Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Der wichtigste Blog-Post

D

Seth Godin hat mir gestern aus dem Herzen geschrieben (und hinter die Ohren):

The most important blog post is on the most important blog.

Yours.

Even if no one but you reads it. The blog you write each day is the blog you need the most. It’s a compass and a mirror, a chance to put a stake in the ground and refine your thoughts.

And the most important post? The one you’ll write tomorrow.

Seth Godin, The most important blog post, 29. Dezember 2020

Wirklich gute Strategie

W

Eine gute Strategie hat zwei Komponenten:

  1. Was ist dein wirkliches Ziel? Nicht das, was du für dein Ziel hältst, sondern das, worum es dir wirklich geht.
  2. Was ist der direkteste Weg dorthin? Nicht der Weg, der dir als erster einfällt, sondern der, der wirklich am besten geeignet ist, dein wirkliches Ziel zu erreichen.

Walk the talk

W

Nein, du musst kein Michael Jordan sein, um Basketball zu lehren. Nein, du musst kein Richard Branson sein, um zu erklären, was ein erfolgreiches Business ausmacht. Nein, du musst kein Milliardär sein, um kompetent über Geld zu sprechen.

Ja, du kannst etwas unterrichten, worin du selbst nicht großartig bist.

“Erfolgreich etwas machen” und “es unterrichten können” sind zwei komplett verschiedene Skills.

Gleichzeitig

G

Ich habe schon wieder drei große Projekte gleichzeitig geplant – obwohl ich es eigentlich besser wissen müsste.

Weil ich wieder mal das Gefühl habe, dass alle drei gleich wichtig sind. Weil ich wieder einmal glaube, dass alle drei gleichzeitig fertig sein müssen. Weil ich wieder einmal glaube, dass sonst alles zu langsam geht.

Das Resultat wird sein, dass ich enttäuscht bin, weil ich es doch nicht geschafft habe, alle drei Projekte gleichzeitig und gleich gut umzusetzen.

Wer hätte das gedacht.

Langeweile

L

Bei Kindern sagt man, dass Langeweile ganz wichtig ist, weil nur aus Langeweile Kreativität entsteht. Wenn alles strukturiert und vorgegeben ist, wie soll dann kreatives Spielen entstehen?

Bei Erwachsenen bin ich mir nicht so sicher. Ja, Freiraum schafft Platz für Neues. Etwas Abstand verbessert den Blick auf das Ganze. Ein spielerischer Zugang erweitert sicher die Lösungskompetenz.

Aber Langeweile? Ich glaube, wem als Erwachsendem oft langweilig ist, dem war als Kind zu selten langweilig.

Im Stall

I

Es ist keine Kleinigkeit, dass Jesus in einem Stall geboren wurde.

Wir könnten daraus lernen, dass es auf Äußerlichkeiten nicht ankommt. Und wir könnten daraus lernen, dass es nicht um unser Ego geht.

Gerade zu Weihnachten ist eine gute Zeit, das Ego für eine Weile zur Seite zu stellen. Macht vieles leichter, für alle Beteiligten.

Es ist genug

E

Eine der schwierigsten Herausforderungen für Lifestyle Entrepreneure ist es zu wissen, wann es genug ist.

Genug gearbeitet, genug geplant, genug probiert, genug Einsatz, genug Zeit, genug Kunden, genug Umsatz, genug Gewinn, genug Erfolg.

Weihnachten könnte ein guter Anlass sein, dieses “genug” für sich wieder zu entdecken und zu vergegenwärtigen.

Frohe Weihnachten!

Voreilig

V

Den ganzen Tag lang habe ich mich geärgert über die Unfähigkeit von jemandem, von dem ich eine ganz simple schriftliche Bestätigung gebraucht hätte und der nicht fähig war, diese eindeutig und unmissverständlich auszustellen.

Bis ich am Abend, als ich in Ruhe mein Kind zu Bett brachte, darauf gekommen bin: Diese Bestätigung war perfekt ausgestellt. Das vermeintliche Missverständnis war in Wirklichkeit eine sehr nützliche Klarstellung, was ich in meinem Ärger zunächst überhaupt nicht kapiert hatte.

Es ist eine nützliche Heuristik, im Zweifelsfall davon auszugehen, dass andere sehr wohl wissen, was sie tun.

Konsequenz

K

Talent ist rar. Begeisterung ist noch rarer.

Aber am aller rarsten ist Konsequenz. Das Dranbleiben an einer Idee, ohne beim ersten Gegenwind die Segel zu streichen oder bei einer längeren Durststrecke einzuknicken.

Konsequenz ist vielleicht der entscheidende Erfolgsfaktor – nicht nur, aber besonders für Lifestyle Entrepreneure.

Er ist kein Kaufmann

E

Mit diesem Argument versuchte ein Anwalt, seinen Mandanten vor der Verurteilung zu bewahren. Der steirische Obstbauer hatte den Staat nämlich (mutmaßlich) um 8,5 Millionen Euro an Steuern geprellt (Hintergrund).

Natürlich frage ich mich: Was ist das bitte für ein Argument? Jeder, der unternehmerisch tätig ist, muss die Spielregeln kennen: Die Spielregeln der Marktwirtschaft genauso wie die Spielregeln des österreichischen Steuerwesens. Ob er sich nun selbst als Kaufmann bezeichnet oder nicht.

Wer die Spielregeln nicht kennt, wer sich hier nicht aufschlauen will, der handelt auf eigene Gefahr – und hat von mir wenig Mitleid zu erwarten.

Warten statt kaufen

W

In unsicheren Zeiten spüren wir den inneren Drang, irgendetwas zu unternehmen, um die Situation schnell wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Häufig reagieren wir mit dem Impuls, etwas zu kaufen. Wer was kauft, wer sich „ausrüstet“, hat etwas unternommen und damit nicht zuletzt auch sein Gewissen beruhigt.

Schwieriger ist es, auf Unsicherheit mit Ruhe zu reagieren. Nichts zu tun, sondern abzuwarten. Hätte aber den Vorteil, dass man kein Zeug anhäuft, das in Wirklichkeit nichts hilft.

Kunstwerk

K

Das Schöne, aber gleichzeitig das Schwierige und Frustrierende ist, dass die Gründung eines Unternehmens mehr Kunst als Wissenschaft ist.

Es gibt kein eindeutiges Regelwerk für den unternehmerischen Erfolg. Es gibt keine Patentrezepte. Es gibt kaum unternehmerische Tatsachen, von denen nicht auch das Gegenteil wahr wäre.

Der Prozess der Unternehmensgründung ist mitunter verwordagelt, aber das Ergebnis ist in jedem Fall ein Kunstwerk.

Förderungen

F

Eine der Fragen, die ich als Gründungsberater bekomme: “Gibt es irgendwelche Förderungen für mein Unternehmen?”

Die Frage ist legitim, schließlich gibt es tatsächlich allerhand Förderungen und Unterstützungen für alles Mögliche. Es ist nur konsequent sich zu erkundigen, ob da was Passendes für das eigene Gründungsprojekt dabei ist.

Die Frage ist nur: Welche Priorität hat diese Frage? Ist sie eine Frage unter vielen, oder ist sie die erste und wichtigste?

Tools

T

Es gibt ganz, ganz viele nützliche Tools da draußen, die wir Lifestyle Entrepreneure dafür verwenden können, unsere Lifestyle Businesses besser zu planen und systematischer zum Erfolg zu führen.

Nur eines wird keines dieser Tools jemals für uns tun können:

Keines wird uns das Denken abnehmen.

Stammkunden-Aufschlag

S

Ich wechsle gerade meinen Stromanbieter. Mein bestehender ist merklich teurer als das Angebot eines neuen Anbieters, das ich bekommen habe.

Auf einmal kommt heute ein e-Mail meines bisherigen Stromanbieters herein, in dem er mir ein günstigeres Angebot macht, wenn ich nicht wechsle.

Was mich daran ärgert: Wäre ich Stammkunde geblieben, hätte ich weiterhin den höheren Preis bezahlt. Ich bezweifle, dass mir mein Stromanbieter das günstigere Angebot auch gesendet hätte, wenn ich nicht wechseln würde. Dass man als Stammkunde keine Vorzugsbehandlung bekommt, sondern in der Regel draufzahlt, ist eine Unart.

Too little too late, lieber Stromanbieter!

Weglassen

W

Man glaubt es anfangs nicht: Je mehr man weglässt, je stärker man fokussiert, desto mehr geht weiter.

Man glaubt es nicht, weil man Angst hat, was zu verpassen, wenn man was weglässt.

Man glaubt es nicht… bis man es selbst erlebt hat.

I read the poets and the analysts…

I

singt Nick Cave und drückt damit auch aus, wie wir Lifestyle Entrepreneure zu unseren Ideen und Einsichten kommen.

Wir lassen uns von Büchern von Peter Drucker ebenso inspirieren wie von Büchern von Nick Hornby. Ein Song von Bob Dylan kann uns ebenso erleuchten wie eine Blogartikel von Seth Godin.

Die richtigen Ideen finden uns auf unterschiedlichste Weise. Wichtig ist nur, dass wir uns einen offenen Geist und ein offenes Herz bewahren.

Auf Entzug

A

Von Zeit zu Zeit tut es gut, sich unternehmerisch “auf Entzug” zu setzen: Alles wird hinterfragt, Vieles wird rausgeworfen.

Der Gedanke dahinter: Mit der Zeit sammelt sich, wie von selbst, in jedem Business viel “Zeug” an: Prozesse, die keinen Sinn mehr haben. Abos, die kein Mensch mehr braucht. Produkte, die längst Staub angesetzt haben.

Sich von “Zeug” zu trennen, macht nicht nur Platz für das Neue, sondern gibt auch den unternehmerischen Raum zum Atmen.

Dahinter sein

D

Ein Gründer sagte heute zu mir:

Wenn man dahinter ist, dann geht schon was.

Er hat das auf sein Fachgebiet der PR bezogen, aber ich glaube, er spricht damit eine größere Wahrheit in unserer Wirtschaftswelt an:

Von nichts kommt nichts, aber ein bisschen “dahinter sein”, ein bisschen “dran bleiben” und ein bisschen “bemüht sein” zahlen sich immer aus.

Kapitalismus

K

Ganz ehrlich: Wie viel weißt über den Kapitalismus? Weißt du, wie er funktioniert? Wie gut kennst du seine Spielregeln, seine Usancen und Fallstricke?

Und, die vielleicht wichtigste Frage: Warum stört es dich nicht, dass du so wenig weißt?