Tag#BWL

Das Online-Business Missverständnis

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Unlängst bin ich über einen Gedanken gestolpert, der mir in dieser Deutlichkeit neu war: Ich bin Gründungsberater. Ich mache Beratungen. Und wenn ich diese Beratungen per Zoom mache, dann ist das — kein Online-Business!

Ein Offline-Business (z.B. eine 1:1-Beratung) in einen virtuellen Raum (z.B. Zoom) zu verlegen ändert den Raum – das Geschäftsmodell bleibt aber gleich.

Das Geschäftsmodell eines echten Online-Business dreht sich um ein einziges Wort: Skalierung. Skalierung bedeutet: Was ich einmal entwickle, kann ich beliebig oft liefern — ohne dass meine Zeit linear mitläuft.

Gründungsberatung ist das genaue Gegenteil davon: Jede Session ist anders, jede kostet mich meine persönliche Lebenszeit, das Skalierungspotenzial geht gegen null.

Zoom ist ein Kanal – kein Geschäftsmodell.

[Danke Stefanie Kneisz für diesen Gedanken.]

Das passiert nur den anderen

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Menschen, die nie zu einer Vorsorgeuntersuchung gehen, tun dies oft aus der ehrlichen Überzeugung, dass sie gesünder sind als der Durchschnitt. Natürlich werden andere Menschen irgendwann krank. Aber ich? Ich nicht.

Bei Gründer:innen beobachte ich ein ähnliches Muster. Dass viele EPUs in den ersten Jahren scheitern, weil sie zu wenig Rücklagen haben und die Wichtigkeit der Liquidität unterschätzen — das wissen sie. Aber das gilt für die anderen. Für sich selbst haben sie eine interne Ausnahmegenehmigung ausgestellt. Als ob die grundlegendsten betriebswirtschaftlichen Gesetze ausgerechnet für sie keine Gültigkeit hätten.

Das ist kein unternehmerischer Mut, und das ist kein Optimismus. Das ist die pure Ignoranz.

Du bist nicht anders als die anderen. Du bist nichts Besonderes. Dich kann es genauso treffen wie alle anderen.

Wo kommen die Zahlen her?

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Spannende Frage in der Gründungsberatung: Bildet der Finanzplan die Geschäftsidee ab?

Oder, anders formuliert: Was hat dein Finanzplan eigentlich mit deinem Geschäftsmodell zu tun?

Meine Beobachtung: Businessplan und Kalkulation sind meistens vollkommen entkoppelt. Es wird eine Kalkulation erstellt, aber die Gründer:innen haben überhaupt keine Anhaltspunkte für die Kosten, die notwendig sind, um ihre Geschäftsidee zum Fliegen zu bringen.

Beispiel: Wie viel Budget du für Social Media Marketing ansetzen musst, hängt davon ab, welche Rolle Social Media in deinem Geschäftsmodell spielt. Was soll Social Media für dich tun – und was wird diese Leistung kosten?

Diese Frage kann dir kaum ein:e Gründer:in beantworten.

Die Rückkehr des Grundsätzlichen

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In unsicheren Zeiten wird das Grundsätzliche (die “Basics”) plötzlich wieder interessant.

Was ist das Grundsätzliche in einem Solo-Business? Im Grunde der BWL-Stoff für Erstsemester. Also: Deckungsbeitrag, Liquidität, Kundenbindung, Pricing, Positionierung. Dinge, die man eigentlich wissen sollte, bevor man über Funnels, Content-Strategien oder Personal Branding nachdenkt.

Aber das Notwendige ist oft das Erste, das übersprungen wird – weil es so unspektakulär klingt.

Wenn die Zeiten ruhig sind, kommt man damit durch. Schlechte Kalkulation? Macht nix, der Umsatz verzeiht’s. Kein klares Wertversprechen? Auch kein Problem, solange wer kauft. Aber: Wenn die Kaufzurückhaltung kommt – wie wir sie gerade spüren –, dann räumt der Markt auf. Nicht böse und nicht ungerecht, aber konsequent.

Das Ärgerliche daran ist, dass viele genau jetzt nach neuen Taktiken suchen. Ein frischer Hook, eine andere Zielgruppe – oder doch ein Podcast? Dabei wäre die richtige Frage: Stimmt eigentlich das Fundament? Verdiene ich an jedem Auftrag wirklich Geld? Wissen meine Kund:innen, wofür sie zahlen? Kann ich drei Monate ohne Neukund:innen überleben?

Die “Basics” werden nicht trendiger. Aber sie waren immer die Voraussetzung für alles andere – was man meistens erst dann merkt, wenn sie fehlen.

Die Tragik der Kakao-Bauern

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Schokolade ist ein Produkt, das eine extrem lange Wertschöpfungskette hat. Es sind viele Hände im Spiel, jeder will etwas verdienen.

Die kleinen Kakaobauern in Côte d’Ivoire und Ghana sind in diesem Spiel die ärmsten Hunde. Sie verdienen meist gerade genug, um zu überleben. Aber sie haben kein Geld für Investitionen, um etwas an ihrer Situation zu ändern (Anbaumethoden, Klimawandel, Schädlinge etc.).

Warum? Weil diese Bauern zu vereinzelt sind. Sie haben als kleiner Familienbetrieb keine Verhandlungsmacht gegen die Big Player. Ein Weg da heraus wäre, Kooperativen und Genossenschaften zu stärken, in denen sich diese Bauern zusammentun. Durch die econmies of scale, die dabei entstünden, könnten sie sich gemeinsam z.B. eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung leisten.

Solange sie allein bleiben und sich gegenseitig als Konkurrenten sehen, wird sich an ihrer prekären Situation nichts ändern.

(Und was für die Kakaobauern in Westafrika gilt, gilt ohne Abstiche auch für EPUs in Österreich.)

PS: Don’t buy cheap chocolate – auch nicht zu Ostern.

Preis und Zahlung

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Das eine ist der Preis, das andere sind die Zahlungsbedingungen.

Es kann gut sein, dass dein Lieferant bereit ist, einen geringeren Preis hinzunehmen, wenn er das Geld schneller bekommt.

Oder, anders formuliert: Je länger er auf sein Geld warten muss, desto weniger wird er bereit sein, einen Rabatt zu geben.

Und, nochmal anders formuliert: Wenn du deinen Lieferanten besonders schnell bezahlst, dann freut er sich meistens. Und dann darfst du ihn auch um eine kleine Belohnung dafür fragen. (Das nennen wir im Rechnungswesen übrigens “Skonto”.)

Der Installateur, der keine Rohre kennt

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Meine Beobachtung als Gründungsberater: Die meisten Marketing-Probleme sind keine Marketing-Probleme.

Wer keine Kund:innen gewinnt, glaubt oft, das falsche Tool zu nutzen. Falscher Newsletter-Anbieter. Falsche Posting-Zeit. Falscher Hashtag. Also wird optimiert, experimentiert, gebucht – neues Webinar, neue Strategie, neues Glück. Aber: Das eigentliche Problem sitzt tiefer.

Das Problem liegt im Geschäftsmodell. Kein klares Angebot. Keine definierte Zielkunden. Keine Klarheit, wofür die Kunden eigentlich bezahlen sollen.

Das sind alles keine Marketing-Fragen. Das sind Grundlagenfragen. Und wer sie nicht beantwortet hat, dem hilft auch der beste Marketing-Kurs nichts – so wie einem Installateur, der keine Rohre kennt, ein neues Werkzeug wenig nützt.

Klar: Symptome behandeln ist einfacher als Ursachen suchen. Und die Anbieter von Marketing-Kursen wissen das.

Die unsichtbare Gehaltsformel

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Im Kapitalismus werden jene Berufe am besten bezahlt, die am meisten Profit für andere erwirtschaften.

Für mich war das unlängst ein Aha-Erlebnis. Nicht weil ich’s nicht gewusst hätte, sondern weil diese Formulierung aus dem Podcast “Wohlstand für alle” so präzise trifft, wie unser kapitalistisches Wirtschaftssystem tickt.

Als Pfleger:in, Lehrer:in oder Hortpädagog:in arbeitest du in Branchen, in denen du von der Profitmaximierung strukturell ausgenommen bist. Du leistest gesellschaftlich wertvollen Beitrag, bist “systemrelevant”, aber deine Aufgabe ist es nicht, zum Gewinn der Organisation, für die du arbeitest, beizutragen.

Aber: Dass du in deinem Job von Umsatzdruck und Gewinnmaximierung konsequent befreit bist, bezahlst du mit deinem Einkommen.

Fußspuren

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Ich unterrichte BWL, aber ich sage meinen Studierenden immer: Unternehmen sind von Menschen für Menschen gemacht.

Die Zahlen sind nur die Fußspuren ihrer Entscheidungen.

Der Dämon, der bleibt

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Unlängst saß ich mit Sonja im KHM vor einem Altarbild von Peter Paul Rubens. Ignatius von Loyola treibt dort Dämonen aus – hoch dramatisch, wie immer bei Rubens.

Sonja erzählt mir dabei von einer Party, wo jemand von einem bevorstehenden Retreat geschwärmt hat. Ziel: die eigenen Dämonen nähren. Nicht besiegen, nicht austreiben wie in diesem Altarbild – nähren. Mit ihnen in Dialog treten, sie verstehen, mit ihnen leben lernen.

Und Sonja fragt mich: Warum sollte man seine Dämonen nähren wollen – und nicht austreiben?

Meine spontane Antwort: Weil sich mit einem Dämon, der nie ganz verschwindet, länger Geschäft machen lässt.

Das ist keine Kritik an dieser spirituellen Praxis, dafür verstehe ich davon viel zu wenig. Es geht mir um ein strukturelles Muster: Systeme, die von Problemen leben, haben oft wenig Interesse an endgültigen Lösungen. Ein ausgetriebener Dämon ist ein verlorener Kunde. Ein genährter Dämon kommt zum nächsten Workshop und bucht das Follow-up-Retreat.

Das gilt für Coaching, für Therapien – und auch für Gründungs- und Unternehmensberatung. Und nicht zuletzt für einen großen Teil dessen, was wir “Selbstoptimierung” nennen.

Die Frage ist nicht, ob der Ansatz funktioniert. Die Frage ist: Wer profitiert davon?

Good Companies

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Transparenz ist der simpelste Lackmustest für Good Companies. Wer transparent sein kann, hat nichts zu verbergen. Wer nicht transparent sein kann – weil ihm sonst Gegenwind entgegen blasen würde – der kann keine Good Company sein. So einfach ist das.

Good Companies müssen nichts verstecken. Keine fragwürdigen Lieferketten, keine ausbeuterischen Arbeitsbedingungen, keinekreative Buchführung. Sie können ihre Zahlen zeigen, ihre Prozesse offenlegen, ihre Entscheidungen erklären.

Nicht, weil sie besonders mutig sind, sondern weil es schlicht nichts gibt, wofür sie sich genieren müssten..

Das Umsetzungs-Paradox (3/3): Das Ende der To-Do-Listen-Pädagogik

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Kathrin Gildner sagt: Viele Solopreneure spüren einen mentalen Overload durch die unendliche Anzahl an Dingen, die sie machen müssten, könnten, sollten. Noch ein Framework, noch eine Methode, noch eine Strategie auf der eh schon viel zu langen Liste.

Sie meint deshalb, dass die klassische “Hier sind 5 Schritte”-Pädagogik´ nicht mehr funktioniert, denn eine “neue Methode” wird nicht mehr als Hilfe, sondern als Last empfunden.

Was Solopreneure stattdessen brauchen: Reduktion, nicht Addition. Nicht “Was könnte ich noch machen?”, sondern “Was kann ich weglassen?” Nicht “Welche Strategie fehlt mir noch?”, sondern “Wie bekomme ich dorthin, wo ich eigentlich hin will?”

Die Antwort darauf ist nicht noch irgendein Online-Kurs, den keiner braucht. Das infinite game des Solopreneurship erfordert eine neue, eine andere Didaktik. Eine, die nicht ständig neue Baustellen aufmacht, sondern hilft, auf den bestehenden Baustellen voranzukommen.

Stecker gezogen

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Der Musiksender MTV wird eingestellt.

MTV ist damit ein weiteres Beispiel dafür, dass im Business regelmäßig das Undenkbare passiert.

Als ich ein Jugendlicher war, war MTV ein integraler Teil der Pop-Kultur. Nicht wegzudenken. Omnipräsent. Dass es MTV irgendwann nicht mehr geben könnte, weil Musikvideos im TV niemanden mehr interessieren… In den 1990er-Jahren unvorstellbar!

Joseph Schumpeters “kreative Zerstörung” hat aber auch hier wieder gnadenlos zugeschlagen. Das Gute wird vom Besseren abgelöst. MTV wurde durch YouTube, Spotify und Co. ersetzt. Und die werden ebenfalls von etwas Besserem abgelöst werden.

Auch, wenn wir uns eine Welt ohne YouTube im Jahr 2025 (noch) nicht vorstellen können.

Achtung: Geschenk!

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Im aktuellen brand eins gibt es gerade sehr leiwande Artikel über die Geschenke-Ökonomie und ihre Tücken.

Denn: Geschenke können für den Beschenkten sehr teuer werden – selbst, wenn der Schenkende die besten Absichten hat. Darüber habe ich schon mal gebloggt.

Ein aktuelles Beispiel kommt von Philipp Maderthaner, der mir in seinem Newsletter schreibt:

Ich unterstelle Philipp Maderthaner nichts als die besten Absichten, und dennoch weiß ich: fragphilipp.ai ist für mich nicht kostenlos, egal was er sagt.

Denn: Mit jeder Frage, die ich dem KI-Philipp stelle, lernen KI und Philipp von mir. Ich gebe ihnen kostenlose Informationen von mir. Sie erfahren, was mich beschäftigt, und sie können (und werden) diese Daten dazu nutzen, mir an anderer Stelle kostenpflichtige Angebote zu machen.

Das ist nicht an und für sich verwerflich. So funktioniert Online-Business. Aber gerade im Online-Business sollten wir sehr achtsam sein, wenn uns etwas gratis angeboten wird.

Der Irrtum der demokratischen Zeit

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“Es ist besser, die Studenten warten auf uns als umgekehrt”, sagt unlängst eine Lehrbeauftragten-Kollegin. Klingt arrogant, ist aber die rationale Sichtweise jedes BWLers.

Ihre Zeit ist – gemessen am produktivem Output pro Minute – objektiv wertvoller. Wenn sie auf 20 Studierende wartet, verschwendet sie hochproduktive Zeit. Wenn 20 Studierende ein paar Minuten auf sie warten, nutzen die meisten diese Minuten für Instagram oder zum Plaudern. Der volkswirtschaftliche Schaden tendiert gegen null.

Nicht alle Minuten sind gleich viel wert. Das mag arrogant klingen, negiert aber nicht die Tatsache. Die simple Frage dahinter: Was würde in dieser Zeit sonst produziert?

Schwächen ausnützen

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Der Markt gibt Unternehmen einen starken Anreiz, auf die Schwächen der Menschen einzugehen und von ihnen zu profitieren — und nicht, diese Schwächen zu mindern oder gar zu beseitigen.

Davon lebt z.B. nicht nur die Tabak-Unternehmen, sondern auch große Teile der Lebensmittelindustrie.

Es wird immer Unternehmen geben, die dem Menschen das liefert, was er gerne möchte — auch, wenn es ihm eigentlich schadet.

Weil es sich (noch?) zu sehr lohnt.

Kalkulatorische Löhne für Idealisten

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Meine Beobachtung: Die meisten idealistisch motivierten Solopreneure vergessen, ihre eigene Arbeitszeit zu kalkulieren.

Du gründest ein Business, weil du die Welt ein bisschen besser machen willst. Nachhaltigkeit, Gemeinwohl, faire Produkte. Und du denkst dir: “Ich kann ja erstmal auf mein Gehalt verzichten. Für den Anfang.”

Aber: Deine Arbeitszeit kostet Geld. Immer. Auch am Anfang. Auch wenn du sie gerade nicht bezahlt bekommst. Auch wenn du für eine gute Sache arbeitest.

In der BWL nennt sich das kalkulatorischer Lohn. Du rechnest deine Zeit mit einem realistischen Stundensatz in deine Kosten ein – auch, wenn du das Geld gerade nicht ausbezahlst.

Ich sehe das immer wieder in Beratungsgesprächen. Die Rechnung geht auf – aber nur, weil 40 Stunden unbezahlte Idealismus-Arbeit pro Woche nicht mitgerechnet wurden.

Das funktioniert vielleicht ein Jahr. Oder zwei. Aber dann brennst du aus.

Ein Business, das nur funktioniert, wenn du dich selbst ausbeutest, ist kein nachhaltiges Business. Das ist ein Hobby mit Existenzangst.

Fachkräfte-Überschuss

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Jahrelang hat man gehört, dass der sogenannte “Fachkräftemangel” ein Riesenproblem für die österreichischen Industrie sei.

Aktuell liest man darüber nichts mehr. Vielerorts wird Personal abgebaut, z.B. hier.

Und dann wird man in ein paar Jahren genau dort darüber jammern, dass die Fachkräfte fehlen.

Man muss kein Guru sein, um das vorauszusehen.

Versprochen – Gebrochen

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Zalando hat jahrelang mit „Schrei vor Glück oder schick’s zurück!” Kund:innen angelockt. Jetzt drohen sie genau diesen Kund:innen mit Bestellverboten, wenn sie zu oft retournieren.

Das Muster dahinter: Erst bauen sie sich einen Kundenstock mit einem leiwanden Versprechen auf. Dann kommen sie drauf, dass dieses Versprechen zu halten teuer ist. Und dann, wenn sie groß genug sind, streichen sie es wieder – aus Kosten- oder „Nachhaltigkeits”-Gründen.

Es stimmt schon: Wenn du ein großzügiges Versprechen gibst, wird es immer einige geben, die es über Gebühr ausnützen. Aber das musst du dir überlegen, bevor du dein Versprechen gibst. Das war ja abzusehen. Entweder gilt dein Versprechen – oder nicht.

Große Konzerne können sich so ein Theater leisten. Sie schwindeln sich raus, verlieren dabei Vertrauen, aber haben genug Marktmacht, dass es wurscht ist.

Wir Solopreneure können uns das nicht leisten. Wenn wir ein Versprechen geben, müssen wir es halten. Punkt.

Deshalb: Überlege dir vorher, was du versprichst. Kalkuliere die Kosten mit ein. Und dann stehe dazu – auch wenn’s manchmal teuer wird.

Unrentabel

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Der Betriebswirt in mir sagt:

80 % der Tasks auf deiner To-Do-Liste könntest du getrost streichen, weil sie keinerlei Auswirkungen auf deinen Betriebserfolg (= Gewinn) haben.

Mindestens.