„Ein Solopreneur ist eine Person, die systematisch Probleme löst – mit Gewinnabsicht.“
Ohne Kunden kein Business. Ohne Umsatz kein Business. Ohne Gewinn kein Business.
Punkt.
„Ein Solopreneur ist eine Person, die systematisch Probleme löst – mit Gewinnabsicht.“
Ohne Kunden kein Business. Ohne Umsatz kein Business. Ohne Gewinn kein Business.
Punkt.
In meinem Büro hängt ein kleines Plakat, wo drauf steht: „Was hast du heute gelernt?“
Das ist mein Reminder, dass ich nicht nur dahinberaten, sondern von Zeit zu Zeit auch innehalten soll. Damit ich nachdenke, was ich hier eigentlich tue – und warum.
Nur: Dafür muss ich mir auch die Zeit nehmen. Ein Tag, an dem das Lernen vor lauter Geschäftigkeit unter den Tisch fällt, ist eine verpasste Gelegenheit.
Schade drum.
“Hauptsache, es passiert etwas!” Das ist ein Leitspruch aus der Medizin: Wenn ein Arzt mit seinem Latein am Ende ist, wird er trotzdem irgendetwas unternehmen.
Der Arzt wird auf jeden Fall irgendeine Untersuchung machen oder irgendeine Therapie versuchen – denn nichts zu tun, wäre noch schlechter. Das würde dem Patienten nämlich den Eindruck vermitteln, dass entweder der Arzt inkompetent oder sein Fall hoffnungslos ist. Beides keine sehr ermutigenden Optionen.
Hauptsache, es passiert irgendetwas. Hauptsache, wir unternehmen irgendetwas – und sitzen nicht nur ratlos herum.
Das mag für Ärzte sinnvoll sein, aber in den seltensten Fällen auch für uns Lifestyle Entrepreneure.
“Ich mach jetzt noch diese Ausbildung, vielleicht bringt das ja irgendwas.”
Das sagte eine Gründerin zu mir, die kurz vor der Gründung stand, aber noch auf der Suche nach den nötigen Kund*innen war. Das ist natürlich keine geeignete Strategie, um Kund*innen zu gewinnen. Das ist das Prinzip Hoffnung. Ein Schuss ins Blaue.
Davon halte ich nichts, das ist wohl klar. Aber wie man überhaupt auf eine solche Idee kommen kann, das erstaunt mich immer wieder auf’s Neue.
Es ist kompliziert.
Früher dachte ich: Der Lehrer sagt, wo’s lang geht, die Schüler folgen – zumindest die schlauen. Den renitenten ist eh nicht zu helfen.
Mit jedem Jahr als Lehrer wird mir klarer: So einfach ist das nicht. Die Schüler beeinflussen den Lehrer mindestens so sehr wie umgekehrt. Oft ist in einer Lehr-Lern-Situation gar nicht eindeutig zu bestimmen, wer hier eigentlich Lehrer und wer Schüler ist.
Überall, wo Menschen zusammenarbeiten, gibt es Frustpotenzial. Lehrer und Schüler sind keine Ausnahme – im Gegenteil.
„Ein Solopreneur ist eine Person, die systematisch Probleme löst – mit Gewinnabsicht.“
Es geht nicht darum, zufällig mal etwas Nützliches für einen Kunden zu tun. Es geht darum, immer und immer wieder mit gleichbleibender Qualität einen hohen Kundennutzen zu stiften.
Solopreneure arbeiten nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern haben eine klare Strategie.
Wieder eine clevere Idee von Seth Godin: Schreib dir eine Liste mit all den Gegenargumente, mit denen irgendwelche Passanten (Andy Holzer) daher kommen könnten, warum dein Projekt, deine Idee, dein Produkt nicht funktionieren kann und wird.
Also überleg dir im Vorhinein schon eine möglichst vollständige Liste mit allen Einwänden. Dann kannst du nämlich ganz cool sagen:
“Danke für deinen Hinweis. Ich habe ihn bereits auf meiner Liste. Und, übrigens: Hier sind auch noch all die anderen Gründe, warum meine Idee nicht funktionieren könnte. Die habe ich hier alle zusammengefasst, als Service für dich.”
Heute habe ich mich beiläufig gewundert: Gibt’s eigentlich ebay noch? Nutzt das überhaupt noch irgendwer?
Nachdem ich selbst schon ewig nichts mehr auf ebay gekauft oder versteigert habe, war meine intuitive Schlussfolgerung, dass ebay in den letzten Jahren insgesamt an Relevanz verloren haben muss. Wenn ich ebay nicht mehr nutze, dann wird das auch für den Rest der Welt gelten. Logisch!
Ein Blick auf die Unternehmenszahlen von ebay sagt jedoch, dass ebay heute größer ist denn je. Umsatz, Gewinn und Nutzerzahlen sind über die Jahre stetig gestiegen – auch ohne mich.
Es ist der klassische Denkfehler, von sich selbst auf die Allgemeinheit zu schließen. Das eigene Verhalten auf den Rest der Welt zu projizieren. Im Fall von ebay ist es mir aufgefallen, und ich habe meine Annahme bewusst hinterfragt. Aber: Wie oft bemerke ich nicht, dass meine subjektive Meinung nicht gleich die Wirklichkeit ist?
Es gibt wohl kaum etwas Motivierenderes als das Gefühl, dass für das, was man denkt, sagt oder tut, bei anderen Menschen Interesse besteht.
Es ist nur bedingt erfüllend, Dinge für sich selbst zu tun. Selbst-Projekte sind schon okay, aber wirklich in die Kraft kommen wir oft erst, wenn durch unsere Projekte eine Beziehung zu anderen Menschen entsteht. Wenn wir im Anderen etwas bewirken.
Das gilt natürlich für Lehrer*innen und Berater*innen ganz besonders. Ihnen ist dieser Moment, wo sie dieses Interesse ihrer Schüler*innen bzw. Kund*innen spüren, oft mehr wert als das Geld, das sie mit ihrer Tätigkeit verdienen. (Was übrigens auch ein Grund ist, warum viele Lehrer*innen und Berater*innen schlecht bezahlt sind.)
Am Ende des Tages geht es in jedem Unternehmen immer um die Liquidität: Wie viel Geld haben wir noch am Bankkonto? Wie lange wird dieses Geld reichen? Wo bekommen wir frisches Geld her?
Das ist nicht nur in Corona-Zeiten entscheidend für Wohl oder Weh der Unternehmen – aber jetzt eben ganz besonders. Gleichzeitig stelle ich fest, dass sich gerade Lifestyle Entrepreneure oft nicht (oder nicht ausreichend, nicht regelmäßig, nicht systematisch genug) um ihre Liquidität kümmern.
Die Liquidität im Auge zu haben, mag vielleicht nicht sexy sein. Aber die Insolvenz ist es auch nicht.
In jedem Beratungsprozess kommt irgendwann der Moment, in dem Kund*in und Berater*in Abschied nehmen. Der gemeinsame Weg ist zu Ende.
Der Abschied fällt dem Berater umso leichter, wenn er die Kund*innen in guten Händen weiß – sei es, weil ein Problem gelöst wurde, oder sei es, weil neue Begleiter*innen auf den Plan getreten sind, die den weiteren Weg übernehmen.
Oder sei es, weil der Berater intuitiv spürt, dass die Kund*innen gut aufgehoben sein werden, egal was passiert.
„Ein Solopreneur ist eine Person, die systematisch Probleme löst – mit Gewinnabsicht.“
Ohne Problem, das zu lösen wäre, gibt’s kein Business. Der Solopreneur löst daher Probleme seiner Kund*innen – im besten Fall die großen, wirklich schmerzlichen Probleme, im häufigeren, aber viel schwierigeren Fall die kleineren Probleme mit nice-to-have-Lösungen.
Larry Smith sagt: Finde und löse WICHTIGE Probleme. Dann bist du ein Star in dieser chaotischen Welt.
„Ein Solopreneur ist eine Person, die systematisch Probleme löst – mit Gewinnabsicht.“
Ein Solopreneur ist kein klassisches Unternehmen. Ein Solo-Business ist ganz stark verwoben mit der Persönlichkeit des Solopreneurs. Ja, oft kommt aus der Biographie des Solopreneurs überhaupt erst die Motivation und die Idee für das Business.
Um ein Solo-Business zu verstehen, braucht man mehr Wissen über Psychologie als über BWL.
Ich habe heute eine Arbeitsdefinition für das Konzept des „Solopreneur“ gefunden:
„Ein Solopreneur ist eine Person, die systematisch Probleme löst – mit Gewinnabsicht.“
Gute Beratung ist keine Garantie für den Erfolg als Lifestyle Entrepreneur, aber sie erhöht die Chance darauf.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Es gibt Gründer*innen, die könnten einen Turbo gebrauchen. Die unterschätzen, wie viel Arbeit und Zeit es kostet, ein Unternehmen professionell wettbewerbsfähig aufzustellen.
Und dann gibt es Gründer*innen, denen würde ein bisschen weniger Geschwindigkeit gut tun. Ein bisschen verschnaufen, ein bisschen links und rechts schauen.
Gute Gründngsberater*innen haben ein Gespür dafür, ob Bremsen oder Beschleunigen angesagt ist und können wie ein Dirigent den passenden Takt vorgeben.
Philipp Maderthaner hat eine für uns Lifestyle Entrepreneure spannende Formel entwickelt:
„Leidenschaft schafft Anziehungskraft
Anziehungskraft schafft Anhängerschaft,
und aus Anhängerschaft wird Kundschaft.”
Er sagt, dass Menschen auf Basis von Überzeugungen impulsiv entscheiden, ob sie sich zu unserem “Business”, zu unserem Anliegen zugehörig fühlen oder nicht. Und diese Zugehörigkeit führt dann dazu, dass sie aktiv etwas tun wollen – oder bei uns kaufen wollen.
Wenn unsere Kund*innen das glauben, was wir glauben, warum sollten sie dann nicht auch bei uns kaufen?
Ich habe heute einen ganzen Tag damit verbracht, Berichte zu schreiben. Das wäre an sich nicht schlimm, wenn ich nicht den hartnäckigen Verdacht hätte, dass diese Berichte niemand lesen wird.
Ich akzeptiere das Berichteschreiben als Teil meiner Arbeit. Wie jeder Profi erledige ich auch die Aspekte professionell, die mir eigentlich wenig Spaß machen, aber die eben “dazugehören”.
Aber man fragt sich halt schon…
Wir Lifestyle Entrepreneure müssen wirklich aufpassen, wenn unser Stolz ins Spiel kommt.
Einerseits ist Stolz ein wichtiger Motivator, gerade in Krisenzeiten. Wer will schon von sich sagen lassen, dass er zu früh aufgegeben hat?
Andererseits führt Stolz auch zu Tunnelblick. Wir verlaufen uns, und wir können nicht mehr klar erkennen, was eigentlich das Beste für wäre.
Ja, wir wollen unser Gesicht nicht verlieren, aber genauso wenig ist es gut für uns, wenn uns unser Stolz im Weg steht.
Es gibt wohl kaum etwas Schöneres als das Gefühl, etwas Unangenehmes erledigt zu haben.
Aber wenn dieses Gefühl so toll ist, warum schieben wir dann diese unangenehmen Dinge so lange vor uns her – und bringen uns damit Tag für Tag, Stunde um Stunde um dieses Erfolgserlebnis?
Weil das Gefühl erst dann entsteht, wenn die Arbeit erledigt ist. Und es ist immer kurzfristig attraktiver, die Arbeit lieber nicht zu tun – zumindest nicht gleich.
Profis erledigen die Arbeit – und zwar auch dann, wenn sie lieber faul sein würden.