Lutz Langhoff: Die Kunst des Feuermachens (2017) đź“™

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Meine Notizen

Kompetenzmodell von Heinz Mandl: “Zum unternehmerischen Denken gehören für ihn vier Bereiche: die kognitiven, motivationsbezogenen, sozialen und organisatorischen Kompetenzen.” (S. 21)

  • Kognitiv: Allgemeine Denk- und Problemlösungsfähigkeit, Kreativität, Lernfähigkeit, Fachkompetenz etc.
  • Motivationsbezogen: Eigeninitiative, zielorientiertes Handeln, Risikobereitschaft, Strategien zur Stressbewältigung etc.
  • Sozial: Kommunikations- und Kooperationskompetenz, FĂĽhrungs- und Durchsetzungsfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft etc.
  • Organisational: Zielanalyse, Arbeits-, Zeit- und Projektplanung, Controlling etc.

Jeder Mensch ist ein Unternehmer: “Denn er unternimmt schon sein Leben. Und das sein Leben lang. Jeder Mensch kann auch ein fähiger Unternehmer im Wirtschaftsleben sein. Jeder verfügt über die dazu notwendige Grundausstattung. Wir alle tragen die Fähigkeiten in uns, unternehmerischen Mut wachsen zu lassen.” (S. 22)

Die “Zerstörer für unternehmerischen Mut”, z.B.: (S. 24)

  • Geldsorgen
  • innerer Schweinehund
  • Ignoranz

🔥 â€śFĂĽr einige Menschen sind sogar die Werte das Ziel.” (S. 38) → Ich habe keine Ziele, ich habe WERTE!

  • Das ist ein ganz spannender Gedanke: Solange ich immer meinen Werten folge, brauche ich mir keine (konkreten) Ziele setzen. Ziele sind willkĂĽrlich, aber Werte sind substanziell.
  • Das einzige Ziel ist, stets seinen (guten) Werten zu folgen.
  • vgl. Podcasts mit James Carse: Infinite Games

Den Traits-Ansatz hält Lutz Langhoff fĂĽr wenig aussagekräftig: “Eine Vorhersage des unternehmerischen Erfolgs anhand dieser Merkmale war nicht möglich. Der charakterbasierte Ansatz ist ein präkärer Indikator (”poor predictor”) fĂĽr Erfolg.” (S. 43)

  • Quelle: Caliendo, Marco; Kritikos, Alexander: Is Entrepreneurial Success Predictable? An Ex-Ante Analysis of the Character Based Approach, 2009
  • “Jede Eigenschaft kann sich erfolgsunterstĂĽtzend oder zerstörerisch auswirken.” (S. 46)

Businessplan-Wettbewerbe: Wie viele Preisträger sind heute noch aktiv? Hätte man auch eine MĂĽnze werfen können?

  • Das wäre mal spannend zu erforschen, ev. mit Deep Research/KI.

Ausgangsvoraussetzungen fĂĽr unternehmerischen Erfolg: (S. 53)

“In allen vier Bereichen können Sie Ihre Erfolgschancen signifikant erhöhen. Denn Studien zeigen, dass es dabei nicht auf perfektes Wissen und Können ankommt, sondern auf die Grundkenntnisse.” (S. 53)

  • Was mir in diesem Modell allerdings fehlt: Lust, ja — aber man braucht auch die Kapazitäten / Ressourcen (verfĂĽgbare Lebenszeit und Lebensenergie) dafĂĽr. Man muss nicht nur wollen, sondern auch können!

NotgrĂĽndung = der GrĂĽnder wird “zum Beispiel durch die äuĂźeren Umstände dazu gezwungen, sich selbständig zu machen”. (S. 58)

  • LL sagt: In dem Fall ist “die Gefahr des Scheiterns groß”.
  • LL sagt auĂźerdem, dass das aber nur 12 Prozent der GrĂĽndungen betrifft (DIW-Wochenbericht vom 5. Mai 2020)

“Ja, die GrĂĽnde fĂĽrs Scheitern liegen oft nicht in unserer Hand. Aber die Verantwortung dafĂĽr — die mĂĽssen wir ĂĽbernehmen. Wer soll es denn sonst tun? Die Ăśbernahme von Verantwortung ist der Preis, den wir fĂĽr unsere Freiheit bezahlen mĂĽssen.” (S. 76)

“Ich kenne einen BWL-Professor aus Mannheim, der noch heute regelmäßig sagt: “Die guten Studenten gehen in die Konzerne oder zum Staat, die Verlierer werden selbständig.” (S. 77)

“Vertrieb ist fĂĽr viele identisch mit Betrug, verkaufen heiĂźt betrĂĽgen. Kundenbetreuung bedeutet Kundenmanipulation! Und das will man nicht. Das Ideal vom “ehrlichen Kaufmann” — es ist verloren gegangen.” (S. 77)

“Sollten Sie nur grĂĽnden, um den Sachzwängen Ihres Arbeitsplatzes zu entfliehen, garantiere ich Ihnen: Sie werden so lange ähnlichen Problemen in der Selbständigkeit begegnen, bis Sie die Verantwortung fĂĽr Ihr Handeln ĂĽbernehmen.” (S. 107)

  • vgl. Horst Zechmeister: Was soll durch die GrĂĽndung besser werden?

Zum Thema Angst: “Ich glaube nicht, dass Angst wirklich der Feind des Mutes ist. Für mich sind vielmehr die Trägheit und die Feigheit die schlimmsten Feinde des Mutes.” (S. 125)

  • “Ich möchte sogar so weit gehen und sagen: Ohne Angst gibt es keinen Mut!” (S. 125)
  • “Wer seine Angst nicht kennt, kann nicht mutig sein.” (S. 125)

Zum Thema Scheitern: “Gönnen Sie sich also die Freiheit, das Scheitern als mögliche Station auf Ihrem Lebensweg anzuerkennen.” (S. 132)

  • Scheitern als Option zuzulassen, kann sehr befreiend sein. ⇒ Nicht gegen das Scheitern ankämpfen, sondern das nehmen, was das Leben einem beschert.
  • “Ich frage Sie jetzt ganz direkt: Was ist so schlimm daran, das Scheitern als Option zu akzeptieren?” (S. 133)
  • “Berufliches Scheitern heiĂźt doch nicht automatisch privates Scheitern. Das wäre meines Erachtens deutlich schlimmer. Lieber eine Insolvenz als eine Scheidung.” (S. 133)

Unternehmerisches Feuer / Unternehmergeist:

🔥 â€śDer Entwicklungsprozess hin zum (unternehmerischen) Mut ist umkehrbar, er kann auch in die andere Richtung verlaufen. Menschen können ihr inneres Feuer verlieren.” (S. 185)

  • Und LL ergänzt später: “Langfristig können wir unseren unternehmerischen Mut nur aufrechterhalten, wenn Kopf und Herz in eine Richtung zielen.” (S. 248)

Typen-Modell: Welcher Unternehmer-Typ sind Sie? (S. 190ff)

Start-TypStay-short-TypStay-long-TypStop-Typ
• = “Unternehmertyp”• kann recht zügig gründen• lange Reise, innerer Schweinehund• “Selbstverhinderer”: Ängste, Disziplinlosigkeit etc. stehen ihnen im Weg.
• Legt los und baut etwas auf. Zieht “sein Ding” durch.• braucht ca. 3 Monate intensives Coaching und Training, um zum “Unternehmertyp” zu werden.• braucht 6–9 Monate intensives Coaching und Training, um in die Nähe des Unternehmertyps zu kommen.• Kennen die “Theorie” des unternehmerischen Denken und Handelns, können es aber nicht umsetzen.

• ⇒ sollten eher nicht gründen!
• 3–5 % der Bevölkerung (in DE)• ca. 30 % der Bevölkerung• ca. 30 % der Bevölkerung• 35–37 % der Bevölkerung

🔥 Bestimmen Sie Ihre Flughöhe!

  • = Was ist der Anspruch an die GrĂĽndung?
  • “Wie hoch wollen Sie eigentlich mit Ihrem unternehmerischen Mut hinaus?” (S. 198)
  • “Von diesem Ziel hängt es ab, welche Investitionen Sie in Ihre Zukunft tätigen und welche Risiken Sie eingehen werden.” (S. 198)
  • Flughöhe ≙ Fallhöhe
  • “Unwahrscheinlichkeitsachse”: “Je höher Sie kommen, desto dĂĽnner wird die Luft und umso unwahrscheinlicher wird es, dass das gesetzte Ziel auch tatsächlich erreichbar ist.” (S. 199)
  • “Sind Sie nun bereit, sich ĂĽber Ihre tatsächliche Flughöhe Gedanken zu machen? Bis wohin wollen Sie hinaus? Und bis wann?” (S. 199)

Branchenkenntnis = Stallgeruch

  • LL sagt, “dass es geradezu einem Himmelfahrtskommando gleicht, unternehmerischen Mut in einem Bereich zu zeigen, den man gar nicht kennt. Es ist dumm, fahrlässig und leichtsinnig.” (S. 214)

LL, der. Soziologe, sagt: “Wer sich eingehend damit beschäftigt, kann sich die betriebswirtschaftlichen Grundlagen leicht erarbeiten. Viel schwieriger, aber ebenso notwendig, wenn nicht noch wichtiger, ist der Umgang mit Menschen. Es ist eine enorme Herausforderung, die Menschen zu verstehen und herauszufinden, was sie wirklich bewegt.” (S. 218)

“Es gibt keine Wirtschaft, Wirtschaft sind Menschen.” (S. 218)

  • vgl. Josh Kaufman: Businesses are created by people for the benefit of other people.

Was fĂĽhrt wirklich zu Wow-Erlebnissen? (S. 222)

  • Freundlichkeit; Hilfsbereitschaft; “einfache Dinge wie Zuhören und Verständnis”
  • “Als wären wir alle sĂĽchtig danach, als Mensch behandelt zu werden.” (S. 222)
  • “Es sind die — scheinbaren — Selbstverständlichkeiten, die zu Wow-Erlebnissen fĂĽhren: Respekt, Freundlichkeit, Höflichkeit, Zuvorkommenheit, unkomplizierter Service und verantwortliches Handeln.” (S. 222)

“Wer etwas ändern will, muss sich klar sein, dass es Widerstand gibt. Ohne die Bereitschaft, Konflikte auszuhalten, den langen Atem zu zeigen und dicke Bretter zu bohren, geht es nicht — egal in welcher Branche.” (Andreas Eckstein; S. 243)

Entspricht die Gründung mir und meinem Selbstverständnis? (S. 254)

  • Ohne Selbstverständnis ist die GrĂĽndung “herzlos und kalt”.

Die wahre USP sind deine Beziehungen!

  • “Mit dem Satz “Zeige mir deine Beziehungen und ich zeige dir deinen Erfolg” beginne ich häufig meine Start-up-Seminare. Und dann blicke ich oft in erstaunte Gesichter. Heute bin ich noch mehr als zu Beginn meiner Laufbahn als Berater davon ĂĽberzeugt, dass die Qualität Ihrer Beziehungen mit Ihrem Erfolg stark korreliert. Vertrauensvolle Beziehungen machen alles schneller, effektiver und zuverlässiger.” (S. 255)
  • vgl. Deine USP
  • vgl. Wer kein Netzwerk hat, zahlt

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