Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Frustrationspunkte

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Heute Früh habe ich mich hingesetzt und alle Punkte aufgeschrieben, die mich im Moment in meinem Business frustrieren.

Es sind sieben geworden.

Hat irgendwie gut getan.

Der Koffer gibt die Richtung vor

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Vor ewigen Zeiten, in einem Hotel in Karlsruhe. 

Ich beobachte einen Hotelgast beim Check-in, der mit seinem offensichtlich sehr schweren Koffer zu kämpfen hat. Aus irgendeinem Grund rollt der Koffer dem Gast ständig davon. Der Koffer macht mit ihm, was er will. Der Check-in verläuft alles andere als entspannt.

Wenn ein Koffer schwer ist, lässt er sich auch nur schwer unter Kontrolle halten. Er entwickelt eine Eigendynamik, die einem so nicht recht sein kann. Man hechelt dem Koffer hinterher. Man folgt dem Koffer, nicht umgekehrt.

Ist man ständig im reaktiven Modus, setzt man sehr viel Energie ein, die Kontrolle nicht ganz zu verlieren.

Was, wenn wir einen leichteren Koffer hätten?

Oder gar keinen?

Solopreneure im Glück

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Glück ist definitiv ein Erfolgsfaktor in jedem Lifestyle Business. Ein paar Gedanken dazu:

  • Wenn man Glück hat, muss man auch erkennen (können), dass man gerade Glück hat.
  • Viel Glück zu haben bedeutet nicht, dass man auch eine gute Strategie hat.
  • Wenn man Glück hat, lohnt die Frage: Warum habe ich Glück gehabt?
  • Wenn man Glück hat, entsteht gleichzeitig die Einladung, das Glück nicht nur Glück sein zu lassen, sondern auf dem Glück aufzubauen.
  • Glück ≠ die Belohnung für deine harte Arbeit. Glück ist einfach nur Glück.

Wille zur Form

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Michael Köhlmeier hat mir einen ganz spannenden Gedanken geschenkt: 

Die Schöpfungsgeschichte in der Bibel beginnt damit, dass Gott aus dem Tohuwabohu (dem Chaos) etwas geschaffen hat. Es war alles schon da, aber er hat es in eine Form, eine Ordnung gebracht.

Und das machen wir auch, wenn wir schöpferisch/künstlerisch tätig sind. Wir bringen etwas in eine Form. Vorher war (scheinbar) nichts, und wir bringen (daraus) etwas in die Welt.

Köhlmeier sagt, der Kern der Kunst ist der „Wille zur Form“.

Die Inhalte der Kunst bleiben über die Jahrhunderte im Wesentlichen gleich, aber die Form müssen wir Künstler:innen immer wieder neu der jeweiligen Zeit anpassen.

Ein Business, das läuft

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Die allermeisten Lifestyle Entrepreneure kennen diese Momente, wo wir uns denken: Das wird doch nie was!

Wir alle träumen von einem “Business, das läuft”. Wo irgendwann der Punkt erreicht ist, wo wir keine Sorgen mehr haben. Wo stetig Geld reinkommt und wo wir uns nicht mehr (so sehr) anstrengen müssen. Ein Business, wo alles Gute quasi von selber daherkommt und wir keine Probleme mehr haben.

Ich glaube: Die Idee, dass das Business irgendwann so “läuft”, ist ein Schmäh.

Oder eine Momentaufnahme, bestenfalls.

Mach dich unbeliebt

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Steh für was – und mach dich unbeliebt bei denen, die eine andere Sicht haben.

Und zur Not auch bei denen, die gar keine Sicht haben.

Zwei Paar Schuhe tragen

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Es käme nie jemandem in den Sinn, zwei Paar Schuhe gleichzeitig tragen zu wollen.

Es ist ganz klar, dass man die Schuhe anzieht, die im Moment am besten passen und alle anderen im Schrank lässt, bis deren Zeit gekommen ist. Was hätte es auch für einen Sinn, zwei Paar Schuhe gleichzeitig zu tragen?

Aber wenn es darum geht, unsere Arbeit zu machen, tragen wir oft drei Paar Schuhe gleichzeitig. Es würde Sinn machen, sie nacheinander zu tragen, aber wir glauben, dass wir besser dran sind, wenn wir sie gleichzeitig tragen.

Schon komisch, oder?

Ein Geschäftskonzept

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Eine Sammlung von einzelnen Punkten ergibt noch kein Geschäftskonzept.

Ein Geschäftskonzept, das tatsächlich eine Strategie darlegt, ist von vorne bis hinten durchdacht. Es hat einen Anfang, eine Mitte und einen Schluss. Es hat einen Spannungsbogen, und es ist nicht an einem Nachmittag hingefetzt.

Aber auch das allerbeste Geschäftskonzept hat mit einer Sammlung von einzelnen Punkten begonnen.

Die Anderen haben auch Angst

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Ich muss nur das eine kleine bisschen weniger Angst haben als die meisten Anderen. 

Dann kann ich Großes schaffen. 

Social Media wie Elvis

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Elvis Presley war am Anfang seiner Karriere sehr unsicher und hatte Lampenfieber vor seinen Auftritten. Später war er eine Rampensau.

„But all his stage presence developed from him noticing the things the audiences reacted to and doing more of them“, sagt Andrew Hickey

Was in den 1950er-Jahren für Elvis funktioniert hat, kann auch heute noch eine tadellose Social-Media-Strategie für uns Lifestyle Entrepreneure sein.

Tödlicher Hit

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Unlängst habe ich im großartigen Podcast “A History Of Rock Music in 500 Songs” von Andrew Hickey Folgendes über das Musik-Business gelernt: „Nothing is more deadly to the indie label than a hit.“

Das klingt vollkommen paradox. Ist ein Hit nicht genau das, was sich jede Plattenfirma wünscht?

Nein, nicht unbedingt. Denn das Problem ist: Cashflow

Der Distributor, der deine Musik vertreibt, will 100.000 Stück deiner neuesten Single. Das klingt super, aber er bezahlt dich erst Monate später (wenn überhaupt). In der Zwischenzeit musst du aber den Hersteller der Single bezahlen, damit du die Singles überhaupt liefern kannst. Aber du bist ja nur ein Indie-Label mit einem entsprechend schmalen Bankkonto…

So ging es Sun Records, als sie plötzlich Hits mit Elvis Presley hatten. Und so geht es vielen Kleinunternehmen, die auf einmal mit einem Riesenauftrag konfrontiert sind.

Große Aufträge muss man sich leisten können. Und es kann sein, dass sich ein Riesenauftrag nicht als das beste, sondern das tödlichste für dein Lifestyle Business herausstellt.

Denn: „The last thing you want as an indie is to have a hit.“

Sorgen verstehen

S

Meine Sorgen entspringen meiner Sicht der Dinge. Es ist unwahrscheinlich, dass sie von anderen Menschen geteilt werden. (“Kommunikation ist unwahrscheinlich”, sagt Niklas Luhmann.)

Es ist genauso unwahrscheinlich, dass du die Sorgen eines Anderen wirklich verstehst. Es entsteht die Illusion des Verstehens, wenn deine und ihre Sorgen ähnlich sind. Aber ähnlich ist nicht gleich. 

Aber oft ist ähnlich gut genug.

Geld für Spaß

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Niemand bezahlt dich dafür, dass du tust, was dir Spaß macht. Niemand.

Menschen bezahlen, wenn jemand ihre Probleme für sie löst. Wenn jemand etwas für sie tut, das ihnen hilft.

Dir muss also das Problemlösen Spaß machen.

Dann (und nur dann) wirst du (finanziell) erfolgreich mit dem, was dir Spaß macht.

PS: Auch erfolgreich selbständige Künstler (Musiker, Maler etc.) lösen ein Problem. 

Fakten > Sorgen

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Wenn du dir Sorgen machst: Halte dich an die Fakten!

Was ist wirklich Tatsache? Wovon kannst du wirklich sagen, dass du es mit Sicherheit weißt?

Die Fakten sind wahr, deine Ableitungen davon sind jedoch Traumgebilde.

Es sind meistens nämlich nicht die Fakten, die dir Sorgen machen und mit denen du dich quälst, sondern die Gespenster, die du daraus formst.

Nicht nein sagen

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So wie dir, so geht es vielen: Sie können nicht “nein” sagen.

Vielleicht solltest du diesen Umstand öfter mal einfach ausnutzen.

Die besten Methoden

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Die besten Methoden sind einfach. Die Kunst ist, aus der Einfachheit die Tiefe herauszuholen. Sonst sind sie nur flach.

Das kann ein:e gute:r Berater:in.

Und das kann Keith Richards.

Aus guter Absicht

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Dinge aus einer guten Absicht heraus zu machen (mit Benevolenz), schützt dich leider nicht davor, einen (gewaltigen) Blödsinn zu machen.

Aber es wird dir leichter fallen, dir diesen Fehler zu verzeihen. 

Nicht der Typ dafür

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Vielleicht stimmt es gar nicht, dass du nicht „der Typ“ bist fürs Verkaufen. Oder für TikTok. Oder für die Buchhaltung. Oder für “die Zahlen”.

Vielleicht hast du es bisher einfach nur nicht ordentlich gelernt.

Von Apple lernen

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Apple wird gerne in allen möglichen Kontexten als gutes Beispiel für alles Mögliche herangezogen. Man spricht mit Bewunderung von den Produkt-Innovationen, vom genialen Marketing, von der unglaublichen Visionskraft eines Steve Jobs.

Aber was können wir Ein-Personen-Unternehmen wirklich von Apple lernen?

Ich behaupte: Gar nichts. Niente. Nada. Apple taugt einfach nicht als Vorbild für uns.

Die Grafikerin, die seit zehn Jahren selbständig ist. Der Frisiersalon, der seit 1991 besteht. Der Burgerladen, der nach drei Jahren immer noch im Business ist.

DAS sind unsere Vorbilder. An IHNEN sollten wir uns ein Beispiel nehmen.

Ungehobene Schätze

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Wir Solopreneure haben viel mehr Potenzial in unserem Business, als wir denken.

Das Problem dabei: Wir erkennen diese Chancen nicht. Weil wir sie im wahrsten Sinne des Wortes nicht sehen. Wir nehmen diese Potenziale nicht wahr, weil wir sie für “selbstverständlich” oder “nichts Besonderes” halten – und dadurch bleiben uns vielversprechende Türen verschlossen.

Außenstehende tun sich da viel leichter. Sie sehen das Offensichtliche. Und wenn Außenstehende uns das großzügige Geschenk machen und uns auf das Offensichtliche hinweisen, dann können wir es auch sehen. Dann fällt es uns wie Schuppen von den Augen.

Das Gold liegt sprichwörtlich auf der Straße. Aber wir brauchen Andere dazu, um es zu sehen.

Auf uns allein gestellt, laufen wir selbst am größten Goldbarren vorbei.