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Falsche Sicherheit

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Stefanie Stahl sagt: Unser Gehirn verwechselt (leider) vertraute Situationen mit Sicherheit. Was wir kennen, fühlt sich sicher an. In gewohnten Umgebungen/Beziehungen/Aufgaben fühlen wir uns selbstbewusster.

Daher bleiben wir Solopreneure leider zu oft in unseren gewohnten Mustern hängen. Weil wir uns mit ihnen sicher fühlen.

Aber nicht, weil sie für unser Solo-Business hilfreich wären.

Launenhaft

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Das Problem der meisten Ein-Personen-Unternehmen: Wir machen nur, was uns gerade freut.

Und wenn uns morgen was anderes freut, dann machen wir das.

Wir verschenken ganz viel Potenzial (am Markt), weil wir so inkonsequent sind.

Ein bisschen schöner

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Ja, wir sind Solopreneure aus gutem Grund. Wir lieben die Freiheit und die Unabhängigkeit und die Flexibilität.

Aber manchmal tut es auch uns richtig gut, wenn wir uns mit anderen zusammenschließen. Wenn wir gemeinsam eine Idee entwickeln oder umsetzen oder verbessern.

Denn: „Alleine schafft man’s, aber nicht so schön. Und nicht mit so viel Liebe und Tiefe”, sagt Valerie Pachner.

Espresso aus dem Eierbecher

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Im Motel One haben sie beim Frühstücksbuffet fancy Eierbecher.

So fancy, dass ich dachte, es wären Espresso-Tassen. Und so habe ich meinen Espresso aus einem Eierbecher getrunken.

Wie peinlich!

Nur: Das hat natürlich überhaupt niemand mitgekriegt. Niemanden hat der Espresso-Eierbecher auch nur annähernd so beschäftigt wie mich.

Wie viel Zeit wir verbringen verschwenden mit Sorgen über Dinge, die dem Rest der Welt vollkommen wurscht sind!

Realistisch mit der Zeit

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“Be more rational about what you can actually accomplish”, sagt Laura Vanderkam.

Das bedeutet: Nimm dir nicht zu viel vor. Vor allem dann nicht, wenn dir eh schon klar ist, dass es unrealistisch ist.

Es bedeutet aber auch: Manchmal glauben wir, dass etwas irrsinnig viel Zeit braucht. In Wirklichkeit ist es dann aber ganz schnell erledigt — wenn wir nur endlich anfangen würden!

Nimm das Drama raus aus deinem Umgang mit der Zeit.

No hurry, no pause.

Projekt-Ruinen

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Ein Projekt wird begonnen, dann zurückgestellt, dann vergessen — ohne dass jemand je gesagt hat: “Das machen wir nicht mehr.” Das Projekt existiert noch, aber niemand arbeitet mehr daran. So entstehen “Projekt-Ruinen”.

Das Problematische ist der Gewöhnungseffekt. Die erste Ruine fühlt sich noch unangenehm an. Bei der fünften ist das Halbfertige zum Normalzustand geworden. Und genau das ist die eigentliche Gefahr: nicht das einzelne unfertige Projekt, sondern dass das Unfertige aufhört, aufzufallen. So entstehen fragmentierte Businesses.

Die Projekt-Ruinen verschwinden vielleicht aus deinem Arbeitsablauf, aber nie ganz aus deinem Bewusstsein. Sie binden weiterhin mentale Energie — unsichtbar, aber unablässig.

Das Gegenmittel ist wahrscheinlich nicht, Projekte konsequenter zu Ende zu bringen. Wir sind alle nur Menschen.

Das Gegenmittel wäre, weniger anzufangen. Oder verlorene Projekte bewusster zu Grabe tragen.

[Danke Monika Birkner für diesen Gedanken.]

Verwirklichung oder Wirkung?

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Wenn es dein Anspruch ist, dich in deinem Business selbst zu verwirklichen, dann ist das schön und gut. “Aber bitte verlang doch nicht von deinen Kundinnen und Kunden, dass sie das zahlen wollen!”, sagt Philipp Maderthaner.

Hand aufs Herz: Deine neue Idee… Dient die wirklich deinen Kunden, oder dient sie eher deinem Ego?

Der ratlose Kunde

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Maggie Patterson sagt: Es geht oft gar nicht darum, mehr Anfragen zu bekommen. Es geht oft allein darum, mehr aus den Anfragen zu machen, die schon da sind.

Das Problem ist häufig: Der Kunde ist interessiert, aber die nächsten Schritte sind nicht klar. Der Kunde muss sie sich selbst zusammenschustern. Und das ist anstrengend! Natürlich verschiebt der Kunde es auf „später“, sich wieder zu melden, weil er sich zuerst mal zusammenreimen müsste, was überhaupt als erstes zu tun ist.

Clear is kind. Mach glasklare und eindeutige Ansagen, wie es weitergeht — z.B. nach dem Erstgespräch. Mach den Prozess transparent: Was, bis wann, wie. Und was danach.

Das erhöht nicht nur das Vertrauen, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde bucht.

Der Vorteil von Budgets

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Wenn man als Solopreneur nicht von Haus aus Budgets vorsieht (z.B. für Weiterbildung, Produktentwicklung, Experimente), dann ist man oft zu geizig, das Geld auszugeben.

Ein Budget bringt kein frisches Geld. Das Geld war vorher schon da. Was ein Budget aber vorwegnimmt, ist die Entscheidung, wofür das Geld verwendet werden soll. Wer ein Weiterbildungsbudget von 2.000 Euro festlegt, muss beim nächsten Kurs nicht mehr herumeiern. Die Frage wurde schon beantwortet – bei der Budgetplanung im Jänner, in zehn Minuten.

Wer kein Budget hat, muss dieselbe Frage jedes Mal neu beantworten. Und weil jede neue Entscheidung, sein hart verdientes Geld auszugeben, immer ein bisschen weh tut, sagen wir Solopreneure gerne “Nein”.

Das ist kein Geiz, sondern schlechte strategische Ressourcenplanung.

Hoffnungen und Sorgen

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Wenn man ein großes neues Projekt startet, dann sind damit Hoffnungen und Sorgen verbunden.

Nicht alle Hoffnungen werden sich erfüllen. Das Leben ist schließlich kein Wunschkonzert.

Nicht alle Sorgen werden eintreten. Gott sei Dank.

Manchmal wechseln Sorgen und Hoffnungen sogar die Seiten.

Was tatsächlich passieren wird, können wir nicht wissen. Müssen wir auch nicht.

Es genügt, bei sich zu bleiben.

Deine Fankurve

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Die Menschen, die dich in deinem Business bedingungslos unterstützen…

Die Menschen, die an der Seitenlinie stehen und dich anfeuern, bei jedem Wetter – egal, wie es gerade läuft, einfach deinetwegen…

Die Menschen, die sich deine spinnerten Ideen anhören und dich bestärken, auch wenn sie es nicht ganz verstehen…

Wissen diese Menschen eigentlich, wie sehr du ihnen dankbar bist?

Nein?

Dann ist JETZT der Moment, das zu ändern.

Das Online-Business Missverständnis

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Unlängst bin ich über einen Gedanken gestolpert, der mir in dieser Deutlichkeit neu war: Ich bin Gründungsberater. Ich mache Beratungen. Und wenn ich diese Beratungen per Zoom mache, dann ist das — kein Online-Business!

Ein Offline-Business (z.B. eine 1:1-Beratung) in einen virtuellen Raum (z.B. Zoom) zu verlegen ändert den Raum – das Geschäftsmodell bleibt aber gleich.

Das Geschäftsmodell eines echten Online-Business dreht sich um ein einziges Wort: Skalierung. Skalierung bedeutet: Was ich einmal entwickle, kann ich beliebig oft liefern — ohne dass meine Zeit linear mitläuft.

Gründungsberatung ist das genaue Gegenteil davon: Jede Session ist anders, jede kostet mich meine persönliche Lebenszeit, das Skalierungspotenzial geht gegen null.

Zoom ist ein Kanal – kein Geschäftsmodell.

[Danke Stefanie Kneisz für diesen Gedanken.]

Das X auf der Linie

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Eine Übung für alle Gründer:innen:

Stell dir eine Linie vor. Links steht Freiheit, rechts steht Sicherheit. Und jetzt: Wo setzt du dein X?

Freiheit und Sicherheit schließen sich aus – aber die meisten Gründer:innen wünschen sich beides: Die Freiheit der Selbständigkeit gepaart mit dem sicheren Einkommen und der Planbarkeit einer Anstellung.

Aber das Spannungsfeld von Freiheit und Sicherheit ist nicht auflösbar. Du kannst dich in diesem Spannungsfeld nur verorten, nach deiner ganz persönlichen Präferenz. Wer sich nicht aktiv verortet, landet trotzdem irgendwo — nur eben unbewusst. Und dann wundert man sich, warum die Selbständigkeit nicht das ist, was man sich vorgestellt hat.

Wer sich aktiv im Spannungsfeld positioniert, hört auf, zu beklagen, was er nicht hat — und fängt an, das zu gestalten, wofür er sich entschieden hat.

Der zuverlässige Reflex der Selbstständigkeit

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Wenn es nicht läuft, dann arbeitet der Solopreneur mehr.

Umsatz zu niedrig? Ordentlich dahinterknien! Projekt ins Stocken geraten? Wochenende opfern!

Dieser Reflex funktioniert bei Solopreneuren so zuverlässig, dass man ihn kaum noch bemerkt. Er fühlt sich sogar richtig an — nach Verantwortung, nach Ernsthaftigkeit, nach Entrepreneurship.

Aber das ist keine Strategie. Das ist eine Gewohnheit. Und: Gewohnheiten skalieren nicht.

Irgendwann sind die Stunden aufgebraucht. Und dann? Noch noch mehr arbeiten?

Fleiß beantwortet die strategischen Fragen nicht. Er verdrängt sie nur.

Teile nur das Teilbare

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Es gibt einen Unterschied zwischen dem, was du weißt, und dem, was du teilen solltest.

Wer einen Podcast aufnimmt, ein Seminar hält oder ein Gespräch führt, hat danach viel in der Hand. Zu viel, um es einfach (auf Social Media) “auszuschütten”.

Teile also nicht die ganze Folge, nicht deine kompletten Notizen, nicht den vollständigen Gedankengang. Teile lieber den einen Tipp, der für sich alleine stehen kann. Der in sich nützlich und ohne viel Kontext verständlich ist.

Wer das beherrscht, wird auch mehr Reichweite bekommen. Denn: Was nützlich ist, verbreitet sich leichter.

[Danke Gordon Schönwälder für diesen Gedanken.]

Evidente Kompromisse

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Ja, es kann sein, dass du in deinem Gründungsprojekt Kompromisse machen musst. Sogar ziemlich sicher.

Aber die Frage ist: Welche Kompromisse?

Wahrscheinlich nicht die Kompromisse sind, die du glaubst machen zu müssen.

Mach keine Kompromisse ohne Evidenz. Verlass dich nicht auf deine Annahmen, sondern hol dir die ganz konkreten Rückmeldungen vom Markt: Welche Kompromisse fordern deine Kund:innen von dir?

Zuerst die Evidenz, dann der Kompromiss.

Es hängt nur von dir ab

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Mach dir keine Sorgen, dass dir jemand deine gute Geschäftsidee klauen könnte.

Mach dir lieber Gedanken darüber, wie du deiner guten Idee mit einer exzellenten Umsetzung gerecht werden kannst. 

Die Glaskugel

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Ein sehr leiwander Gründungsberater-Kollege hat auf seinem Schreibtisch eine Glaskugel – so eine, wie man sich vorstellt, dass Wahrsager:innen verwenden..

Ich finde: Das ist ein sehr nützliches Tool in der Gründungsberatung.

Nicht, um aus der Glaskugel “Erkenntnisse” zu gewinnen. Sondern um zu verdeutlichen: Niemand von uns kann in die Zukunft schauen. Auch wir Gründungsberater:innen nicht. Wir arbeiten mit Hypothesen, Intuitionen, Wahrscheinlichkeiten und Erfahrungen. Das ist nicht nichts, aber mehr haben auch wir nicht anzubieten.

Das Gute daran: Als Selbständige:r kann man sich seine Zukunft gestalten!

Wir brauchen, was unsere Zukunft als Solopreneure betrifft, keine Sicherheiten. Wir brauchen keine Menschen, die uns die Zukunft voraussagen. Was wir brauchen, ist Selbstvertrauen, Mut und Initiative. Und Menschen, die diese in uns stärken.

Das reicht.

Der Feed zeigt nicht die Welt, er zeigt dich

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Unlängst wieder: LinkedIn geöffnet, Feed reingezogen, und nach zehn Minuten die quälende Frage im Hinterkopf: Mache ich eigentlich irgendetwas richtig?

Dabei passiert da etwas Eigenartiges: Der Feed zeigt mir nicht, wie die Welt wirklich funktioniert. Er zeigt mir, wo ich unsicher bin.

Ein Coach mit hundert Reaktionen auf einen einzigen Post trifft mich genau dort, wo ich mir selbst nicht erfolgreich genug vorkomme. Die Zeitmanagement-Queen mit drei extra “freien Stunden” pro Tag trifft mich dort, wo ich das Gefühl habe, selbst zu wenig zu schaffen.

Der Feed ist ein Spiegel der eigenen Zweifel. Und er ist sehr gut darin, diese Zweifel zu finden – und zu nähren.

[Danke Matthias Barth für diesen Gedanken.]