Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Wirkungskreis

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Es ist leicht, sich über Dinge zu beschweren, die man nicht ändern kann.

Wesentlich schwieriger ist es, darüber nachzudenken, was man aus den Möglichkeiten rausholen kann, die man hat. Also zu schauen, was im eigenen Wirkungskreis liegt, und diese Sachen dann konsequent, Schritt für Schritt zu verbessern.

Das Schwierige dabei ist nämlich, dass man für die Möglichkeiten im eigenen Wirkungskreis Verantwortung übernehmen kann – und muss. Wenn du da nichts weiter bringst, liegt es an niemand anderem außer dir.

Da ist es dann doch oft bequemer zu sagen: “Ich würde ja gerne, aber…”

Märkte sind Gespräche

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Das ist die erste von 95 Thesen des Cluetrain Manifesto.

Für mich als Sprachwissenschaftler ist das ein ganz spannender Blickwinkel auf das, was wir “Marktwirtschaft” nennen. Märkte entstehen, indem echte Menschen miteinander reden. Indem sie sich füreinander interessieren und einander zuhören.

Nicht, indem jeder Anbieter versucht lauter zu schreien als der andere.

Bear App: 13 interessante Facts

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Ich habe die App Bear für mich entdeckt. Bear ist eine Notiz-App, die sehr reduziert und schön designt ist und sich wunderbar zum ablenkungsfreien Schreiben eignet.

Hier habe ich 13 interessante. Facts über Bear zusammengestellt, die du vielleicht noch nicht gewusst hast.

  1. Man kann sich in Bear auch Vorlagen machen, die man dann mit “Duplicate” verwenden kann.
  2. Bear kann einzelne Notizen oben hinpinnen.
  3. Bear kann man gut mit Tags organisieren, die dann in der Sidebar angezeigt werden. Das funktioniert gut, weil es die Inbox frei hält.
  4. Nested Tags sind unendlich möglich.
  5. Man kann sogar die Symbole der Tags verändern.
  6. Der pdf-Export aus Bear sieht ganz gut aus. Wenn man da vorne noch ein Cover-pdf einfügt, hat man ein ganz passables Dokument!
  7. Bear hat ein “Archiv“. Das bedeutet, dass man seine Haupt-Liste nur mit den aktuellen Notizen befüllen kann, die man gerade bearbeitet. Der Rest kommt ins Archiv, bis man wieder daran arbeitet.
  8. Bear hat eine Export- und eine Backup-Funktion.
  9. Bear kann Markdown:
    • * + Leerzeichen: Aufzählung
    • – + Leerzeichen: Todo
    • Interner Link: [[
  10. Rechts unten ist eine Formatierungs-Bar. Die kann man auch entkoppeln und verschieben.
  11. Cool ist, dass sich die internen Links verändern, wenn sich der Notiztitel verändert. (Das wünsche ich mir in Evernote seit Jahren.)
  12. Bear zeigt zu jeder Notiz die Anzahl der Wörter an und errechnet eine ungefähre Lesezeit
  13. Bear gibt es momentan nur für Apple-Geräte. Ein Webclient ist allerdings in Entwicklung. 

150 Arbeitstage

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Der durchschnittliche Österreicher schaut pro Tag 196 Minuten fern (Quelle). Das sind pro Jahr 71.540 Minuten bzw. 1.192 Stunden. Umgerechnet sind das fast 150 Arbeitstage pro Jahr – pro Person!

Bei 8 Millionen Österreichern wären das ca. 1,2 Milliarden Arbeitstage. Pro Jahr!

Was wir in dieser Zeit alles gemeinsam schaffen könnten!

Bootstrapper

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Solopreneure haben drei Möglichkeiten, dir Unternehmen zu finanzieren:

  1. Eigenkapital: Sie haben so viel Geld (gespart, geerbt, gefunden), dass sie alle Investitionen aus eigenen Mitteln finanzieren können.
  2. Fremdkapital: Das Geld kommt in Form von Krediten von der Bank, von Lieferanten oder von der Oma.
  3. Bootstrapping: Alle Investitionen müssen erst verdient werden durch das Geld, das von den Kunden kommt. Es wird nur das Geld ausgegeben, das die Kunden zuerst bezahlt haben.

Aus meiner Sicht ist Bootstrapping der nachhaltigste Weg, der langfristig auch am wenigsten Kopfzerbrechen macht.

Bootstrapping ist aber trotzdem keine Spazierfahrt. Seth Godin hat in seinem Manifest des Bootstrappers die Anforderungen wunderbar auf den Punkt gebracht.

Bist du mutig genug, Bootstrapper zu werden?

Fehler (2)

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Ein Paradox: Es ist wichtig, dass du Fehler machst. Fehler sind gut für dich.

Weil: Menschen, die keine oder selten Fehler machen, werden nicht gemocht. Ihre Perfektion provoziert, weil sie allen anderen ihre Fehlerhaftigkeit wie einen Spiegel vorhält. Das war in der Schule schon so, und das ist in der Arbeitswelt so.

Gelegentliche Fehler machen menschlich, machen zugänglich und machen sympathisch.

Fehler

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Es ist nicht angenehm, Fehler zu machen. Und es ist nicht angenehm, Fehler zuzugeben.

Der Amateur wird versuchen, Fehler zu vertuschen. Er sucht nach Ausreden, Sündenböcken und Relativierungen.

Der Profi steht zu seinem Fehler. Er sagt, was Sache ist – klar, ehrlich und rechtzeitig. Er trägt die Konsequenzen und gibt niemand anderem die Schuld.

Bist du Profi oder Amateur?

Macht das Sinn?

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Als Berater wird man öfter mal gefragt: Wenn ich mich so oder so entscheide, macht das Sinn?

Natürlich weiß das ein*e Berater*in auch nicht mit Sicherheit.

Die beste Antwort in solchen Situationen ist vielleicht: So wie es klingt, ist es zumindest kein Unsinn.

Scham

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Beratungen werden schwierig, wenn Scham im Spiel ist.

Wenn z.B. eine Gründerin anderthalb Jahre nach der Gründung in Schwierigkeiten steckt, weil sich ihr Unternehmen nicht so entwickelt hat, wie sie es sich gewünscht hatte, weil ihre Umsätze hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben sind, oder weil sie glaubt, dass in den Augen des Beraters ihr Unternehmen ein Misserfolg ist…

Dann wird es schwierig, weil es nicht mehr um “das Unternehmen” geht, sondern darum, das Gesicht zu wahren. Es geht darum, den Selbstwert aufrecht zu erhalten, den Status zu sichern und Schuldige für die Situation zu finden.

Solange Scham im Spiel ist, ist echter Fortschritt nicht möglich. Darum ist es die wichtigste (und schwierigste!) Aufgabe des Beraters, durch die Scham-Schutzmauer zu dringen und über das zu reden, was wirklich ist. Ohne Drama, ohne Wertung.

Es ist, wie es ist. Reden wir darüber, wie es von hier aus weitergehen könnte.

0,1 %

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Im ersten Semester meines Fachhochschul-Studiums habe ich mir, wie wahrscheinlich jeder BWL-Student in Österreich, ein Buch gekauft: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre von Lechner/Egger/Schauer (mittlerweile Egger/Egger/Schauer). Ein Totschläger mit fast 1.000 Seiten.

Damals habe ich daraus vielleicht 100 oder 200 Seiten gelesen. Nicht aus Interesse, sondern zur Prüfungsvorbereitung. Wahrscheinlich wie damals jeder BWL-Student in Österreich.

Jetzt, 20 Jahre später, habe ich mir vorgenommen, das komplette Buch zu lesen. Aus Interesse. Jeden Tag ein paar Seiten, in einem Jahr will ich fertig sein.

Damit werde ich wohl zu den 0,1 % der BWLer in Österreich gehören, die wissen, was in diesem Grundlagenbuch tatsächlich drinnen steht – und zu den 0,01 %, die das Buch aus Interesse freiwillig gelesen haben.

[Meine Notizen zum Buch.]

Guter Geschmack

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Guten Geschmack zu haben, ist ein Segen und ein Fluch.

Der Segen: Wer guten Geschmack hat, legt Wert auf Schönheit. Schöne Dinge schaut man sich lieber an als hässliche. Wer schöne Dinge veröffentlichen kann, ist daher im Vorteil.

Der Fluch: Wer guten Geschmack hat, ist selten zufrieden. Es könnte immer noch ein bisschen schöner sein. Die Tatsache, dass etwas (noch) nicht so schön ist, wie man es gerne hätte, führt dazu, dann man nie etwas veröffentlicht.

Im Zweifelsfall ist etwas nicht so Schönes, aber Veröffentlichtes immer besser als etwas Schönes, das nie das Licht der Welt erblickt.

Überproportional

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Es gibt Handlungen, die haben einen kleinen positiven Effekt (kurzfristig), aber ein hohes Risiko, dass man langfristig überproportional hohe Kosten zu tragen hat. Beim Autofahren eine SMS zu schreiben, wäre ein Beispiel. Oder ungeschützten Sex zu haben. Kurzfristig schön, aber langfristig kann dir das dein Leben ruinieren.

Und dann gibt es Handlungen, bei denen ist es umgekehrt: Die kurzfristigen Kosten sind gering, aber die langfristigen positiven Effekte können überproportional hoch sein. Ein Buch zu lesen, wäre ein Beispiel dafür. Bücher sind sehr billig in Relation zu der Chance, wie tiefgreifend ein gutes Buch dein Leben verändern kann. Eines der Bücher, die mein Leben am stärksten (positiv) verändert haben, habe ich um ein paar Euro am Flohmarkt gekauft.

Die Konsequenz daraus? Mach keine dummen Sachen. Lies lieber ein Buch.

Was ich in meinem „Papa-Monat“ gelernt habe

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Im Mai 2016 bin ich zum ersten Mal Papa geworden. Deshalb habe ich mir das ganze Monat Mai frei genommen –  als „Papa-Monat“. Das war eine spannende und lehrreiche Erfahrung.

Für all jene, die interessiert, wie es mir dabei ergangen ist bzw. für alle Nachahmer habe ich in diesem Artikel meine fünf wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst.

(mehr …)

Geld ist (nicht) wichtig

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Ein Gedanke von Roman Kmenta: Viele Lifestyle Entrepreneure begehen den Anfängerfehler, dass sie Geld nicht wichtig (genug) nehmen.

Es ist in unserer Gesellschaft ein weit verbreitetes Phänomen, dass man schief angeschaut wird, wenn man sagt, man will (auch) finanziellen Erfolg haben. Es kommt viel besser an, wenn man sagt: “In meinem Business geht es nicht ums Geld. Geld ist mir nicht wichtig.”

Aber: Geld ist wichtig.

Wenn du Geld nicht ernst nimmst, wird’s nicht zu dir kommen.

Es ist alles schon da

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Manchmal denkt man, dass man für den Erfolg im Business noch etwas Bestimmtes braucht: Wenn das noch da wäre, dann…

Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass dieses vermeintlich fehlende Puzzlestück längst da ist. Es ist vor unserer Nase, und wir sehen es nicht.

Wenn wir es sehen könnten, wäre plötzlich auch unsere Ausrede weg. Dann lägen Erfolg oder Misserfolg allein in unserer Hand.

Dann lieber das Offensichtliche nicht wahrnehmen…

Worauf es ankommt

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Ich habe unlängst einen Gründer gefragt, der vor einem halben Jahr gegründet hat, was er aus seiner heutigen Sicht Neugründern raten würde.

Seine Antwort:

  • Mut
  • Fokus
  • Keine zu hohen Erwartungen am Anfang
  • Optimismus
  • Und, am wichtigsten: Geduld

Mach einfach deine Arbeit

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Ohne Drama. Ohne Ego.

Mach einfach das, was du gesagt hast, dass du machen wirst. Halt deine Versprechen und tu das, was dazu notwendig ist.

Das ist alles, was von dir verlangt ist. Das reicht.

Wollen wir uns trennen?

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Folgendes Gedankenexperiment:

Du bist Trainer*in und sitzt in einem Meeting mit einem langjährigen Kunden. Aus scheinbar heiterem Himmel fragst du den Kunden: “Sagen Sie, möchten Sie nicht mal was Anderes machen? Möchten Sie nicht mal einen anderen Trainer versuchen?” Du bietest deinem Kunden also aktiv an, sich von dir zu trennen.

Verrückt? Könnte man meinen. Aber bei genauerem Hinsehen könnte das sogar eine sehr schlaue Idee sein.

Wenn der Kunde nämlich sagt: “Ja, Sie haben recht, wir wollen in Zukunft mit jemand anderem zusammenarbeiten”, dann hast du zwar den Kunden verloren, aber du hast dir seinen größtmöglichen Respekt erworben, dass du den Punkt von dir aus angesprochen hast. Du hättest diesen Kunden nämlich wahrscheinlich früher oder später sowieso verloren.

Die meisten Kunden wollen gar nicht wechseln – und doch verändert allein der Vorschlag der Trennung die Beziehung. Es ist ein bewusstes, erneuertes “Ja”, das du dir da abholst. Der Kunde entscheidet sich in diesem Moment bewusst nochmals für dich und spricht dir weiterhin sein Vertrauen aus.

Vor dieser Strategie würden wohl die allermeisten Trainer*innen zurückschrecken, weil ihnen das Risiko zu hoch ist, den Kunden tatsächlich zu verlieren. Die Kunden könnten ja sagen: “Stimmt, Sie haben recht, lassen Sie uns die Zusammenarbeit beenden.” Aber: Das wäre sowieso gekommen. So kommt man wenigstens mit Souveränität aus der Affäre. Dieses Standing, dieses Selbstbewusstsein wird nachhaltig beeindrucken.

Und: Gar nicht wenige Kunden werden nach so einer Trennung wieder zurückkommen, wenn sie draufkommen, dass der neue Kooperationspartner dieses Standing nicht hatte…

Den Markt erziehen

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Wer einen völlig neuen Markt erschließt oder ein vollkommen neues Produkt launcht, der hat Problem: Er muss den potenziellen Kunden erst einmal erklären, was das überhaupt ist und wozu das gut sein soll.

Es ist relativ leicht, ein neues Nagelstudio zu eröffnen, weil man den potenziellen Kundinnen nicht mehr erklären muss, was ein Nagelstudio ist oder tut.

Aber die Pioniere unter uns haben die wichtige und anstrengende Aufgabe, den Markt erst mal zu „unterrichten“, bevor sie verkaufen können.

Digitale Lehre

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Ich glaube, die größte Herausforderung in der digitalen Lehre für Lehrer*innen und Trainer*innen, die ihren Beruf lieben, ist der stark eingeschränkte Rückkanal.

Ein Lehrvideo aufzunehmen ohne zu sehen, ob das, was man sagt, auch verstanden wird. Ein Webinar zu halten und vor zwanzig abgeschalteten Webcams zu sitzen. Einen Podcast aufzunehmen und zwanzig Minuten ohne Rapport in ein Mikrofon zu sprechen… Das ist alles nicht einfach, gerade für Lehrer*innen, denen ihre Arbeit am Herzen liegt.

Das ist auch der Grund, warum sich so viele meiner Kolleg*innen danach sehnen, so bald wie möglich wieder in den Seminarraum und in das Klassenzimmer zurückzukehren zu. Um endlich wieder das direkte Feedback der Schüler*innen zu spüren, um endlich wieder in Interaktion mit den Teilnehmer*innen zu kommen.

Wer wird digitale Lehre auch dann noch professionell und aus vollem Herzen machen, wenn wir nicht mehr durch den Virus dazu gezwungen sind?