Viele Menschen hören im Alter schlecht. Das ist nicht ihr Verschulden, aber viele nehmen es persönlich.
Hörgeräte sind in diesem Fall äußerst nützliche Geräte. Sie helfen Menschen dabei, weiterhin an Unterhaltungen (und damit am sozialen Leben) teilzunehmen. Eine äußerst sinnvolle Sache, die aber gleichzeitig viel Widerstand erzeugt – selbst bei den Menschen, die eigentlich am meisten von einem Hörgerät profitieren würden.
Unlängst habe ich eine Anzeige von Hansaton gesehen, die ich spannend finde. In dieser Anzeige wurden spezielle Hörgeräte mit “Sprachverstärker-Funktion” beworben. Und ich habe mir gedacht: Das ist eine sehr smarte Idee.
Das Wort “Hörgerät” hat nämlich einen leicht anklagenden Unterton. Schließlich ist es mein Problem, wenn mein Hörvermögen nicht mehr wie früher funktioniert. Es ist ein Defizit meines Körpers, es ist eine Schuld.
“Sprachverstärker” hingegen ist viel weniger beschämend. Es ist nicht meine Schuld, wenn die anderen Menschen zu leise sprechen, dass man sie vernünftig verstehen könnte. Es ist deren Schuld, und mit einem “Sprachverstärker” kann ich das Defizit anderer Menschen ausgleichen.
Rein technisch gesehen ist zwischen einem “Hörgerät” und einem “Sprachverstärker” wahrscheinlich ganz wenig Unterschied.
Aber der Unterschied in den Storys, die sich schwerhörige Menschen über diese beiden Geräte erzählen, ist gewaltig.
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