AutorGünter Schmatzberger

Mein leistungsstarkes Duschgel

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Mein Duschgel ist nicht nur einfach ein Duschgel.

Klar, ich kann mich damit waschen, und es riecht gut. Aber es kann so viel mehr!

Es “zaubert Dir ein Lächeln ins Gesicht. Trübsal löst sich beim Duschen in Luft auf und der fruchtig heitere Duft belebt die Sinne”.

In unserer Leistungsgesellschaft genügt es nicht, dass mein Duschgel einfach nur flüssige Seife ist. Selbst mein Duschgel muss sich ordentlich ins Zeug legen und die Welt zu einem besseren Ort machen.

Und das auch noch mit guter Laune.

Vorstellungsrunden

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Das Spannendste an Vorstellungsrunden ist eigentlich das, was nicht gesagt wird.

Politische Fragen

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Ein Politiker sagt mal das Eine und an einem anderen Tag das genaue Gegenteil. Ist dieser Politiker opportunistisch, weil er sagt, was ihm gerade in den Kram passt? Oder ist er ein Mensch, der dazugelernt und seine falsche Meinung geändert hat?

Eine Politikerin sagt Dinge, die noch nie jemand vorher gedacht oder gesagt hat und wo sich die politischen Kommentator:innen auf den Kopf greifen. Ist diese Politikerin exzentrisch bis verrückt und für ihr Amt nicht geeignet? Oder versucht sie mit paradoxen Interventionen eingefahrene Denkmuster zu brechen, um vollkommen verfahrene Diskussionen wieder neu in Gang zu bringen?

All diese Fragen entscheiden sich entlang einer weiteren Frage: Was ist die Absicht dahinter?

Jarabe de Palo: Tragas o Escupes (2020)

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Album der Woche: KW 23 / Juni 2025

Kontext: Damals, im Spanisch-Unterricht an der FH, hat uns Ana La flaca von Jarabe De Palo vorgespielt. ¡Qué pasada de canción! Jahre später war ich sogar auf einem Konzert der Band in München. Auch sehr leiwand. Bis heute sind Jarabe De Palo die einzige spanisch-sprachige Band, die ich einigermaßen regelmäßig höre. Deshalb war ich neugierig auf das letzte Album der Band (dessen Sänger Pau Donés kurz nach der Veröffentlichung verstarb).

Playlist-Tipps: Eso que tú me das // La Vida Es el Momento

Fazit: Sehr eingängige canciónes. Kann man gut beim Arbeiten im Hintergrund hören. Eine würdige Abschiedsvorstellung. Muchas gracias por todo.

Das fragmentierte Business

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Das “fragmentierte Business” ist die vielleicht größte Herausforderung für Solopreneure überhaupt.

Wir entwickeln ein leiwandes neues Produkt, aber es hängt in der Luft, weil es keine Gesamtstrategie gibt, in die es sich einordnen könnte.

Oder vielleicht gibt es sogar sowas wie eine Produkt-Strategie, aber wir scheren uns gerade nicht drum, weil wir dieses neue Produkt für so genial und revolutionär halten, dass wir es einfach machen müssen.

Die besten Solo-Businesses sind “langweilig” in dem Sinn, dass alles seinen Platz hat. Es gibt keine Lücken, und es gibt keine Irrläufer. Eines folgt logisch auf das andere. Es gibt keine Ablenkungen – nicht für die Kund:innen und nicht für den Solopreneur.

Ein gutes Solo-Business wird regelmäßig “defragmentiert” – wie eine Festplatte. Ein gutes Solo-Business ist “sauber”. Diese Sauberkeit ist aber kein Zufall, sondern zeugt von der Meisterschaft eines Solopreneurs im Vermeinden der Fragmentierungsfalle.

[Danke Monika Birkner für dieses wichtige Konzept!]

Das Album der Woche

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Musik ist sehr wichtig für mich.

Ich höre Musik zum Arbeiten, zum Nachdenken und zum Entspannen. Ich höre Musik, wenn ich glücklich bin und wenn ich traurig bin. Ich höre Musik in der Früh, zu Mittag und am Abend. Ich höre Musik im Zug, im Wartezimmer und im Seminarraum. Ich höre Musik, seit ich mich erinnern kann, und ich würde mir wünschen, auch in meiner letzten Minute noch Musik zu hören.

Weil ich so viel Musik höre, weiß ich auch sehr gut, was mir gefällt. Und das ist ein bisschen ein Problem.

Ich glaube nämlich: Wenn man lebendig bleiben will, dann muss man neugierig bleiben.

Das bedeutet für mich: Ich will neugierig bleiben für neue Musik. Für neue Künstler:innen und Bands. Aber auch für neue Musik von Acts, die ich schon kenne. Oder für alte Musik von alten Bands, die ich aber noch nie gehört habe. Kurz: Für Musik, die für mich neu ist.

Deshalb habe ich ein “Album der Woche”. Ein Album, das mir irgendjemand empfohlen hat, das ich irgendwo aufgeschnappt habe oder das mir anderswo untergekommen ist.

Dieses “Album der Woche” höre ich mir an – neugierig, vorurteilsfrei und interessiert. Komplett. Manchmal mehrmals. Immer auf der Suche nach einem Song, der mein Herz berührt und den ich sonst nicht gefunden hätte. Sweet bliss!

Jenni Kosche hat mich dazu inspiriert, meine “Alben der Woche” zu teilen und meine Gedanken dazu aufzuschreiben. Nicht, weil ich damit irgendwas sagen oder erreichen will, sondern einfach weil ich kann.

There’s a crack in everything, that’s how the light gets in. – Leonard Cohen, Anthem

#underconsumption

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Das ist ein Trend auf Social Media.

Die Idee dahinter: In einer Gesellschaft, die stark konsumgetrieben ist, werden Kaufgewohnheiten hinterfragt. Denn: Wer weniger Geld ausgibt für den alltäglichen Überfluss im Kleiderschrank, im Bad-Kastl oder im Kühlschrank, dem bleibt mehr Geld für größere Projekte wie Hauskauf, Ausbildung oder Altersvorsorge.

Diese Idee ist natürlich nicht neu. Aber dieser Trend wird hauptsächlich von jungen Menschen, der Generation Z, getragen. Es geht ihnen nicht um altfaderische Sparsamkeit, sondern um eine bewusste Entscheidung gegen den Überfluss. Es geht um einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen – und darum, Dinge zu tun, die für uns tatsächlich langfristig wichtig sind.

Vielleicht auch für ältere Semester ein Impuls, sich öfters mal (wieder) zu fragen: Brauche ich das wirklich?

Scham im Business

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Scham spielt eine große Rolle im Business.

Viele Solopreneur:innen, die Schwierigkeiten im Business haben, die an den Mühen der Ebene verzweifeln, gehen lieber in die Komfortzone einer Anstellung zurück, als sich für den Marsch durch die Wüste einen Lehrer/Helfer/Mentor zu suchen.

Aus Scham, sich und anderen eingestehen zu müssen, dass man es alleine nicht schafft.

Das ist sehr schade.

Das beste Marketing

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Unlängst beobachtet im Urlaub an einem Gasthaus bei Salzburg:

Das beste Marketing ist ein gutes Produkt. Das Essen war super, und die experience war rundum leiwand.

Ja, sie haben auch einen coolen Slogan (“Hendl With Care”). Aber der ist nicht spielentscheidend.

Das beste Marketing ist ein gutes Produkt, und die beste Werbung ist der volle Parkplatz.

Lehrbuch-BWL

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Die “reine Lehre” der BWL wäre in der Praxis gar nicht umsetzbar.

Es gibt in der Praxis keinen einzigen Betrieb, der sich nach einem BWL-Lehrbuch, also “lehrbuchmäßig” führen lassen würde.

Auch insofern stellt sich die Frage, warum die BWLer auf so einem hohen Ross sitzen?!

BWL: Teuer, aber nutzlos

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Wenn jemand 5 Jahre in der HAK war und danach BWL studiert hat (3 Jahre Bachelor, 2 Jahre Master), dann hat er/sie 10 Jahre BWL-Ausbildung intus.

10 Jahre!

Bei allem Respekt vor der BWL: Die Betriebswirtschaftslehre ist keine Raketenwissenschaft, die man 10 Jahre studieren müsste, um sie zu verstehen. Wirklich nicht.

So lange BWL-Ausbildungen verursachen hohe volkswirtschaftliche Kosten für stark abnehmende Grenzerträge. Soll heißen: Der Nutzen von BWL-Ausbildungen ist im ersten Jahr am höchsten und nimmt mit jedem weiteren Jahr deutlich ab. Ich gehe so weit zu behaupten: Der Grenznutzen wird in den letzten Ausbildungsjahren sogar negativ!

Mit anderen Worten: Die Inhalte, die man in den letzten Ausbildungsjahren lernt, schaden dem Verständnis für BWL sogar. Die Lehre muss ja mit den Jahren immer “theoretischer” werden (mit den wirklich relevanten praktischen Inhalte ist man ja in kürzester Zeit “durch”), und es ist daher kein Wunder, dass viele BWL-Student:innen sagen, dass sie im Studium kaum was gelernt haben, das sie später tatsächlich “brauchen”.

Ich behaupte: Durch eine so lange BWL-Ausbildung wird das Verständnis für die tatsächlich wichtigen BWL-Grundkonzepte nicht gefördert, sondern erschwert.

Das klingt paradox, aber ich bin mir sicher: Weniger wäre viel mehr im BWL-Studium.

Fachkräftemangel gelöst

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Es klingt ja auf’s erste Hinhören sehr schlau: Wenn es zu wenige Köche gibt, dann muss man sie halt besser bezahlen! Dann wird es auch mehr Köche geben!

Ja, stimmt schon. Wenn man das Gehalt der Köche verdoppelt, dann hat man doppelt so viele Bewerber – aber nur mehr halb so viele Gäste. 

Weil die Gastronomiebetriebe diese höheren Personalkosten an ihre Gäste weitergeben müssen, aber die Gäste nicht bereit sind, mehr für’s Essen im Gasthaus zu bezahlen. Dass ein Rechtsanwalt teuer ist, okay – aber beim Schnitzel hört sich das Verständnis auf!

Aus dem Fachkräftemangel in der Gastronomie kommt man nicht so leicht raus, wie man auf den ersten Blick vielleicht glaubt.

Es sind nämlich nicht (immer) die gierigen Kapitalisten, die ihr Personal ausbeuten und höhere Löhne verhindern — sondern (oft) die gierigen Konsumenten.

Der Selfcare-Imperativ

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Unlängst bei mir selbst beobachtet:

Selfcare ist wichtig, besonders für Solopreneur:innen. Weil wir haben ja nur uns, und wer soll denn bitte unser Business führen, wenn nicht wir selbst? Deswegen müssen wir fit und gesund sein, und dafür tragen wir selbst die Verantwortung. Wird uns ja auch immer wieder so gesagt.

Diese oft gut gemeinten Hinweise, auf Selfcare zu achten, sich nicht zu überarbeiten, rechtzeitig und regelmäßig Pausen zu machen usw., haben bei mir zu einem paradoxen Effekt geführt: Aus Sorge, dass ich sonst irgendein mögliches Burnout “übersehe”, mache ich vorsorglich Urlaub, obwohl es mir im Moment rundum gut geht.

Nichts gegen Urlaub, und nichts gegen Urlaub, wenn man nicht schon am Zahnfleisch daher geht. Alles gut. Für Urlaub gibt es keinen “falschen” Zeitpunkt.

Aber meinem eigenen Gefühl über mein derzeitiges Wohlbefinden nicht mehr zu vertrauen, ist Selfcare, die über das Ziel hinausschießt.

Weisheit und Mut

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Beides braucht es in jeder Beziehung – und bei jeder Unternehmung. 

Weisheit, um kluge Entscheidungen zu treffen.

Mut, um diese Entscheidenden umzusetzen und durchzuhalten.

[Danke für diesen schönen Gedanken, Sarah Spiekermann!]

Aufruf zum Gestalten

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Eine Selbständigkeit ist, wie alles im Leben, nicht vorhersehbar.

Aber sie ist gestaltbar.

In diesem Gestaltungsspielraum liegt unsere Chance für unternehmerisches Denken und Handeln.

Und diese Chance sind wir aufgerufen zu nutzen — zum Wohle unserer Kund:innen, und damit letztlich auch für unseren eigenen Erfolg.

[Danke Götz Werner für diese Gedanken.]

Die Generaldebatte

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Unlängst (wieder) beobachtet bei der Hauptversammlung der Josef Manner & Comp. AG:

Die Fragen, die von den anwesenden Aktionär:innen gestellt werden, haben ganz oft nicht die Intention, mehr über das Unternehmen und dessen Finanzgebaren zu erfahren.

Das wahre Motiv ist häufig, seine eigene Agenda vorzubringen. Die Dinge zu “hinterfragen”, die man für besonders wichtig hält. Oder einfach nur zu fragen, um sich wichtig zu machen.

Konstruktiv ist das nicht. Aber bisweilen unterhaltsam.

Was mich als Lehrer antreibt

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Ich will nicht etwas erzählen, damit ich Recht habe

Ich will etwas erzählen, das etwas bewirkt.

Enabling Spaces

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Wenn man sich weiterentwickeln will, braucht man einen Raum dafür. Einen Rahmen. Man kann sich nicht ins Grenzenlose hinein entwickeln. Es braucht Leitlinien und Orientierung, Anfänge und Enden.

Diese Räume müssen nicht perfekt sein. Sie können ruhig ein bisschen chaotisch und improvisiert sein, aber die Intention der Raum-Geber muss gut (righteous) sein.

Sitzen wir alle im selben Bus, ist es wurscht, wenn der Bus ein bisschen holprig daher kommt, solange wir alle in dieselbe Richtung unterwegs sind.