­čÄÖ Roman Kmenta: Verlag oder Eigenverlag?

Ein Business das l├Ąuft Podcast #129 vom 16. Juni 2020

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Eigenverlag bedeutet l├Ąngst nicht mehr, dass die B├╝cher h├Ąsslich sein m├╝ssen und nicht gut gemacht. Eigenverlag muss ├╝berhaupt nicht schlecht bedeuten. 

  • Auch Verlagsb├╝cher m├╝ssen nicht zwingend sch├Ân sein: ÔÇ×Ich hab auch ganz furchtbare Verlagsb├╝cher gesehen.“
  • Der Endverbraucher kann oft nicht mehr unterscheiden zwischen einem Verlagsbuch und einem Buch aus Eigenverlag, wennÔÇÖs gut gemacht ist. Und es ist auch nicht so wichtig, denn ÔÇ×wer kauft denn schon ein Buch nach dem Verlag?“

Der Markt verschiebt sich immer mehr hin zum Eigenverlag. Man will nicht l├Ąnger von einem Verlag abh├Ąngig sein und darauf warten, ver├Âffentlicht zu werden.

VerlagEigenverlag
Verlag will mitreden; beim Text, v.a. aber bei Titel und Cover.Volle Kontrolle; keiner redet mit.
Ein guter Lektor hilft, das Buch besser zu machen.Keine Hilfe von au├čen [au├čer man holt sie von sich aus].
Gro├čes Missverst├Ąndnis: Verlage verkaufen keine B├╝cher! ÔÇ×Das muss man schon selber tun.ÔÇŁ Verlagsb├╝cher sind nicht automatisch im Buchhandel. Und selbst wenn: Buchhandel sendet B├╝cher an Verlag zur├╝ck, wenn sie sich nicht kurzfristig gut verkaufen (6 Wochen).Auch der Verlag schaut, wie gro├č die Reichweite des Autors selbst ist. Wenn man selber keine Reichweite hat, bekommt man auch eher keinen Verlagsvertrag.
Gleichzeitig: Wenn man selbst eine gro├če Reichweite hat, braucht man auch nicht unbedingt mehr einen Verlag!
Mit Verlagsbuch kann man kein Geld verdienen, weil die Tantiemen viel zu gering sind. (Von 20 Euro Verkaufspreis bleiben 1-2 Euro ├╝ber)Es bleibt mehr ├╝brig vom Verkaufspreis, ca. das 4-5-fache von einem Verlagsbuch. ÔÇ×Zum Geldverdienen schon deutlich besser.“
Verlagsbuch hilft bei Image-Aufbau. Ein renommierter Verlag hat mehr Prestige als Eigenverlag – obwohl sich das auch immer mehr verschiebt.
Vorlaufszeit: Ein bis eineinhalb JahreÔÇ×WennÔÇÖs schnell gehen muss, bleibt dir fast nichts ├╝ber als das Buch selber zu verlegen.“
ÔÇ×Wenn es dir wichtig ist, im Buchhandel zu sein, f├╝hrt heutzutage fast kein Weg am Verlagsbuch vorbei.ÔÇŁ
F├╝r viele Sachb├╝cher ist es aber nicht wichtig, im Buchhandel zu sein – v.a. in sehr spezifischen Nischen. Diese B├╝cher w├╝rde ein Buchh├Ąndler nie vorr├Ątig halten, weil die verkauften St├╝ckzahlen viel zu gering sind.
Online-Distribution (z.B. Amazon): Kann man selber machen.
Buchhandel: Jedes Buch mit ISBN kann bestellt werden; aber Buchh├Ąndler werden ├╝berflutet mit neuen B├╝chern, die jede Woche auf den Markt kommen. Der Buchh├Ąndler muss selektieren. Deswegen wird er nicht auf B├╝cher im Eigenverlag zur├╝ckgreifen, weil er ausreichend  B├╝cher der gr├Â├čeren Verlage angeboten bekommt.
ÔÇ×Je kleiner die Nische, desto mehr macht Eigenverlag Sinn.“
Erfolgsrezept: Nischenprodukt + gro├če Reichweite als Autor