber nicht hast. Beispiel: Ich zeige dir, wie du nur noch mit deinen Wunschkund*innen arbeitest. Unbelegte Hypothese: Das passt besonders gut für Männer.

Wo anfangen?

W

Die meisten Content-Marketer fragen sich: Wo ist meine Zielgruppe? – und erstellen dann Content danach.

Das ist unter Umständen der falsche Zugang. Wahrscheinlich ist es am Anfang besser, dort zu starten, wo du dich am wohlsten fühlt. Wenn du gerne redest, dann nimm einen Podcast auf. Wenn du gerne schreibst, dann schreib einen Blog. Wenn du gerne auf der Bühne stehst, dann nimm Youtube-Videos auf.

Das ist der Lifestyle Entrepreneur-Zugang: Er ist “egoistisch”, nicht opportunistisch – auch nicht richtiger oder falscher. Es muss zuerst für dich passen, sonst kannst du es nicht durchhalten. Du kannst “the long game” nur spielen, wenn das Spiel zu dir passt.

Was nicht heißt, dass du im Verlauf des Spieles nicht deine Kompetenzen erweitern und auch auf andere Spielfelder wechseln kannst. 

Sicherheit gesucht

S

Wir Lifestyle Entrepreneure sehnen uns immer wieder nach Experten, die uns sagen, ob eine bestimmte Idee gut ist oder nicht. Ob ein neues Produkt gute Erfolgschancen haben wird oder nicht. Ob unsere Marketingidee bei den Kund*innen gut ankommen wird oder nicht.

Die bittere Wahrheit ist: Niemand hat die Glaskugel, die diese Antworten liefern würde.

Es wird immer unser unternehmerisches Risiko bleiben, die Antworten selbst herausfinden zu müssen – indem wir es einfach versuchen und schauen, was passiert.

Und daraus lernen.

Teamwork

T

Es gibt immer Menschen in deinem Umfeld, die bereit sind anzupacken. Menschen, die mit dem Status Quo nicht zufrieden sind und gerne etwas verändern würden. Oft wissen sie aber nicht, wo sie anfangen sollen.

Diese Menschen brauchst du nur anzusprechen. Gut möglich, dass sie sich freuen, mit dir zusammenzuarbeiten und die Welt zu verändern.

Such-basierte vs. Feed-basierte Plattformen

S

Such-basierte Plattformen

  • z.B. Google, Youtube, (Podcasts, Blogs)
  • Nutzer suchen aktiv nach Inhalten, die sie interessieren.
  • Diese Plattformen sind dafür optimiert, dass gute und relevante Informationen leicht gefunden werden.
  • Reichweite bekommt, wer gute und relevante Inhalte liefert. Wobei es schon auch Werbung gibt, um Inhalte zu „pushen“.
  • Inhalte auf diesen Plattformen bleiben weiterhin auffindbar. Ein Video von vor 5 Jahren wird auf Youtube genauso leicht gefunden und genauso gerne angezeigt wie ein Video von gestern. Diese Plattformen belohnen sogar Evergreen-Content.
  • Diese Plattformen wird es auch in Zukunft geben; Menschen werden immer nach Antworten suchen.
  • Es ist für Content Creator, die „the long game“ spielen, schlau, in diese Plattformen zu investieren.

Feed-basiere Plattformen

  • z.B. Facebook, Instagram, Twitter
  • Ein Algorithmus wählt aus, welche Inhalte den Nutzern„ausgespielt“ werden. Die Nutzer haben praktisch keinen Einfluss darauf, welche Inhalte ihnen angezeigt werden und welche nicht.
  • Der Content Creator ist dem Algorithmus ebenso ausgeliefert. Sie hat „organisch“ praktisch keine Möglichkeiten, ihren Content allen Nutzern anzeigen zu lassen – nämlich nicht mal allen Nutzern, die ihre „Freunde“ sind und gesagt haben: „Ja, ich will die Inhalte dieser Person sehen!“
  • Sobald eine dieser Plattformen erfolgreich ist, gilt: Für Reichweite muss bezahlt werden.
  • Inhalte in diesen Plattformen „verschwinden“ mit der Zeit. Ein Facebook-Post von vor einem Jahr ist praktisch nicht mehr zu finden.
  • Diese Plattformen kommen und gehen – und damit auch die Inhalte und die Beziehungen, die man über diese Plattformen aufgebaut hat.
  • Es ist für Content Creator, die „the long game“ spielen, besser, diese Plattformen zu meiden – oder bewusst ihn ihre Dienste zu stellen (vgl. Cal Newport: Digitaler Minimalismus).

[Danke Jonny Watson für das Konzept.]

Büro

B

Ich habe mein Home Office umgestellt: Den Lesesessel rausgeräumt, den Schreibtisch um 90° gedreht, den Stehtisch nach hinten verschoben.

Keine großartigen Änderungen – aber was für eine Veränderung im Blickwinkel! Das Büro ist jetzt irgendwie ungewohnt, spannend, wie ein neu zu beschreibendes Blatt.

Es ist wie ein neuer Aufbruch!