Ein Projekt wird begonnen, dann zurückgestellt, dann vergessen — ohne dass jemand je gesagt hat: “Das machen wir nicht mehr.” Das Projekt existiert noch, aber niemand arbeitet mehr daran. So entstehen “Projekt-Ruinen”.
Das Problematische ist der Gewöhnungseffekt. Die erste Ruine fühlt sich noch unangenehm an. Bei der fünften ist das Halbfertige zum Normalzustand geworden. Und genau das ist die eigentliche Gefahr: nicht das einzelne unfertige Projekt, sondern dass das Unfertige aufhört, aufzufallen. So entstehen fragmentierte Businesses.
Die Projekt-Ruinen verschwinden vielleicht aus deinem Arbeitsablauf, aber nie ganz aus deinem Bewusstsein. Sie binden weiterhin mentale Energie — unsichtbar, aber unablässig.
Das Gegenmittel ist wahrscheinlich nicht, Projekte konsequenter zu Ende zu bringen. Wir sind alle nur Menschen.
Das Gegenmittel wäre, weniger anzufangen. Oder verlorene Projekte bewusster zu Grabe tragen.
[Danke Monika Birkner für diesen Gedanken.]
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