Not all clothes have come to you to be worn threadbare. Sagt Marie Kondo.
Das gilt auch für Geschäftsideen.
Not all clothes have come to you to be worn threadbare. Sagt Marie Kondo.
Das gilt auch für Geschäftsideen.
Kleine Misserfolge stellen nicht die Richtigkeit deines Unternehmertraums in Frage.
Was macht es dem Ozean, wenn irgendwo ein Hund hineinpinkelt?
Auch wenn du ein Solo-Business hast: Dein Weg ist kein Solo-Projekt. Andere Menschen gehen ihn mit dir.
Lass sie nicht zurück!
Um weiterzukommen, muss man Entscheidungen treffen.
Entscheiden bedeutet immer auch, auf etwas zu verzichten.
Lass die Dinge los, gegen die du dich entschieden hast.
Sie bedeuten nichts mehr.
Selbstironie ist schon okay. Selbstironie ist ein deutlicher Schritt weg vom Ego.
Aber Güte wäre besser. Denn Güte ist ein großer Schritt hin zum Anderen.
Was machst du, wenn du deinen Arbeitskollegen schon dreimal eingeladen hast, dich mal daheim zu besuchen oder zu einem Abendessen vorbeizukommen – und dein Arbeitskollege ist dieser Einladung bei keinem Mal gefolgt. Immer ist irgendwas dazwischen gekommen, nie hat es gepasst.
Wirst du ihn noch ein viertes Mal einladen? Oder sagst du dir: Jetzt habe ich ihn eh schon dreimal eingeladen, jetzt ist er dran. Er soll sich selber melden, wenn’s ihm irgendwann mal passt. Oder sonst soll er es halt bleiben lassen.
Früher oder später geben wir das Einladen auf. Wir wollen ihm ja nicht auf die Nerven gehen. Und wir sind uns zu schade dafür, immer wieder eine Abfuhr zu bekommen.
Genau hier liegt einer der schwierigsten Herausforderungen, wenn wir uns selbständig machen.
In der Selbständigkeit sind wir nämlich aufgefordert, unsere potenziellen Kund*innen immer und immer und immer wieder einzuladen, mit uns zusammenzuarbeiten. Nicht dreimal, nicht dreißigmal, sondern dreihundertmal.
Wir müssen lernen, die Ablehnungen und dem Nicht-Folgen unserer Einladungen nicht persönlich zu nehmen, sondern darauf zu vertrauen, dass es irgendwann schon passen wird.
Und bis es soweit ist, sprechen wir unsere Einladungen aus. Immer und immer und immer wieder.
Das Personal Project “Günter kocht” hat eine hidden agenda.
Ja, es geht natürlich darum, dass ich kochen lerne. Dass ich mir und meiner Familie ein gutes Essen kochen kann, ohne dass das zu einem Riesentamtam für mich wird.
Darüber hinaus geht es aber noch um zwei weitere wichtige Punkte:
All das in der Sicherheit meiner eigenen Küche. Niemand schaut mir zu.
Und trotzdem bewegt sich was in mir… in die richtige Richtung.
Seit Jahresanfang habe ich ein neues Personal Project. Es heißt: Günter kocht. Jedes Monat probiere ich, ein Gericht zu kochen, nach Rezept.
Für viele ist das keine große Sache, für mich schon. Weil: Ich bin ein Anfänger in der Küche.
Und deshalb mache ich bei diesem Projekt auch ständig Anfängerfehler:
Es ist nicht angenehm, so inkompetent zu sein. Aber das muss ich aushalten (auch wenn mir das nicht leicht fällt). Denn so funktioniert Lernen: Du bist ein Anfänger und machst Anfängerfehler, bis du es nicht mehr bist und die Fehler von Fortgeschrittenen machst.
Vorausgesetzt, du bleibst dran. Und Dranbleiben ist exakt das, was ich vorhabe.
Ich werde meine Anfängerfehler einfach aussitzen.
Es ist relativ selten, dass man Menschen trifft, die klar sind in ihrer Kommunikation. Das betrifft natürlich auch Lifestyle Entrepreneure.
Der Regelfall ist Unklarheit. Das sieht man z.B. auf vielen Websites. Oder in Produktbeschreibungen. Oder an den Auftritten in den Social Media.
Warum ist das so?
Wer aber über Klarheit verfügt, besitzt damit eines der wertvollsten assets, die man im Business überhaupt nur haben kann.
Denn: Klarheit ist wahnsinnig attraktiv!
Jössasna, jetzt hast du schon wieder eine neue Mitbewerberin entdeckt!
Plötzlich war sie da, wie aus dem Nichts. Du bist zufällig im Internet auf sie gestoßen. Und sie bietet genau das an, was du auch anbietest. Oder behauptet das zumindest. Auf jeden Fall könnte sie dir Kunden wegnehmen – und das ist nicht gut.
Wie reagierst du? Zunächst mit Panik. Mit einer Mischung aus Ärger und Verzweiflung. Warum muss das Business nur so hart und ungerecht sein?
Dann versuchst du, so viel wie möglich über die neue Mitbewerberin herauszufinden. Du suchst und recherchierst. Und schließlich findest ihre Schwachpunkte, denn die hat jede*r. Und diese Schwachpunkte studierst du so lange, bis es dir wieder besser geht und du denkst: Alles wieder gut, die ist eh nicht so toll. Keine Gefahr.
So weit, so vorhersehbar. Aber was geschieht jetzt? Reicht es dir, deine neue Mitbewerberin abzuwerten und ziehst dann gedanklich weiter?
Oder wärst du bereit, für einen Moment aus dem Gefühl des Mangels in ein Gefühl der Fülle zu gehen? Wärst du bereit, dir zehn Minuten zu nehmen und dich zu fragen: Was kann ich von meiner neuen Mitbewerberin lernen? Welche Chance tut sich da gerade auf, um etwas in meinem eigenen Business besser zu machen, das ich vorher gar nicht gesehen habe? Welches Geschenk habe ich da heute bekommen?
Es liegt an dir zu entscheiden, ob die neue Mibewerberin ein Fluch oder ein Segen für dein Business ist.
Damit sich das Leben lebendig anfühlt, muss es auch ein bisschen gefährlich sein.
Man könnte sagen: Im Normalzustand lebt ein Mensch, in Gefahr aber wird er lebendig.
Gefahr bedeutet aber nicht lebensbedrohende Gefahr. Gefahr bedeutet eine gewisse Unruhe, eine Veränderungsbereitschaft, eine Neugier auf das Neue, die wir uns kultivieren sollten. Eine gewisse Spannung, die uns auf Trab hält. Diese Spannung bringt Lebendigkeit.
Ent-Spannung ist schön, aber nicht auf Dauer.
Marketing-Aktivitäten fühlen sich für viele Solopreneure anstrengend an. Aber nicht, weil die Arbeit an sich so mühsam wäre.
Anstrengend macht Marketing das Drama, das wir uns im Kopf zu unserem Marketing dazu-phantasieren. Die Reaktionen, die wir damit auslösen könnten. Die Reaktionen, die vollkommen ausbleiben könnten. Die Kritik und die Ablehnung, die wir uns einhandeln könnten.
Versuche, beim Marketing das eingebildete Drama wegzulassen oder zumindest für eine Zeit auf die Seite zu stellen.
Es wird dir leichter fallen.
Gestern habe ich meinen Chef in den Urlaub geschickt.
In letzter Zeit ist er mir schon auf die Nerven gegangen mit seinen ständigen neuen Ideen. Immer kriegt er irgendwo irgendwelche Inspirationen daher, und dann will er immer, dass alles sofort und gleichzeitig umgesetzt wird. Weil andere es auch so machen. Weil andere genau das Gegenteil machen. Weil
Ich habe auch genug gehabt von seinen ständigen Zweifeln. Sollen wir lieber so tun oder doch besser so? Zeitweise ist er herumgelaufen wie ein kopfloses Huhn und hat alle mit seinem selbstgemachten Stress angesteckt. Er war überhaupt keine Hilfe mehr in letzter Zeit.
Also habe ich, der Mitarbeiter in mir, mit dem Chef in mir ein ernstes Gespräch geführt und gesagt: Chef, geh bitte in den Urlaub. Du machst mich ganz wurlert in letzter Zeit. Mach doch bitte mal zwei Wochen Pause. Lass mich mal in Ruhe arbeiten an den Projekten, die wir uns vorgenommen haben. Lass mich einfach mal machen, ohne dass du dich ständig einmischt. Zwei Wochen, mehr verlange ich gar nicht. Wirst sehen, das wird dir gut tun. Und mir auch.
Gott sei Dank hat’s der Chef in mir eingesehen. Jetzt ist er also weg. Und der Mitarbeiter in mir kann endlich in Ruhe arbeiten. Hallelujah!
Wenn es dir nur irgendwie möglich ist, dann verlange Vorauskasse für deine Leistungen. Und zwar konsequent. Mach keine Ausnahmen!
Du ersparst dir ganz viel Kopfweh im Nachhinein, wenn die Bezahlung schon erledigt ist. Es gibt nicht viel was Mühsameres in einem Lifestyle Business, als nicht bezahlten Rechnungen nachzuwassern.
Ja, es kann schon sein, dass vereinzelt jemand damit nicht einverstanden ist und du diesen Auftrag deshalb nicht bekommst. Aber ich verrate dir ein Geheimnis: Das sind genau die Typen, denen du hättest nachwassern müssen, wenn du den Auftrag bekommen hättest. Und solche Kunden willst du gar nicht haben. Denn: Nicht jeder Kunde ist auch ein guter Kunde.
Vorauskasse for the win!
Ich finde, LinkedIn ist eine sehr langweilige Plattform.
Ich habe mir vorgenommen, das zu ändern und es ab jetzt mit meinem eigenen LinkedIn-Auftritt besser zu machen. Nach dem Motto: Alles, nur nicht langweilig.
Denn: Es braucht eigentlich gar nicht sooo viel, um ein bisschen weniger langweilig zu sein als der Durchschnitt. Ein bisschen Schmäh würde reichen.
Und Schmäh I can.
Manchmal sehe ich ein Buch-Cover oder ein Website-Design oder ein Foto und denke mir: Sag, sieht denn der nicht, dass das ur schiach ist?
Es stimmt schon: Geschmäcker sind verschieden. Und dennoch glaube ich, dass es bestimmte universelle Design-Regeln gibt, die weitgehend unstrittig sind. Wer dagegen verstößt, produziert schiache Sachen.
Das Tragische dabei: Wahrscheinlich sieht es derjenige wirklich nicht. Die meisten von uns sind ja keine Profi-Designer. Und so haben wir unsere blinden Flecken, die uns beim besten Willen nicht auffallen.
Was aber auch sein kann: Derjenige sieht sehr wohl, dass es schiach ist, hat aber nicht die Fähigkeiten oder das Know-How, um es schöner zu machen. Er muss mit der Designsünde leben, weil er es nicht besser zusammenbringt.
Das ist sogar noch tragischer. Weil so jemandem könnte von einem echten Experten rasch und unkompliziert geholfen werden.
Das italienische Wort für Schönheit.
Salvatore, ein Jugend-Coach aus Italien, sagt, er legt Wert darauf, dass in seiner Arbeit mit den Jugendlichen bellezza wirkt. Dass etwas Schönes herauskommt. Schönheit des Resultats, aber auch Schönheit im Arbeiten selbst, im Prozess.
Bellezza kann es in jedem Bereich des Lebens geben.
Was, wenn wir bellezza öfter mal zum Ideal unserer Arbeit machen würden?
Die Angst vor dem Schmerz ist eigentlich schlimmer als der Schmerz selbst.
Weil er das Leiden verlängert – und zwar unnötig. Es würde ja reichen, wenn wir uns um den Schmerz kümmern, wenn er da ist. Und es ist überhaupt nicht produktiv, gespannt darauf zu warten, wann den jetzt endlich der Schmerz einsetzen wird. Jetzt? Jetzt? Jetzt?
Noch dazu wäre es ja möglich, dass der Schmerz, wenn er denn einsetzt, gar nicht so schlimm ist wie in unserer Vorstellung.
Dann haben wir uns umsonst gefürchtet. Und wozu soll das bitte gut sein?
Es fällt in die Kategorie boring advice, aber es darf trotzdem gesagt werden:
Reichtum bedeutet nicht (nur) hohes Einkommen. Reich wirst du, wenn du weniger ausgibst, als du verdienst.
Es gibt genügend Menschen, die wirklich gut verdienen, aber nicht reich werden. Weil mit dem Einkommen auch der Lebensstandard und die Ausgaben steigen.
Reich wird man, je höher die persönliche Sparquote ist.
Und reich wird man langsam.
Es ist eines der bittersten Erlebnisse als Berater (und als Vater), wenn man mitbekommt, wie jemand mit vollem Karacho gegen die Wand unterwegs ist. Und wenn es in der aktuellen Situation nichts gibt, was diesen Aufprall verhindern könnte, weil Uneinsichtigkeit oder Unverständnis die Sicht vernebeln.
Es bleibt als Berater (und Vater) nur ein Mantra, das im besten Fall ein bisschen Trost spendet: Du wirst es noch lernen. Aber das ist heute nicht meine Aufgabe.