Michael Altenhofer: Tu es jetzt (2012)

Yet another Motivationsbuch? Ja, in gewisser Weise schon. Nichts, was man nicht schon auf die eine oder andere Art gehört oder gelesen hätte. Und trotzdem ein sympathischer, authentischer Blickwinkel.

Gelesen: November 2019

S. 21: „Vergleichen Sie Ihr Leben mit der Arbeit eines Architekten: Ein erfolgreicher Architekt plant und betreut mehrere Projekte gleichzeitig. Mache Baustellen kommen planmäßig voran, bei anderen gibt es Verzögerungen. Hin und wieder muss auch mal eine Baustelle aufgegeben werden, damit andere fertiggestellt werden können. Auch wir als Menschen sind Architekten unseres Lebens und betreuen verschiedene Baustellen: unsere Karriere im Job, das Privatleben, die Finanzen, unsere sozialen Kontakte und natürlich die Gesundheit. Manche Baustellen laufen wie am Schnürchen, andere sind ins Stocken geraten. Manche sind bereits vollendet, für manche gibt es zwar eine Baugrube, aber noch keinen Bauplan. So wie ein Architekt sollten wir zwischendurch eine Ist-Analyse durchführen, um zu sehen, wo wir im Leben stehen. Vielleicht erkennt man dabei, dass viele Projekte angepackt wurden, aber nicht sauber geplant wurde und schon gar nicht miteinander koordiniert. Dann sollten Prioritäten gesetzt und eine Reihenfolge festgelegt werden. Welche Baustelle benötigt nun die größte Aufmerksamkeit? Wo muss nachgeholfen werden, damit sie planmäßig fertiggestellt werden kann? Wie sollte der Bau am Ende aussehen, damit man am stolzesten ist? Gibt es vielleicht eine Schlüssel-Baustelle, deren Fertigstellung sich positiv auf die anderen auswirken kann? Eine solche Bestandsaufnahme schafft Klarheit, auf welchen Bereich nun sein Engagement gerichtet werden soll. Aber so wie auch der Beton einige Wochen zum Trocknen braucht, sollten auch wir unseren Projekten die nötige Zeit geben. Denn auch ein Wolkenkratzer wächst nur langsam, Stockwerk für Stockwerk. Aber mit ein bisschen Geduld ist dann der Griff zu den Sternen nicht mehr so weit.”

  • Sehr schöne Metapher für Personal Projects / PP Web.
  • Auch sehr schöne Metapher für Strategie-Klausuren etc.

S. 23: „Oder wenn Sie beispielsweise mehr Kunden für Ihr Geschäft haben möchten, dann können Sie allein das nicht bestimmten. Solange es eine andere Person gibt, die Nein sagen kann, ist es nicht eigenverantwortlich. Die konsequente Umsetzung einer bestimmten Strategie, die zu mehr Kunden führen soll, allerdings schon.”

S. 30f: The Inner Game

  • Der erfolgreiche Lifestyle Entrepreneur braucht betriebswirtschaftliches Faktenwissen genauso wie Mindset-Arbeit an seinen Personal Constructs.
  • „Eine Veränderung ist dadurch kaum möglich, da immer jene Anteile als Sieger aus jeder Verhandlung hervorgehen, die sich auch bisher am besten durchsetzen konnten.“
  • => die dominierenden Mitglieder des Inneren Teams müssen ein unternehmerisches Mindset haben/bekommen bzw. die unternehmerischen Guardians müssen das Sagen haben.

S. 35: „Das heißt, wir haben schnell die Tendenz, jedes Risiko auf Existenzgefährdung auszudehnen. Denn das sind unbewusst die Argumente und Referenzen des Zweiflers. Er hat uns schon oft unser Leben gerettet, also rettet er es auch in diesem Fall.”

S. 51: „Aber statt dieser unbequemen Wahrheit ins Auge zu schauen und sich auch darauf einzulassen, blicken wir lieber um uns herum, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, etwas zu verändern, ohne uns selbst verändern zu müssen, ohne etwas aufgeben und riskieren zu müssen.”

S. 51: „Natürlich braucht es für mehr Erfolg und Veränderungen aller Art meistens eine gewisse Geduld. Aber wir interpretieren Geduld dann gerne falsch und zugunsten der Bequemlichkeit. Wir verstehen Geduld dann so, dass sich die Dinge von alleine ändern, wenn man geduldig abwartet. Innerhalb der Komfortzone natürlich.”

S. 55: „Jeder will jemand sein. […] Sobald wir aufrichtig dazu stehen, werden wir immer wieder die Komfortzone verlassen, um im Leben vorwärts zu kommen.

S. 57f: Das Bequemlichkeitsbedürfnis der Menschen wird zum Geschäft: „Der Buchmarkt mit Methoden und Strategien für mehr Erfolg ist nahezu übersättigt. […] anstatt endlich ins Handeln zu kommen, wird das nächste Buch gekauft.”

S. 60: „Unter Lernen fallen alle Ereignisse, die wir nicht erwarten. Wenn ein erwartetes Ereignis eintritt, ist das kein Lernvorgang.“

S. 64: „Die meisten Hobbyläufer haben viel zu viel Respekt vor längeren Distanzen. Wenn Sie einfach mal so einen 10 K laufen, werden Sie das in etwa demselben (subjektiven) Anstrengungsgefühl meistern wie bisher die fünf Kilometer. Nebenbei werden Sie bemerken, wie leicht plötzlich die ersten Fünf gingen.”

S. 71: „Dreißig Tage ist kurz genug, damit ein Ende in Sicht ist und lang genug, damit man etwas erreichen kann.” 

S. 77: „Während einer Umsetzung ist der Wunsch nach Perfektionismus ein gutes Werkzeug für stetige Verbesserung. Das ist etwas völlig anderes, als bereits vor dem Start ein makelloses Ideenkonzept haben zu wollen.”

S. 78: „Echte Qualifikation entsteht aus meiner Sicht ohnehin erst in der praktischen Umsetzung.“

S. 86: „Nur entschlossene Leute werden ernst genommen. Mit Zauderern und Zögerern will niemand zusammenarbeiten. Außer andere Zögerer.”

S. 92: „Wenn Sie etwas anpacken, ist der Misserfolg genauso wahrscheinlich wie der Erfolg. Die Frage ist also nicht, wie hoch ist das Risiko zu scheitern, sondern: Wie schlimm ist es wirklich, wenn es passiert?”

S. 99: „Je mehr Selbstvertrauen Sie entwickeln, desto mehr werden Sie auch ausprobieren. Und je mehr Sie ausprobieren, desto öfter gelingt auch mal etwas nicht. Die Frage sollte also nicht lauten, wie man immer ein Gewinner wird, sondern wie man mit Niederlagen umgeht.”

S. 108: „Wie Sie über sich und Ihre Zukunft denken ist entscheidend dafür, was Sie tatsächlich in Angriff nehmen.”

  • vgl. Wie siehst du dich?

S. 122: „Viele Menschen betrachten ihre Talente nur als Angebot, nicht als Auftrag. So wie wenn man Weihnachtsgeschenke zwar annimmt, aber nie auspackt.”

S. 130: „Je mehr Sie wollen, desto kleiner wird auch die Konkurrenz. Im Mittelmaß mitschwimmen, will jeder. Darüber wird die Luft dünn.”

S. 143f: Der Nutzen der konstruktiven Unzufriedenheit: „[…] welche Kraft in einer konstruktiven Unzufriedenheit steckt. Jedem Bedürfnis geht eine Unzufriedenheit voraus. […] Jede Errungenschaft, jeder Fortschritt und einfach alles, was unser Leben komfortabel macht, geht auf das Konto von Menschen, die mit der damaligen Situation nicht zufrieden waren. […] Diese Art der Unzufriedenheit sollte nicht mit Undankbarkeit verwechselt werden.”

S. 165: „Der Kontakt zu Ihren einzelnen Missionen strukturiert den Weg zu einem erfüllten Leben […].”

  • Es gibt nicht nur EINE Mission im Leben, sondern mehrere. Ich will mit allen meinen Missionen gut im Kontakt bleiben. 

S. 172: „Es ist ein Trugschluss, dass man für Sport bereits im Vorhinein Energie übrig haben muss. Die Energie kommt erst durch die Bewegung wieder, nicht durch das Herumliegen, das gerne mit Regeneration verwechselt wird. […] Nicht umsonst heißt es so oft, man geht müde Laufen und kommt hellwach zurück.”

S. 173: „Wenn Sie […] bereits aktiv sind, vergessen Sie nicht, sich auch ein bisschen anzustrengen.”

S. 175: „Bewegungsaktive Menschen sind außerdem seltener krank, verfügen insgesamt über eine höhere Vitalität und strahlen das auch aus.”