Es ist schiach zuzuschauen, wenn man jemandem nicht helfen kann.
Aber man muss erkennen können, wenn man nichts (mehr) tun kann.
Man kann nur tun, was man kann. Und wenn’s nicht geht, dann geht’s nicht.
Es ist schiach zuzuschauen, wenn man jemandem nicht helfen kann.
Aber man muss erkennen können, wenn man nichts (mehr) tun kann.
Man kann nur tun, was man kann. Und wenn’s nicht geht, dann geht’s nicht.
Für uns Selbständige gilt: Wenn wir konsequenzenlos handeln können, werden wir nicht besser.
Unsere unternehmerische Freiheit ist nur dann wertvoll, wenn wir direktes und hartes Feedback (von den Kunden, vom Markt) bekommen. Und daran wachsen.
Freiheit ohne Feedback-Schleife ist Beliebigkeit.
Unlängst bei der Greifvögelvorführung auf der Rosenburg beobachtet:
Wenn der Steppenfalke rausfliegt, dann sucht er sich eine Aufwärtsthermik, weil er sich da viel leichter tut. Er fliegt nicht gleich los, sondern wartet und schaut, wo er Aufwind hat. Und genau dort lässt er sich dann mit minimalem Aufwand in höchste Höhen tragen.
In der Natur passiert nichts gegen die Natur.
Die Story „nach diesem Projekt / diesem Kunden / diesem Monat wird es weniger” ist meistens falsch.
Und das weißt du eigentlich schon selbst.
Die KI, eine VA oder Notion werden dich nicht retten.
Ohne klare Strukturen und Prozesse kann man keine Aufgaben sinnvoll delegieren.
Und genau in diesem Punkt haben wir Solopreneure häufig unsere Achillesferse. Wir machen immer alles von vorne, ohne uns nachhaltige Strukturen (Vorlagen, Prozesse, Automatisierungen etc.) aufzubauen.
Das, was im Solo-Business anstrengend ist, sind nicht die Stunden, die man arbeitet. Sondern dass man sich kaum was aufbaut, das nachhaltig trägt.
Eigenverantwortung bedeutet, die Versprechen, die ich mir selbst gebe, einzuhalten. Oder eben auch nicht.
Versprechen an sich selbst sind der Kern von Selbstführung.
In meiner Arbeit mit Gründer:innen taucht das Thema Selbstverpflichtung ständig auf: Businesspläne, die nicht umgesetzt werden. Vorhaben, die nur im Kopf bleiben. Strategien, die auf halbem Weg verlassen werden.
Wer Businesspläne schreibt und dann nicht umsetzt, bricht zuerst ein Versprechen an sich selbst – nicht gegenüber dem Markt.
Hand aufs Herz:
Warum willst du deine neue Weiterbildung wirklich buchen?
Brauchst du sie wirklich für die Arbeit mit deinen Kund:innen? Oder ist sie eher ein subtiler Trick, um dich von den wesentlichen Dingen in deinem Business abzulenken?
Vielleicht eine der größten Geißeln von Solopreneuren:
Bereits getroffene Entscheidungen werden immer wieder hinterfragt.
Erfolg ist für uns Solo-Selbständige wahrscheinlich keine plötzliche Explosion, sondern eher wie eine Perlenkette.
Es sind viele kleine schöne Momente, für die man’s macht und die man wie Perlen auf einer Schnur auffädelt.
Und am Ende kann man dann auf eine sehr schöne Perlenkette zurückschauen.
Wäre schade, wenn wir diese vielen kleinen Perlen übersehen würden.
Eine hilfreiche Checkliste von Katharina Lewald, um herauszufinden, ob dein Innerer Kritiker in deinem Business das Sagen hat:
Wenn du dich ertappt fühlst, dann sei nicht zu streng mit dir. Das ist nicht deine persönliche Unzulänglichkeit, sondern das sind typische Muster, die ganz, ganz, ganz vielen Solopreneueren zu schaffen machen.
Wir Solopreneure investieren tendenziell zu wenig in unser Business.
Es gibt Ausnahmen, aber die meisten von uns geben für ihr Business zu wenig Geld aus.
Weil uns der Mut und das Vertrauen fehlen.
Jede Person, die bei mir einen Gründungs-Checkup bucht, schenkt mir viel Vertrauen.
Sie macht sich verletzlich und setzt sich meiner Experten-Meinung aus. Sie riskiert, dass das, was ich über ihre Gründungsidee zu sagen habe, ungemütlich werden könnte. Und über sich selbst und seine Idee zu reden, ist ganz allgemein keine einfache Aufgabe.
Und sie bucht mich trotzdem!
Das ist erstaunlich! Und etwas, das ich nie für selbstverständlich halten will.
Unlängst habe ich von einer Geschäftsführerin eine sehr leiwande Definition von “Qualität” gehört:
“Qualität heißt: Wir machen keine halben Sachen.”
Das dürfen wir Solopreneure sehr gerne für uns übernehmen. Die Folgen wären erstaunlich!
Unlängst, bei einem Workshop, wurde ich gefragt: Welche Fähigkeit hättest du gerne?
Ich: Richtig gut verkaufen können.
Franziska Ambacher sagt in einer sehr spannenden Podcast-Folge: Wir Solopreneure überfrachten unsere Angebote. Wir packen immer noch etwas drauf. Und noch was.
Dadurch überfordern wir uns zweifach:
Franziska Ambacher sagt, dass hier ein „doppelter Flaschenhals“ entsteht, der uns Solopreneure blockiert. Ihre Lösung: „Kleinere Brötchen backen“, d.h. kleinteiligere Angebote entlang der Produkt Treppe zu entwickeln.
„Wenn dein Geschäft gerade nicht läuft, ist es wahrscheinlich deine Treppe“, sagt Franziska Ambacher. Und damit hat sie ziemlich sicher recht.
Sehr, sehr spannender Gedanke von Michael Lehofer:
“Ich habe irgendwann einmal begriffen, dass jeder irgendwann versteht, welchen Beruf er haben möchte. Und egal, welchen er dann wirklich ergreift, er wird es immer sein.”
Das bedeutet: Egal, welchen Job man gerade hat, man wird immer seinen Beruf ausleben. Ich könnte also z.B. auch Polizist sein und wäre trotzdem immer ein Lehrer. Ich würde wahrscheinlich junge Polizist:innen einschulen oder an der Polizeischule lehren.
Das ist eine starke, starke, starke Einsicht. Und eine Befreiung von dem Druck, “sein Ding” finden zu müssen. Aus dieser Sicht kann man nämlich gar nicht anders, als “sein Ding” zu machen.
Es wird sich in jedem Job durchkämpfen und an die Oberfläche dringen.
Wie der Löwenzahn.
Stefanie Stahl sagt: Unser Gehirn verwechselt (leider) vertraute Situationen mit Sicherheit. Was wir kennen, fühlt sich sicher an. In gewohnten Umgebungen/Beziehungen/Aufgaben fühlen wir uns selbstbewusster.
Daher bleiben wir Solopreneure leider zu oft in unseren gewohnten Mustern hängen. Weil wir uns mit ihnen sicher fühlen.
Aber nicht, weil sie für unser Solo-Business hilfreich wären.
Das Problem der meisten Ein-Personen-Unternehmen: Wir machen nur, was uns gerade freut.
Und wenn uns morgen was anderes freut, dann machen wir das.
Wir verschenken ganz viel Potenzial (am Markt), weil wir so inkonsequent sind.
Ja, wir sind Solopreneure aus gutem Grund. Wir lieben die Freiheit und die Unabhängigkeit und die Flexibilität.
Aber manchmal tut es auch uns richtig gut, wenn wir uns mit anderen zusammenschließen. Wenn wir gemeinsam eine Idee entwickeln oder umsetzen oder verbessern.
Denn: „Alleine schafft man’s, aber nicht so schön. Und nicht mit so viel Liebe und Tiefe”, sagt Valerie Pachner.
Im Motel One haben sie beim Frühstücksbuffet fancy Eierbecher.
So fancy, dass ich dachte, es wären Espresso-Tassen. Und so habe ich meinen Espresso aus einem Eierbecher getrunken.
Wie peinlich!
Nur: Das hat natürlich überhaupt niemand mitgekriegt. Niemanden hat der Espresso-Eierbecher auch nur annähernd so beschäftigt wie mich.
Wie viel Zeit wir verbringen verschwenden mit Sorgen über Dinge, die dem Rest der Welt vollkommen wurscht sind!