Matthias Strolz: Sei Pilot deines Lebens (2019) đź“™

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Meine Notizen

“Es ist seltsam: Irgendwo im Inneren gibt es diese Klarheit, aber ich habe sie noch nicht in eine äuĂźere Form gebracht. Dazu bin ich noch nicht gekommen. Oder die Zeit war noch nicht reif. Auch habe ich diesen Fokus bewusst noch nicht gesetzt.” (S. 12f)

  • Das ist eigentlich auch die Denke der Theory U: Ganz unten, in der Quelle, da ist Klarheit. Nichts als Klarheit. Aber manchmal gelingt es uns (noch) nicht, diese Klarheit in den Alltag zu “übersetzen”.
  • Dieses GefĂĽhl kenne ich selbst auch sehr gut. Und wahrscheinlich auch viele andere Menschen.

Spannender Gedanke: Einer Aufgabe Zeit widmen, sich von ihr aber nicht dominieren lassen. (S. 17)

Kairos: “Dieser gĂĽnstige Zeitpunkt war den Griechen so wichtig, dass sie ihn in ihrer Mythologie sogar als Gottheit personifizierten. Das ungenutzte Verstreichen von Kairos erschien den Griechen nachteilig, geradezu frevelhaft.” (S. 41f)

  • vgl. Jim Collins’ “Return on Luck”. Das wäre sozusagen auch eine genĂĽtzte bzw. ungenĂĽtzte Begegnung mit Kairos.

“Aufgrund einer hohen Reiz- und Termindichte sind wir meist mit Chronos auf KriegsfuĂź â€“ es fehlt uns zu oft die (metrische) Zeit. Umso wichtiger ist es, ein gutes Verhältnis mit Kairos zu pflegen und das eigene Vertrauen zu kultivieren.” (S. 43)

  • Mit anderen Worten: Wenn wir eine gute und starke Verbindung zur Quelle haben, kann uns auf der obersten Schicht des U nicht viel passieren. Wir lassen uns von den Alltäglichkeiten nicht vom Kern der Sache ablenken.

MS hat während seiner politischen Arbeit in seiner Familie “eine Suchspannung nach mehr Aufmerksamkeit meinerseits” wahrgenommen. (S. 47)

  • Suchspannung… Ein sehr interessantes Konzept. Die Spannung, wenn man etwas haben will, aber nicht bekommt. Wenn man nach verschiedenen Wegen sucht, um daran zu gelangen.
  • Eine Suchspannung kann produktiv sein, weil sie uns kreativ macht. Weil wir Freude empfinden, wenn wir das Gesuchte gefunden haben.
  • Eine Suchspannung kann aber auch stressig sein und uns vollends frustrieren, wenn wir das Gesuchte auf keinem der versuchten Wege finden. Irgendwann lassen wir die Suche bleiben, wir geben auf.
  • Und das wollte MS wohl vermeiden: Dass die Suchspannung sich auflöst dadurch, dass seine Familie seine Aufmerksamkeit einfach nicht mehr ver-sucht.

“Wenngleich sie uns stressen, liegen in Spannungszuständen besondere Möglichkeiten.” – “Denn “die andere Möglichkeit” ist die Wurzel für Veränderung, Entwicklung und Wachstum.” (S. 62)

  • Ein Spannungsfeld, produktiv genutzt, macht uns lebendig. In der Spannung ist Leben. Wenn alles ent-spannt wäre, wäre es auch tot.
  • “Die andere Möglichkeit” erzeugt zunächst Spannung, weil sie uns neu ist. Aber diese neue Möglichkeit ist auch der erste Schritt fĂĽr Wachstum.

“Wir können uns dafĂĽr entscheiden, Kinder des Lichts zu sein. Und danach handeln.” (S. 59)

  • Es ist eine Entscheidung. Einmalig, und jeden Tag.

“Auch wenn es weh tut, ist der Lernfortschritt mitunter bescheiden.” (S. 64)

  • Nur weil eine Lektion hart und schmerzvoll war, heiĂźt das nicht, dass wir wirklich was gelernt haben.

Bernhard von Clairvaux: “Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wem kann der gut sein? Denk also daran: Gönne dich dir selbst. Ich sage nicht: Tu es immer, ich sage nicht: Tu es oft, aber ich sage: Tu es immer wieder einmal. Sei wie fĂĽr alle anderen auch fĂĽr dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen.” (S. 90)

  • SelbstfĂĽrsorge… Nicht nur so dahingesagt, nicht nur “eh klar”, sondern auch wirklich ernst gemeint: Was brauche ich fĂĽr mich? Wie sorge ich dafĂĽr?
  • Ich muss es nicht allein schaffen. Ich kann nicht alles schaffen. Ich muss nicht (immer) stark sein.

“Besonders gefährdet sind wir dann, wenn wir uns für äußerst relevant und unersetzlich halten. Wird das Ego zu groß, gelingt das Loslassen gar nicht mehr. Daran werden wir dann persönlich Schaden nehmen.” (S. 91)

  • Wenn wir uns fĂĽr unersetzlich halten, werden wir größenwahnsinnig. Wir verlieren den Bezug zur Realität.
  • Vergiss nie: Auch du bist ersetzbar. Es geht auch ohne dich – vielleicht sogar viel besser. Die Welt hat sich vor dir gedreht, und sie wird sich nach dir weiterdrehen. Du kannst die Welt nicht verändern, ja nicht mal einen einzelnen Menschen. Du bist nicht so wichtig, wie du denkst.

MS spricht sehr begeistert ĂĽber seine Fastenwochen im Kloster Pernegg.

MS spricht von “mannigfaltigen Bepulsungen”, die von außen auf uns einwirken. Und es werden immer mehr, in immer höherem Tempo.

  • Umso wichtiger ist es, dass wir “unseren Inneren Ort entschlossener kultivieren als bisher”. (S. 109)

Die Geschichte von Jona im AT sagt uns: “Davonlaufen nĂĽtzt nichts. Die Berufung wartet. Die Welt möchte, dass du wirksam wirst!” (S. 123)

“Wir sind freie Menschen. Wir mĂĽssen uns immer wieder fĂĽr unsere Bindungen entscheiden — so auch fĂĽr unsere Berufung. Zudem kann sich diese wandeln, und sie kann auch erlöschen. Dann wird ĂĽber die Zeit ein anderer Ruf an ihre Stelle treten.” (S. 126)

  • Je weiter wir im U nach oben kommen, desto öfter sind wir aufgefordert, Entscheidungen im Sinne unserer Berufung zu treffen.
  • Oder, anders formuliert: Wir mĂĽssen auch bei unseren alltäglichen Entscheidungen auf unser Herz hören. Wir dĂĽrfen die Verbindung zur Quelle nicht verlieren – bzw. mĂĽssen sie immer wieder aktiv suchen.

“Wichtig ist es auch zu begreifen, dass die Berufung eine innere Qualität hat, die zwar in unserem Empfinden klar und unmissverständlich sein mag, die aber die Frage nach der äuĂźeren Ăśbersetzung oft offenlässt.” (S. 126)

  • Wieder vgl. Theory U: Ich kann oben im U viele Formen wählen, die die Essenz meiner Quelle ausdrĂĽcken.
  • Mit anderen Worten: Das Was ist nicht so wichtig wie das Wie.

⇒ Konzept der “Meta-Berufung” (S. 127): Eine Berufung, die alle anderen “Teil-Berufungen” unter sich verbindet.

  • Ein Dach. Ein Roter Faden.
  • Seine “Meta-Berufung” zu kennen ist sehr entlastend. Es nimmt den Druck raus, weil sie eine Story bietet, die die vielen Einzelteile ordnet und verbindet.
  • Hypothese: Eine “Meta-Berufung” ist auch fĂĽr ein Portfolio-Unternehmen sehr wichtig. Oder, anders formuliert: Erfolgreiche, selbstsichere Portfolio-Unternehmer:innen kennen ihre Meta-Berufung. Oder, nochmals anders: Wer glaubt, einen Bauchladen zu haben, der kennt nur seine Meta-Berufung noch nicht.

“Ich arbeite seit über 30 Jahren viel ehrenamtlich. Meine beruflichen Erfolge haben sich wesentlich aus Ehrenämtern heraus entwickelt; nicht aus Kalkül, sondern weil es sich einfach so ergeben hat. Aus Leidenschaft entstand Meisterschaft, die eine Formalisierung in ein Berufsfeld nahelegte und Kunden anzog. Ist das der Grund, warum ich auch derzeit ein Drittel meiner Arbeitszeit ehrenamtlichen Tätigkeiten widme? Nein. Ich tue einfach das, was mich interessiert und wo mein Herz mich hinzieht. Das Leben hat mir gezeigt, dass ich damit auch ein gutes ökonomisches Auskommen finde.” (S. 139)

MS hat einen Kredit laufen! â€śWährend ich dieses Buch schreibe, habe ich einen neuen Kredit laufen, damit wir als Familie gut ĂĽber die Runden kommen. Ich habe diese Verbindlichkeit aufgegriffen, damit ich das tun kann, was ich derzeit tun will, was ich fĂĽr stimmig und richtig halte. Manchmal habe ich kleine Zweifel, aber viel öfter groĂźes Vertrauen, dass sich der Aufwand nicht nur menschlich und energetisch, sondern auch ökonomisch rentieren wird.” (S. 139)

  • Das wĂĽrde ich mich nie trauen. Er schon!

“So beginne ich in meinem eigenen Leben ein neues ZeitgefĂĽhl zu entwickeln. Ich muss weniger, ich bin mehr.” (S. 151)

MS will sich seiner â€śBerufung” als Papa “in jener Intensität widmen, die unser Familiensystem aktuell braucht, damit es rund läuft.” (S. 158)

  • Der “Bedarf an Papa” ist nicht immer gleich. Er ist dynamisch: Mal mehr, mal weniger.
  • Wichtig ist, achtsam zu sein: Wie viel Papa wird gerade gebraucht? Ich kann nämlich zu wenig Papa, aber auch zu viel Papa geben. Beides wäre nicht optimal.
  • MS holt sich in dieser Frage Feedback von seiner Frau und seinen Kindern.

Am Ende sagt MS: Das Wichtigste ist Liebe.

  • Und: “Ein mitunter unterbelichteter Aspekt der Liebe besteht darin, dass sie Basis fĂĽr Erkenntnis ist. Die Liebe öffnet uns die Augen, sie lässt wahrnehmen und erkennen, was ohne Liebe mitunter nicht erkannt werden kann. Sie ist die wohl größte Inspiration, die der Mensch kennt. Begegne ich der Welt in Liebe, wird Erkenntnis, Kreativität und Inspiration folgen.” (S. 171)
  • Es ist sicher nicht verkehrt, sich einer (neuen) (beruflichen/unternehmerischen) Arbeit mit Caritas zu nähern.

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