Nicola Fritze: Einfach. Machen!

Vortrag am JW Summit, 25. September 2020 

Vortrag

3 Gründe, die uns daran hindern, das zu tun, was wir eigentlich tun wollen:

  1. Sinn: Ich mache nichts, wenn es mir nicht in irgendeiner Weise sinnvoll erscheint. Es muss aber mein Sinn sein, nicht ein Sinn, den ich irgendwann mal von irgendwem vermittelt bekommen habe.
    • Ist es wirklich mein Sinn, oder ist ein ein „übergestülpter Sinn”?
  2. Energie: „Das Erschöpfte Ich ist ein Begriff unserer Zeit.” Wir übernehmen Verantwortung für alles Mögliche (Karriere, Familie etc.), aber wenn es dann um unsere Projekte geht, ist dann einfach keine Energie mehr da.
    • Wir müssen schauen, dass wir Ressourcen freischaufeln. Da dürfen wir auch ein bisschen kreativ sein.
    • Ein bisschen was machen, mit der Energie, die gerade da ist, ist besser, als gar nichts zu machen: Was ist jetzt der kleinste machbare Schritt?
  3. Emotionen: „Die Emotionen sind der Antrieb oder eben auch die Bremse für das, was wir tun.” Angst, Unsicherheit, Versagensangst,… Lieber in der Ungewissheit leben als die „direkte Faust ins Gesicht, vor der wir Angst haben.” Andererseits: Wir verwehren uns damit auch die Erfolge, die uns frischen Schub geben.

Der Öko-Check:

  • Passt das, was ich mir vorgenommen habe, in die Umgebung, in der ich mich bewege?
  • Wenn ich das, was ich tun will, tatsächlich tue: Welche Auswirkungen wird das auf mein Umfeld haben?
  • Diese Auswirkungen werden oft einen Preis haben. Bin ich bereit, diesen Preis zu bezahlen?
  • z.B. Karriere machen wird Auswirkungen haben auf das Privatleben. Will ich diesen Preis bezahlen?
  • „Eine Stimme in mir” sagt dann vielleicht: Nee, dieser Preis ist mir zu hoch!
  • Das Umfeld wird auf das, was ich tue, reagieren. Immer. Mitunter stehen da Beziehungen auf dem Spiel. Mitunter müssen wir zuerst Beziehungen beenden, um das zu tun, was wir eigentlich tun wollen.

Einfach machen = Anders machen

  • „Etwas anders machen ist anstrengender”, weil ich raus muss aus meinen Gewohnheiten und Routinen. Deswegen bleiben ganz viele Unternehmen beim Alten, beim Gewohnten, beim „Bewährten”. 
  • Wir müssen anders wahrnehmen, anders denken und anders handeln.
  • Wenn ich ein bisschen anders denke, beeinflusst das automatisch meine Wahrnehmung und mein Handeln. Wenn ich mich ein bisschen anders verhalte, beeinflusst das mein Denken und meine Wahrnehmung. Wenn ich ein bisschen anders wahrnehme, beeinflusst das mein Denken und mein Handeln.

„Das Problem mit unserem Denken ist: Wir glauben, was wir denken.” 

  • Viele klammern sich an ihr Denken und an ihre Wahrheiten: „Sie verteidigen ihre Wahrheiten teilweise bis auf’s Messer.“
  • Das, was wir für die absolute Wahrheit halten… Was ist, wenn wir das hinterfragen? Wer könnte ich sein, wenn ich etwas anderes denke – oder wenn ich das anders denke?
  • „Ist das wirklich wahr, was ich denke?“
  • „Welcher Gedanke entspricht denn eher der Wahrheit?“

Es stimmt nicht, dass ich alles werden kann und alles machen kann: „Ein Dackel bleibt immer ein Dackel.”

  • Ich muss ins Handeln kommen, aber ich muss auch etwas tun, von dem ich weiß, dass ich es machen kann.
  • „Ehrlichkeit ist gerade, was das Denken betrifft sich selbst gegenüber, manchmal eine Herausforderung.“

Wir müssen auch wahrnehmen können, was nicht (mehr) da ist!

  • Wenn wir uns um die Dinge kümmern, die nicht funktionieren, dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, was schon noch funktioniert! „Es gibt immer etwas, das läuft.” (Und wenn’s nur die Kaffeemaschine ist…)
  • „Wir müssen wieder lernen, uns an den Dingen zu erfreuen, die funktionieren.” – Gerade in Zeiten der Corona-Krise!

„Achtet darauf, dass ihr emotional intelligent seid!”: In sich selbst hineinspüren: Welche Emotionen sind da gerade?


Q&A

Tipps zum virtuellen Präsentieren:

  • Kleines Smiley an die Webcam kleben
  • In die Kamera schauen, nicht auf den Menschen.
  • „Bleibt, so wie ihr seid, auch virtuell. Bleibt locker!“

„Wir müssen nicht immer motiviert sein. Manchmal muss was halt einfach gemacht werden!”

  • Keine Motivation zu haben ist ja oft „ein Luxusproblem”.
  • Es ist nicht immer eine Frage der Motivation. Es ist eine Frage der Selbstdisziplin und der Verantwortung, die ich trage. 

Siehe auch: Zusammenfassung am JW Blog