John Kounios, Mark Beeman: Das Aha-Erlebnis (2015) đź“™

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Meine Notizen

Ein wichtiges Learning vorab:
Aha-Erlebnisse bei jemand anderem auslösen – das ist eine Ăśberschätzung seiner Fähigkeiten als Trainer. Das ist eine beliebte Allmachtsfantasie von Trainern. Das einzige, was man schaffen kann, ist die Voraussetzungen zu verbessern, damit Aha-Erlebnisse beim Lerner möglich werden. Aber das Aha-Erlebnis ist und bleibt eine Leistung des Einzelnen, der Lernerin oder des Lerners.

S. 8: „Ein Problem zu lösen, hat viel damit zu tun, wie man es sieht.”

  • vgl. Seth Godin: Welche Geschichte erzählen wir uns ĂĽber dieses Problem?
  • Wenn wir die Geschichte ändern, verändern wir auch das Problem.

S. 19: „Einsicht ist wie eine Katze: Man kann sie locken, aber für gewöhnlich kommt sie nicht, wenn man sie ruft.”

S. 21: „Wenn man bei dem Versuch, ein Problem zu lösen, feststeckt, liegt es nach Meinung der Gestaltpsychologen oft daran, dass man auf die falsche Art darüber nachdenkt.”

  • Vgl. Das lässt sich auch anders denken.
  • Vgl. Visualisieren = anders sehen

S. 26: „Einsichtserlebnisse sind weit verbreitet, und Menschen halten sie fĂĽr wichtig.”

  • Momente der Erleuchtung, religiöse Erweckungserlebnisse, Offenbarungen, … das sind sehr kraftvolle Erlebnisse!
  • Das gilt auch fĂĽr Lifestyle Entrepreneure: Ich vermute, da werden gar nicht so wenige dabei sein, die Erleuchtungserlebnisse auf ihrem Weg zum Lifestyle Business gehabt haben.

S. 43: „Diese Erfahrung von Freude und Bedeutsamkeit trägt zum GefĂĽhl der Gewissheit ĂĽber die Einsicht bei.”

  • Bedeutsamkeit ist ein wichtiger Faktor. Man fĂĽhlt sich bedeutend ob der Dinge, die sich einem da eröffnet haben (”Gott hat zu mir gesprochen”).

S. 45: „Wie jede andere angenehme Erfahrung kann Einsicht süchtig machen.”

Kapitel 3: Die Box (S. 47ff)

  • Das ganze Kapitel wĂĽrde die Grundlage fĂĽr einen Un-Learning-Kurs fĂĽr Lifestyle Entrepreneure bilden.
  • Beginnt schon beim Zitat: „Die Schwierigkeit liegt nicht so sehr in den neuen Gedanken, als in der Befreiung von den alten […]”
    • S. 60f: Kann man „Unternehmer” lernen?
      • Ja, das kann man schon lernen. Man muss aber einige Personal Constructs verändern (un-learning) – und das ist nicht so ganz leicht.

S. 120: „Die fehlende Zutat, die nötig ist, um eine großartige Idee ans Licht zu holen, könnte etwas so Einfaches sein wie ein bisschen Einsamkeit und Innensicht. Auf diese Weise würden Ablenkungen minimiert, die das Auftauchen der Idee vielleicht verhindern.”

  • vgl. Presencing

S. 139: „Am leichtesten lässt sich eine schlechte Idee ausreißen, bevor sie zu tiefe Wurzeln geschlagen hat.”

  • Gilt auch fĂĽr Personal Constructs: Am leichtesten lassen sich PC verändern, wenn sie gerade erst im Aufbau sind.
  • Gilt auch in der GrĂĽndungsberatung. Eine schlechte Geschäftsidee, die im Kopf des GrĂĽnders schon stark verwurzelt ist, ist sehr hartnäckig.

S. 163f: „Um zu einem kreativen Durchbruch zu gelangen, tun Sie etwas, das Sie glĂĽcklich macht. Gehen Sie im Park spazieren. Hören Sie inspirierende Musik. Wenn Sie aber Ihr Aha-Erlebnis hatten, ist die Zeit des VergnĂĽgens vorbei. Sie werden Ihre neue Idee analysieren, und verfeinern mĂĽssen, und eine glĂĽckselige Verfassung macht Sie nicht unbedingt zum besten Kritiker. In diesem Fall könnte eine sanfte Dosis Angst den Zweck erfĂĽllen. Um Ihren kritischen Biss wiederzuerlangen, gehen Sie in einen Horrorfilm, fahren Sie Achterbahn oder sehen Sie sich einfach die Nachrichten an — was immer Sie ein bisschen nervös macht.”

  • vgl. Kreativität braucht Herz UND Hirn
  • Oder ich schaue mir einfach meinen Totenschädel am Schreibtisch an. Der macht mich auch ein bisschen nervös…

S. 183 „Die Intuition ist so zerbrechlich, dass analytisches Denken sie völlig zerstören kann. […] Das laute Geschrei des analytischen Denkens übertönt das leise Flüstern der Intuition.”

S. 189: „Es hat sich gezeigt, dass intuitive Menschen eher an Gott glauben. Intuitive Menschen spĂĽren oft einen Zusammenhang und eine Bedeutung in der Welt, die sie auf den Einfluss von Gott zurĂĽckfĂĽhren.”

  • Trifft das auch auf mich zu?
  • Das trifft auch auf mich zu!

S. 191: „Wenn Sie also eine Intuition haben, treffen Sie keine impulsive Entscheidung, ob Sie ihr folgen sollen oder nicht. Fragen Sie sich, warum Sie diese Ahnung zu diesem Zeitpunkt und an diesem Ort haben.”

S. 194f: „Die meisten Menschen sind in der Lage, sich beider Ansätze zu bedienen, und machen auch bis zu einem gewissen Grad Gebrauch davon. […] Jeder befindet sich irgendwo auf einer Achse zwischen den Polen „analytisch” und „einsichtsvoll”. Viele jedoch – vielleicht die meisten – fĂĽhlen sich tendenziell von einem dieser beiden Stile mehr angezogen und empfinden ihren jeweiligen Ansatz als bequemer oder natĂĽrlicher.”

S. 211: „Das bedeutet, dass Sie zu Ihrer Spitzenzeit am analytischsten und während Ihres Leistungstiefstands am einsichtsvollsten sind. Für die Kreativität ist Ihre Sternstunde also buchstäblich Ihr Tagestiefpunkt.”

  • ⇒ Einsichten kommen bei mir immer mitten in der Nacht, wenn ich hundemĂĽde bin. Denn da kann ich nicht mehr analytisch denken.

S. 219: Es gibt im Hirn zwei entgegengesetzte Motivationssysteme:

  1. Das „Annäherungssystem” zieht zu einem Ziel hin.
  2. Das „Vermeidungssystem” stößt einen von Dingen ab.
  • vgl. hin-zu vs. weg-von

S. 222f: Motivationsarten

  1. Prävention: Sicherheit, Verantwortung und Vermeidung: „Ich will nicht entlassen werden.”, „Ich gehe auf Nummer sicher.”
    • „Eine präventive Geisteshaltung verbannt abwegige Ideen und entfernte Assoziationen, weil sie riskant sind. Sie verengt und fokussiert Ihren Geist auf die offensichtlichsten Merkmale Ihrer Situation und bedient sich des analytischen Denkens.” (S. 222f)
  2. Promotion: Hoffnungen, Möglichkeiten, Weiterentwicklung: „Ich will jemand sein!”
    • Eine „Abenteuerstimmung, die durch das GefĂĽhl von Sicherheit ermöglicht wird. Träumen im groĂźen Stil. Alles ist möglich.”
    • vgl. BGE: Materielle Absicherung löst „Abenteuerstimmung” aus.

S. 223: „So löst sich das Paradoxon auf. Annäherungsmotivation beschränkt den Geist und regt analytisches Denken an, wenn es um ein konkretes Objekt geht, das Sie haben wollen. Aber sie erweitert den Geist und regt Ihre kreative Einsicht an, wenn Ihre Motivation ein generelles Streben nach Selbststeigerung ist.”

  • Das sind zwei Schattierungen von „hin-zu”.
  • Hin-zu + Prävention = Fokus auf ein bestimmtes Ding
  • Hin-zu + Promotion = Offener Geist fĂĽr Selbststeigerung
  • Wir brauchen als Lifestyle Entrepreneure beides!
  • Und: Aus welcher Motivation heraus einsteht ein Lifestyle Business?

S. 225: Deadlines zwingen dazu, eine gut genuge Idee herzunehmen und etwas daraus zu machen. So gesehen können Deadlines nĂĽtzlich sein.

  • vgl. Seth Godin – daily blogging

S. 229: „Über ungewöhnliche Leute nachzudenken, kurbelt die Kreativität an.”

  • Vgl. Fotowand – Mein Board Of Advisors

S. 231: „Mentale Zeitreisen in der nahen Zukunft verschaffen der analytischen Lösungsmöglichkeit einen vorübergehenden Schub. Zeitreisen in der fernen Zukunft verstärken die Einsichtsfähigkeit.”

S. 234: â€žWenn der bloĂźe Gedanke an alternative Realitäten schon verändern kann, wie Sie denken, dĂĽrfte es nicht ĂĽberraschen, dass es denselben Effekt haben kann, eine alternative Realität zu leben.”

  • vgl. So tun als ob.
  • vgl. JBP: Dress like the person you want to be

S. 241: „Jeder möchte einsichtsvoller werden. Aber seien Sie gewarnt: Auf den Einsichtsvollen warten Hindernisse. Seien Sie vorsichtig, was Sie sich wünschen.”

  • „Neid, Misstrauen und Angst sind verbreitete Reaktionen auf neue Ideen.”
    • vgl. die ganze Geschichte von Jesus
    • vgl. Seth Godin – the regular kind
    • vgl. „FĂĽr wen hält er sich eigentlich?”
    • vgl. Der Spinner
  • „Hoch kreative Menschen können schwer zu verstehen sein, weil sie oft viele Gedankenstufen ĂĽberspringen(„Seine Gedanken sind völlig wirr.”)”.
    • Diesen Punkt haben gescheite Menschen, denen man gerne zuhört, fĂĽr sich zumindest teilweise gelöst: Sie sind kreativ, aber sie können ihre Einsichten zugänglich vermitteln. Dadurch werden sie faszinierend.
  • „Sie werden vielleicht als Unruhestifter, sogar UmstĂĽrzler angesehen, weil Sie etablierte Annahmen und Vorgänge in Frage stellen und auf verstörende Weise bereit scheinen, den Status Quo ĂĽber den Haufen zu werfen („Was sind seine wahren Absichten?”).”
  • „DarĂĽber hinaus wollen viele Menschen einfach nicht, dass ihre bequemen Welten auf den Kopf gestellt werden, selbst wenn die Möglichkeit fĂĽr Verbesserung besteht.”
    • vgl. Kognitive Dissonanz vermeiden
  • „Diese GrĂĽnde veranlassen Menschen häufig dazu, zu verhindern, dass Einsichtsvolle fĂĽhrende Rollen einnehmen, oder dafĂĽr zu sorgen, dass deren Vorschläge kein Gehör finden.”
    • vgl. wieder die Geschichte von Jesus
    • Einsichtsvolle sind AuĂźenseiter

S. 242ff: Was den Leuten bei B41 beigebracht werden sollte:

  • „Generell sollte den Leuten dabei eher beigebracht werden, jene Vorurteile zu ĂĽberprĂĽfen, die die Grundlagen ihrer mentalen Boxen bilden. Die Idee ist, sich seine Annahmen bewusst zu machen und systematisch jede einzelne zu prĂĽfen, um festzustellen, ob sie korrekt beziehungsweise notwendig ist. So lässt sich eine inkorrekte Perspektive auf ein Problem demontieren und ein neues Verständnis konstruieren, das zu einer Lösung fĂĽhrt.”
  • „Ihre Annahmen zu ĂĽberprĂĽfen, ist durchaus sinnvoll, wenn Sie bei einem Problem nicht weiter kommen.”
  • „Von welchen unnötigen Annahmen gehen Sie aus?”
  • „[…] indem Sie sich allen Teilen des Problems widmen, nicht bloĂź denjenigen, die zunächst am Wichtigsten erscheinen.”
    • Was ist das eigentliche Problem?
    • Kann man das auch anders denken?

S. 250ff: Konkrete Tipps fĂĽr Enabling Spaces

  • Wann brauche ich Analyse, wann Einsicht – und wie kann ich zwischen diesen Modi wechseln?
  • „Die ideale Umgebung fĂĽr kreatives Denken ist daher offen, luftig, weich, abgerundet und ruhig. Entspannende Farben aus der Natur wie Blau und GrĂĽn tragen zu diesem Zustand bei.”
  • „Einer der GrĂĽnde, warum so viele kreative Köpfe in CafĂ©s arbeiten, ist zweifellos das Gemurmel und die sanfte, unaufdringliche Musik vor Ort. New-Age-Musik, auch ein Liebling mancher Kreativer, bietet oft entspannende Naturklänge und ein Hörerlebnis, das zugleich expansiv und introspektiv ist.”
  • „Statische Umgebungen erzeugen statisches Denken. Seien Sie nicht berechenbar. Werden Sie nicht betriebsblind.”
  • „Stellen Sie zu Hause oder an Ihrem Arbeitsplatz die Möbel um oder dekorieren Sie von Zeit zu Zeit neu.”

S. 252: „Bringen Sie die Geduld auf, auf eine bahnbrechende Idee zu warten.”

S. 259: „Bevor man Neuerungen schaffen kann, müssen die Hausaufgaben gemacht werden.”

S. 267: Etablieren Sie die geistige Verfassung, die Sie Einsichten erfahren lässt. In ihr liegt die Zukunft.”


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