Tag#LifestyleBusiness

Falsche Sicherheit

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Stefanie Stahl sagt: Unser Gehirn verwechselt (leider) vertraute Situationen mit Sicherheit. Was wir kennen, fühlt sich sicher an. In gewohnten Umgebungen/Beziehungen/Aufgaben fühlen wir uns selbstbewusster.

Daher bleiben wir Solopreneure leider zu oft in unseren gewohnten Mustern hängen. Weil wir uns mit ihnen sicher fühlen.

Aber nicht, weil sie für unser Solo-Business hilfreich wären.

Launenhaft

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Das Problem der meisten Ein-Personen-Unternehmen: Wir machen nur, was uns gerade freut.

Und wenn uns morgen was anderes freut, dann machen wir das.

Wir verschenken ganz viel Potenzial (am Markt), weil wir so inkonsequent sind.

Die Folgen deiner Positionierung

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Matthias Barth fragt: Was machst du eigentlich, NACHDEM deine Positionierung steht?

Weil: Deine Positionierung funktioniert nur, wenn du sie auch durchziehst. Von der Website über LinkedIn bis hin zum Erstgespräch mit einem potenziellen Kunden.

Hat das eine einheitliche Linie? Gibt es einen roten Faden? Sagst du in allen Kontexten das Gleiche?

Und: Wie leicht bist du zu überreden, einen Auftrag anzunehmen, der überhaupt nicht zu deiner fein säuberlich ausgearbeiteten Positionierung passt?

Sprachverstärker

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Viele Menschen hören im Alter schlecht. Das ist nicht ihr Verschulden, aber viele nehmen es persönlich.

Hörgeräte sind in diesem Fall äußerst nützliche Geräte. Sie helfen Menschen dabei, weiterhin an Unterhaltungen (und damit am sozialen Leben) teilzunehmen. Eine äußerst sinnvolle Sache, die aber gleichzeitig viel Widerstand erzeugt – selbst bei den Menschen, die eigentlich am meisten von einem Hörgerät profitieren würden.

Unlängst habe ich eine Anzeige von Hansaton gesehen, die ich spannend finde. In dieser Anzeige wurden spezielle Hörgeräte mit “Sprachverstärker-Funktion” beworben. Und ich habe mir gedacht: Das ist eine sehr smarte Idee.

Das Wort “Hörgerät” hat nämlich einen leicht anklagenden Unterton. Schließlich ist es mein Problem, wenn mein Hörvermögen nicht mehr wie früher funktioniert. Es ist ein Defizit meines Körpers, es ist eine Schuld.

“Sprachverstärker” hingegen ist viel weniger beschämend. Es ist nicht meine Schuld, wenn die anderen Menschen zu leise sprechen, dass man sie vernünftig verstehen könnte. Es ist deren Schuld, und mit einem “Sprachverstärker” kann ich das Defizit anderer Menschen ausgleichen.

Rein technisch gesehen ist zwischen einem “Hörgerät” und einem “Sprachverstärker” wahrscheinlich ganz wenig Unterschied.

Aber der Unterschied in den Storys, die sich schwerhörige Menschen über diese beiden Geräte erzählen, ist gewaltig.

Ein bisschen schöner

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Ja, wir sind Solopreneure aus gutem Grund. Wir lieben die Freiheit und die Unabhängigkeit und die Flexibilität.

Aber manchmal tut es auch uns richtig gut, wenn wir uns mit anderen zusammenschließen. Wenn wir gemeinsam eine Idee entwickeln oder umsetzen oder verbessern.

Denn: „Alleine schafft man’s, aber nicht so schön. Und nicht mit so viel Liebe und Tiefe”, sagt Valerie Pachner.

Der Kampf um knappe Ressourcen

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Bei der Hauptversammlung von Manner forderte unlängst ein Kleinaktionär mehr Produktinnovationen. Nach dem Motto: Wenn wir mehr neue Produkte herausbringen, dann kaufen die Leute auch mehr.

Aber: Ein neues Produkt ist nicht einfach ein zusätzlicher Umsatzbringer. Ein neues Produkt ist ein weiteres Produkt, das auf einem stark umkämpfen Markt um Regalmeter kämpft. Ein weiteres Produkt, das beworben werden will, das Aufmerksamkeit braucht — von Händler:innen, von Konsument:innen, vom eigenen Vertrieb.

Diese Aufmerksamkeit kommt nicht aus dem Nichts. Sie kommt aus demselben Budget, aus dem auch allen anderen Manner-Produkte schöpfen.

Die eigentliche Frage lautet also nicht: Neue Produkte — ja oder nein? Die Frage lautet eher: Was ist der bessere Einsatz unserer begrenzten Ressourcen — ein etabliertes Produkt weiter stärken oder die Wette auf ein neues eingehen?

Diese Frage ist eine ständige strategische Abwägung. Und ein Spannungsfeld, das vielen Kleinaktionären überhaupt nicht bewusst ist.

Zwei verschiedene Jobs

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Aktivierung und Branding sind zwei verschiedene Marketing-Jobs, die häufig verwechselt werden.

Aktivierung bedeutet: Jemanden, der gerade kaufbereit ist, zum Kauf zu bewegen. Ein Rabatt. Ein Aufsteller im Supermarkt. Eine zeitlich begrenzte Aktion. Aktivierung wirkt sofort und führt direkt zu Umsatz.

Branding bedeutet: Dafür sorgen, dass jemand überhaupt kaufbereit wird — und zwar für dich, nicht für irgendjemand anderen. Branding ist das, was im Kopf passiert, bevor jemand zum Kaufen aktiviert wird. Branding baut Vertrauen auf und sorgt für Wiedererkennung. Das dauert natürlich, und es lässt sich auch nicht direkt messen.

Aktivierung und Branding sind beide notwendig. Aber sie arbeiten auf unterschiedlichen Zeitachsen.

Ich wünschte, das wäre allen Gründer:innen klar.

Wer mit KI verdient

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Ich habe als Gründungsberater gerade viel mit Geschäftsmodellen zu tun, in denen KI eine zentrale Rolle spielt.

Das größte Problem mit KI-Geschäftsmodellen sind die Daten. Wo bekommt die KI die Daten her, die qualitativ hochwertig genug sind, um z.B. einem Rechtsanwalt oder einem Architekten echt zu helfen? Wer hat diese Daten, und welchen Anreiz hätte er, diese Daten an eine KI weiterzugeben?

Das bedeutet: Wirklich reich werden mit der KI vor allem die Besitzer von Daten bzw. die Menschen mit dem wertvollen Wissen, das in die KI gespeist wird.

Die leicht verfügbaren Daten sind abgegrast. Jetzt geht es an die wirklich wertvollen Daten. Und die sind halt in den meisten KI-Modellen (noch?) nicht verfügbar, mit denen meine Gründer:innen ihr Business aufbauen wollen.

Trugschluss

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Kunden, die am Anfang „von selber“ kommen, sind gefährlich.

Weil man glauben könnte, es geht immer so weiter. 

Dienstag, 15:47 Uhr

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Adam Mastroianni beschreibt ein Phänomen, das wahrscheinlich eines der am meisten unterschätzten Probleme beim Selbständigmachen ist: Wir denken über Jobs und Geschäftsideen auf einem Abstraktionsniveau nach, das mit der Realität wenig zu tun hat.

„Ich bin die Schnittstelle zwischen KMU und KI.” Okay. Aber was hast du heute Vormittag gemacht? Was machst du gleich danach? Nicht abstrakt, sondern ganz konkret. Nicht meta, sondern hands-on!

Mastroianni nennt das Unpacking — Entpacken. Es ist Dienstag, 15:47 Uhr, und du machst deinen Job. Was tust du gerade ganz konkret? Und: Taugt dir das? Willst du es morgen wieder machen? Ist das der Grund, warum du in der Früh voll Energie aus dem Bett gehüpft bist? Ist das der Grund, warum du dich selbständig gemacht hast?

Keine Menge Willenskraft und Disziplin trägt dich durch ein Leben voller solcher Dienstagnachmittage, wenn du das Tun an sich nicht taugt.

Frag also nicht: Will ich selbständig sein? Sondern: Will ich tun, was die Selbständigkeit täglich von mir verlangt?

Der Kaffeebohnen-Test

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Adam Mastroianni hat eine einfache Methode entwickelt, um herauszufinden, ob jemand wirklich weiß, was er will. Er nennt sie die Coffee Beans Procedure.

Sie funktioniert so: Wenn ihm wer sagt, er wolle unbedingt irgendwann sein eigenes Kaffeehaus eröffnen, stellt er eine einzige Frage: „Wo wirst du deine Kaffeebohnen kaufen?” Wenn darauf keine blitzschnelle und eindeutige Antwort kommt, fragt er weiter: Welche Espressomaschine? Welche Software für die Buchhaltung? Was tust du, wenn deine Kellnerin um 6 Uhr früh anruft und sich krank meldet?

Adam Mastroianni geht es nicht darum, jemanden bloßzustellen. Sein Punkt ist: Das ist dein Alltag als Kaffeehaus-Betreiber:in. Nicht das entspannte Plaudern mit Stammgästen beim Melange. Sondern Kaffeebohnen, Schichtpläne, Finanzamt.

Wer diese Fragen nicht interessant findet — nicht einmal ein bisschen —, sollte besser nie ein Kaffeehaus aufmachen.

Schneckenrennen

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Viele Solopreneure sind unzufrieden mit dem Tempo, mit dem ihr Business wächst.

Wenn du schneller vorankommen willst, dann musst du dir Hilfe holen von Leuten, die dir Arbeit abnehmen. Und dafür Geld in die Hand nehmen.

So einfach ist das.

Projekt-Ruinen

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Ein Projekt wird begonnen, dann zurückgestellt, dann vergessen — ohne dass jemand je gesagt hat: “Das machen wir nicht mehr.” Das Projekt existiert noch, aber niemand arbeitet mehr daran. So entstehen “Projekt-Ruinen”.

Das Problematische ist der Gewöhnungseffekt. Die erste Ruine fühlt sich noch unangenehm an. Bei der fünften ist das Halbfertige zum Normalzustand geworden. Und genau das ist die eigentliche Gefahr: nicht das einzelne unfertige Projekt, sondern dass das Unfertige aufhört, aufzufallen. So entstehen fragmentierte Businesses.

Die Projekt-Ruinen verschwinden vielleicht aus deinem Arbeitsablauf, aber nie ganz aus deinem Bewusstsein. Sie binden weiterhin mentale Energie — unsichtbar, aber unablässig.

Das Gegenmittel ist wahrscheinlich nicht, Projekte konsequenter zu Ende zu bringen. Wir sind alle nur Menschen.

Das Gegenmittel wäre, weniger anzufangen. Oder verlorene Projekte bewusster zu Grabe tragen.

[Danke Monika Birkner für diesen Gedanken.]

Falsches Marketing

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Viele Selbständige tun sich schwer mit Marketing.

Das hat viele Gründe. Einer davon ist, dass sich viel Marketing-Kommunikation irgendwie falsch anfühlt.

Zum Beispiel: Man folgt jemandem auf Instagram, weil der Content gut ist — und drei Minuten später kommt eine Automatik-DM: “Hey, danke fürs Folgen! Darf ich fragen, womit du gerade kämpfst?”

Deshalb suchen viele Solopreneure nach einem anderen Marketing. Ein Marketing, das “normal” ist. Nicht so künstlich. Auf Augenhöhe. Ohne diesen schalen Beigeschmack.

Das Problem ist nicht die DM oder die Formulierung. Das Grundübel ist die Haltung dahinter. Eine Haltung, die den anderen zuerst als Lead sieht und erst dann als Mensch (vielleicht).

“Menschliches Unternehmertum” bedeutet also auch, Marketing so zu betreiben, wie man es selber gerne – als Kund:in – erleben würde. Und das nicht ausnahmsweise, sondern grundsätzlich und immer.

Mit Haltung eben.

Mehr Haltung!

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Daniel Friesenecker sagt: Jahrelang haben wir im Content Marketing gehört: “Sei nützlich! Mach Content, der bei deinen Kund:innen Nutzen stiftet!” 

Aber, sagt Daniel Friesenecker: Dieser Ansatz führt uns mittlerweile in die Irre, weil “nützlich ist ChatGPT auch”.

Inzwischen gehe es viel mehr darum, mit dem eigenen Content Haltung zu zeigen. Für etwas zu stehen. Zu sagen, wer man ist und was man denkt. Und auch mal gegen etwas zu sein.

Mit einem Wort: Viel schneller, deutlicher und direkter auf den Kern zu kommen.

Das Schwafeln können wir ruhig der KI überlassen. Die macht das schneller, besser und billiger.

Bleiben oder gehen

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Beziehungsexpertin Elisabeth Rieder sagt: Du kannst dich erst trennen, wenn du wirklich in der Beziehung warst.

Ich glaube, das gilt auch für die Selbständigkeit.

Du kannst erst sagen, dass die Selbständigkeit nichts für dich ist, wenn du dich wirklich darauf eingelassen hast. Nicht so ein bisschen nebenbei, sondern mit vollem Engagement. Nicht mit einem Fuß draußen.

Natürlich darfst du aufhören. Aber nicht beim ersten Gegenwind. Nicht bevor du wirklich ausprobiert hast, was möglich gewesen wäre.

Wie bei allen wichtigen Dingen im Leben kommst du auch in der Selbständigkeit half-assed nicht weiter.

Anpfiff!

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Das Rampenlicht einer Fußball-WM (alle vier Jahre, für kurze Zeit, meist nur einmal im Leben) ist für uns Lifestyle Entrepreneure ein realistischeres Ziel als die konstante jahrelange ungebrochene Prominenz eines Lionel Messi.