Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Der Innere Kritiker

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Der Innere Kritiker hat eine gewichtige Stimme. Er ist ein ständiger Begleiter im Gründungsprozess.

Der Innere Kritiker hat eine wichtige Aufgabe, und er hat seine Zeit und seinen Raum.

Aber wenn es darum geht, von der Unternehmensvision zu träumen, von den Potenzialen und Möglichkeiten, die das eigene Lifestyle Business eröffnen können… Da hat der Innere Kritiker Pause, so schwer ihm das wahrscheinlich fällt.

Der ROI von Büchern

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Ich habe mir um 20 Euro ein Buch gekauft.

Auf Seite 175 bin ich auf eine Idee gestoßen, die viele tausend Euro wert ist.

Was für ein Schnäppchen!

Plan B

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Indem wir uns Optionen offenhalten, errichten wir uns auch Verstecke.

Natürlich klingt es vernünftig, einen “Plan B” zu haben. Aber damit schaffen wir uns gleichzeitig auch unsere Ausrede: Ich hätte ja gerne “Plan A” umgesetzt, aber leider, leider, leider… Es hat nicht geklappt, und deswegen mach eich jetzt “Plan B”.

Wenn du dir einen “Plan B” erzeugst, dann lass ihn mehr sein als ein geschäftig wirkendes Versteck, eine aufwendig formulierte Ausrede.

Zu viel des Guten

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Berater und Verkäufer haben eines gemeinsam: Sie bringen sich oft um den Erfolg ihrer Arbeit, weil sie nicht aufhören zu reden.

Auch wenn der Kunde längst überzeugt ist, hören sie nicht auf, ihn überzeugen zu wollen – und machen die Sache dadurch nur schlimmer.

Es ist immer besser aufzuhören, bevor man den Erfolg wieder zerredet.

Üben

Ü

Natürlich müssen wir üben, wenn wir uns verbessern wollen. Aber keiner will üben!

Natürlich müssen wir uns anstrengen, wenn wir etwas Neues lernen wollen. Aber keiner will sich anstrengen!

Natürlich müssen wir nachdenken, wenn wir kreative Lösungen für unsere Probleme finden wollen. Aber keiner will lange nachdenken!

Aber: Von nichts kommt nichts. Wunder geschehen schon, aber nicht ohne Anstrengung.

Gute Karten

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Wer gute Karten hat, hat das Spiel noch lange nicht gewonnen.

Wer schlechte Karten hat, hat das Spiel noch lange nicht verloren.

Entscheidend ist, wie kompetent wir unser Spiel spielen.

Das kann ich mir nicht vorstellen

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Dieser Satz eines Kunden ist wahrscheinlich die der größte Herausforderung für Berater*innen und Lehrer*innen.

Solange das Neue, das Andere, das Bessere nicht vorstellbar ist, kann sich auch nichts in diese Richtung bewegen.

Den Blick für das Unvorstellbare zu öffnen, ist daher schon eine große Leistung.

Wie es gelernt ist

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Viele der Strategien, mit denen wir neue Herausforderungen angehen, verwenden wir schon seit unserer Kindheit. Unverändert.

Was wir in unserer Kindheit als erfolgreiche Strategie erfahren haben, das wenden wir auch als Erwachsene noch gerne an. Womit wir als Kind wiederholt gescheitert sind, davor scheuen wir auch als Erwachsene noch zurück.

Das Problem dabei: Wir sind keine Kinder mehr.

Zeit für ein Strategie-Update!

Die erstbeste Idee

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Viele Unternehmer*innen geben sich mit ihrer erstbesten Idee zufrieden: Sie haben einen Einfall und setzen diesen um.

Dabei ist die erste Idee gerade mal der Startpunkt für das weitere Nachdenken. Auf die erste Idee folgt die zweite Idee, auf die zweite dann die dritte, darauf die vierte, die fünfte… und die achte ist dann vielleicht die Idee, die wirklich spannend ist, die wirklich nützlich ist, die wirklich merkbar anders ist als das, was die Mitberwerber*innen zigfach schon machen.

Es lohnt sich, zwei- oder dreimal um die Ecke zu denken, um nicht das Naheliegende mit dem Nonplusultra zu verwechseln.

Ernstfall

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Wenn der Ernstfall eingetreten ist, müssen schnelle Lösungen her.

Kaiser ist der, der diese schnellen Lösungen liefern (oder mitunter auch nur versprechen) kann.

Es lohnt daher, deinen Kunden einen Schritt voraus zu denken.

Anschlussfähig

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Es ist eine gute Idee, hervorragende Produkte zu schaffen, welche die hervorragenden Produkte Anderer hervorragend ergänzen.

So wird das eigene Produkt zur logischen Fortsetzung der Produkte eines Anderen. Beide Angebote werden dadurch aufgewertet. Win-Win.

Wer anschlussfähige Produkte entwickeln kann, tut sich leichter beim Vermarkten.

Risiko

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Landläufig besteht die Meinung, als Unternehmer müsse man großen Mut zum Risiko haben.

Meiner Beobachtung nach ist das Gegenteil der Fall: Erfolgreiche Unternehmer*innen sind sehr risikoscheu. Sie versuchen, durch sorgfältiges Nachdenken, umsichtige Planung und frühzeitiges Testen jedes unnötige Risiko zu vermeiden.

Risiko ist für Amateure.

Das beste Marketing

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Das beste Marketing überhaupt ist, konsequent und wahrnehmbar nützlich für andere zu sein.

Mehr braucht es nicht.

Aber das ist eh anspruchsvoll genug.

Digitalisierung

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Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass sich viele Lifestyle Entrepreneure daran gemacht haben, ihre Angebote zu “digitalisieren”: Trainer*innen haben Online-Kurse und Webinare entwickelt, Berater*innen bieten nun Online-Beratung an etc.

Roman Kmenta hat dazu einen spannenden Gedanken: Das Problem in der Corona-Krise ist nicht die Digitalisierung von Angeboten, die bisher face-to-face stattgefunden haben. Das Problem ist die Verschiebung in den Prioritäten der Kund*innen.

Es nützt nichts, Produkte zu digitalisieren, die momentan einfach keine Priorität bei den Kund*innen haben. Wenn’s eng wird, beschränken sie sich auf das Notwendige.

Die Herausforderung ist also in erster Linie, zum Notwendigen zu gehören – und erst in zweiter Linie die Digitalisierung.

Offene Türen

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Eine Gründerin hat mir erzählt, dass sie vor ein paar Wochen ihre Arbeitszimmertür aufgemacht hat – und seither offen gelassen hat.

Sie hat damit symbolisch die Tür zu ihrem Business geöffnet. Die Tür ist nun offen, und die Gelegenheiten, Ideen und Kunden können nun hereinkommen.

Gehört werden

G

Eines wird mir mit jeder Beratung klarer:

Es kommt gar nicht so sehr darauf an, was ich meinen Kund*innen sage.

Es geht immer zuerst darum, wie sehr sich meine Kund*innen von mir gehört und gesehen fühlen.

Mut

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Man bewundert gerne die Menschen, die den Mut haben, sich mit ihrer Gründungsidee selbständig zu machen.

Häufig übersehen wird der Mut jener Menschen, die ihre Gründungsidee wieder aufgeben, weil sie erkannt haben, dass sie nicht wie geplant funktioniert. Der Mut des Loslassens.

Ich verneige mich vor beiden.

Wessen Idee

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Derek Sivers schreibt über einen Gedanken von Marshall Goldsmith, den ich hier auf die Gründungsberatung umlege:

Wenn ein Gründer zum Gründungsberater kommt und begeistert von seiner Gründungsidee erzählt, dann ist die Versuchung groß, dass der Berater sagt: “Das ist eine wunderbare Idee – und dazu fällt mir noch ein: Sie könnten noch das und das machen, und dann müssten Sie nur noch…” und so weiter. Der Berater gibt also, aus bester Absicht, seine eigene Meinung, seine Verbesserungsvorschläge und seine Ideen dazu – meist ungefragt.

Warum dieser Impuls zwar gut gemeint, aber nicht ungefährlich ist: In dem Moment, wo der Berater die Idee des Gründers “verbessert”, ist es nicht mehr nur die Idee des Gründers. Durch den Input des Beraters ist sie auch ein bisschen zur Idee des Beraters geworden – zu einer gemeinsamen Idee. Zu einem Shared Project.

Was nun passieren kann (kann, nicht muss!): Die ownership des Projekts durch den Gründer wird geschwächt. Durch die Ratschläge des Beraters verliert der Gründer einen Teil seiner Motivation, weil es nicht mehr uneingeschränkt seine Idee ist. Durch die Impulse des Beraters wird die Gründungsidee vielleicht objektiv verbessert, aber die emotionale Bindung des Gründers an seine Idee wird geschwächt.

Davor sollten wir Gründungsberater natürlich auf der Hut sein. Gar nicht so selten ist es wahrscheinlich besser, die objektiv guten Hinweise zurückzuhalten und dem Gründer seine Idee voll und ganz selbst zu überlassen – bis wir um Hilfe gefragt werden.

Ansonsten gilt der Rat von Ernesto Sirolli: If people don’t want to be helped, leave them alone!

Vernünftige Größe

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Nicht zu kleinteilig anbieten. Der Akquise-Aufwand ist für eine Einzelsitzung oft genauso groß wie für einen Zehnerblock.

Vernünftige Pakete schnüren. Gut überlegen, wofür es sich auch auszahlt, Akquise zu machen.

Ein Netzwerk aufbauen. Nicht alles allein machen versuchen. Unabhängig und flexibel bleiben und sich gleichzeitig in gepflegte Abhängigkeiten begeben.

Unter der Hand

U

Was sagt es über mich, meinen Beratungsstil und die Beratungssituation insgesamt aus, wenn ich Dinge in der persönlichen Beratung sage, die ich lieber nicht verschriftlicht in einem e-Mail festgehalten haben würde?