Vielleicht eine der größten Geißeln von Solopreneuren:
Bereits getroffene Entscheidungen werden immer wieder hinterfragt.
Vielleicht eine der größten Geißeln von Solopreneuren:
Bereits getroffene Entscheidungen werden immer wieder hinterfragt.
Erfolg ist für uns Solo-Selbständige wahrscheinlich keine plötzliche Explosion, sondern eher wie eine Perlenkette.
Es sind viele kleine schöne Momente, für die man’s macht und die man wie Perlen auf einer Schnur auffädelt.
Und am Ende kann man dann auf eine sehr schöne Perlenkette zurückschauen.
Wäre schade, wenn wir diese vielen kleinen Perlen übersehen würden.
Eine hilfreiche Checkliste von Katharina Lewald, um herauszufinden, ob dein Innerer Kritiker in deinem Business das Sagen hat:
Wenn du dich ertappt fühlst, dann sei nicht zu streng mit dir. Das ist nicht deine persönliche Unzulänglichkeit, sondern das sind typische Muster, die ganz, ganz, ganz vielen Solopreneueren zu schaffen machen.
Wir Solopreneure investieren tendenziell zu wenig in unser Business.
Es gibt Ausnahmen, aber die meisten von uns geben für ihr Business zu wenig Geld aus.
Weil uns der Mut und das Vertrauen fehlen.
Jede Person, die bei mir einen Gründungs-Checkup bucht, schenkt mir viel Vertrauen.
Sie macht sich verletzlich und setzt sich meiner Experten-Meinung aus. Sie riskiert, dass das, was ich über ihre Gründungsidee zu sagen habe, ungemütlich werden könnte. Und über sich selbst und seine Idee zu reden, ist ganz allgemein keine einfache Aufgabe.
Und sie bucht mich trotzdem!
Das ist erstaunlich! Und etwas, das ich nie für selbstverständlich halten will.
Unlängst habe ich von einer Geschäftsführerin eine sehr leiwande Definition von „Qualität“ gehört:
„Qualität heißt: Wir machen keine halben Sachen.“
Das dürfen wir Solopreneure sehr gerne für uns übernehmen. Die Folgen wären erstaunlich!
Unlängst, bei einem Workshop, wurde ich gefragt: Welche Fähigkeit hättest du gerne?
Ich: Richtig gut verkaufen können.
Franziska Ambacher sagt in einer sehr spannenden Podcast-Folge: Wir Solopreneure überfrachten unsere Angebote. Wir packen immer noch etwas drauf. Und noch was.
Dadurch überfordern wir uns zweifach:
Franziska Ambacher sagt, dass hier ein „doppelter Flaschenhals„ entsteht, der uns Solopreneure blockiert. Ihre Lösung: „Kleinere Brötchen backen„, d.h. kleinteiligere Angebote entlang der Produkt Treppe zu entwickeln.
„Wenn dein Geschäft gerade nicht läuft, ist es wahrscheinlich deine Treppe„, sagt Franziska Ambacher. Und damit hat sie ziemlich sicher recht.
Sehr, sehr spannender Gedanke von Michael Lehofer:
„Ich habe irgendwann einmal begriffen, dass jeder irgendwann versteht, welchen Beruf er haben möchte. Und egal, welchen er dann wirklich ergreift, er wird es immer sein.“
Das bedeutet: Egal, welchen Job man gerade hat, man wird immer seinen Beruf ausleben. Ich könnte also z.B. auch Polizist sein und wäre trotzdem immer ein Lehrer. Ich würde wahrscheinlich junge Polizist:innen einschulen oder an der Polizeischule lehren.
Das ist eine starke, starke, starke Einsicht. Und eine Befreiung von dem Druck, „sein Ding“ finden zu müssen. Aus dieser Sicht kann man nämlich gar nicht anders, als „sein Ding“ zu machen.
Es wird sich in jedem Job durchkämpfen und an die Oberfläche dringen.
Wie der Löwenzahn.
Stefanie Stahl sagt: Unser Gehirn verwechselt (leider) vertraute Situationen mit Sicherheit. Was wir kennen, fühlt sich sicher an. In gewohnten Umgebungen/Beziehungen/Aufgaben fühlen wir uns selbstbewusster.
Daher bleiben wir Solopreneure leider zu oft in unseren gewohnten Mustern hängen. Weil wir uns mit ihnen sicher fühlen.
Aber nicht, weil sie für unser Solo-Business hilfreich wären.
Das Problem der meisten Ein-Personen-Unternehmen: Wir machen nur, was uns gerade freut.
Und wenn uns morgen was anderes freut, dann machen wir das.
Wir verschenken ganz viel Potenzial (am Markt), weil wir so inkonsequent sind.
Ja, wir sind Solopreneure aus gutem Grund. Wir lieben die Freiheit und die Unabhängigkeit und die Flexibilität.
Aber manchmal tut es auch uns richtig gut, wenn wir uns mit anderen zusammenschließen. Wenn wir gemeinsam eine Idee entwickeln oder umsetzen oder verbessern.
Denn: „Alleine schafft man’s, aber nicht so schön. Und nicht mit so viel Liebe und Tiefe“, sagt Valerie Pachner.
Im Motel One haben sie beim Frühstücksbuffet fancy Eierbecher.
So fancy, dass ich dachte, es wären Espresso-Tassen. Und so habe ich meinen Espresso aus einem Eierbecher getrunken.
Wie peinlich!
Nur: Das hat natürlich überhaupt niemand mitgekriegt. Niemanden hat der Espresso-Eierbecher auch nur annähernd so beschäftigt wie mich.
Wie viel Zeit wir verbringen verschwenden mit Sorgen über Dinge, die dem Rest der Welt vollkommen wurscht sind!
„Be more rational about what you can actually accomplish“, sagt Laura Vanderkam.
Das bedeutet: Nimm dir nicht zu viel vor. Vor allem dann nicht, wenn dir eh schon klar ist, dass es unrealistisch ist.
Es bedeutet aber auch: Manchmal glauben wir, dass etwas irrsinnig viel Zeit braucht. In Wirklichkeit ist es dann aber ganz schnell erledigt — wenn wir nur endlich anfangen würden!
Nimm das Drama raus aus deinem Umgang mit der Zeit.
No hurry, no pause.
Beim Spiel Kakerlakenpoker muss man lügen, um zu gewinnen.
So ein Spiel spiele ich nicht.
Ein Projekt wird begonnen, dann zurückgestellt, dann vergessen — ohne dass jemand je gesagt hat: „Das machen wir nicht mehr.“ Das Projekt existiert noch, aber niemand arbeitet mehr daran. So entstehen „Projekt-Ruinen“.
Das Problematische ist der Gewöhnungseffekt. Die erste Ruine fühlt sich noch unangenehm an. Bei der fünften ist das Halbfertige zum Normalzustand geworden. Und genau das ist die eigentliche Gefahr: nicht das einzelne unfertige Projekt, sondern dass das Unfertige aufhört, aufzufallen. So entstehen fragmentierte Businesses.
Die Projekt-Ruinen verschwinden vielleicht aus deinem Arbeitsablauf, aber nie ganz aus deinem Bewusstsein. Sie binden weiterhin mentale Energie — unsichtbar, aber unablässig.
Das Gegenmittel ist wahrscheinlich nicht, Projekte konsequenter zu Ende zu bringen. Wir sind alle nur Menschen.
Das Gegenmittel wäre, weniger anzufangen. Oder verlorene Projekte bewusster zu Grabe tragen.
[Danke Monika Birkner für diesen Gedanken.]
Wenn es dein Anspruch ist, dich in deinem Business selbst zu verwirklichen, dann ist das schön und gut. „Aber bitte verlang doch nicht von deinen Kundinnen und Kunden, dass sie das zahlen wollen!“, sagt Philipp Maderthaner.
Hand aufs Herz: Deine neue Idee… Dient die wirklich deinen Kunden, oder dient sie eher deinem Ego?
Maggie Patterson sagt: Es geht oft gar nicht darum, mehr Anfragen zu bekommen. Es geht oft allein darum, mehr aus den Anfragen zu machen, die schon da sind.
Das Problem ist häufig: Der Kunde ist interessiert, aber die nächsten Schritte sind nicht klar. Der Kunde muss sie sich selbst zusammenschustern. Und das ist anstrengend! Natürlich verschiebt der Kunde es auf „später„, sich wieder zu melden, weil er sich zuerst mal zusammenreimen müsste, was überhaupt als erstes zu tun ist.
Clear is kind. Mach glasklare und eindeutige Ansagen, wie es weitergeht — z.B. nach dem Erstgespräch. Mach den Prozess transparent: Was, bis wann, wie. Und was danach.
Das erhöht nicht nur das Vertrauen, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde bucht.
Wenn man als Solopreneur nicht von Haus aus Budgets vorsieht (z.B. für Weiterbildung, Produktentwicklung, Experimente), dann ist man oft zu geizig, das Geld auszugeben.
Ein Budget bringt kein frisches Geld. Das Geld war vorher schon da. Was ein Budget aber vorwegnimmt, ist die Entscheidung, wofür das Geld verwendet werden soll. Wer ein Weiterbildungsbudget von 2.000 Euro festlegt, muss beim nächsten Kurs nicht mehr herumeiern. Die Frage wurde schon beantwortet – bei der Budgetplanung im Jänner, in zehn Minuten.
Wer kein Budget hat, muss dieselbe Frage jedes Mal neu beantworten. Und weil jede neue Entscheidung, sein hart verdientes Geld auszugeben, immer ein bisschen weh tut, sagen wir Solopreneure gerne „Nein“.
Das ist kein Geiz, sondern schlechte strategische Ressourcenplanung.
Wenn man ein großes neues Projekt startet, dann sind damit Hoffnungen und Sorgen verbunden.
Nicht alle Hoffnungen werden sich erfüllen. Das Leben ist schließlich kein Wunschkonzert.
Nicht alle Sorgen werden eintreten. Gott sei Dank.
Manchmal wechseln Sorgen und Hoffnungen sogar die Seiten.
Was tatsächlich passieren wird, können wir nicht wissen. Müssen wir auch nicht.
Es genügt, bei sich zu bleiben.