TagTad Hargrave

Das Phantom, an dem du dich misst

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Unlängst hat Tad Hargrave in seinem Newsletter eine Beobachtung geteilt: Wenn er bei seinen Workshops fragt, wer das Gefühl kennt “Ich sollte schon viel weiter sein”, gehen fast alle Hände hoch.

Spannend, dass wir alle das gleiche Problem zu haben scheinen. Aber noch spannender ist die Frage: “Weiter sein” verglichen mit was genau?

Wir messen uns an einer fiktiven Version unserer selbst, die unter perfekten Bedingungen gearbeitet hätte. Die nie krank war, nie gezweifelt hat, nie einen Umweg genommen hat.

Zum Beginn des Jahres wird dieser phantomhafte Vergleich oft besonders laut. “Im Jahr 2026 sollte ich endlich…” – aber wer hat dir eigentlich eingeredet, welche Meilensteine du bis wann erreicht haben musst? Sind das wirklich deine Meilensteine, ist das wirklich deine Zeitplanung – oder jagst du einem Phantom nach?

Vergiss für einen Moment, wo du “sein solltest”. Schau dir stattdessen an, wo du tatsächlich bist. Sei einen kurzen Moment dafür dankbar, und dann entscheide, wohin du als nächstes willst.

Erst mal nicht ertrinken

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Wenn jemand zu dir kommt, dessen Business gerade am Absaufen ist – verzweifelt, überfordert, im Krisenmodus – dann ist das der denkbar schlechteste Moment für Ratschläge. Die Person kann deinen Input nicht aufnehmen. Sie ertrinkt gerade.

Was sie braucht: Raum zum Atmen. Den Kalender entleeren. Die Inbox auf null setzen. Abstand von Social Media. Einen kompletten Reset.

Erst wenn jemand wieder Luft bekommt, kannst du über Tipps und Taktiken reden. Vorher ist alles nur (noch mehr) Lärm.

Other things suffered

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Wenn Tad Hargrave gefragt wird, wie er es geschafft hat, sich sein Business aufzubauen, ist seine ehrliche Antwort: “Other things suffered.”

Ich denke, damit ist alles gesagt.

Außer vielleicht noch: “And the less we ask for help, the more we suffer.”

Wenn Archetypen auf verwundete Psychen treffen

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Tad Hargrave stellt eine interessante These auf: Das Problem mit den Archetypen Artist und Entrepreneur ist nicht, dass sie existieren. Das Problem ist, dass wir sie heute fast nur noch in ihren übertriebenen Formen wahrnehmen.

Der vergeistigte, selbstbezogene Künstler, der sich um kommerzielle Realität nicht schert. Der globale, herzlose, profitmaximierende Unternehmer, dem Menschen egal sind.

Beide Zerrbilder sind abstoßend. Keiner will so sein.

Hargrave sagt: Those two energies are fundamentally repulsive to people. Und wenn diese verzerrten Bilder auf die verwundeten Seelen der heutigen Menschen treffen – was soll da Gutes rauskommen?

Die meisten Solopreneure, die ich kenne, wollen weder weltfremde Künstler noch Bro-Marketer sein. Sie suchen nach einem dritten Weg, finden ihn aber nicht – weil sie glauben, zwischen zwei Übeln wählen zu müssen.

Aber die Wahl ist falsch gestellt. Der Künstler und der Unternehmer in ihrer gesunden Form sind weder vergeistigt noch herzlos. Sie sind zwei Haltungen, die es beide in einem Business braucht.

Das Problem ist nicht der Archetyp. Das Problem ist die Karikatur.

Wenn der Artist die Ehe dominiert

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Tad Hargrave sagtBusinesses are a marriage between the artist and the entrepreneur.

Bei den meisten Solopreneuren ist diese Ehe dysfunktional. Der Artist dominiert – er trifft die Entscheidungen, bestimmt die Richtung, ignoriert die Stimme des Entrepreneur.

Das Ergebnis: Du arbeitest viel, gibst alles, machst Rabatte, wenn’s eng wird. Du hoffst, dass die Qualität deiner Arbeit schon irgendwann erkannt wird. Burnout durch Over-Giving. Oder du machst dich so klein, dass dich niemand findet.

Our businesses are the child of that marriage, sagt Tad Hargrave. Eine dysfunktionale Ehe ergibt kein glückliches Kind.

Die Lösung ist nicht, den Artist rauszuwerfen und nur noch Entrepreneur zu spielen. Das wäre das andere Extrem – und genauso ungesund. Die Lösung ist, beide an einen Tisch zu bringen. Der Artist darf seine Vision haben, aber der Entrepreneur muss mitentscheiden dürfen.

Erst dann funktioniert’s.

Der Artist und der Entrepreneur

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Tad Hargrave unterscheidet zwei grundverschiedene Haltungen, wie man ein Business startet:

Der Artist ist die innere Stimme, die sagt: Das will ich machen – ohne sich um die finanzielle Tragfähigkeit zu kümmern. Er folgt seiner Vision, seinem Können, seiner Leidenschaft. Die Frage nach dem Markt interessiert ihn nicht.

Der Entrepreneur fragt: Was braucht der Markt? Welches Problem kann ich lösen? Er schaut nach außen, sucht die Gelegenheit, identifiziert den Bedarf.

Das sind zwei völlig unterschiedliche Archetypen. Der Artist ist von der Venus, der Entrepreneur vom Mars.

Die meisten Solopreneure, die ich kenne, starten als Artist. Sie haben etwas zu sagen, etwas anzubieten – und hoffen, dass der Markt das schon irgendwie honorieren wird. Der Entrepreneur-Blick fällt ihnen schwer. Er fühlt sich opportunistisch an, kalkuliert, unecht.

Aber: Ein Business braucht beide. Der Artist allein verhungert. Der Entrepreneur allein baut etwas, das niemand wirklich will – auch wenn es sich verkauft.

Welcher der beiden dominiert bei dir?