Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Das beste Marketing

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Das beste Marketing überhaupt ist, konsequent und wahrnehmbar nützlich für andere zu sein.

Mehr braucht es nicht.

Aber das ist eh anspruchsvoll genug.

Digitalisierung

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Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass sich viele Lifestyle Entrepreneure daran gemacht haben, ihre Angebote zu “digitalisieren”: Trainer*innen haben Online-Kurse und Webinare entwickelt, Berater*innen bieten nun Online-Beratung an etc.

Roman Kmenta hat dazu einen spannenden Gedanken: Das Problem in der Corona-Krise ist nicht die Digitalisierung von Angeboten, die bisher face-to-face stattgefunden haben. Das Problem ist die Verschiebung in den Prioritäten der Kund*innen.

Es nützt nichts, Produkte zu digitalisieren, die momentan einfach keine Priorität bei den Kund*innen haben. Wenn’s eng wird, beschränken sie sich auf das Notwendige.

Die Herausforderung ist also in erster Linie, zum Notwendigen zu gehören – und erst in zweiter Linie die Digitalisierung.

Offene Türen

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Eine Gründerin hat mir erzählt, dass sie vor ein paar Wochen ihre Arbeitszimmertür aufgemacht hat – und seither offen gelassen hat.

Sie hat damit symbolisch die Tür zu ihrem Business geöffnet. Die Tür ist nun offen, und die Gelegenheiten, Ideen und Kunden können nun hereinkommen.

Gehört werden

G

Eines wird mir mit jeder Beratung klarer:

Es kommt gar nicht so sehr darauf an, was ich meinen Kund*innen sage.

Es geht immer zuerst darum, wie sehr sich meine Kund*innen von mir gehört und gesehen fühlen.

Mut

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Man bewundert gerne die Menschen, die den Mut haben, sich mit ihrer Gründungsidee selbständig zu machen.

Häufig übersehen wird der Mut jener Menschen, die ihre Gründungsidee wieder aufgeben, weil sie erkannt haben, dass sie nicht wie geplant funktioniert. Der Mut des Loslassens.

Ich verneige mich vor beiden.

Wessen Idee

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Derek Sivers schreibt über einen Gedanken von Marshall Goldsmith, den ich hier auf die Gründungsberatung umlege:

Wenn ein Gründer zum Gründungsberater kommt und begeistert von seiner Gründungsidee erzählt, dann ist die Versuchung groß, dass der Berater sagt: “Das ist eine wunderbare Idee – und dazu fällt mir noch ein: Sie könnten noch das und das machen, und dann müssten Sie nur noch…” und so weiter. Der Berater gibt also, aus bester Absicht, seine eigene Meinung, seine Verbesserungsvorschläge und seine Ideen dazu – meist ungefragt.

Warum dieser Impuls zwar gut gemeint, aber nicht ungefährlich ist: In dem Moment, wo der Berater die Idee des Gründers “verbessert”, ist es nicht mehr nur die Idee des Gründers. Durch den Input des Beraters ist sie auch ein bisschen zur Idee des Beraters geworden – zu einer gemeinsamen Idee. Zu einem Shared Project.

Was nun passieren kann (kann, nicht muss!): Die ownership des Projekts durch den Gründer wird geschwächt. Durch die Ratschläge des Beraters verliert der Gründer einen Teil seiner Motivation, weil es nicht mehr uneingeschränkt seine Idee ist. Durch die Impulse des Beraters wird die Gründungsidee vielleicht objektiv verbessert, aber die emotionale Bindung des Gründers an seine Idee wird geschwächt.

Davor sollten wir Gründungsberater natürlich auf der Hut sein. Gar nicht so selten ist es wahrscheinlich besser, die objektiv guten Hinweise zurückzuhalten und dem Gründer seine Idee voll und ganz selbst zu überlassen – bis wir um Hilfe gefragt werden.

Ansonsten gilt der Rat von Ernesto Sirolli: If people don’t want to be helped, leave them alone!

Vernünftige Größe

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Nicht zu kleinteilig anbieten. Der Akquise-Aufwand ist für eine Einzelsitzung oft genauso groß wie für einen Zehnerblock.

Vernünftige Pakete schnüren. Gut überlegen, wofür es sich auch auszahlt, Akquise zu machen.

Ein Netzwerk aufbauen. Nicht alles allein machen versuchen. Unabhängig und flexibel bleiben und sich gleichzeitig in gepflegte Abhängigkeiten begeben.

Unter der Hand

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Was sagt es über mich, meinen Beratungsstil und die Beratungssituation insgesamt aus, wenn ich Dinge in der persönlichen Beratung sage, die ich lieber nicht verschriftlicht in einem e-Mail festgehalten haben würde?

David gegen Goliath

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Es überrascht mich immer wieder, mit wie viel Gleichgültigkeit, Verlogenheit und Zynismus große Konzerne bei ihren Kund*innen durchkommen.

Genau hier liegt auch die Chance für uns “kleine” Solopreneure: Wir haben gegen diese Goliaths den Vorteil, dass wir uns um unsere Kund*innen wirklich kümmern können. Dass sie uns nicht gleichgültig sind. Dass wir sie nicht anlügen werden. Dass sie uns am Herzen liegen und dass wir sie das auch authentisch spüren lassen können.

Wir setzen der Wurstigkeit der Großen unsere große Menschlichkeit entgegen.

Alles sehr kompliziert

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Wir Lifestyle Entrepreneure machen uns unser Business oft komplizierter als nötig.

Wir tun das, weil wir glauben, dass es nicht einfach geht. Wer Erfolg haben will, muss sich schließlich sehr anstrengen und hart arbeiten, oder?

Dabei könnten wir uns auch erlauben, dass es leicht gehen darf. „What would it look like if it were easy?“, würde Tim Ferriss fragen.

Biss

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Wenn in deinem Lifestyle Business “der Biss fehlt”, dann kann das einen von zwei Gründen haben:

  1. Das Lifestyle Business, von dem du dachtest, dass es die Erfüllung deiner Träume wäre, ist doch nicht so toll wie gedacht. Du hast dich geirrt und das Interesse daran verloren.
  2. Das Lifestyle Business, von dem du dachtest, dass es die Erfüllung deiner Träume wäre, hat tatsächlich das Potenzial dazu abzuheben. Dazu müsstest du allerdings einige wirklich schwierige Entscheidungen treffen, eine Menge harte Arbeit auf dich nehmen und generell raus aus deiner Komfortzone. Und das macht dir Angst.

Beide Gründe sind legitim, beide Gründe sind okay.

Wichtig ist nur, dass du für dich herausfindest, welcher davon auf dich zutrifft. Dann kannst du nämlich die richtigen Konsequenzen ableiten.

Und dann kommt wahrscheinlich auch der Biss wieder zurück.

Überraschungspaket

Ü

Heute brachte mir der Postler ein Überraschungspaket von meinem lieben Kollegen Joachim – vollgefüllt mit meinen Lieblingstees, Dragee Keksi, dunkler Schokolade und anderen süßen Freuden.

Das Paket kam völlig unerwartet als Dankeschön für einen Gefallen. Ich war ganz aus dem Häuschen und habe allen voller Freude davon erzählt.

Ein Dankeschön, wo ich es nicht erwartet habe. Eine Kleinigkeit, die keine Kleinigkeit ist. Sowas bleibt in Erinnerung. Sehr lange.

Scheitern

S

Wenn ein Unternehmen scheitert, dann hat das meistens nicht nur einen Grund.

Meistens ist es eine Mischung aus verschiedenen Gründen, meistens kommt ein ganzes Bündel zusammen: persönliche Probleme, zwischenmenschliche Probleme, Probleme bei den Lieferanten, stärkere Konkurrenz, Veränderungen bei den Kunden, Innovationen bei den Produkten, ein schwieriger Markt etc.

Deswegen ist meistens auch nicht nur eine Person, ein Umstand oder eine schwierige Phase schuld. Wie überhaupt das Suchen nach Schuldigen zumeist wenig hilfreich ist.

Wir spenden einen Baum!

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Manche “Social Enterprises” spenden einen Baum, wenn man was bei ihnen kauft.

Ich halte davon nichts. Ich finde, Kundengeld zum Bäumepflanzen zu verwenden ist eine einfache, ziemlich unkreative und letztlich faule Auslegung dessen, was Social Enterprises ausmacht.

Wenn ich einen Baum gepflanzt haben wollte, dann habe ich zahlreiche Möglichkeiten, das zu tun. Ich brauche kein Unternehmen, das mich in dieser Hinsicht bevormundet.

Im Gegenteil: Ich erwarte von einem Unternehmen – und besonders von einem, das sich “sozial” auf die Fahnen heftet –, dass es sich sehr ernsthaft überleget, wie es 100% meines Geldes so einsetzt, dass es immer besser wird, immer bessere Produkte anbietet und durch seine unternehmerische Tätigkeit die Welt mehr und mehr verändert– und nicht durch irgendeinen Baum, der irgendwo gepflanzt wird.

Junge Mentaltrainerinnen

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Mir fällt auf: Es gibt gerade sehr viele Gründungen im Bereich “Mentaltraining”, “Resilienztraining” etc. Das Angebot sprießt gerade wie die Schwammerl aus dem Boden.

Meine Beobachtung ist auch, dass viele dieser Gründungen von Frauen um die 30 kommen.

Ich frage mich:

  • Was ist da dahinter? Welcher Schmerz drückt sich da in den Gründungen aus?
  • Gibt es davon mittlerweile zu viel Angebot am Markt?
  • Haben diese Frauen ob ihres jungen Alters ein Glaubwürdigkeits- und damit Marketing-Problem?

Die Antworten fehlen noch, aber die Fragen sind längst auf dem Tapet.

Jeder hat sein Kreuz zu tragen

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Ein Gedanke von Frank Probst: Wir alle haben als Unternehmer unsere eigenen Umstände, die das Potenzial haben, unser Unternehmen scheitern zu lassen. Jeder hat andere, aber keiner hat weniger als der anderer. Jeder hat sein Kreuz zu tragen.

Erfolgreiche Unternehmer sind also nicht die, die irgendwie besonders begünstigt wären, die weniger Herausforderungen als andere hätten – sondern die, die auf ihre jeweiligen Herausforderungen rechtzeitig und engagiert reagieren.

Keiner hat eine Ausrede. Jeder hat sein Kreuz zu tragen. Die Frage ist: Nimmst du es an, und wie gehst du damit um?

Versprechen

V

Überleg dir gut, was du versprichst. Überleg es dir zweimal. Dreimal.

Niemand zwingt dich, ein Versprechen abzugeben. Niemand zwingt dich, etwas zuzusagen. Niemand zwingt dich, einen Auftrag anzunehmen.

Aber wenn du ein Versprechen gegeben hast (deinen Kunden, deiner Familie, deinem Chef), dann gilt’s. Dann bist du jemandem im Wort. Und dann solltest du alles dir Mögliche daran setzen, dieses Versprechen auch zu halten.

Ein Buch lesen

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Es gibt zwei gute Gründe, ein Buch zu lesen:

  1. Um etwas Neues zu lernen.
  2. Um etwas bestätigt zu bekommen, das man schon länger vermutet hat.

Persönlich, aber nicht privat

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Kerstin Müller sagt, ihr Facebook-Profil ist “persönlich, aber nicht privat”.

Ich finde, das ist eine sehr nützliche Unterscheidung. Natürlich wollen wir im Business persönlich sein. Unsere Kund*innen dürfen ruhig spüren, dass sie es mit einem “echten” Menschen zu tun haben.

Aber privat? Muss nicht sein, finde ich.

Wir gewinnen nichts, wenn wir unser Innerstes nach außen kehren. Aber wir gewinnen alles, wenn wir in unserer Professionalität auch herzlich sind.

Endlich entscheiden

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Nicht selten ist der Grund, warum wir bei einem Projekt nicht weiterkommen, dass wir uns (endlich) entscheiden müssten.

Aus Angst, uns falsch zu entscheiden, entscheiden wir uns lieber gar nicht. Dabei wären falsche Entscheidungen oft leicht zu korrigieren, aber der Motivationsverlust durch Nicht-Entscheiden ist uneinbringlich.

Entscheiden ist handeln. Rasch und mutig entscheiden zu können, ist ein Wettbewerbsvorteil.