­čÄÖ Roman Kmenta: Spa├čfrei erfolgreich?

Interview mit Markus Cerenak; Ein Business das l├Ąuft Podcast #149, 3. November 2020

Zum Podcast (Video)

Eine kritische Diskussion ├╝ber die Idee „Do what you love and you’ll never work a day in your life.“

  • Markus Cerenak hat das mit seiner „Rebellion gegen das Hamsterrad“ vor 7 Jahren auch mit-angezettelt.

Wie sieht Markus Cerenak den Slogan „Mach, was dir Spa├č macht und mach ein Business daraus.“ heute?

  • Im Jahr 2014 hat er sogar einen Online-Kurs dazu gemacht.
  • Dass die intrinsische Motivation  der Hauptantrieb f├╝r die Unternehmensgr├╝ndung sein soll, das sieht er immer noch so. Die eigentliche Dienstleistung, das Kernprodukt soll sich nicht wie Arbeit anf├╝hlen.
  • ABER: Das Management, die Business-Seite kommt da noch dazu. „Das sagt keiner dazu.“
  • Ein Solounternehmer muss Vision├Ąr, Manager und Facharbeiter in einem sein. Wenn man immer nur Vision├Ąr ist, dann lebt man seine Leidenschaft, aber das ist zu wenig, denn: „Bei allem Respekt… Irgendwer muss ja auch den Job machen. Irgendwer muss den Manager geben, und irgendwer muss die Facharbeit machen.“
  • Als Solopreneur ist man alle drei Rollen in Personalunion. „Wenn du eines dieser drei Dinge nicht gut machst, dann funktioniert’s nicht.“
  • Manager und Facharbeiter sind die Aufgaben, die oft nicht so viel Spa├č machen, „die nicht ganz oben auf der Leidenschaft-Bucket-Liste stehen“.

„Der erste b├Âse Aspekt“: Was dir nicht wie Arbeit vorkommt, findet auch kein Ende.

  • Das wird einem mitunter erst „nach geraumer Zeit, ich m├Âchte fast sagen vielleicht sogar nach Jahren“ klar.
  • Man investiert so viel Zeit, weil man es so gerne tut, dass man nichts Anderes mehr macht. Und wahrscheinlich auch mehr Zeit als notwendig w├Ąre, wenn man das Ganze mit etwas mehr Distanz betrachten w├╝rde.
  • „Never fall in love with your product“ => Gefahr des Perfektionismus
  • Wenn du den Computer zuklappen m├╝sstest und mal nicht mehr machen d├╝rftest, was du ach so gerne machst: Wei├čt du dann noch etwas mit dir selbst anzufangen? „Was soll ich denn sonst machen?“

„Das zweite gro├če Problem“: Du tust nur die Dinge, die du gerne tust.

  • „Du wirst die Dinge, die nicht zu deinem Leidenschafts-Business geh├Âren, entweder verschieben, gar nicht machen – und zwar so lange gar nicht machen, bis man auf die Fresse fliegt – oder man macht’s schlecht. Und das kann in einem Business nicht funktionieren.“
  • „Meistens sind die halbherzigen Dinge die, die am Ende des Monats, am Ende des Jahres die Probleme schaffen.“
  • Diese Dinge m├╝ssen gemacht werden, „damit das Business l├Ąuft“.
  • Das sagt auch Ernesto Sirolli genau so mit seiner Trinity of Management (P-M-FM)

M├Âgliche L├Âsungen:

  • Automatisieren, Software, Tools
  • Checklisten und Prozesse
  • Hacks, damit auch die „unlustigen“ Dinge ein bisschen Spa├č machen. In eine Form bringen, die „ein St├╝ck weit appealing ist“.
  • Auslagern

Wenn es um Leidenschaft und Business geht, dann hat RK das Gef├╝hl, dass es T├Ątigkeiten gibt, die „mehr Sex-Appeal haben als andere. Im Moment habe ich das Gef├╝hl, alle tun irrsinnig gerne coachen und Leuten helfen und so – wogegen ja grunds├Ątzlich auch nicht spricht, was aber dazu f├╝hrt, dass es einen ├ťberhang an Ideen und Bet├Ątigungen gibt, die halt sexy sind und vielen Leuten Spa├č machen.“

  • In diesen Bereichen „pr├╝geln sich die Leute um den Markt – hei├čt nicht, dass nicht immer noch gen├╝gend da w├Ąre…“ MC: „Nein, glaube ich nicht, ist nicht genug da. Aber ist ein anderer Kaffee.“
  • Gleichzeitig will die Dinge, die „unsexy“ sind, niemand machen. Dabei w├Ąren diese Dinge rein von der Business-Seite her mitunter viel spannender und profitabler. RK nennt das Beispiel eine Sch├Ądlingsbek├Ąmpfungsfirma. „Da ist mehr Geld drinnen. Da pr├╝gelt sich nicht alle drum, das will nicht jeder machen, und wenn man es  tut, dann kann man tendenziell mehr verlangen.“

MC: „Das Grundkonzept des „Mach das, was dir Spa├č macht, und mach ein Business draus“, das kann ja nicht f├╝r alle funktionieren. Period.“

  • „Es gibt Arbeiten auf dieser Welt, die m├╝ssen gemacht werden und die machen niemandem Spa├č.“
  • MC gibt sich inzwischen gel├Ąutert: „Ich finde es ein St├╝ck weit ├╝berheblich, diesen Aspekt wegzulassen.“
  • Viele dieser ungeliebten Jobs werden von Menschen gemacht, „die keine Wahl haben, die keine Alternative haben und deswegen Jobs machen m├╝ssen, die schlecht bezahlt sind und unsexy“. Die nennt man dann oft „Systemerhalter“.
  • RK h├Ąlt dagegen: „Selbst, wenn’s alle versuchen w├╝rden, w├╝rden’s eh nicht alle schaffen.“ – „Das sowieso. Das kommt ja noch dazu.“

Zur Frage: Spezialist oder Generalist?

  • Spezialisierung in der T├Ątigkeit: „Das Business bleibt Spezialist, man selbst muss generalisierter werden“.
  • Um z.B. die M├Âglichkeiten der Automatisierung f├╝r sich zu nutzen, „da muss man in die Generalisierung“, um das Know-How zu erwerben und gewinnbringend einsetzen zu k├Ânnen.

Das Leidenschafts-Business „ist halt doch Arbeit“. Zu glauben, es w├Ąre keine , ist eine Illusion.

  • MC h├Ąlt Selbstdisziplin f├╝r einen der allerwichtigsten Erfolgsfaktoren: Die notwendigen Dinge zu dem Zeitpunkt auch wirklich zu machen, an dem man sie sich vorgenommen hat, „ist fast ein Garant f├╝r den Erfolg“.

MC: „Wenn du etwas findest, das dein Ding ist, dann mach was draus, weil dann hast du im Vergleich zu sehr, sehr vielen Angestellten/Selbst├Ąndigen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Es gibt n├Ąmlich da drau├čen unglaublich viele Selbst├Ąndige – Angestellte sowieso -, die nicht machen, was ihr Ding ist.“

  • Leidenschaft im Business ist also immer noch „the best bet“ – wenn man die Rahmenbedingungen, die heute besprochen wurden, im Hinterkopf beh├Ąlt.